Story
Sehr interessante und motivierende Story. Irgendwie hat es Spaß gemacht, einen Freund nach dem anderen zu retten und zu dem sicheren Ort (Höhle) zu bringen. Es gab auch ergreifende Momente, bspw. am Anfang, als der Bruder von Jason, Grant, erschossen wurde und man dies später Daisy berichtete. Im Verlauf der Story merkt man auch, dass Jason sich zu einem gewissenslosen Bluthund entwickelt. Anfangs ist er noch vom Töten angewidert, doch später macht es ihm nichts mehr aus. Außerdem gibt es zwei Enden. Habe mich entschieden, meine Freunde zu retten, denn darum ging es ja eigentlich in dem Spiel. Alternativ hätte ich mich auch Citra, der "Königin" der Rakyat, einem Volk, anschließen können. Was mir nicht so gefallen hat, waren die mystischen bzw. surrealen Aspekte, also zB das mit dem Tempel, wo man die Kompasse finden musste. Abgesehen davon ist es aber dennoch eine recht glaubhafte Story.
Als ich Vaas töten musste, war ich doch ein wenig enttäuscht, da ich dachte, dass das Spiel dann zu Ende sei. Glücklicherweise war dem nicht so. Danach muss man sich den eigentlichen Bösewicht des Spiels, Hoyt Volker, vorknöpfen. Auch hierzu muss man erst an anderen zwielichtigen Gestalten vorbei, sodass es schließlich die zweite Hälfte der Story ausmacht. Auch wenn diese zweite Hälfte nicht mehr so motivierend ist, hat sie dennoch Spaß gemacht.
Alles in allem kann man sagen, dass es eine mitreißende und fesselnde Story mit einigen unerwarteten Wendungen ist. Da könnten sich andere Entwickler eine Scheibe von abschneiden.
Gameplay
Das Besondere an dem Spiel ist, dass es zwar sehr linear, aber trotzdem Open-World mit vielen Freiheiten und Freizeitaktivitäten ist. So kann man beispielsweise um Geld pokern, Rennen fahren oder auch Missionen von friedlichen Dorfbewohnern annehmen und so den Kontostand aufbessern. Von dem Geld kann man sich Waffen kaufen und diese auch zB. mit Schalldämpfern oder Zielfernrohren aufrüsten. Sogar die Lackierung kann man ändern. Ein weiterer, in meinen Augen großer Pluspunkt ist der Rollenspielaspekt. So muss man, um mehr Waffen oder Munition tragen zu können, Tiere jagen und häuten. Daraus kann man bspw. größere Munitionsbeutel herstellen. Die Tierwelt ist sehr groß; so gibt es zB. Bären, Tiger, Leoparden, Hirsche, Krokodile und sogar Haie. Außerdem kann man auch Pflanzen pflücken, um daraus Medizin herzustellen. Mit diesen kann man Tiere besser aufspüren, den Atem länger anhalten oder natürlich auch die Gesundheit auffrischen.
In der ganzen Spielwelt verteilt gibt es feindliche Lager, in deren Umkreis sich logischerweise feindliche Einheiten bewegen. Man muss daher die Lager säubern und übernehmen, um die Gegend von den Gaunern zu befreien. Außerdem kann man in übernommenen Lagern Waffen kaufen und diese aufrüsten, sowie Nebenmissionen annehmen. In diesen muss man entweder Tiere jagen oder bestimmte Zielpersonen mit einem Messer ausschalten.
Im Grunde gibt es zwei Inseln, also eine Nord- und Südinsel. Auf beiden Inseln gibt es viel zu entdecken, zB. alte Relikte (Skulpturen) oder Briefe, welche aus dem 2. Weltkrieg stammen. Aber auch Sehenswürdigkeiten, wie alte Tempel. Die Spielwelt kann man mit einer mehr oder weniger großen Auswahl an Fahrzeugen erkunden. Sogar Fluggleiter gibt es. Die Map ist in quadratische Abschnitte gegliedert. In jedem dieser Abschnitte befindet sich ein Funkturm, den man aktivieren sollte, damit man einen Überblick über den jeweiligen Abschnitt hat. Das Tolle daran ist, dass so nicht schon am Anfang des Spiels die Map gespoilert wird. Dies steigert den Motivationswert sehr.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass man Stunden mit der Erkundung der beiden Inseln verbringen kann.
Grafik
Wenn wir jetzt erst das Jahr 2008 schrieben, dann wäre ich mit der Grafik mehr als zufrieden. Diese wirkt für heutige Verhältnisse allerdings recht angestaubt. Dazu kommt, dass die Grafik mir persönlich zu bunt ist, denn ich mag eher authentische Farben und Akzente, wie es zB. in der STALKER-Reihe der Fall ist. Das ist aber nur eine Frage des Geschmacks. Nichtsdestotrotz ist die Grafik für heutige Verhältnisse einfach veraltet. Das mittlerweile fünf Jahre alte Crysis sieht um Welten besser aus.
Fazit
Ein sehr gelungenes Game. Die PC-Fassung ist im Vergleich mit anderen Spielen technisch gut gelungen, obwohl es immer noch einige Bugs gibt, die ziemlich nerven, wie zB. der Kartenzoom-Bug (man kann manchmal nicht in die Karte zoomen und auch nicht verschieben). Wie bereits erwähnt ist die Story motivierend und nicht unbedingt 08/15. Vor allem die Tatsache, dass die Spielwelt offen ist und es viel zu entdecken gibt, ist als sehr positiv zu werten. Auf jeden Fall eines der besten Spiele dieses Jahres.
Kaufbefehl.