DrFreaK666 schrieb:
Was kommst jetzt mit MacOS? Darum gehts hier doch gar nicht.
Als Beispiel dafür, dass Apple nicht marktbeherrschend ist und man Apple einfach zur Bewegung zwingen könnte, indem für Apple nicht entwickelt wird. macOS scheitert für mich persönlich an der Verfügbarkeit von Drittsoftware auf die ich Wert lege...
Wenn genügend App-Entwickler von relevanten Apps durch Nichtentwicklung protestieren würden...
NeuerJunge schrieb:
Wie kommt man darauf, dass die EU ein Verlierer ist?
Hat die EU irgendetwas vergleichbar Erfolgreiches zu Plattformen wie Android/iOS bzw. zu App-Marktplätzen wie dem Apple AppStore oder dem Google PlayStore im Angebot? Oder erfolgreiche Desktop-Betriebssysteme wie Windows oder macOS? Irgendetwas, was theoretisch als DMA-Gatekeeper gelten könnte? Nein?
NeuerJunge schrieb:
Warum ist die Hausordnung schlecht umgesetzt?
Weil mMn. die falschen Statistiken als Rechtfertigung herangezogen werden. Der Marktanteil sollte relevant sein - wird der Umsatz herangezogen, wird einfach unternehmerischer Erfolg bestraft. Irgendwas muss Apple ja richtig machen, dass die trotz hoher Preise und Einschränkungen mit der Hälfte an Nutzern den gleichen Umsatz erreichen.
DrFreaK666 schrieb:
Also nochmal: Wieso sollte man Apple anders behandeln?
NeuerJunge schrieb:
Das DMA trifft auch alle Gatekepper gleich
Apple handelt einzig auf der eigenen Plattform so und nimmt nur aufs eigenen Ökosystem Einfluss. Ganz im Gegenteil zu vielen anderen Unternehmen auf der DMA-Liste, die entweder über ihren Marktanteil in einem oder mehreren Geschäftsfeldern, einer Kombination dieser, oder über die "Herrschaft" in gewissen digitalen Technologien Einfluss auf ALLE anderen Firmen und Plattformen nehmen können.
Apple: Das eigene Betriebssystem wird nur für die eigenen Geräte angeboten. Der eigene Browser wird nur für die eigenen Geräte angeboten. Die eigenen Technologien und Features werden nur für die eigenen Geräte angeboten.
Es wird nur innerhalb des eigenen Ökosystems monopolitisch gehandelt (und ich bin der Meinung, was ich als mit meinen Produkten anstelle, ist mein Ding.) - und nicht über diverse Märke hinweg. Und das schaut bei fast allen anderen DMA-Unternehmen anders aus.
NeuerJunge schrieb:
Es gibt schon Android, welches das DMA erfüllt
Dann könnte jeder mündige Nutzer einfach die Entscheidung treffen, Android zu nutzen, wenn er auf die DMA-Punkte wert legt.
aspro schrieb:
Weil Erfolg in der Wirtschaft immer auch Machtmissbrauch mit sich bringt. Und der Machtmissbrauch ist bei Apple offensichtlich:
- NFC war nicht offen, deshalb musste zwanghaft Apple Pay benutzt werden, wodurch Apple die Preise diktieren kann
- Store ist exklusiv vorgeschrieben, wodurch Apple die Provision diktieren kann
- Interoperabilität mit externen Geräten (Smart Watches, Kopfhörer) eingeschränkt, wodurch Apple ihre eigenen Geräte teurer anbieten kann, weil bessere Features möglich sind
Die Bedingungen für dieses Ökosystem sind bekannt. Wie schon mehrfach erwähnt, ist Apple mit 1/3 zu 2/3 Marktanteil mobile und mit 15% im Desktop/Notebook-Bereich nunmal vorhandenen Duopol der unterlegene Wettbewerber.
Wenn Google es mit Android nunmal nicht schafft, einen entsprechenden Umsatz mit Apps zu erreichen, darf das mMn. nicht das Problem dessen sein, der es schafft, mit weniger Nutzern mehr Umsatz zu erreichen.
... was auch kein Wunder ist, wenn sich auf Android Apps aus Drittquellen beschafft werden können und zudem mehr auf Werbung in Apps anstatt auf Bezahlapps gesetzt wird. Und sich somit die Zahlen stark von "Umsatz mit Apps" zu "Umsatz zu Werbung" verschieben dürften.
aspro schrieb:
Zum tausendsten Mal: Es geht beim DMA NICHT um den Endverbraucher, sondern um den Markt für Drittunternehmen. Dort gibt es KEINEN fairen Markt, siehe oben.
Und genau damit habe ich ein Problem! Es wird hier stark in den Markt bzw. in den Wettbewerb eingegriffen, und das zum Nachteil für mich als Endnutzer... Obwohl der Zugang für Drittunternehmen ja in erster Linie einem erhöhten Wettbewerb dienen soll, der am Ende auch den Kunden zu Gute kommen soll.
Tut er aber nicht. So wie der DMA jetzt umgesetzt ist soll er es einfach Unternehmen erlauben sich quasi ohne Gegenleistung und ohne sich an gewisse Regeln zu halten an der Plattform eines Dritten zu bereichern.
Wenn die Plattform so ausgelegt ist, ist das ja auch kein Problem. Bei Apple ist aber das geschlossene Ökosystem, in dem aber gegen gewisse Regeln mitgespielt werden darf, eben nicht dafür gedacht. Und das weiß jeder, der sich darauf einlässt.
Man könnte Apple automatisch zu Änderungen bewegen - als App-Entwickler bspw., indem man nicht für Apple entwickelt. Kommen da nur genug relevante Apps nicht für Apple-Plattformen, wird sich von selbst bewegt.
aspro schrieb:
Wie fair kann der Markt auf iOS sein, wenn ein Unternehmen genötigt wird auf Apple-Nutzer als Kunden zu verzichten.
Ein Unternehmen ist doch nicht dazu genötigt auf Apple-Nutzer als Kunden zu verzichten. Man kennt die Bedingungen zu denen man seine Produkte auf der Plattform anbieten müsste - und wenn man damit ein Problem hat, bietet man sie einfach nicht an. Fertig. Ganz einfach. Genau wie als Privatperson im echten Leben.
aspro schrieb:
Die Schnittstellen sind schon da, sie konnten nur eben exklusiv von Apple benutzt werden.
Und damit entsprechend bestens auf ein bestimmtes Feature-Set ausgelegt und optimiert werden.
aspro schrieb:
Niemand behauptet, dass Interoperabilität einfach ist, nur wenn ein Unternehmen mit 100 Milliarden Dollar Gewinn pro Jahr behauptet, das nicht hinzukriegen, ist das leicht unglaubwürdig.
Das hat doch nichts mit einfach zu tun, da gebe ich dir recht.
Ich habe als Nutzer eines iPhones (und zwar einzig eines iPhones als Apple-Produkt...) einfach keine Lust, dass die Vorgaben aus dem DMA sich nachteilig auf die extrem gute Anpassung des Betriebssystems, der Apps und der Funktionen des Betriebssystems auf die Hardware auswirken. Und das ist nicht gerade unwahrscheinlich, Software die nur für bestimmte Hardware oder in diesem Fall eher für bestimmte Features geschrieben wird, lief schon immer weit effizienter (wenn denn gut umgesetzt.).
Auch bei macOS hat die extrem gute Anpassung der Software ja ihre Vorteile was Bediengeschwindigkeit und Ressourcenverbrauch angeht...
aspro schrieb:
Haha, damit bestätigst du einfach nur, dass bewusst Machtmissbrauch zum Schaden anderer Unternehmen betrieben wird.
Bestätigen tue ich damit garnichts. Hättest du Lust teuer ein Produkt NUR FÜR DICH BZW. NUR FÜR DEINE EIGENE PLATTFORM zu entwickeln und dann, nur weil du gut damit bist Geld zu verdienen, anderen zu ermöglichen, sich ohne Gegenleistung daran zu bereichern?
aspro schrieb:
Hä? Was für Forschung? Ein App Store implementieren und betreiben ist kein Hexenwerk
Es könnten ja Voraussetzungen geschaffen werden, dass auch eine erfolgreiche europäische Plattform oder ein erfolgreiches europäisches Ökosystem entstehen könnte, wo man einen Store betreiben könnte, der nach den eigenen Vorstellungen handelt.
Da man ja aber offenkundig nicht in der Lage ist diese Voraussetzungen zu schaffen dass in der EU eine entsprechend erfolgreiche Plattform entsteht, und vor eventuellen Bestrebungen mit Einflussnahme auf erfolgreiche Unternehmen und Plattformen abschreckt, versucht man lieber, sich bei anderen breit zu machen.