Sggguy schrieb:
Schon zum 1.1.24 steigt der CO² Preis von 30€ pro Tonne auf 40€, und das geht dann jedes Jahr zum 1.1. munter um 10€ weiter, bis wir glaub ab 2027 bei ca. 85€ pro Tonne sind. Bei mir im Haus wären es aktuell glaub 11 Tonnen pro Jahr, nur fürs Heizen, verteilt auf alle Parteien.
Auf alle Parteien umgelegt sind das also pro Jahr 110€ Mehrkosten, oder gesamthaft in 10 Jahren 4600€ bzw 24k€ in 20 Jahren, wenn die Steigerung so weiter geht.
Tja, wo bekomme ich jetzt für den Preis einen WP (Vorlauf 55-65°C) inkl. Einbau, umbau der Heizkörper her, da muss ich an eine Flächenheizung noch garnicht denken. Das ist etwas für einen Neubau, aber nicht für einen Bestands-Altbau, erst recht nicht mit mehreren Eigentümern und bisher günstigen Mieten.
Den Strom für die WP bekomme ich im MFH auch nicht geschenkt.
Sggguy schrieb:
Da finde ich es schon lustig, wenn mir noch immer Menschen weiß machen wollen, man bräuchte keine Wärmepumpe einbauen, weil Gas aktuell viel günstiger ist. Wer aktuell noch ne Gas- oder Ölheizung installieren lässt, wurde entweder schlecht beraten, oder hat eindeutig zu viel Geld.
Eindeutig nein, es gibt in D nicht nur Zentralheizungen und auch nicht nur Neubauten.
Wenn ich (konkretes Beispiel) 6 Gas-Etagenheizungein bei 6 Eignetümern habe, von denen >50% erst ein paar Jahre alt sind, dann kann es sich für jemanden, der 2024 noch austauschen lassen will/muss durchaus lohnen immer noch auf Gas zu setzen.
Meine Nachbarn sind gerade dabei ihre Gastherme auszutauschen, ich habe Anfang 2022 ausgetausch (nach >25 Jahren und mit über einem Jahr Vorlauf), die Wohnung unter mir wurde Anfang 2023 saniert, hat also mit Glück eine passende Flächenheizung aber trotdem ein Gas-Brennwertgerät.
Alternativ reißen halt >50% der Eigentümner nahezu neue Gas-Brennwertgeräte aus der Wohnung, man findet hoffentlich einen Installationdsort für die WP (ohne Flachdach und freiem Keller nicht zwingend einfach) und darf mit Glück nur die die Heizkörper in den Wohnungen erneuern.
Alternativ wirft man die Mieter raus (nein, das ist ja kein Eigenbedarf, man muss ihnen vermutlich eine Ersatzwohmnng für die Umbauzeiten besorgen und zahlen, eine Fußbodenheizung in einer vermieteten Wohnung einzubauen dürfte wohl rechtlich nicht zulässig sein, wenn der Mieter das nicht freiwilig mitmacht und die Mietminderung in der Zeit akzeptiert), um dann alle 6 Wohnungen kernzusanieren, damit man danach mit der ach-so-tollen Wärempumpe die Wohnungen warm bekommt. Das alles, damit der Mieter ein paar Euro spart, die er wieder auf die erhöhte Kaltmiete drauflegen darf. Spätestens dann wird gesetzeskonform ale 3 Jahre um 15% erhöht bis man beim Mietspiegel angekommen ist (und zwar dem der sanierten Wohnung).
Real sind das in der Wohnung meiner Mutter (95qm ETW) 15000 KWh Gas (Heizen, Warmwasser und Kochen mit der alten Gas-Etagenzeigung, das Brennwertgerät ist mit Sicherheit sparsamer), bei ca. 202 Gramm je KWh Gas also 3 Tonner CO2 oder gigantische 30€ Mehrkosten im Jahr. bzw. 1650€ in 10 Jahren. Dafür gibt es noch nicht einmal einen Satz neuer Heizkörper, wenn die WP nicht in den 2. Stock die Wärme für 65°C Vorlauf liefern könnte. Der neue Herd (Gas->Elektro) kostet ja auch nichts.
Sowas würde ich mir selber ab Renteneintritt im Eigenheim (nicht) überlegen sondern erst handeln, wenn es nicht mehr anders geht. Hoffentlich gibt es bis dann Fernwärme und man muss "nur" die Häuser auf eine zentrale Wärmeversorgung umstellen.