Gehaltserhöhung

nhg.RabbiT

Lt. Commander
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Hallo Leute,

mal eine Frage: wie stellt man am Besten einen Gahaltsantrag ?

Also was muss da alles rein? (schriftlich).

Ich arbeite nun schon ein paar Jahre hier und langsam wird es mal Zeit aber ich weiß halt nicht, wie man das so Recht angeht.



Vielen Dank im voraus.


LG Rabbit
 
Also einen Antrag auf mehr Gehalt stellen - wüsste nicht wo das gehen soll. Aber wer weiss... Gehalt ist immer eine Sache zwischen Dir und Deinen Chef. Sprich mit Ihm, frage und begründe warum du meinst mehr Gehalt bekommen zu müssen. Das es schon ein paar Jahre her ist seit der letzten Anpassung ist kein Argument.
 
Wieso schriftlich? Bei so persönlichen Sachen solltest du den persönlichen Kontakt suchen – schriftlich ist da nur die Terminfindung.

Je nach Größe der Firma in der du arbeitest sendest du eine Mail an den Chef, seine Sekretärin oder die Personalvertretung mit der Bitte um ein Mitarbeitergespräch. Wenn du willst kannst du auch dazuschreiben, dass du über dein Gehalt sprechen willst.

Im Gespräch würde ich dann an deiner Stelle die Freude an deiner Arbeit herausstellen, die guten Kollegen, das Arbeitsklima etc etc. um eine positive Grundeinstellung zu fördern. Dann kommst du darauf zu sprechen, dass du schon X Jahre im unternehmen bist und du seitdem XYZ an Erfahrungen gesammelt hast. Dann kannst du intim werden und aus dem Nähkästchen plaudern. Sprit, Strompreise und andere Teuerungsraten erwähnen und dann um eine Erhöhung nicht unter 10% bitten – aber auch nicht über 30%.

Das es schon ein paar Jahre her ist seit der letzten Anpassung ist kein Argument.
Doch(!), dass ist eines der wichtigsten Argumente solange man keine Sprünge in Leistung, Verantwortung etc. gemacht hat. Man muss verlangen können, dass das Gehalt dem jährlichen Kaufkraftverlust angepasst wird. Vielleicht nicht jährlich – aber zumindest alle 2-3 Jahre.
 
Man muss verlangen können, dass das Gehalt dem jährlichen Kaufkraftverlust angepasst wird.
Verlangen kannst Du gar nichts, es sei denn es gibt aufgrund von Gewerkschaften zugesicherte Abschlüsse aber die kommen dann halt auch automatisch!

Im übrigen bin ich seit 11 Jahren mit der gleichen Kohle unterwegs.....und nein, es hat nichts damit zu tun das ich meine Arbeit nicht ordentlich mache, nicht genug Verantwortung übernehmen oder keine kostenlosen Überstunden mache, es gibt die Situation in der Firma nicht her - und dann kann man eh machen was man will und nichts ändert sich - es sei denn man kündigt!
 
Natürlich kann man verlangen. Die Tage der Sklaverei sind vorbei! Niemand zwingt einen für weniger zu Arbeiten als man wert ist.

Man wird schließlich für eine Summe X für 100% seiner Arbeitsleitung vergolten. Wenn nun der Kaufkraftverlust jährlich 2% ausmacht, dann möchte der Arbeitgeber sicher nicht, dass man seine Arbeitskraft entsprechend jährlich um 2% nach unten anpasst.

Es ist gut, dass es leichtgläubige Menschen gibt – es funktioniert als immer noch, diese olle Kamelle von der „Situation der Firma“. Seltsam, dass es die „Situation in der Firma“ erlaubt, dass diese seit 11 Jahren noch immer besteht. Also bitte??!! Wer sich unter Wert verkauft muss sich auch nicht wundern wenn er auf der Strecke bleibt.

Natürlich muss man realistisch bleiben und seinen Marktwert kennen / einschätzen können. Wer aber mit realistischen Forderungen nicht durchkommt sollte immer die Konsequenzen tragen bzw. viele Arbeitsgeber reagieren erst, wenn man mit der Kündigung wedelt.
 
Natürlich kann man verlangen. Die Tage der Sklaverei sind vorbei! Niemand zwingt einen für weniger zu Arbeiten als man wert ist.

Sowas in Zeiten der Kurzarbeit und Lohndumping? Wenn einer nicht mitspielt, kann er gerne gehen. So läuft das leider häufig. Das hängt natürlich auch von der "Wichtigkeit" im Unternehmen ab.
 
Etwas Gegenteiliges behaupte ich ja nicht. Wie gesagt: Man muss seinen Marktwert kennen / einschätzen können. Wenn der eigene Marktwert eben dem Niveau entspricht, den ein Zeitarbeiter hat und man selbst problemlos austauschbar ist – dann ist das eben so. Es liegt aber an einem selber dies zu ändern.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Herr Winterkorn von VW ist sicher auch nicht so viel Wert wie 500+ Menschen mit EUR 35000 Jahreseinkommen. Er bekommt das Geld trotzdem.
 
Naja verlangen kann man alles mögliche. Die Frage ist ob man bekommt was man verlangt.

@TE ich würde, wie schon erwähnt, mal das Gespräch mit deinem Chef suchen. Ihm den Sachverhalt darlegen (Erfahrungszuwachs, evtl. die eine oder andere Zusatzaufgabe in den letzten 11 Jahren übernommen, die nicht abgegolten wird etc.). Wobei hier eine grobe Beschreibung deiner Tätigkeit uns sicher helfen würde, die Situation ein zu schätzen.

Die Sache von wegen "steigender Lebenserhaltungskosten" würde ich wiederrum nicht erwähnen, dieses Argument ist imho nicht haltbar. Denn wenn dieses Argument bei dir zieht, tanzt der Nächste an und im Endeffekt müsste die ganze Belegschaft x% mehr verdienen, weil alles teurer geworden ist.
Ausserdem sitzt dein Chef im gleichen Boot und bekommt deswegen auch nicht mehr, ist zumindest bei mir so (ich arbeite in einem Werk mit 1400 Mitarbeitern, das zu einem Konzern gehört).

Im Übringen werden i.d.R. die Kollektivverträge (solltest du nach kollektiv bezahlt werden) auch aus diesem Grund jährlich verhandelt.
Wie gut die einzelnen AN-Vertreter hier verhandeln steht auf einem anderen Blatt.

Ein persönliches Gespräch ist sicher der angenehmere Weg für beide Seiten, wobei du je nach Handschlagqualität deines Chefs, die besprochenen Dinge schriftlich einfordern solltest, denn dann kann weder dein Chef noch du behaupten, das wurde anders ausgemacht. Normalerweise stellt das auch kein Problem dar.

Wünsche dir viel Erfolg beim Verhandeln.
 
Ich arbeite nun schon ein paar Jahre hier und langsam wird es mal Zeit aber ich weiß halt nicht, wie man das so Recht angeht.
Gibt es einen KV? Wurde die kollektivvertragliche Lohnanpassung auch immer weitergegeben?

Sprit, Strompreise und andere Teuerungsraten erwähnen und dann um eine Erhöhung nicht unter 10% bitten – aber auch nicht über 30%.
Was für Vorstellungen hast du denn bitte?:freak:
Ohne Änderung der Verantwortung/Position/Aufgabenfeld fällt eine außerordentliche Gehaltserhöhung selten höher als 10% aus. (und häufig darunter)

Wenn ich zu meinem Chef gehen und nach 30% mehr Lohn frage, wird er mich mit Verdacht auf schwere geistige Störungen vor die Türe setzen....
 
Sherman123 schrieb:
Was für Vorstellungen hast du denn bitte?:freak:
Ohne Änderung der Verantwortung/Position/Aufgabenfeld fällt eine außerordentliche Gehaltserhöhung selten höher als 10% aus. (und häufig darunter)

Wenn ich zu meinem Chef gehen und nach 30% mehr Lohn frage, wird er mich mit Verdacht auf schwere geistige Störungen vor die Türe setzen....
Man kann natürlich auf Krampf alles falsch verstehen. :freak:

Unter 10% belästigt man seinen Chef nicht. Der Stress ist es nicht wert. 30% war das Maximum.

Wenn du gerade ausgelernt hast und mit 1600 Brutto arbeitest – dann sind nach 3-4 Jahren 30% Steigerung absolut nicht viel. Wenn du aber seit 30 Jahren im Betrieb bist und 2 Jahre keine Erhöhung hattest und 5000 Euro verdienst – dann sind 10% schon eine Stange Geld.

00Muetze schrieb:
Die Sache von wegen "steigender Lebenserhaltungskosten" würde ich wiederrum nicht erwähnen, dieses Argument ist imho nicht haltbar. Denn wenn dieses Argument bei dir zieht, tanzt der Nächste an und im Endeffekt müsste die ganze Belegschaft x% mehr verdienen, weil alles teurer geworden ist.
„Müsste“ – wenn wir im Kommunismus leben würden – aber du gehst ja wohl kaum zu allen deinen Kollegen und sagst: „Hey Leute – ich hab grad 10% rausgehandelt weil ich dem Chef gesagt habe, dass der Sprit teurer geworden ist…“

Und wenn doch, dann freu dich über die 10% - es waren vermutlich für lange Zeit die letzten…
 
Naja also meiner Erfahrung nach ist es wie auch schon geschrieben wurde ohne das sich die Verantwortung oder das Aufgabengebiet geändert haben unwahrscheinlich das mehr als 10% dabei herauskommen. Absolut unrealistisch empfinde ich eine höhere Gehaltserhöhung, vollkommen egal wieviel derjenige verdient. Denn in der Regel ist das Gehalt ja an die Stelle angepasst bzw im Unternehmen im Gehaltsgefüge.

Verlangen kann man vieles, ob man es bekommt steht auf einem anderen Blatt.

Normalerweise mit dem kennen des Marktwertes und der Wertschätzung des Arbeitgebers, sollte man eigentlich nicht in die Situation kommen das man darum nachfragen muss. Sondern es sollte sich im Jahresgespräch automatisch ergeben das die Arbeitsleistung honoriert wird.
 
Das ist aber eine schlechte Strategie auf eine Gehaltserhöhung zu warten.

Warum so kompliziert?

Das Hemd in die Hose stecken, schneuzen, mal tief durchatmen und zum Chef gehen und sagen wie viel du willst und vor allem warum du denkst das du eine Gehaltserhöhung verdienst.

Bist du gut kriegst du sie, bist du nicht so gut dann eben nicht. Ganz einfach. ;)
 
dfm666 schrieb:
Das ist aber eine schlechte Strategie auf eine Gehaltserhöhung zu warten.

Warum so kompliziert?

Das Hemd in die Hose stecken, schneuzen, mal tief durchatmen und zum Chef gehen und sagen wie viel du willst und vor allem warum du denkst das du eine Gehaltserhöhung verdienst.

Bist du gut kriegst du sie, bist du nicht so gut dann eben nicht. Ganz einfach. ;)

Und bekommst du diese nicht fragst du halt nach was du besser machen kannst.

Bei uns gibts halbjährlich abwechselnd Mitarbeitergespräch und Gehaltsentwicklungsgespräch. Verläuft dies Positiv gibts ausser der Reihe (Tariferhöhung etc.) mehr Geld, gibts was zu "bemängeln" wird es 6 Monate später wieder aufgegriffen. Find ich sehr Fair... ist aber nicht überall so.
 
@Niyu Darf ich fragen was du beruflich machst und seit wann? Kaufkraft oder Zeitpunkt der letzten Anpassung ist absolut kein Kriterium die bei einer Gehaltserhöhung eine Rolle spielen (es sei den es geht um das Aushandeln von Tarifverträgen oder dergleichen) oder du hast eine entsprechende Klausel im Arbeitsvertag stehen. . Wenn du ein Gehalt unabhängig von irgendwelchen übergeordneten Vereinbarungen beziehst ist das einzige was zählt die Einschätzung deines Chefs was deine Arbeitskraft Wert ist. Da spielen eine Menge Kriterien mit rein auch sowas wie ob er dich als Mitarbeiter mag oder was es bedeuten würde wenn du das Unternehmen verlässt.
Fragen kann man immer nach einer Erhöhung aber man sollte gute Gründe anführen können warum. Um ein Gespräch kommt man nicht rum.
TE ich bin mir nicht sicher aber deine Frage lässt mich vermuten das dein Verhältniss zu deinem Chef nicht das allerbeste ist, oder?
 
@Gucky:

Ich bin seit ca. 10 Jahren Spediteur.
Es gibt zwar einen Tarif der für Spediteure anwendbar ist – aber ich wurde schon seit jeher Übertariflich bezahlt. Das liegt jetzt nicht daran, dass ich wirklich gut bezahlt bin, sondern dass der Tarif so unterirdisch ist. Spediteure streiken nicht, daher ändert sich an dem Tarif auch recht wenig.

Mein Arbeitsvertrag sagt aus, dass ich für eine Summe X meine Arbeitsleistung zu erbringen habe. Wenn die Summe X aber dank der Teuerungsrate nur noch X-10% Wert ist, dann kann ich mit vollem Recht zu meinem Chef gehen und ihm das sagen. Ob er mir jetzt die Gehaltserhöhung gibt, weil ich Recht habe – oder weil er mich als Mitarbeiter schätzt oder weil gestern Montag war. Ist mir dabei egal. Natürlich besteht auch kein Anspruch darauf, dass er mir die Erhöhung gibt. Ob ich daraus Konsequenzen ziehe steht auch auf einem anderen Blatt. Darum geht es letztlich auch gar nicht.

Meine Antwort kann nur so gut sein wie die Anfrage – und der TE hat uns leider kaum Details zur Verfügung gestellt.
 
Ist es nicht normalerweise üblich, dass die außertariflichen Gehälter bei Tariferhöhungen entsprechend mit erhöht werden?! Ist zumindest bei uns so, wenn die Gewerkschaft 3% Lohnerhöhung rausholt bekommen auch die außertariflich bezahlten Arbeitskräfte 3% mehr.
 
Ja ich kann mir vorstellen das die Branche nicht zu den Topverdienern zählt. :)

Den Zusammenhang den du herstellest der existiert so nicht. Deine Arbeitsleistung hat erstmal keinen objektiven festgesetzten Wert. Niemand sagt das du mit dem Gehalt x das und das bezahlen können musst. Deine AK ist genau das wert was eine Firma bereit ist für dich auszugeben. Das orientiert sich natürlich an verschiedenen Faktoren ist aber auch oft genug völlig willküerlich. Vorallem in den Bereichen wo es um richtig viel Geld geht.

Ansonsten es fehlen mehr Infos.

@Melvin. Kommt auf die Firma an. Einen Automatismus gibt es da nicht. Es heisst ja nicht umsonst "aussertariflich".
 
Gehaltserhöhung ?? Sowas gibts noch ?? Wirklich ??? :D
 
Es heisst ja nicht umsonst "aussertariflich".
Eigentlich heißt es "übertariflich". Wenn man übertariflich angestellt ist, werden (sollten) die kollektivvertraglichen Lohnanpassungen auch an die übertariflich angestellten Mitarbeiter weitergegeben.

Wenn man keinen (Rahmen)Kollektivvertrag untersteht, ist das natürlich etwas ganz anderes. (ist das arbeitsrechtlich überhaupt so ohne weiteres möglich?)
 
Zuletzt bearbeitet:
Sherman123 schrieb:
Wenn man keinen (Rahmen)Kollektivvertrag untersteht, ist das natürlich etwas ganz anderes. (ist das arbeitsrechtlich überhaupt so ohne weiteres möglich?)

Klar. Wenn der Arbeitgeber kein Mitglied im Arbeitgeberverband ist muss er sich auch nicht an Tarifvertäge halten.
 
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