Mondgesang
Lt. Commander
- Registriert
- Dez. 2023
- Beiträge
- 1.253
Liebe Freunde,
ich habe mal wieder so eine Phase, bei der das Gras auf der anderen Seite immer grüner aussieht. Ich glaube ich habe mittlerweile alle Distros und alle Desktops von innen gesehen. Und nun plagt mich wieder die Qual der Wahl. Da ich merke, dass mir das keine Ruhe lässt, ich also nicht "einfach das System benutzen und damit arbeiten" kann, wende ich mich an euch.
Lichtblick
Ich bin zum GLÜCK völlig befreit von der Sucht, alles mögliche auszuprobieren. Sprich so Fork-von-Forks-von-Forks Distros interessieren mich nicht und haben mich auch noch nie wirklich interessiert. Ich versuchte immer nah bei den Wurzeln zu bleiben, vorzugsweise bei den großen Spielern wie Debian, SuSE, Fedora, Ubuntu (ja, ist ein Kind von Debian), LMDE (ja, ist ein Kind von Debian).
Mein Benutzerprofil und meine Erfahrungen
Ich war mal ein militanter Linux-Tinkerer und fühlte mich am wohlsten, wenn ich anderen aufbinden konnte, alles im Terminal zu machen. Demnach fühlte ich mich eine ganze Weile in Debian XFCE wohl. Mittlerweile bin ich ein richtiger Klicki-Bunti-Komfortwonneproppen und mag es gerne vorgekaut und "freundlich". Ich mag klickibunti, ich mag "einfache" Bedienung, hege keinen Groll gegen den Snap-Store oder andere Bequemlichkeiten. Ich mag es, wenn alles "aus einer Hand" kommt und auch so aussieht. Und nicht wie eine zusammengeschusterte Bastelbude.
Dadurch war z.B. Ubuntu immer meine Go-To Empfehlung. Es fühlte sich beinahe an wie set-it-and-forget-it. Nichtsdesto trotz gab es zwei Momente, die mich da ernüchtert haben (Dies soll NICHT Gegenstand dieses Threads werden bitte): 1. Unter Ubuntu 24.04 LTS gab es das Henne-Ei-Prinzip, wo die Softwareaktualisierung den Snap-Store nicht aktualisieren konnte, weil sie selbst aus dem Snap-Store heraus läuft. Also Quasi der Baron von Münchhausen, der sich selbst an den Haaren hochzieht. 2. Unter selbigem Ubuntu werden .exe-Dateien nicht automatisch mit WINE geöffnet und erscheinen immer noch als undefiniertes Dateiobjekt. Selbst "öffnen mit" schlägt WINE nicht vor, sondern begibt einen auf die Suche im Dateisystem nach WINE. Im Gegensatz dazu war es unter Linux Mint, so erinnere ich mich, so, dass nach der Installation von WINE automatisch sofort alle .exe-Dateien als Weingläser angezeigt wurden bzw als kleine Windows-Symbole (im Faenza Icon Theme) und ein Doppelklick sie bereits in Wine geöffnet hat. Unter Ubuntu war ich von der Suche nach WINE dann so genervt, dass ich auf den Terminal zurücksprang, und wine (gefolgt vom Pfad der Datei) eingab und das Terminal somit immer im Hintergrund mitlief. Fühlte sich eher nach Bastelbude an, statt nach dem größten Platzhirsch der Linux-Welt.
Was ich vom System benötige
Eigentlich nicht viel. Spielen uralter Spiele wie Gothic 1-3, Risen 1, Morrowind, Oblivion, Diablo 2 und 3. Bildbearbeitung mit GIMP, Office mittels LibreOffice, MEGA-Cloud, Browsing und Mail mittels Thunderbird und Firefox. Hier muss ich dazu sagen, dass ich absolut gewillt bin, Desktop-eigene Dienste zu verwenden. KDE und GNOME kommen da ja mit eigenen Mail/Kalender/Organizer-Suiten daher, die allesamt interessant aussehen. Ich mag den Gedanken sogar sehr, innerhalb eines Ökosystems alles aus einer Hand zu benutzen. Vermutlich ein Grund, warum ich mich dennoch heimisch fühle in Ubuntu/GNOME (auch Fedora/GNOME), obwohl ich eigentlich damals von Windows kam und mit MacOS nie Berührungspunkte hatte.
Was ich bislang mache
Bislang befriedige ich mein Hopping mit VMs. Ich habe da alle Kandidaten als virtuelle Maschinen laufen. Aber das ist nicht dasselbe. Die Performance, das Gefühl. Es fühlt sich halt nach wie vor an wie ein kurzes mal reinschnuppern. Nicht wie das tatsächliche heimische System. Viele meiner Linux-YouTuber machen draus ja immer "Challenges" wo sie mal ein System für einen Monat, drei Monate, ein Jahr probieren und sich "zwingen" dadrauf zu verweilen und sich damit auseinanderzusetzen.
Wäre das was für mich? Wenn ich doch eh "nur" eine überschaubare Anzahl an Kandidaten habe, dass ich mir dann einfach sage OK 1 Monat pro Kandidat. In den Zeitraum werden ja alle meine alltäglichen Tätigekeiten vorkommen und ich kann schauen wie ich mich damit fühle.
Kandidaten für Distros oder Desktops
Da ich Ubuntu bereits eine ganze Weile im Betrieb hatte und es meine Hopping-Drang momentan nicht befriedigen würde, schwanke ich zwischen LMDE Cinnamon und Fedora KDE. Da ich ersteres ebenfalls eine Weile benutzt habe, schwebt mir vor, einfach mal Fedora KDE auf meinem Laptop (unkritischer Rechner) eine Chance zu geben. Einfach mal einen Monat darin verbringen. Ich glaube auch dass ich mich dazu zwingen müsste, weil oben angesprochene Aspekte mich sehr schnell verschrecken oder abgeneigt stimmen können.
Wie ist/war es bei euch? Chronische Hopper? Sucht in den Griff bekommen? Wie? Tipps und Erfahrungen sind IMMER gerne gesehen.
Bei Tipps bitte nicht auf technischer Ebene. "Ich empfehle dir Distro... mit Desktop..." diesbezüglich habe ich mehr Vergleiche, Berichte, Benchmarks, Diskussionen, Reviews etc gesehen und gelesen als für mich gesund wäre. Ich glaube es ist eher eine Diskussion auf Meta-Ebene, also die darüberliegende psycchologische(?) Auseinandersetzung mit diesem ständigen Wechsel, der ständigen Suche nach dem "next level", dem "Besseren das hinter der nächsten Ecke warten könnte".
ich habe mal wieder so eine Phase, bei der das Gras auf der anderen Seite immer grüner aussieht. Ich glaube ich habe mittlerweile alle Distros und alle Desktops von innen gesehen. Und nun plagt mich wieder die Qual der Wahl. Da ich merke, dass mir das keine Ruhe lässt, ich also nicht "einfach das System benutzen und damit arbeiten" kann, wende ich mich an euch.
Lichtblick
Ich bin zum GLÜCK völlig befreit von der Sucht, alles mögliche auszuprobieren. Sprich so Fork-von-Forks-von-Forks Distros interessieren mich nicht und haben mich auch noch nie wirklich interessiert. Ich versuchte immer nah bei den Wurzeln zu bleiben, vorzugsweise bei den großen Spielern wie Debian, SuSE, Fedora, Ubuntu (ja, ist ein Kind von Debian), LMDE (ja, ist ein Kind von Debian).
Mein Benutzerprofil und meine Erfahrungen
Ich war mal ein militanter Linux-Tinkerer und fühlte mich am wohlsten, wenn ich anderen aufbinden konnte, alles im Terminal zu machen. Demnach fühlte ich mich eine ganze Weile in Debian XFCE wohl. Mittlerweile bin ich ein richtiger Klicki-Bunti-Komfortwonneproppen und mag es gerne vorgekaut und "freundlich". Ich mag klickibunti, ich mag "einfache" Bedienung, hege keinen Groll gegen den Snap-Store oder andere Bequemlichkeiten. Ich mag es, wenn alles "aus einer Hand" kommt und auch so aussieht. Und nicht wie eine zusammengeschusterte Bastelbude.
Dadurch war z.B. Ubuntu immer meine Go-To Empfehlung. Es fühlte sich beinahe an wie set-it-and-forget-it. Nichtsdesto trotz gab es zwei Momente, die mich da ernüchtert haben (Dies soll NICHT Gegenstand dieses Threads werden bitte): 1. Unter Ubuntu 24.04 LTS gab es das Henne-Ei-Prinzip, wo die Softwareaktualisierung den Snap-Store nicht aktualisieren konnte, weil sie selbst aus dem Snap-Store heraus läuft. Also Quasi der Baron von Münchhausen, der sich selbst an den Haaren hochzieht. 2. Unter selbigem Ubuntu werden .exe-Dateien nicht automatisch mit WINE geöffnet und erscheinen immer noch als undefiniertes Dateiobjekt. Selbst "öffnen mit" schlägt WINE nicht vor, sondern begibt einen auf die Suche im Dateisystem nach WINE. Im Gegensatz dazu war es unter Linux Mint, so erinnere ich mich, so, dass nach der Installation von WINE automatisch sofort alle .exe-Dateien als Weingläser angezeigt wurden bzw als kleine Windows-Symbole (im Faenza Icon Theme) und ein Doppelklick sie bereits in Wine geöffnet hat. Unter Ubuntu war ich von der Suche nach WINE dann so genervt, dass ich auf den Terminal zurücksprang, und wine (gefolgt vom Pfad der Datei) eingab und das Terminal somit immer im Hintergrund mitlief. Fühlte sich eher nach Bastelbude an, statt nach dem größten Platzhirsch der Linux-Welt.
Was ich vom System benötige
Eigentlich nicht viel. Spielen uralter Spiele wie Gothic 1-3, Risen 1, Morrowind, Oblivion, Diablo 2 und 3. Bildbearbeitung mit GIMP, Office mittels LibreOffice, MEGA-Cloud, Browsing und Mail mittels Thunderbird und Firefox. Hier muss ich dazu sagen, dass ich absolut gewillt bin, Desktop-eigene Dienste zu verwenden. KDE und GNOME kommen da ja mit eigenen Mail/Kalender/Organizer-Suiten daher, die allesamt interessant aussehen. Ich mag den Gedanken sogar sehr, innerhalb eines Ökosystems alles aus einer Hand zu benutzen. Vermutlich ein Grund, warum ich mich dennoch heimisch fühle in Ubuntu/GNOME (auch Fedora/GNOME), obwohl ich eigentlich damals von Windows kam und mit MacOS nie Berührungspunkte hatte.
Was ich bislang mache
Bislang befriedige ich mein Hopping mit VMs. Ich habe da alle Kandidaten als virtuelle Maschinen laufen. Aber das ist nicht dasselbe. Die Performance, das Gefühl. Es fühlt sich halt nach wie vor an wie ein kurzes mal reinschnuppern. Nicht wie das tatsächliche heimische System. Viele meiner Linux-YouTuber machen draus ja immer "Challenges" wo sie mal ein System für einen Monat, drei Monate, ein Jahr probieren und sich "zwingen" dadrauf zu verweilen und sich damit auseinanderzusetzen.
Wäre das was für mich? Wenn ich doch eh "nur" eine überschaubare Anzahl an Kandidaten habe, dass ich mir dann einfach sage OK 1 Monat pro Kandidat. In den Zeitraum werden ja alle meine alltäglichen Tätigekeiten vorkommen und ich kann schauen wie ich mich damit fühle.
Kandidaten für Distros oder Desktops
- Linux Mint LMDE (nah an der Wurzel) Cinnamon. Das ist übrigens die einzige Distro, bei der ich Cinnamon in Betracht ziehe. Ich liebe Mint, ich mag die Philosophie, ich mag deren X-Apps, ich mag deren "freundlichen" Ansatz. Rundum wunderschöne Distro. Einzige Sorge ist, dass es eben "nur" eine Handvoll Entwickler sind die da das Projekt leiten. Im Vergleich zu Ubuntu oder Fedora z.B. wo halt Giganten wie Canonical oder RedHat hinter stehen und die finanzierende Hand drüber ausbreiten.
- KDE Plasma, einfach weil ich dem Desktop nach gefühlt 1000 Anläufen doch mal eine Chance geben will. Hier käme Fedora Workstation KDE in Frage. Ich mag Fedora, finds gut, dass KDE es bei ihnen in den Workstation-Status geschafft hat und nicht "nur" ein Spin oder ein Flavor ist. Hier hatte ich aber ab und zu Momente, die noch "unfertig" aussahen. Nämlich als bestimmte Funktionen oder Buttons noch nicht übersetzt waren. Fühlt sich etwas gebastelt an dann.
- Ubuntu original. Eigentlich der Platzhirsch und absoluter Fels in der Brandung. Dazu noch ein stark modifizierter GNOME Desktop der dem Anwender vieles gibt, was einem Raw-GNOME vorenthält. Hier muss ich dazu sagen, ich mag die Cleanness eines raw-GNOME aber erwische mich selbst immer wieder dabei, wie ich dann doch Extensions installiere und versuche mir daraus ein Ubuntu-artiges Design zu bauen. Und genau da verliere ich meist das Interesse oder es schreckt mich ab. Je mehr ich als User tinkern muss, umso eher habe ich das Gefühl dass ich mir hier gerade ein Frankensteinmonster (ver)baue.
Da ich Ubuntu bereits eine ganze Weile im Betrieb hatte und es meine Hopping-Drang momentan nicht befriedigen würde, schwanke ich zwischen LMDE Cinnamon und Fedora KDE. Da ich ersteres ebenfalls eine Weile benutzt habe, schwebt mir vor, einfach mal Fedora KDE auf meinem Laptop (unkritischer Rechner) eine Chance zu geben. Einfach mal einen Monat darin verbringen. Ich glaube auch dass ich mich dazu zwingen müsste, weil oben angesprochene Aspekte mich sehr schnell verschrecken oder abgeneigt stimmen können.
Wie ist/war es bei euch? Chronische Hopper? Sucht in den Griff bekommen? Wie? Tipps und Erfahrungen sind IMMER gerne gesehen.
Bei Tipps bitte nicht auf technischer Ebene. "Ich empfehle dir Distro... mit Desktop..." diesbezüglich habe ich mehr Vergleiche, Berichte, Benchmarks, Diskussionen, Reviews etc gesehen und gelesen als für mich gesund wäre. Ich glaube es ist eher eine Diskussion auf Meta-Ebene, also die darüberliegende psycchologische(?) Auseinandersetzung mit diesem ständigen Wechsel, der ständigen Suche nach dem "next level", dem "Besseren das hinter der nächsten Ecke warten könnte".