News Ende der Pseudonyme im Netz?: Mit LLMs lassen sich im großen Ausmaß Online-Konten deanonymisieren

aid0nex schrieb:
Das haben 2013 auch viele gesagt als der Whistleblower Edward Snowden an die Öffentlichkeit gegangen ist. Oder zuletzt nach Veröffentlichung der Epstein Files.
Das Problem ist das ja alle auch diese Daten haben wollen und die meisten Menschen, sei es aus Unwissenheit und/oder Blödheit, ja bereitwillig überall so persönliche Daten preisgeben, wenns halt nur was Umsonst oder billiger gibt, frei nach dem Motto, hab ja nix zu verbergen.
aid0nex schrieb:
Und ist darauf irgendwas passiert? Hat sich irgendwas verändert? Die Leute ihr Verhalten zum Beispiel? Irgendwelche Konsequenzen? Nö.
Die, die es ändern könnten sind doch Die mit dem größten Interesse daran. Der Staat müsste allen vorran mal mit entsprechenden Gesetzen daran arbeiten, aber welch Wunder der Staat ist der der am meisten Interesse daran hat, natürlich im Interesse der Freiheit, Sicherheit und Demokratie, deswegen Tauschen die Geheimdienste die Daten wie wir früher Sammelbilder untereinander.

Solange das so bleibt kann und wird sich nix ändern.
 
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aspro schrieb:
Das frage ich dich, du scheinst ja schon eine Antwort darauf zu haben, auch wenn es in dem Artikel darum überhaupt nicht geht.
Wir haben auch Kennzeichen am Auto zur Identifikation, trotzdem hat das keinerlei Auswirkungen, es sei denn man ist in irgendwelche Unfälle o.ä. verwickelt.

Wie bspw. die Fahrzeug- und Halterdaten einer Person erhoben und verwendet werden dürfen, ist glücklicherweise in Gesetzestexten wie §§ 35 ff. StVG geregelt.
Natürlich war das nur ein Beispiel deinerseits, aber das ist ein wichtiger Punkt. Währrend wir hier in Deutschland und anderen EU-Ländern den Luxus haben, dass Inhaber von Informationen diese nicht verwenden dürfen wie sie lustig sind, ist das nicht überall der Fall. Das ist ein hohes Gut und sollte entsprechend gegen Vorstöße wie die Vorratsdatenspeicherung verteidigt werden.

In Ländern mit weniger starken Menschen-, Bürger- oder sonstigen Rechten wird sehr wohl jedwede verfügbare Information genutzt, wenn sie der Machinstanz zu Nutze ist.

LLMs geben nicht viel auf die DSGVO und sonstige Verbraucherrechte. Und internationale Firmen würden dies ebenso tun, wenn es keine Strafen oder gesellschaftliche Achtung geben würden.

Zwar ist der Missbrauch der Daten nicht Inhalt des Artikels, wird aber relevant, wenn man die Auswirkungen der im Artikel beschriebenen Forschung weiterdenkt.

Die Vergangenheit hat gezeigt - Facebooks Datensammelskandal und die weiterer Datenkraken -, dass man die Daten von Nutzern schützen muss. Andernfalls werden diese aus ökonomischen oder politischen Gründen (miss-)braucht. In einigen Fällen wird das trotz drohenden Strafen gemacht.

aspro schrieb:
Wie wärs damit, das man dann z.B. irgendwelche Waffen-/Drogen-/sonstwas-Händler im Darkweb identifizieren und aus dem Verkehr ziehen kann? Nicht in deinem Sinne?

Ein Extrembeispiel der Art Denk doch einer an die Kinder!, das mich, sobald ich dagegen argumentiere als Befürtworter oder schlechten Menschen "entlarvt". Als harmoniebedürftiger Mensch bin ich natürlich gegen illegalen Handel mit Substanzen, Waffen, Menschen usw.
Strafverfolgungsbehörden führen seit Jahren empfindliche Schläge gegen diese Netzwerke - ohne dass Privatpersonen mit ihrer persönlichen Freiheit bezahlen müssen. Man kann auch ohne, dass ein Nutzerprofil von mir erstellt wird, illegale Subjekte im Darknet verfolgen und identifizieren.

Und sobald die nötigen Konstrukte dafür aufgebaut wurden, werden Kriminelle weiterziehen. Vielleicht in private Matrix-Räume oder auf anderweitig verschlüsselte Kommunikationskanäle. Zurück bleiben die unbescholtenen Ottonormalbürger, die mit den nun bestehenden Mitteln nebenbei überwacht werden können.
Das mag in manchen Ohren paranoid klingen, aber ich bin es ehrlich gesagt Leid, dass solche Bedenken, die in Vergangenheit immer wieder durch Handeln der Machtinstanzen bestätigt wurden, als absurd abgetan werden.

Dieser Generalverdacht und die Argumentation dafür ist der Grund, warum dieser Austausch hier so wichtig ist.

LG aGoat
 
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aGoat schrieb:
Währrend wir hier in Deutschland und anderen EU-Ländern den Luxus haben, dass Inhaber von Informationen diese nicht verwenden dürfen wie sie lustig sind, ist das nicht überall der Fall. Das ist ein hohes Gut und sollte entsprechend gegen Vorstöße wie die Vorratsdatenspeicherung verteidigt werden.

In Ländern mit weniger starken Menschen-, Bürger- oder sonstigen Rechten wird sehr wohl jedwede verfügbare Information genutzt, wenn sie der Machinstanz zu Nutze ist.
Dürfen und tun sind 2 paar Schuhe, der BND hat ja zugegeben das sie fleissig alles an NSA/CIA/MI6/GCHQ leiten was sie nur haben wollen. Der Staat ist wie gesagt der größte Interessent an den Daten.
aGoat schrieb:
LLMs geben nicht viel auf die DSGVO und sonstige Verbraucherrechte. Und internationale Firmen würden dies ebenso tun, wenn es keine Strafen oder gesellschaftliche Achtung geben würden.
Schonmal den Staat oder nen Geheimdienst verlagt? Rechtlich möglich, praktisch aber nutzlos. Selbst wenn du gewinnst machen sie im Hintergrund weiter.
 
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aGoat schrieb:
Und sobald die nötigen Konstrukte dafür aufgebaut wurden, werden Kriminelle weiterziehen. Vielleicht in private Matrix-Räume oder auf anderweitig verschlüsselte Kommunikationskanäle.
Da tummeln die sich eh schon. Nur die dummen Kriminelle nutzen noch Kommunikationsdienste, die überwacht werden können.
 
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Das gefällt den Bundeskanzler. Braucht nicht auf die Klarnamenspflicht zu pochen...
 
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aspro schrieb:
Inwiefern soll ein "harmloser Austausch" "gegen einen verwendet werden"?
Du tauschst dich ein paar Monate mit X aus.
10 Jahre später stellt sich heraus, X war oder wurde ein Schwerstkrimineller und fast alle seiner Kontakte waren in einer Strafsache involviert.

Nun bist du Verdächtiger und musst deine Unschuld beweisen, wenn du von deinem Arbeitgeber gekündigt, Kollegen ignoriert, bei Bewerbungen nicht angenommen wirst, usw.

Oder noch realistischer:
Du hast auf Social Media (wie ComputerBase) dich negativ gegen A oder positiv zu B geäußert.
Eine neue Politik, neue Gesetze, extreme Gruppen oder Individuen, etc. doxxen dich und rechnen mit dir ab.
Dies geschieht bereits seit mehreren Jahren und es wird immer häufiger.

Jeder hat immer und überall etwas zu verbergen, weil man heute nicht weiß, was morgen sein kann.
 
aid0nex schrieb:
Mensch, was für eine Erkenntnis. Wer mehr im Internet über sich verrät, über den ist mehr bekannt.
Mein Informatik Lehrer (ein echter FOSS Jünger) hat uns damals in der Schule (vor 10 Jahren) schon zu Datensparsamkeit ermahnt. Das war lange vor den modernen LLMs.
Der CCC mahnt seit seit den 80ern, einige der Mitglieder schon länger.
Das war lange vor den LLMs.
Denn LLMs bedeuten nur, dass es einfacher wird. Dieselben Ergebnisse kann ein stinknormaler Algorithmus auchliefern, nur bei mehr Aufwand. Deshalb ist Datensparsamkeit ganz ohne KI bereits ein Thema.
 
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Was? Die gleichen Informationen auf verschiedenen Accounts zu teilen ist ein Risiko für die Anonymität?!

Hört sich nach einer "perfekten" Aufgabe für die automatische Abarbeitung durch eine AI an, und wird bestimmt auch schon seit Jahren in entsprechenden Ämtern so umgesetzt.
 
aLanaMiau schrieb:
Was? Die gleichen Informationen auf verschiedenen Accounts zu teilen ist ein Risiko für die Anonymität?!
Wenns nur das wäre.
Aber nein, LLMs können anhand deiner Wortwahl, Satzlänge, Duktus und Argumentationslinien deine Identität feststellen.
Das können forensische Schriftsachverständige auch, aber von denen gibts nicht allzuviele, sie sind gut bezahlt, langsamer und: Haben ggf. ein Gewissen.
 
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@aLanaMiau
Es gibt schon lange Unternehmen, die dich bei Bewerbungen vorher im Internet suchen.
Schlechter Eindruck und deine Bewerbung ist Müll.

Dieselben Unternehmen verweigern dir auch die Karriere, wenn deine höheren Position nicht mit deiner Online-Präsenz übereinstimmt. Selbstverständlich wird dieser Grund nicht genannt.
 
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Bevor ihr sucht: Ich heiße im RL Dirk Diggler.
 
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Zweite Sonja schrieb:
Oder noch realistischer:
Du hast auf Social Media (wie ComputerBase) dich negativ gegen A oder positiv zu B geäußert.
Eine neue Politik, neue Gesetze, extreme Gruppen oder Individuen, etc. doxxen dich und rechnen mit dir ab.
Dies geschieht bereits seit mehreren Jahren und es wird immer häufiger.
Socialrating, wenn sowas mal kommt könnte am Ende deine Freizeitgestaltung negativ aufgefasst werden, das weiß heute auch noch keiner.
Zweite Sonja schrieb:
Jeder hat immer und überall etwas zu verbergen, weil man heute nicht weiß, was morgen sein kann.
Die wenigsten haben etwas zu verbergen, aber es geht schlicht niemanden etwas an. Verbergen heist das man ja aktiv verhindert das Infos preisgegeben werden. Was hier geschieht ist ja eher das Gegenteil, es wird aktiv alles was man kriegen kann gesammelt und ausgewertet, sei es aus Profitgier oder falschen Sicherheitsversprechen.
KeinNutzerName schrieb:
Träum weiter, alleine das du das hier geschrieben hast spricht bereits dagegen.
 
Ich frage mich, ob es dazu nicht bald ein auf KI basierendes Programm gibt, die jeden Satz etc. umformuliert? Es wird sicher Programme geben, die es möglich machen seine Privatsphäre zu behalten.
 
Shottie schrieb:
Es wird sicher Programme geben, die es möglich machen seine Privatsphäre zu behalten.
Das Problem hierbei ist aber dann das der Betreiber dieses Dienstes Dich dann dafür um so besser kennt und wenn das wieder in Umlauf gerät nützt dir der Dienst herzlich wenig, Ist das gleiche wie mit VPNs.
 
nighteeeeey schrieb:
Und deshalb nutze ich 3 verschiedene Emailadressen und 3 verschiedene Internetpseudonyme, und keine Verbindung zwischen diesen um alles was mit Klarnamen geschieht bestmöglich zu trennen von meinen restlichen Internetaktivitäten.

Keine Ahnung ob das wirklich funktioniert oder was bringt, fühlt sich aber bisher am sichersten an.
Ich nutze E-Mail Aliasse und da geht Anonymität gut aber beim zweiten Mobiltelefon, Bankdaten usw. da muss man mit Klarnamen arbeiten, wirds fast unmöglich, sollten alle Daten mal weg sein.

Das grössere "Problem" sind alle Personen, mit denen man sich umgibt!
Und einsam, abgelegen im Nirgendwo und zurück in die Steinzeit, möchte ja niemand.
 
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Zweite Sonja schrieb:
Nun bist du Verdächtiger und musst deine Unschuld beweisen, wenn du von deinem Arbeitgeber gekündigt, Kollegen ignoriert, bei Bewerbungen nicht angenommen wirst, usw.
Unsinn in mehrfacher Hinsicht. 1. Unschuldsvermutung (muss ich das noch erklären?) 2. Ohne rechtskräftige Verurteilung würden die genannten Personen überhaupt nichts über etwaige polizeiliche Untersuchungen erfahren und somit auch nichts davon tun.

Zweite Sonja schrieb:
Du hast auf Social Media (wie ComputerBase) dich negativ gegen A oder positiv zu B geäußert.
Eine neue Politik, neue Gesetze, extreme Gruppen oder Individuen, etc. doxxen dich und rechnen mit dir ab.
Dies geschieht bereits seit mehreren Jahren und es wird immer häufiger.
Ich frag mich bei solchen Szenarien immer, für die wichtig man sich selbst halten kann, wenn man wirklich glaubt, dass irgendjemand irgendwelche Äußerungen von Ottonormalos im Internet zum Anlass nimmt, denjenigen zu verfolgen.
 
Helge01 schrieb:
Deine Ausdrucksweise/Schreibfehler sind wie ein Fingerabdruck, eine KI kann das ziemlich sicher zuordnen.

Selbst ohne KI ist das im kleinen Maßstab möglich, so werden oft Mehrfachaccounts in Foren erkannt.

Die mehrfachaccounts befinden sich aber auch oft ihrem eigenen kleinen Teich da fällt das eher auf.


Aber KI angeblich an meinen Ausdruck erkennen kann wer ich bin ist KI wahrscheinlich dann das analoga zu falschen Finger abdrücken.

"Einfach" alle Texte vor dem Posten durch ein LLM schicken das die Formulierung verändert
 
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