aspro schrieb:
Das frage ich dich, du scheinst ja schon eine Antwort darauf zu haben, auch wenn es in dem Artikel darum überhaupt nicht geht.
Wir haben auch Kennzeichen am Auto zur Identifikation, trotzdem hat das keinerlei Auswirkungen, es sei denn man ist in irgendwelche Unfälle o.ä. verwickelt.
Wie bspw. die Fahrzeug- und Halterdaten einer Person erhoben und verwendet werden dürfen, ist glücklicherweise in Gesetzestexten wie §§ 35 ff. StVG geregelt.
Natürlich war das nur ein Beispiel deinerseits, aber das ist ein wichtiger Punkt. Währrend wir hier in Deutschland und anderen EU-Ländern den Luxus haben, dass Inhaber von Informationen diese nicht verwenden dürfen wie sie lustig sind, ist das nicht überall der Fall. Das ist ein hohes Gut und sollte entsprechend gegen Vorstöße wie die Vorratsdatenspeicherung verteidigt werden.
In Ländern mit weniger starken Menschen-, Bürger- oder sonstigen Rechten wird sehr wohl jedwede verfügbare Information genutzt, wenn sie der Machinstanz zu Nutze ist.
LLMs geben nicht viel auf die DSGVO und sonstige Verbraucherrechte. Und internationale Firmen würden dies ebenso tun, wenn es keine Strafen oder gesellschaftliche Achtung geben würden.
Zwar ist der Missbrauch der Daten nicht Inhalt des Artikels, wird aber relevant, wenn man die Auswirkungen der im Artikel beschriebenen Forschung weiterdenkt.
Die Vergangenheit hat gezeigt - Facebooks Datensammelskandal und die weiterer Datenkraken -, dass man die Daten von Nutzern schützen muss. Andernfalls werden diese aus ökonomischen oder politischen Gründen (miss-)braucht. In einigen Fällen wird das trotz drohenden Strafen gemacht.
aspro schrieb:
Wie wärs damit, das man dann z.B. irgendwelche Waffen-/Drogen-/sonstwas-Händler im Darkweb identifizieren und aus dem Verkehr ziehen kann? Nicht in deinem Sinne?
Ein Extrembeispiel der Art
Denk doch einer an die Kinder!, das mich, sobald ich dagegen argumentiere als Befürtworter oder schlechten Menschen "entlarvt". Als harmoniebedürftiger Mensch bin ich natürlich gegen illegalen Handel mit Substanzen, Waffen, Menschen usw.
Strafverfolgungsbehörden führen seit Jahren empfindliche Schläge gegen diese Netzwerke - ohne dass Privatpersonen mit ihrer persönlichen Freiheit bezahlen müssen. Man kann auch ohne, dass ein Nutzerprofil von mir erstellt wird, illegale Subjekte im Darknet verfolgen und identifizieren.
Und sobald die nötigen Konstrukte dafür aufgebaut wurden, werden Kriminelle weiterziehen. Vielleicht in private Matrix-Räume oder auf anderweitig verschlüsselte Kommunikationskanäle. Zurück bleiben die unbescholtenen Ottonormalbürger, die mit den nun bestehenden Mitteln nebenbei überwacht werden können.
Das mag in manchen Ohren paranoid klingen, aber ich bin es ehrlich gesagt Leid, dass solche Bedenken, die in Vergangenheit immer wieder durch Handeln der Machtinstanzen bestätigt wurden, als absurd abgetan werden.
Dieser Generalverdacht und die Argumentation dafür ist der Grund, warum dieser Austausch hier so wichtig ist.
LG aGoat