Die Rückkehr der Religion?

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@DugDanger

Ja, leider kommt, bis auf wenige Ausnahmen, keine Diskussion um den Kern zustande.

Naja, wahrscheinlich würde ich als Pakistani auch dänische Flaggen verbrennen, als Nordkoreaner dem geliebten Führer zujubeln, als Inder Kühe mit Blumen dekorieren und als Texaner total auf Sarah Palin abfahren, genauso wie der Großteil der Menschheit, wenn er in den entsprechenden Regionen sozialisiert worden wäre.

Selbst Papst Ratzi säße als Chinese jetzt wohl als Technokrat und Kader in der Partei. :D
 
@e-ding

sehe ich überhaupt nicht so. Man kann nicht die Regionen wo Christen, Moslems leben nehmen und auf alle schließen.

Vor allem ärmere Länder, das gilt sowohl für Christen, als auch für Moslems benützen die Religion, um ihre persönlichen Interessen durchzusetzen, ohne die Religion wirklich richtig zu erklären.
Dann gibts die, die die Religion leben, und andere, die nur Christ/Moslem/Jude auf dem Papier sind und sich nicht wiklich darum scheren.

@cal1s
Zufälligerweise habe ich den Koran gelesen! Der Koran ist nicht 1:1 von jedem interpretierbar. Es bedarf einer Intepretation von einem Gelehrten, der sich Auskennt. Es kann nicht jeder daherkommen und als Experte seinen Senf abgeben.

Vor allem Übersetzungen sind nicht exakt korrekt. Arabisch ist eine sehr mächtige und alte Sprache mit sehr vielfältigen Wörtern.
 
timurinamanu schrieb:
@e-ding
sehe ich überhaupt nicht so. Man kann nicht die Regionen wo Christen, Moslems leben nehmen und auf alle schließen.

Da muss ich mich nochmal genauer erklären. Mein Post war auch etwas plakativ.
Der entscheidende Punkt, welcher Religion man angehört, wird durch die Eltern gesetzt. Später kommt das weitere soziale Umfeld dazu. Die Wahrscheinlichkeit selbst ein Christ zu werden ist besonders dann groß, wenn die Eltern auch Christen sind usw. Das kannst Du auf sämtliche Religionen und Ideologien übertragen.

Der Grund ist ziemlich einfach. Kinder (müssen) alles glauben, was ihnen von ihren Eltern beigebracht wird. Die Ursache liegt in der sozio-psychologischen Eltern-Kind Beziehung. (P-A-C-Matrix (parent-adult-child)). Einfach erklärt ist es so, dass Kinder noch nicht in der Lage sind, Dinge kritisch zu hinterfragen und ihre Position im Abhängigkeitsverhältnis zu den Bezugspersonen ersten Grades dies auch nicht erlaubt. Kinder glauben dann eben alles, an den Weihnachtsmann, ein Monster im Schrank oder eben an einen Gott.

Während die Geschichten vom Monster und vom Weihnachtsmann nicht weiter gepflegt werden, sieht es da beim Gott schon anders aus. Die Institutionalisierung hier bei uns oder schlimmer die komplette Vergesellschaftlichung in vielen islamischen Staaten geben diesen Konstrukten ihre Macht und ihre Bedeutung, machen sie aber nicht wahrer als das Schrankmonster oder die Zahnfee.

Glaube, ob religiös oder ideologisch strukturiert ist einfach betrachtet nur ein indoktriniertes/anerzogenes Abhängigkeitsverhältnis.

Mir ist allerdings bewusst, dass so ein Eingeständnis schwer ist.
 
e-ding schrieb:
Glaube, ob religiös oder ideologisch strukturiert ist einfach betrachtet nur ein indoktriniertes/anerzogenes Abhängigkeitsverhältnis.

Mir ist allerdings bewusst, dass so ein Eingeständnis schwer ist.

Denke nicht, wieso sollte so ein Eingeständnis schwer sein?

Das, was du meinst, nennt man auch Erziehung.

Und viele Menschen werden religiös erzogen und viele andere nicht. Ich weiß aber nicht wie das uns jetzt weiterhelfen soll. Beinahe alles was du heute denkst und machst, wurde durch deine Erziehung und Umfeld geprägt. Ab einem Zeitpunkt fängst du dann an, dich selbst zu prägen, mit der Voraussetzung du bist mental gesund. Und?

Wollen wir jetzt eine Debatte darüber halten, welche Aspekte des Lebens Eltern ihren Kindern erziehen sollten und nicht? Ich denke dich stört es, dass viele Kinder religiös erzogen werden und diese Sache nicht ihnen selbst überlassen wird. Oder was meinst du mit deiner Aussage?

Falls du meinst, dich stört es wirklich, dann möchte ich auch erwähnen, dass es mich stört, dass die heutige Gesellschaft viel zu viel hedonistisch geprägt ist und diese Sache mich gewaltig stört. Aber, wen interessiert´s?

mfg
 
@dugdanger & eding
ich teile euere ansicht und auch euere enttäuschung über den verlauf des threads.
habe mich auch aus den von euch genannten gründen hier rausgehalten.
denen, die hier hauptsächlich mitdiskutieren, geht es überhaupt nicht um eine kritische (meint: ausdifferenzierte, sachliche) auseinandersetzung mit der kategorie religion, sondern um schlichte wechselseitige meinungsmitteilung und pauschale etikettierung von religion als 'gut' oder 'böse'.
manch einer gibt dann auch sätze zum guten a la "ich finde es gut, dass wieder mehr geglaubt wird, weil religion eine wichtige sache ist." -> bei sowas stellen sich einem die zehennägel hoch; warum religion eine wichtige sache sein soll, was ihre funktion in einer bestimmten gesellschaftsordnung ist usw usf, solchen fragen wird nicht einmal im ansatz nachgegangen.
man sieht das auch sehr gut daran, dass auf die beiträge, die sich tatsächlich etwas eingehender mit diesen fragen auseinandersetzen wollten oder erklärungen in dieser richtung angeboten und zur diskussion gestellt haben, überhaupt nicht eingegangen wurde.
 
cerasus schrieb:
Denke nicht, wieso sollte so ein Eingeständnis schwer sein?

Das, was du meinst, nennt man auch Erziehung.

Wäre so ein Eingeständnis einfach, gäbe es viel weniger Religiösität. Realität ist jedoch, dass Religösität nicht hinterfragt wird und somit Erkenntnis nicht zu Kritik an Religion, damit zu Selbstkritik und Eingeständnis führt.

Vielen Dank, dass Du nochmal erklärst, was ich genau meine. :rolleyes:

cerasus schrieb:
Falls du meinst, dich stört es wirklich, dann möchte ich auch erwähnen, dass es mich stört, dass die heutige Gesellschaft viel zu viel hedonistisch geprägt ist und diese Sache mich gewaltig stört. Aber, wen interessiert´s?

Der Punkt ist nicht, wie Eltern Kinder zu erziehen hätten. Meine Intension war es, eine Erklärung zu liefern, wie Religiosität und auch Glaube "übertragen" werden und damit beliebig fiktional sein können.

Unabhängig davon widersprechen sich hedonistische Erziehungsmethoden und religiöse Erziehung nicht per se, sondern können auch Hand in Hand gehen. Sie schließen einander nicht aus. Zu dem Thema Gleichsetzung von Religion und Ethik/Moral wurde hier auch schon etwas, leider offensichtlich ungelesen, geschrieben.
 
Ich weiß jetzt immer noch nicht was du uns damit mitteilen möchtest. Deine Arroganz stinkt mir ehrlich gesagt. Du denkst, man ist deswegen religiös, weil das Eingeständnis nicht einfach ist. Wow, die Erleuchtung schlechthin.


Ich persönlich bin überzeugter Atheist und schmunzle immer wenn in meinem Umfeld jemand seinen Glauben an einen Gott neu entdeckt hat. Doch ich merke leider auch, dass mit diesem Glauben immer öfter eine etwas herablassende Haltung gegenüber Ungläubigen wie mir eingenommen wird.
So sprach der Threadstarter. Ich hoffe du erkennst die Ironie an der Sache, denn das Schmunzeln der Atheisten hört anscheinend nicht auf, zumindest sehe ich dieses Schmunzeln bei dir.

mfg
 
cerasus schrieb:
So sprach der Threadstarter. Ich hoffe du erkennst die Ironie an der Sache, denn das Schmunzeln der Atheisten hört anscheinend nicht auf, zumindest sehe ich dieses Schmunzeln bei dir.

Wenn Du nicht nachvollziehen kannst, was ich schreibe, dann frage lieber nochmal nach aber bitte unterstelle mir keine Arroganz. Die Diskussion ist aber auch wirklich schwer mit Dir.

Ich habe versucht zwischen dem Gläubigen als "Ergebnis seiner Sozialisation" und der Religion als System zu differenzieren. Starke Kritik an der Ideologie Islam oder an der Ideologie Christentum ist überaus wichtig. In einem gewissen Maße erklärt die elterliche und gesellschaftliche Sozialisation die Abhängigkeit von Religionen/Ideologien. Daher schrieb ich auch vorher, dass ich wahrscheinlich ebenso ein Anhänger von Irgendwas wäre, wäre ich unter anderen kulturellen, sozialen, gesellschaftlichen oder familiären Rahmenbedingungen aufgewachsen.

Kritik am "Gläubigen" selbst habe ich in der Form formuliert, dass es eben (meistens) nicht der Mangel an Intellekt ist, sondern die Bequemlichkeit, diesen zu nutzen, um sich zumindest der Struktur und Funktion von Religion bewusst zu sein, es aber nicht oder nicht in ganzer Konsequenz tut, was zumindest in säkularisierten Staaten problemlos möglich ist. Das meinte ich mit "Eingeständnis".
 
Für viele Menschen ist die Religion zu wichtig als Grundpfeiler ihrer eigenen Welt. Der strikte Glaube kann so auch als Selbstschutz fungieren. "Kann", wohlgemerkt, nicht "muss".

Eine kritische Hinterfragung ist demnach eine kritische Hinterfragung der eigenen Welt und dessen Grundpfeiler. Ich denke nicht, dass man sowas mal eben leicht machen kann, wenn man sich nicht schon vorher generell mit solchen Themen beschäftigt, ohne viele Möglichkeiten auszuschließen.

Wenn man mit älteren Menschen versucht, über das Thema zu reden, wird es meist noch schwieriger. Ich meine, du lebst dein ganzes Leben mit einer Überzeugung und plötzlich wird diese in Frage gestellt.

Das ist nichts anderes, als wenn ich zu meinem Nachbarn als BWM-Fan gehe und ihm offenbare, dass seine Marke nur aus gefaketen Teilen bestünde. Das Szenario ist natürlich quatsch, aber vom Prinzip das Gleiche.

Wenn ich zum Beispiel eine Familie in meinem Bekanntenkreis beobachte: Das kleine Kind (Kindergartenalter) wurde bisher nicht religiös erzogen. Einzig werden (sollten, hoffentlich) Werte vermittelt werden. Nicht mit dem Hintergrund, weil Gott sonst böse wird, wenn das Kind sich nicht benimmt, sondern einfach das Verständnis fördern, was sich anhand unserer Gesellschaft gehört und was nicht.

Wenn die Tochter dann alt genug wird, wird sie irgendwann über das Thema stolpern und sich Gedanken machen oder direkt von ihrem Umfeld beeinflusst. Man kann auch in einem bestimmten Alter auch einen Dialog führen, aber bitte nicht direkt hirnwaschen.

Die Religion, was Taufe, Kommunion oder Konfirmation, und solche Dinge betrifft, ist allerdings so betrachtet schon sehr tief verankert. In den meisten Fällen machen es die Leute allerdings, weil es nunmal so gemacht wird, weniger aus Überzeugung. So wird aus Religion eine Gesellschaftsform, wenn man so will.

Ich persönlich finde das albern. Gibt doch keine Größere Heuchelei, als wenn man in die Kirche geht, diese Veranstaltungen mitmacht und sich doch denkt "Ja, ok, jetzt sind die Eltern zufrieden" oder "ist halt so", usw.

Ich schließe daraus, dass viele Leute der Religion eher kaum noch Beachtung schenken oder der Glaube irgendwo im Unterbewusstsein schlummert und irgendwann einfach als Selbstschutz erwacht.

Und diese angebliche Arroganz der Atheisten. Was ist denn mit der Arroganz der Islamisten, dass ihre Religion die einzige ist, oder der Arroganz der Christen, dass ihre Religion nur die einzige sein kann?

Alleine die Tatsache, dass die eine Religion keine andere zulässt, erzeugt doch schon Grenzen und ich vielen Fällen einfach nur hohe Mauern zwischen den Menschen. Immerhin muss ja einer Recht haben und der andere daneben liegen, oder nicht?

Prinzipbedingt kann eine Religion keine Toleranz zulassen. Toleranz mit dem Eingeständnis der Arroganz, sich selbt vorzubehalten, der richtig denkende zu sein, schon.
Wenn der Glaube wissen ersetzt, kann es nur in diese Richtung gehen.
 
@e-ding

Ich entschuldige mich für meine Unterstellung und Art und Weise. Ja, mit mir zu diskutieren ist zugegeben nicht einfach.

Ich versuche mal zu erklären wieso ich diese Unterstellung gehabt habe bzw. es vielleicht noch habe. Denn um folgendes geht es:
e-ding schrieb:
Kritik am "Gläubigen" selbst habe ich in der Form formuliert, dass es eben (meistens) nicht der Mangel an Intellekt ist, sondern die Bequemlichkeit, diesen zu nutzen, um sich zumindest der Struktur und Funktion von Religion bewusst zu sein, es aber nicht oder nicht in ganzer Konsequenz tut, was zumindest in säkularisierten Staaten problemlos möglich ist. Das meinte ich mit "Eingeständnis".
In dieser Hinsicht stimme ich dir absolut zu. Allerdings erzählst du nur ein Teil der Wahrheit. Denn, so wie du es jetzt schreibst und es vorher getan hast, heißt es, diese Tatsache gilt nur für "Gläubige". Zumindest habe ich das bis jetzt so verstanden, dass diese Kritik nur für eine bestimmte Gruppe gilt (Gläubige) und nicht für andere. Und das ist nicht die ganze Wahrheit.

Die ganze Wahrheit entsteht, wenn wir das Wort "Gläubige" mit dem Wort "Menschen" ersetzen, d.h. deine Kritik gilt allgemein für jeden Menschen, egal in welcher Kategorie oder Gruppe er sein mag.
Das ist keine Ausnahme nur bei den gläubigen Menschen, sondern auch bei den Nicht-Gläubigen oder Andersdenkenden. Die meisten Menschen, die nicht gläubig oder religiös sind, denken auch nicht nach, wieso sie so sind wie sie sind. Wieso sie ständig niveaulosen Rappern und nackigen Popsängern hinterher jagen. Oder wieso sie unbedingt am Oktorberfest teilnehmen sollten oder im Karneval mitmachen. Die wenigsten Menschen sind deiner Kritik nicht ausgesetzt. Das ist die Natur des Menschen und nicht speziell des Gläubigen.

Mir ging es eigentlich also nur darum, dass es so herüberkommt, als ob nur Gläubige deiner Kritik ausgesetzt sind (sein sollten). Und genau das ist eine sehr arrogante Sichtweise. Du als Nicht-Gläubiger wärst also deiner Kritik nicht ausgesetzt, weil allein die Tatsache, dass du nicht glaubst, ausreichen würde zu behaupten "für uns alle anderen ist dieses Eingeständnis normal. D.h. also wir alle anderen Menschen hinterfragen immer alles und dieses "Eingeständnis" haben wir auch, weil bei uns das selbstverständlich ist."
Und das ist nicht korrekt.

Nämlich habe ich dieselbe kritische Meinung wie du gegenüber anderen Gruppen, haargenau dieselbe Kritik. Ich behaupte aber nicht, das ist eine hervorspringende Tatsache nur bei diesen Gruppen. Nein, ich habe erkannt, dass der Mensch eben so ist. Ich verteufle also nicht nur bestimmte Gruppen, so wie manche es tun und ich erwarte dasselbe von anderen. Wer also von Humanismus redet und Kant in seiner Signatur zitiert, sollte auf solche Dinge achten.



sidestream schrieb:
Und diese angebliche Arroganz der Atheisten. Was ist denn mit der Arroganz der Islamisten, dass ihre Religion die einzige ist, oder der Arroganz der Christen, dass ihre Religion nur die einzige sein kann?
Da ist aber ein Unterschied, den du vergisst.
Ein Christ glaubt, dass sein Weg der richtige ist. Er weiß es aber nicht.
Ein Moslem glaubt, dass sein Weg der richtige ist. Er weiß es aber nicht.
Ein Atheist weiß, dass sein der Weg der richtige ist. Zumindest glaubt er es zu wissen. Das heißt er geht davon aus, dass er 100% Recht hat.

Welcher von diesen 3 hat nun eine (mehr) dogmatische Ansicht?
Wer ist toleranter?

Natürlich gibt es genug Gläubige die fest auf ihren Glauben beharren. Das ist die Grundlage des Glaubens, sonst könne man sich selbst nicht als gläubig bezeichnen. Aber letztendlich heißt es Glaube und nicht Wissen. Natürlich gibt es genug Menschen, die meinen, sie wissen, dass ihr Glaube die richtige sei. Das liegt aber daran, dass sie intellektuell dir unterlegen sind und nicht weiter wissen und mit dir nicht diskutieren können. Das ist also eine Schutzreaktion, die natürlich ist (du sprachst von älteren Menschen). Ich weiß es von mir selbst. Ich bin euch meistens intellektuell unterlegen, irgendwo werde ich und habe ich auch Lücken in meiner Sichtweise. Und die Überlegenen können dann diese Lücken ausnutzen und mich fertigmachen. Ich werde aber dadurch nicht meinen Glauben verlieren, sondern mein Selbstbewusstsein. Und die Überlegenen werden nicht ein Sieg haben, sondern ihr Ego stärken.

Das heißt es ist wichtig, dass man Toleranz zeigt. Es ist intolerant, wenn ein gläubiger Extremist euch verteufelt, weil ihr nicht gläubig seid. Von solchen Menschen gibt es genug. Aber genau so gut gibt es viele Atheisten, die genau so viel extremistisch sind und infolgedessen intolerant sind, weil sie nicht an ein "Spaghettimonster" glauben und sich 100% als die "Weisen" des Jahrhunderts sehen.





Alleine die Tatsache, dass die eine Religion keine andere zulässt, erzeugt doch schon Grenzen und ich vielen Fällen einfach nur hohe Mauern zwischen den Menschen. Immerhin muss ja einer Recht haben und der andere daneben liegen, oder nicht?
Ein Spiel kann eben nur eine Seite gewinnen. Eine Stelle kann nur eben eine Seite kriegen. Nur einer kann eben die Frau kriegen, obwohl 10 Männer sie haben wollen. Wenn du Schalke Fan bist und ich Dortmund, dann haben wir auch automatisch Mauern zwischen uns. Wenn du denkst, Metal Music ist cooler und ich meine Jazz ist viel cooler, dann haben wir wieder eine andere Meinung. Das ist doch der Witz der Sache. Kein Mensch ist nicht wie der andere. Jeder von uns hat gleiche Interessen und Ansichten, aber auch gleich viele Unterschiede.
Es liegt also nicht an Religionen selbst, dass Mauern entstehen. Nein, der Mensch baut sie auf und er kann sie auch überwinden. Und ein guter Gläubiger baut keine Mauern auf, denn seine Religion (ich spreche von den großen 3) verbietet es ihm eigentlich. Dass er es trotzdem tut, zeigt das er nicht perfekt ist und diese menschliche Schwäche hat, obwohl es doch im Buch anders steht.
Der Gläubige hat natürlich eine Etikette auf seiner Stirn. Wenn er was falsches oder anders macht, dann hat meistens immer die Religion die Schuld. Man überlegt erst gar nicht, dass es menschlich ist, sondern, dass es religiöser Natur ist.
Beispiel? Ich esse niemals Marmelade, Honig, das weiße vom Ei, usw. Und wenn ich es meinen Mitmenschen das sage, wisst ihr was die erste Frage ist? Ob meine Religion es verbieten würde. Ihnen kommt es nicht mal in den Sinn, dass ich diese Dinge einfach nicht möge, sondern aufgrund dass ich ein Moslem bin, denken sie direkt an diese Richtung.
Oder wenn ich sagen wir mal wie einen Thawb tragen würde und im U-Bahn dich ansehen und beleidigen würde auf meiner Sprache. Was würdest du dann wahrscheinlich denken? Ach der religiöse Spinner verteufelt mich, weil ich ein ungläubiger bin. Typisch Muslime (oder religiöse Spinner) würdest du wahrscheinlich denken, zumindest tun es viele. Aber vielleicht liegt es einfach daran, dass du beim Einsteigen mir auf den Fuß getreten bist und ich deswegen so sauer bin. Wie gesagt, wenn man so eine "Etikette" trägt, dann kommt immer als erstes die Religion in den Sinn, zumindest so meine Erklärung der Dinge bis jetzt.
Man sollte also nicht immer der Religion die Schuld geben, denn der Mensch ist nicht so einfach durchschaubar. Mehr Toleranz für jede Seite schadet also nicht.


Prinzipbedingt kann eine Religion keine Toleranz zulassen. Toleranz mit dem Eingeständnis der Arroganz, sich selbt vorzubehalten, der richtig denkende zu sein, schon.
Wenn der Glaube wissen ersetzt, kann es nur in diese Richtung gehen.
Wieso kann eine Religion keine Toleranz zu lassen? Deine Ansicht ist dogmatischer als die von Muslimen, ist dir das klar? Ohne einfach mal nachzudenken, meinst du, wir können keine Toleranz zeigen. Deine Weisheit ist nicht bindend für paar Milliarde Gläubige.

mfg
 
@cerasus

in deinem beitrag sind einige stellen, die durchaus problematisch sind.

mit bezug auf die argumentation von e-ding schreibst du, dass er nicht die ganze wahrheit erzählen würde, wenn er die "bequemlichkeit" als grund dafür anführt, dass gläubige ihren glauben nicht be- oder hinterfragen würden, sondern du erweiterst sein argument auf überhaupt alle menschen, namentlich mal wieder durch die vielbeschworene "natur des menschen".
da kommt mir die frage in den sinn: wenn es scheinbar die natur des menschen ist sich seines verstandes nicht bedienen zu wollen aus bequemlichkeit, wie kommt es dann dass soviele andere menschen sich durchaus ihres verstandes immer und zu jeder zeit bedienen, etwa hier in dieser diskussion?
oder sollte ich annehmen, da es ja die natur der menschen ist, dass sie nicht nachdenken "wieso sie so sind wie sie sind", dass man auf dein gesagtes (oder auf das von e-ding) ja gar nichts geben muss, weil ihr, eben weil menschen mit menschennatur, eh nicht nachdenkt?
was ich sagen will: die kategorie der menschennatur taugt nicht für diese diskussion, man verzettelt sich und gibt dann ziemlich komisches zeug von sich.


weiter in deinem text ist zu lesen:

"Ein Christ glaubt, dass sein Weg der richtige ist. Er weiß es aber nicht.
Ein Moslem glaubt, dass sein Weg der richtige ist. Er weiß es aber nicht.
Ein Atheist weiß, dass sein der Weg der richtige ist. Zumindest glaubt er es zu wissen. Das heißt er geht davon aus, dass er 100% Recht hat.

Welcher von diesen 3 hat nun eine (mehr) dogmatische Ansicht?
Wer ist toleranter?"


die frage, wer dogmatischer ist oder nicht, ist meiner ansicht nach irrelevant, weil es im grunde nur auf die argumentation pro oder contra einer bestimmten ansicht ankommt und nicht auf die beurteilung von drei kurzen sätzen, die einen gläubigen oder einen atheisten angeblich charakterisieren.
wenn man dogmatik diskutieren will, dann muss man das schon inhatlich machen und nicht anhand von äußerlich etikettierenden aussagen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun ja wer von den drei (Christ, Moslem, Atheist) ist kann man ohne lang zu überlegen beantworten.

Der Atheist

Warum? Auch wenn es sich hierbei um eine sehr verkürzte Antwort handelt. Ich kenne Kriege die wegen des Glaubens geführt wurden, aber keinen der wegen des NICHTGlaubens geführt wurde.
 
Servus.

Papierstärke schrieb:
Warum? Auch wenn es sich hierbei um eine sehr verkürzte Antwort handelt. Ich kenne Kriege die wegen des Glaubens geführt wurden, aber keinen der wegen des NICHTGlaubens geführt wurde.

Wie schon oft geschrieben - mal weiter denken, als wie bis zum Rand deines Religion-ist-an-allem-Schuld-Tellers.

Stell dir mal die Frage, welche eigentliche Gründe in den meisten Fällen eines Kriegs dahinter steht. Es sind so gut wie immer wirtschaftliche und/oder politische Interessen, weltliche Dinge die nichts mit Religion zu tun haben.

Grüßle ~Shar~
 
Zuletzt bearbeitet:
cerasus schrieb:
Wieso kann eine Religion keine Toleranz zu lassen? Deine Ansicht ist dogmatischer als die von Muslimen, ist dir das klar? Ohne einfach mal nachzudenken, meinst du, wir können keine Toleranz zeigen. Deine Weisheit ist nicht bindend für paar Milliarde Gläubige.

Kann sie prinzipbedingt nicht. Wenn für dich der Islam der einzige Glaube ist, dann heißt das automatisch, dass aus deiner Sicht die Christen die Falsche haben. Klar kann dir das egal sein, wer an was glaubt, aber in einer Religion musst du dich über die Religion des anderen stellen. Immerhin glaubst du ja auch nur an Allah und nicht an den Gott der Christen oder Buddha. Auch wenn du es tolerierst, ist dir insgeheim klar - oder dir muss als wirklicher Gläubiger insgeheim klar sein - dass die anderen nur Vögel sind, die in die falsche Richtung fliegen, denn der andere Gott kann logischerweise nicht koexistieren (wenn du das so siehst, dann entschuldige ich mich).

Wie du selbst sagtest: Es kann nur eine Seite gewinnen. Aber warum befinden wir uns auf einem Spielfeld bei "Mensch ärgere dich nicht"? Ohne verschiedene Religionen befänden sich alle auf dem Spielfeld aber nicht als Gegner. "Gegner" mag im Kontext übertrieben klingen, aber so ist es letztendlich doch. Die Religionen konkurieren miteinander.
Allein diese Ansicht, dass nur einer gewinnen kann, das sind Mauern.

Dass du dich als weniger intellektuell hinstellst, Lücken in deiner Argumentation zugibst und das dann mit deinem Glauben wieder beiseite wischt und dann noch erwähnst, dass die anderen ihr Ego hochpushen... Siehst du dich etwa als Opfer?

Du findest hier nicht dieses Gossengehabe vor. Keiner von den Postern hier packt irgendwelche Hassrheime aus um dich zu unterdrücken. Wir versuchen, auch wenn es utopisch scheint, auf einen Punkt hinzuarbeiten, in dem die Teilnehmer den Standpunkt des jeweils anderen zumindest nachvollziehen können.

Diese Etikette, von der du da sprichst: Es ist unhöflich von jemandem, selbst wenn ich ihm auf den Fuß getreten sein sollte, mich in einer Sprache zu beschimpfen, die ich nicht verstehe. Du könntest mir alles sagen in deiner Sprache. Das ist ebenfalls eine Art von Etikette und auch ein Grund, weshalb die Leute auch teilweise so denken, wie du es beschreibst. Was denkst du, was passiert, wenn ich in der Türkei irgendjemanden einfach so auf Deutsch beschimpfe oder in chinesisch? Richtig, die kommen sich verarscht vor. Immer dran denken, das ist immer noch Deutschland und die wenigsten Deutschen können andere Sprachen als Deutsch, Englisch, vielleicht mal Spanisch, Französich und ein paar andere. Aber das soll jetzt nicht zu Migrationsdiskussionen führen. ;)
 
Tut mir leid, dass Religion an allem schuld ist habe ich nie behauptet, aber auf so eine Behauptung, wie, Atheisten sind intolerant, musste ich einfach so flach antworten. Sorry ich passe mich an! :D
 
Servus.
sidestream schrieb:
Wir versuchen, auch wenn es utopisch scheint, auf einen Punkt hinzuarbeiten, in dem die Teilnehmer den Standpunkt des jeweils anderen zumindest nachvollziehen können.

Naja, wenn ich mir die bisherigen Beiträge so anschaue (nicht alle, aber doch viele), halte ich das eher für ein Gerücht und Wunschdenken.
Wäre mir neu, daß u.a. Pauschalisierungen und Ignoranz helfen, den anderen zu verstehen.

Grüßle ~Shar~

edit:

aber auf so eine Behauptung, wie, Atheisten sind intolerant,
Wie gerade geschrieben, damit hat er bei dem einen oder anderen Beitrag wohl garnicht so unrecht.
Intoleranz ist absolut überall zu finden und ist keine exklusive Eigenschaft eines Gläubigen.
 
Ich habe auch nicht behauptet, dass es einfach werden würde. :D

Ich erwarte auch gar nicht, dass jetzt nach irgendeinem Ergebnis hier plötzlich alle gläubig werden, oder das Gegenteil. Letztendlich geht es hier noch um "Die Rückkehr der Religion?" und abgesehen davon, dass jeder davon nur sein subjektives Empfinden ausdrücken kann, erörtern wir gerade, was denn besser wäre und da wiederum schließt sich der Kreis, denn diejenigen, die eher nicht glauben, sind davon überzeugt, dass es nicht nötig ist - diese Postion nehme ich auch ein - und die anderen wiederum sind vom Gegenteil überzeugt.
Darauf hin erfolgt eine Art Bewertung, was eigentlich der falsche Ansatz ist, aber durch die Diskussion nunmal entstand.

Bez. der Intoleranz: Das habe ich ja schon beschrieben.
Jeder muss in seiner Glaubensrichtung davon überzeugt sein, den richtigen Weg zu gehen und die Konklusion davon ist leider, dass der andere wohl den falschen Weg geht. Man kann es akzeptieren, aber so stellt man sich dennoch darüber. Wenn man die Existenz anderer Götter nicht ausschließt, würde ich fast behaupten, wäre dieser Mensch nicht voll von seinem Glauben überzeugt und der Glaube ist ja, der die jeweilige Religion ausmacht.
 
Servus.
sidestream schrieb:
Ich habe auch nicht behauptet, dass es einfach werden würde. :D
So war es nicht gemeint. Ich bezog mich auf die (angebliche) Intention hinter den Beiträgen, nicht den Erfolg oder Misserfolg.

Bez. der Intoleranz: Das habe ich ja schon beschrieben.
Jeder muss in seiner Glaubensrichtung davon überzeugt sein, den richtigen Weg zu gehen und die Konklusion davon ist leider, dass der andere wohl den falschen Weg geht. Man kann es akzeptieren, aber so stellt man sich dennoch darüber.
Schon klar, nur genau das findet sich eben in jedem "Lager". :)
Der Christ ist von seinem überzeugt, der Islamist vom Islam usw.., sowie der Atheist davon, daß es z.B. kein Gott u.ä. gibt.

Und, wie auch schon geschrieben, was aber immer ignoriert wurde - es gibt nicht nur den Islam, Christen-, sowie Judentum. Nur scheint man sich hier regelrecht darauf zu versteifen, daß Religion immer bedeutet, an eine dieser drei monotheistischen Glaubensrichtungen glauben zu müssen.
So gibt es auch Religionen, die nicht von sich behaupten, die einzig wahre zu sein - entsprechend wird auch nicht behauptet, jede andere Glaubensrichtung/Weltanschauung sei falsch.
Ebenso welche, die nicht pauschal gänzlich oder zu Teilen die Wissenschaft als "falsch" betrachtet/bezeichnet, respektive eine Gegensätzliche Auffassung zu Themenbereiche hat.
Entsprechend schließt auch das eine nicht zwangsläufig das andere aus.

Grüßle ~Shar~
 
Letztendlich ist es mir egal, um welche Religion es tatsächlich geht. Dass hier Islam und Christentum vornehmlich behandelt werden, liegt daran, dass sie in dieser Gesellschaft hier vornehmlich vorkommen und sich zufälligerweise gerade diese Leute hier gemeldet haben. ;)

Welche Religion gibt es denn, die keine Sekte ist und sich nicht über die anderen Religionen stellt und hier zahlreich vertreten ist?
 
Islamisten gibt es nicht. Könnt ihr bitte damit aufhören, Moslems Islamisten zu nennen?
 
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