Sammelthread [Fachgespräche] HiFi

Marcel55 schrieb:
Was mir auf Grundlage des Frequenzdiagramms auffällt ist der doch recht stark betonte Bass der leider auch ziemlich weit in die Mitten reingeht. Wenn man diesen Buckel mit Höhepunkt bei 100Hz so anpassen kann dass es zwischen der Senke bei 50Hz bis zu den 300Hz linear runter geht (quasi eine Linie zwischen den zwei Punkten) würde das sogar ganz gut aussehen. Werksmäßig wird der Bass so aber aufgebläht und unpräzise klingen.
Ich habe die PX7 jetzt ausgiebig getestet. Ich muss sagen, dass ich für den Preis absolut überzeugt bin. Negativpunkte sind für mich nur das ANC (was ich schon vorher wusste) und die etwas langsame App. (Einstellungen bleiben auch dann erhalten wenn man den Hörer an einem anderen Gerät verwendet. Esr sagt auch immer an ob gerade Bluetooth 1 oder 2 verbunden ist. Was super praktisch ist) Manchmal dauert es etwas, bis ich meine Kopfhörereinstellungen in der App sehe. Außerdem sind die EQ-Optionen begrenzt. Wenn einem die EQ-Funktionen nicht reichen, gibt es ja aber noch Alternativen. Wenn man viel Wert auf das ANC legt, sollte man die Kopfhörer meiden. Das ANC ist solide, aber nicht vergleichbar mit dem von Sony. Da ich sie aber hauptsächlich beim Pendeln trage, ist das absolut ausreichend. Musik wird sowieso aufgedreht :D
Die Klangqualität ist dafür mindestens gleich gut, für mein Empfinden sogar noch besser. Er wirkt bei den meisten Titeln nicht so verwaschen. Vorausgesetzt, der Bass wird reguliert. Ich habe jedoch leider keinen direkten Vergleich mehr, da meine Sony-Kopfhörer kaputtgegangen sind. Aber ich habe diese jahrelang benutzt.
Für den Preis, zu dem sie immer wieder im Angebot sind, ist es ein absoluter No-Brainer. Würde sogar behaupten bis 220 EUR kann man sich die Kopfhörer bedenkenlos zulegen

Von mir gibt es eine absolute Empfehlung. In gewissen Farben sind sie ja meistens irgendwo im Angebot.

PS: Ich habe den Tragekomfort total vergessen. Ich finde sie deutlich besser als die von Sony. Diese haben mir nach zwei bis drei Stunden angefangen zu drücken. Ich bin Brillenträger. Die PX7 nicht. Allerdings sitzen sie relativ weit vorne auf dem Kopf, sodass man sie manchmal (zumindest bei mir mit Glatze) etwas nach hinten justieren muss.

Fazit: Sony sind um 200 zu haben. Ist einem das ANC nicht so wichtig kann man ein paar Euro sparen und gewinnt dabei noch minimal an Klangqualität. Ist ANC wichtig. Sollte man sich die Sony holen.
 
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Ich habe einen allgemeinen Frage:

In wie fern wirkt sich ein symmetrischer Kopfhörerbetrieb wirklich positiv auf den Klang aus? Also sprich, wenn man bspw. Einen KHV hat, der symmetrisch und unsymmetrische Ein- und Ausgänge hat, kann man dann im symmetrischen Betrieb wirklich einen besseren Klang erwarten?
Sollte ein guter KHV nicht auch im unsymmetrischen Betrieb das Übersprechen so klein halten, dass das keine hörbaren Einflüsse hat?

Im Internet findet man nur theoretische Aussagen dazu und dann irgendwelche Blogeinträge, die natürlich die großen Unterschiede hervorheben, weil der 1500 Euro KHV sich vermutlich rechtfertigen muss...
 
Nein es macht keinen Unterschied.
symmetrisch braucht man nur auf der Bühne und ggf im Studio bei ewig langen Signalwegen.

Aber sogar mein 50€ DAC+KHV hat einen 4.4mm Balanced Ausgang den ich verwende. Aufwand ist gering und warum Vorteile verschenken. Gerade bei planaren Treibern die viel Spannung mögen hilft es etwas
 
zandermax schrieb:
Sollte ein guter KHV nicht auch im unsymmetrischen Betrieb das Übersprechen so klein halten, dass das keine hörbaren Einflüsse hat?

Jup. Symmetrische Kopfhörerverstärker halte ich für reines Voodoo.

Nebenbei hat jeder Plattenspieler systembedingt eine völlig unterirdische Übersprechdämpfung, und die Dinger werden von vielen Highendern angebetet.
Ergänzung ()

Viper_780 schrieb:
Gerade bei planaren Treibern die viel Spannung mögen hilft es etwas

Das kann man mit einer höheren Betriebsspannung einfacher erreichen.
 
Bei Plattenspielern geht es nicht um den Klang, sondern das ganze drum herum.
Die großen Platten Cover mit dem Artwork, die Zeit die man dafür aufbringt und gezielt einplant.
Einfach mal hinsetzen und in Ruhe ein ganzes Album genießen, anstelle nebenbei den technisch überlegenen Stream durch rauschen lassen

JMP $FCE2 schrieb:
Das kann man mit einer höheren Betriebsspannung einfacher erreichen.
Ist es wirklich einfacher? In vielen Bereich hat man ja schon ein symmetrisches Signal bzw kann zwei einfache Schaltungen verwenden als eine komplexere
 
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Viper_780 schrieb:
In vielen Bereich hat man ja schon ein symmetrisches Signal

Selbst dann braucht man zwei komplette Endstufen pro Kanal, statt nur einer. Komplexer wird da nichts, weil die umgesetzten Spannungen und Ströme ein Witz sind im Vergleich zu dem, womit Lautsprecherendstufen arbeiten.
 
Wobei dann meistens ja noch die Ausgangsimpedanz der beschränkende Faktor ist. Wenn die zu hoch ist, kann man Probleme mit Bassangebung bekommen. Das konnte ich tatsächlich schon wahrnehmen (auch im Blindtest).
 
Ich habe jetzt vorallem im Bereich der digital-analog Wandlung gedacht.
Aber natürlich macht die Spannung auch bei Verstärkern viel aus was Effizienz, Linearität und Verzerrung betrifft. Einfach so einen Lautsprecherverstärker "runter skalieren" oder einen kleinen Verstärker aufpumpen ist alles andere als simpel
 
Ein stinknormaler Operationsverstärker mit Buffer gibt schon einen gehörmäßig ziemlich perfekten Kopfhörerverstärker ab. Betriebsspannungen zwischen +/-5 und +/-15 V sind da kein Problem, ohne großartige Änderungen.

zandermax schrieb:
Wobei dann meistens ja noch die Ausgangsimpedanz der beschränkende Faktor ist.

Die ist in der Regel absichtlich eingebaut, entweder als billige Kurzschluss-Sicherung, oder damit hoch- und niederohmige Kopfhörer ähnlich laut sind.

Ein üblicher gegengekoppelter Transistorverstärker hat immer "Null Ohm".
 
So hatte ich das auch verstanden. Wenn du ein Verstärker mit niedriger Ausgangsimpedanz und geringer Verstärkung bauen willst, brauchst du eine stabile Stromversorgung.
 
Ich bin mit dem Schreiben meines Reviews der Moondrop Space Travel 2 noch gar nicht ganz fertig, aber das nächste Spielzeug ist nach 10 Tagen auf Reise heute eingetroffen:
20250807_151241.jpg
Die CrinEar Daybreak von crinacle, der jetzt mit eigener Marke ins IEM-Geschäft eingestiegen ist.

Mein erster richtiger Multi-Driver-IEM, hab zwar schon ein paar gehört wie z.B. die ThieAudio Monarch Mk2 aber nie selbst besessen.

Ich höre mich gerade erst mal durch meine Test-Playlist. Erster Eindruck: Definitiv eine Hifi-Abstimmung, tendenziell analytisch, aber der (Tief und Mid-)Bass ist spürbar angehoben und auf einem sehr guten Level, färbt aber nicht in die unteren Mitten, so soll es sein. Der Bereich um 4-6kHz kommt mir jedoch etwas überbetont vor. Dadurch spielen sie sehr direkt, können aber je nach Abmischung der Musik auch etwas anstrengender wirken. Zumindest mit den mittleren Silikon-Aufsätzen die ich gerade drauf hab, ich kann mir vorstellen dass die mit den Memory Foam Aufsätzen hier zurückhaltender sind. Das betraf bisher aber nur Songs die ohnehin zu solchem Verhalten neigen.

Klarheit/Auflösung und Imaging sind sehr gut, in den Höhen bemerke ich gerade noch nichts das ich vermisse, aber auch nichts was stört. Die Test-Songs die bei vielen Kopfhörern zu Sibilanten neigen sind hier nicht negativ aufgefallen. Generell werden die akustischen Elemente schön im Hörraum platziert und sind klar ortbar.

Wenn ich jetzt einen Direktvergleich mit meinen 7Hz Timeless mache fallen die Unterschiede direkt auf - sie sind nicht extrem groß, aber die Daybreak klingen mitreißender und legen bei der Auflösung noch mal spürbar ne Schippe drauf. Ich denke hier macht sich das Multi-Driver-Setup bemerkbar, während die 7Hz Timeless ja nur einen single planarmagnetischen Treiber haben. Auch im Vergleich mit meinen bereits abgestimmten Nothing Ear, aus meiner Sicht die Referenz bei kabellosen In-Ears, machen die Daybreak eine überaus gute Figur. Und das liegt nicht an Bluetooth, da die Daybreak an meinem Qudelix 5K hingen liefen beide mit LDAC über Bluetooth. Erst im Direktvergleich mit meinen Hifiman Edition XS (ebenfalls über den Qudelix und mit EQ Preset) mussten sie sich geschlagen geben, aber die sind auch recht hell abgestimmt und eben mit EQ, die Grundabstimmung ohne EQ ist bei den Daybreak auf jeden Fall besser. Wo der große offene Over-Ear natürlich die In-Ears überflügelt ist die Räumlichkeit, aber gut das ist auch etwas unfair. Ich muss aber sagen, für einen In-Ear und allgemein geschlossenen Kopfhörer ist die Räumlichkeit der Daybreak schon ganz gut, das Bühne kommt mir nicht eingeengt vor.

Bin daher mal gespannt wie sie nach meiner Abstimmung performen. Die Basis ist bereits sehr gut, ich denke viel muss ich da nicht tun, ein bisschen an den Resonanz-Peaks arbeiten und dann ist das eine runde Sache. Dass es ohne Behandlung der Resonanzpeaks beiweilen etwas scharf klingen kann ist klar und lässt sich nicht vermeiden, außer man reduziert den Bereich entsprechend großräumig, aber dann würden sie muffig klingen, ist ja auch nicht Sinn der Sache.

Wenn ich jetzt mal mit nem Sinus-Generator durch das Frequenzband fahre folgt es schön ohne große Abweichungen der Zielkurve bis ich bei ca. 4kHz den ersten erwarteten Höhepunkt erhöre, der aber auch der Zielkurve entspricht. Danach geht es wieder runter, der Resonanz-Peak kommt dann bei mir bei 6kHz, danach fällt es um 8kHz etwas ins Loch wo der Pegel ein gutes Stück abgenommen hat (das hab ich aber bis jetzt bei quasi allen In-Ears so festgestellt), kommt dann Richtung 10kHz zurück für den sekundären Resonanz-Peak irgendwo bei 10-12kHz, der hier aber tatsächlich kaum bemerkbar macht, im Gegensatz zu den Moondrop Space Travel 2 wo ich bei 10kHz nen ordentlichen Peak hab, und versinkt dann langsam in die Hörgrenze. Keine nennenswerten Peaks und Dips nach 10kHz ist auch etwas das ich bisher nur bei sehr wenigen Kopfhörern so wahrgenommen habe, gute Arbeit.

Was ich also bei der Abstimmung machen werde, 4kHz leicht runter, 6kHz etwas mehr runter, versuchen das 8kHz Loch auszufüllen und ich denke das wars. Was die Kanalungleichheiten angeht, bei ca. 6,5kHz ist die rechte Seite ein ganzes Stück lauter als die Linke, bei 8kHz die linke minimal lauter als die rechte, ansonsten unauffällig. Da mein Qudelix seit irgendeinem Update unabhängige Filter für Links/Rechts kann werde ich mal versuchen das auch noch auszugleichen, dann sind wir nahe der Perfektion. Die Sache mit dem parametrischen EQ ist, man kann zwar theoretisch aus Scheiße Gold machen, aber es ist einfacher aus Gold nen Diamanten zu formen, denn irgendwo sind physikalische Grenzen, und wenn die passive Basis bereits so gut abgestimmt macht das viel mehr Spaß und außerdem hilft das enorm wenn man gerade mal keinen EQ in der Kette hat, weil sie auch ohne ordentlich klingen. Die Nothing Ear haben ja auch einen parametrischen EQ und sind bereits von mir abgestimmt und klingen wie ich finde hervorragend, aber sind trotzdem noch etwas schlechter als die Daybreak schon ohne EQ.

Abseits des Klangs, die Verarbeitung ist top, das Kabel brauchbar, Design unauffällig/zweckmäßig (find ich gut), die Abschirmung ist auch ordentlich, klar ANC gibt es hier leider nicht, aber für unterwegs nutze ich eh kabellose In-Ears mit ANC, das ist dann doch praktischer. Wobei man diese hier sicher auch ohne ANC gut in lauteren Umgebungen nutzen kann, mit den Foam-Tips besser als mit Silikon. Was haben wir früher nur ohne ANC gemacht? :D

Fazit, meine hohen Erwartungen wurden erfüllt. Ich bin irgendwie gespannt wo die Reise mit den noch zu erwartenden In-Ears der Referenz-Klasse hingehen soll, aber ich denke die werde ich nicht kaufen, für meine Ansprüche reicht das hier vollkommen aus. Perfekt sind sie nicht, aber das werden In-Ears (und Kopfhörer allgemein) wohl auch nie sein, daher ist ein parametrischer EQ immer gut um die kleinen Imperfektionen anzugehen, dann stehen hier eigentlich keine Wünsche mehr offen.
 
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Da würde ich doch glatt dem Kiwi Ears Septet dazu werfen.
Ähnlich aufgebauter Multi, aber mit offener Bauweise.
Beim Septet wird die recht große Bühne gelobt und die Treiber sind auch recht gut aufeinander abgestimmt.
Könnte für dich vielleicht noch interessant sein.

Kostet aber auch etwas mehr :)
 
Ich wollte mal kurz berichten, dass ich inzwischen meinen DT900 ProX verkauft habe und vollständig auf den Amiron Home umgestiegen bin.

Als ich ihn neu hatte war ich nicht so sonderlich begeistert, weil er die extremen Höhen etwas zu stark heraushebt und sehr bassbetont ist. Inzwischen bin ich aber total begeistert von dem Hörer. Meistens hört man ja ohnehin bei niedrigen Lautstärken und da ist es für das Klangbild insgesamt förderlich.
Total überrascht war ich auch wie gut die Ortung in Spielen ist. In BF6 ist man da dem einen oder anderen Gegner vorraus. Auch der Tragekomfort ist spitze. Mit den zwei Kabeln bin ich sehr zufrieden. Das ist deutlich bequemer als eines.

Meine Kopfhörergeschichte war bisher folgende:
DT990 (immernoch da) -> DT1990 (zurückgegeben) -> AKG 712 (leider defekt) -> Update mit Lake People G109 + Topping D10 -> DT900 ProX -> Amiron Home

Der Amiron Home ist bisher mein eindeutiger Favorit. Sehr bequem, sehr guter Sound, sehr gute Ortung.
Auch am Schlangenöl-G109 Kopfhörerverstärker bin ich sehr glücklich. Einfach auch schon nur einen exakt einrastenden Drehregler für die Lautstärke bedienen zu können ist Luxus. Das kann man auch im Spiel in aller kürze verändern. Dazu kommt halt, dass er unabhängig vom Kopfhörer völlig Verzerrungsfrei ist. Das mag für den einen wichtiger, für den anderen unwichtiger sein. Und man kann in jeder Lage zu laut hören. Auch in leisen Passagen kann man völlig Neues entdecken.

Hier meine insgesamte Einschätzung:

HörerKomfortLautstärkeLinearitätKlangqualitätOrtung
DT990+--+/-+/-
DT1990--+-++++
AKG K712+--++++
DT900 ProX+/-++++++
Amiron Home+++/-+/-++++
 
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Ja mega, freut mich für dich, dass du so happy damit bist! Ich bin ja totaler Fan vom Audivina LE. Kann die ganze Negativpresse null verstehen, für mich ist er phänomenal. Hab den und für offene Bedürfnisse den Edition XS am PC, werde die DT 1770 und 1990 wohl veräußern. Fürs Schlafzimmer wird an Black Friday ein Ananda Nano Einzug halten.
 
Hatte den normalen Audivina auch von Anfang an und konnte den negativen Shitstorm ebenfalls nicht verstehen.

Klar es gibt bessere, aber so schlimm klang er gar nicht.
Aber gut die meisten versteifen sich auf irgendwelche Messungen (Harman Kurve) und son bullshit, finde ja immer selber hören und sich seine eigene Meinung bilden :)
 
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