DSL Verkabelung erneuern

Firehold

Ensign
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Hallo ihr lieben,

ich hoffe hier sind ein paar, die sich mit der praktischen Umsetztung einer DSL-Verkabelung auskennen.
Meiner Mutter renoviert/saniert gerade in Ihrem Haus, neue Böden, Türen, Fenster etc.
Zu diesem Anlass wünschte sie sich einen Standortwechsel des Routers und als ich mir die "Verkabelung" anschaute hätte ich mich gerne erstmal hingesetzt (wäre da etwas mehr als Balken und Dämmstoff auf dem Boden gewesen).

Ich hänge mal ein paar Bilder an. Warnhinweis, bitte nicht zu sehr mit dem Kopf schütteln, gibt Nackenschmerzen.

Nun ist meine Frage, wie bekomme ich das nun ordnungsgemäß verkabelt?
Bisher nutzte sie eine Fritzbox 7590 (neueres Modell) wo meines Wissens mittlerweile Splitter serienmäßig verbaut sind, oder?.
Angeschlossen wird ein Telefon meiner Mutter und eine Telefonleitung geht ins Erdgeschoss in die Wohnung meiner Oma (Mehrgenerationenhaus, ein Telefonanschluss reicht ja). Das dritte Kabel, welches zu sehen ist geht in einen anderen Raum bei meiner Mutter, als mögliche Standortwahl des Telefons.

Ich war etwas verwirrt, da die Kabel dort lediglich 4-adrig sind und meines wissens die neueren Kabel doch alle mind. 8-adrig sind.

Vielleicht könnt ihr mir ein paar Tipps geben oder einen guten Guide.

Präventiv für die sicherlich aufkommenden Aussagen "Ruf einen Telefontechniker an". Das werde ich im schlimmsten Fall tun, da ich jedoch technisch nicht unbedingt zwei linke Hände habe, denke ich natürlich erstmal an eine Lösung die man sich vielleicht selbst erarbeiten kann.
Ziel ist eine moderne Lösung wenn nötig mit neuen Anschlussdosen.

Bin gespannt auf eure Antworten.

Verkabelung1.jpg Verkabelung2.jpg Verkabelung3.jpg

Kurzversion:
  • Standort Router: OG
  • Schlimme existierende Verkabelung
  • Drei ankommende 4adrige Kabel
    1. aus dem Keller, Eingangsleitung
    2. Telefonanschluss in Wohnzimmer OG
    3. Telefonanschluss EG (Eltern)
  • Genutzt wird eine Fritzbox 7590
  • Ziel: moderne Lösung, evtl. neue Anschlussdosen
 
Einmal etwas Aufwand treiben, am besten einen adernscharfen Schemaplan mit allen Komponeten (Kabeltypen, Gerätenamen,...) skizzieren.

Um welche Anschlussart (z. B. VDSL 50) handelt es sich?
Welche Telefone (Typbezeichnung) sind im Einsatz bzw. wo an der FB7590 sind die Telefone angeschlossen?
 
Um da eins mal vorweg zu nehmen: reines DSL Signal braucht nur 2 Adern, die Dosen dort scheinen noch ISDN Dosen zu sein die entsprechend auch geklemmt sind mit 4 Adern. Da müsste man ggf. noch schauen ob dort Abschlusswiderstände in den Dosen sind, die brauchst du bei DSL Signal nicht.
 
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4-adrig ist in dem Fall nach Sichtung der Fotos veraltetes ISDN meiner Meinung nach.
Der Router brauch für DSL nur 2 Kabel. Alles was am Router angeschlossen wird sollte 8-adrige Netzwerkkabel verwenden. Wie du das bei Mutter zuhause realisierst bleibt dir überlassen. Viele kommen dann auf die Idee solche Kabel weiter verwenden zu wollen. Schmink es dir ab. Maximal 100 Mbit wenn es gut geht. Inhouse-Verkabelung ist mindestens 1 Gbit. Und dafür musst du leider neue Kabel verlegen oder verlegen lassen.
Und dann habe ich doch das wichtigste überlesen. "Mehrgenerationenhaus". Da lebe ich nämlich auch. Dann gibt es noch einiges mehr zu bedenken. Z. B. das die Großmutter ihr ISDN-Telefon mit der Zeit sehr lieb gewonnen hat. Ein Wechsel zu VOIP bedingt dann oftmals auch einen Wechsel der Telefone hin zu reinen IP-Telefonen.
 
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Wieso sollte man die Endgeräte wechseln? Ich habe unter anderem ein RFT IWV Wählscheibentelefon an meinem VoIP Anschluss. Die Telefonanlage oder der Router mit entsprechenden analogen oder ISDN Anschlüssen muss es nur zur Verfügung stellen, er agiert ja als Medienkonverter auf die neue Technik.
 
Ich hab jetzt nicht alles gelesen aber wenn renoviert wird und es möglich ist neue Kabel zu legen dann würde ich ein neues Kabel vom Hausanschluss zum neuen Standort des Routers legen z.b. Cat 7 Verlegekabel.
 
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Also nach 25-Jahre alter ISDN-Technik sollte man bei einer Renovierung schon einmal über neue Kabel und moderne Technik nachdenken.
 
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Ja über die Kabel brauchen wir nicht diskutieren, das versteht sich natürlich von selbst - gerade weil man über 4 Telefonadern kein Netzwerk machen kann (oder sollte, manchmal geht es auch mit 100Mbit ein Link aufzubauen). Router etc. sollte auch auf den neuesten Stand aber bei der Telefonie hat sich überhaupt nichts getan, ein ISDN Telefon hat genau die gleiche Sprachqualität wie ein VoIP Anschluss mit (nicht HD) G.711 Codec :).
 
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Das ist jetzt wohl ironisch gemeint oder? Niemals zu ISDN-Zeiten gab es irgendwelche Probleme. Heute mit VOIP klagen alle, beiderseitig, über Verständigungsprobleme. Täglich. Immer.
"Hör dich kaum", das war früher glasklar. Welchen Codec empfiehlst du? Kann hier mehrere einstellen.
 
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Ich habe viele Jahre lang ISDN und heute unter anderem VoIP TK Anlagen installiert und in Wartung, wieso sollte ich hier ironisch sein? ISDN nutzt exakt den gleichen Codec wie die meisten VoIP Anschlüsse, das ist einfach Fakt. Nur wenn beide Seiten einen VoIP HD Codec beherrschen, sowie alle betroffenen Endgeräte gibts auch HD Telefonie. Die Probleme mit VoIP liegt nicht am VoIP selbst, sondern an den Providern und nicht einheitliche Nutzung der Konfiguration. Der eine Provider erfordert andere Authentifizierungsmethoden, Codecs, Ports, Jitterpuffer etc. als der andere und daher kommen die Probleme. Wenn 2 Teilnehmer eine Sprache sprechen welche der andere nicht versteht geht das selten gut. Bei Fax siehts schlimmer aus, hier beherrschen heute immer noch nicht alle Provider T.38 FoIP Protokoll, heißt das Fax wird per normaler Sprache gesendet und läuft halt nur selten gänzlich ohne Probleme, ECM kannste dann vergessen.

VoIP ist eine der besten Erfindungen seit es Telefonie gibt, mit seiner Nummer überall auf der Welt erreichbar sein und das sogar ohne physikalischen Leitungsorientierten Telefonanschluss oder Home Office mit Büronummer mit VPN und Internetanschluss beim Mitarbeiter war und ist eine Revolution.

Wenn dich interessiert welcher Codec qualitativ betrachtet der beste ist, siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mean_Opinion_Score#:~:text=Der Mean Opinion Score (MOS,von Sprach- und Bildübertragungsdiensten benutzt.

Bei den TK Anlagen in den Firmen hast du häufig über die UP0 Schnittstelle auch bei 2 Draht Verbindung HD Telefonie, hinten raus macht die TK Anlage dann per VoIP Codec weiter (Medienumsetzer DSP). ISDN Geräte gibt es auch mit HD Audio aber die waren dann eher seltener ;).
 
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Soo dramatisch sieht die Verkabelung doch gar nicht aus. Immerhin scheinen die Leitungen (hoffentlich korrekt) beschriftet zu sein. Habe schon schlimmeres gesehen..

Es empfiehlt sich, den Router (bzw. das integrierte Modem) möglichst nah am APL / bei der ersten Dose zu platzieren.
Das dürfte vermutlich dort sein, wo deine ISDN-Verkabelung anfängt - also im Keller.
Die Schleife über den Dachboden würde ich versuchen zu vermeiden, da jeder weitere Meter zwischen DSLAM ("Anschlusskasten" der Telekom am Straßenrand oder Häuschen) und Modem die Leistung verschlechtert.
Das sollte unbedingt beachtet werden, falls ihr euch mal VDSL zulegen wollt.

Falls Du dann Cat.7 (oder meinetwegen auch Cat.8 / Cat.8.1) verlegen möchtest, kannst Du mit viel Glück die alten ISDN-Kabel zum Durchziehen verwenden. Oder Du behältst die Kabel so, wie sie sind - dann ist auch die Omi glücklich. 😉
ISDN / S0-Bus solltest Du meines Wissens direkt an die FB hängen können. 😉

VG Je_Tho
 
Nun ja, ich jedenfalls habe von meinen VOIP-Anschluss per Gigaset IP-Telefon an den ADSL-Schluss per Analog-Telefon meiner Freundin Probleme mit der Verständigung. Alles innerhalb der Telekom. Das sehe ich nicht als Revolution.
 
Probier doch mal zum testen aus, an deinem Telefon auf den G.711 Codec zu gehen, HD Audio Codecs sind bei manchen Providern deutlich leiser. Es muss ja bei denen im Amt zurückgewandelt werden weil es ins analoge Netz zurückwechseln muss.

Wenn man, um beim Thema zu bleiben, den Router in den Keller verfrachtet, sollte man sich über das WLAN und eventuellen Access Points ein paar Gedanken machen.
 
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Das kann auch mit der Leitungskapazität zusammenhängen. Alles <= DSL 6000 (RAM) ist mit VoIP kaum nutzbar.
Tut aber eh nicht viel zum Thema, denn eine Alternative hat der TE ja eh nicht. Analog / POTS und DSL / ISDN oder gar T2 werden ja eh nicht mehr geschaltet.
 
Doch werden sie noch, nicht jeder kann spontan umstellen oder hat spezielle Endgeräte. Die Telekom schaltet POTS (wird im DSLAM gewandelt) auch nach wir vor in bestimmten Fällen. Für ein VoIP Gespräch Mit G.722 (HD) brauchst du lediglich 64 kBit/s, das bietet dir auch ein DSL1000 locker in beide Richtungen ;).

Mir ging es ja eher um die interne Telefonie, nicht die nach außen zum Amt. Wenn ISDN Telefone vorhanden sein sollten, würde ich die alten Kabel definitiv liegen lassen und nur neue UAE Dosen anschrauben. Cat.7 Netzwerkkabel natürlich zusätzlich fürs Netzwerk selbst.
 
Von einer ISDN Verkabelung ist hier nichts zu sehen.
Die Cat3 RJ45 Doppel-Dose, hat oben und unten die Anschlussklemmen. So wie das abgeklemmt ist, ist an jeder Buchse ein Aderpaar auf 4/5 geklemmt. Die rot/schwarzen Adern gehen in zwei weitere Räume, weil parallel geschaltet.

Auf dem ersten Bild ist ein Teil des Kabels mit einem RJ45 Stecker in deiner Hand, was ist das?

Die Dosen sind so vollkommen in Ordnung, das ist eine Cat3 Doppel-Dose für Analog oder ISDN.
Deine Zuleitung vom DSLAM über das Kabel ins Haus ist auch nur Cat3, da werden nur zwei Adern (1 Aderpaar) benötigt.
Da wirst du auch keine Verbesserung erzielen mit Cat7 Kabel und Dosen innerhalb des Hauses von APL zur Fritte.


Du musst nun schauen welches Aderpaar (in der Fernmelde- und Netzwerktechnik werden Adern immer paarweise verwendet, nur bei Sprechanlagen werden einzelne Drähte genutzt, aber das ist auch keine Fernmeldetechnik) vom Keller zu Fritte genutzt wurde, diese kannst du an dieser Stelle dann einfach an das Kabel klemmen wo die Fritte später stehen soll, dort kannst du den gleichen Typ von Dose nutzen.
Damit die Oma auch wieder Telefon hat, musst du dementsprechend vom neuen Standort der Fritte über das zweite Aderpaar hier hin (Foto) zurück und mit dem Aderpaar zur Oma verbinden.

Die einzelnen Adern kannst du so verdrillen BILD und dann ein Isolationschlauch drüber und dann knicken (hält ewig, wenn man es richtig macht).
 
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@holdes
Probier doch mal zum testen aus, an deinem Telefon auf den G.711 Codec zu gehen

Vielen Dank. Habe den G.722 (HD-Telefonie?) entfernt und G.711 ist nun primärer Codec.
Was soll ich sagen, gerade einen Testanruf bei der Freundin gemacht. Beste Sprachqualität, nicht mehr leise, keine Störgeräusche, wie damals zu ISDN-Zeiten. Klar und deutlich. Nochmals danke, so sind wir glücklich.
 
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Vielen Dank für all eure Antworten.
Ich hätte nicht mit so viel Resonanz in der Zeit gerechnet, klasse.

Ich selbst kenne den Unterschied zu ISDN nicht also in der technischen Verkabelungshinsicht.
Meine Oma hat so ein Schnurlos-Telefon von Panasonic in der Beschreibung steht DECT-Telefon.
Eingesteckt waren diese hinten in der Fritzbox in den Telefonsteckern (nicht an der Seite im länglichen, alten Telefonstecker). Meine Oma hat eine eigene Telefonnummer im Router eingestellt.

Das graue Kabel welches zu sehen ist ging in die Fritzbox, das ist der DSL-Anschluss für den Router.

Bisher ist meine Mutter bei 1und1 mit einem 16.000er Vertrag, wie viel da wirklich ankommt habe ich noch nicht getestet. Nach Verfügbarkeitscheck sollenm bis zu 100 MBit/s möglich sein.

Also wenn ich das bisher richtig verstanden habe kann die alte verkabelung noch genutzt werden, anlässlich der Renovierung wird aber zu einer moderneren Kabelversion geraten?
Ich muss schauen ob die Kabel in einem Leerrohr liegen oder sogar verputzt wurden. Da es sich um keinen Neubau handelt und der Vorbesitzer vom Typ Bastler war kann ich mir da fast alles vorstellen ...
Also sollte ich ein neues Kabel ziehen Cat.7 vom Keller zum neuen Routerstandort und dann noch ein kabel vom neuen Routerstandort bis zum Telefonanschluss meiner Oma?

Vielen Dank euch.
 
Also,

ich war heute mal im Keller bei meiner Mutter und habe mir den Anschluss einmal angesehen, gefunden habe ich die Anschlussdose von der Telekom, dann ein verdächtig dünnes Kabel welches zu einem Verteilerkästchen führt.
In diesem Kästchen habe zum Glück einen Schaltplan des "Technikers" gefunden der alles anschloss damals.

Wie ich dem Plan entnehmen konnte, wurde damals für mehrere Räume jeder Etage ein Telefonanschluss gelegt.
das 2. OG beinhaltet lediglich ein Schlafzimmer und ein Gästezimmer, welches ich deshalb noch nicht erwähnte.

Wenn ich das richtig sehe sind das alles J-Y(ST)Y-Kabel welche ich im Idealfall gegen J-2Y(ST)Y-Kabel austauschen sollte?

Anbei habe ich ebenfalls mal eine grobe Skizze der Räume angehängt, unwichtige Räume habe ich außenvor gelassen, verwirren ja nur.
Momentan gehen immer jeweils ein Kabel zu den farbig gekennzeichneten Anschlüssen.

Lediglich der Grüne Anschluss im 1. OG hat 3 Kabel.
Ich gehe davon aus das sind 1x DSL, 1x Telefon/e EG und 1x Telefon/e 1.OG

Wenn ich also nun am Standort 1.OG Blau die Fritzbox platzieren möchte muss ich 2 zusätzliche Kabel bis dahin verlegen, da eines alleine dort ja nicht ausreicht oder?

Ich hoffe es ist soweit ersichtlich und verständlich.
 

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Erstmal müssen wir auseinander halten was für eine Art Signal du ausgehend vom Router eigentlich wohin schicken möchtest? Wenn es Netzwerk sein soll muss es ein Cat.7 Verlegekabel sein und zusätzliche Dosen welche es noch nicht gibt. Die Telefonverkabelung würde ich natürlich liegen lassen, damit kannst du entsprechend von der FritzBox deine Telefondosen beschalten. Wie viele Telefone gibt es denn im Haus welche an der Fritzbox angeschlossen sind? Nur das eine? Für die Telefonie brauchst du bei analogen Endgeräten pro Stück nur 2 Drähte, da jedes Kabel aber 4 hat könnte man selbst bei einer Dose 2 Geräte abgehend versorgen.
 
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