Prosaft
Lt. Junior Grade
- Registriert
- Nov. 2011
- Beiträge
- 330
Lübke schrieb:offenkundig hast du ahnung von der materie und ich hoffe du verzeihst es mir, wenn ich dich stellvertretend für die wissenschaft auf die probe stelle?![]()
Gerne.
Ich hab mal die Formeln der Lorenz-Trafo von hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Lorentz-Transformation
in ein Excel sheet gepackt um die Positionen auszurechnen (dabei ist es mir gelungen mich selbst zu verwirren. zeigt doch mal wie unintuitiv der Kram ist xD).
Zunaechst muss ich dich aber bitten von deinem Beispiel minimal abzuruecken.
Ich habe einfach mal 0.6c eingesetzt, weil dabei huebsche Runde Zahlen rauskommen, aber du kannst im Prinzip einsetzen, was du magst und rumspielen (solange es mir gelingt das Spreadsheet hier zu teilen).
Zunaechst ein schneller Check der Konsistenz:
Setze ich hier als Event x=0 und t = 1y ein (also sprich unsere Raumstation), dann erhalte ich fuer x/t natuerlich 0, da sich unsere Raumstation in ihrem Inertialsystem ja nicht bewegt hat. Der Beobachter in der sich wegbewegenden Sonde wird dieses Event nach 1.25y messen und berichten, dass die Raumstation zu diesem Zeitpunkt bei -0.75ly relativ zu sich selbst befindet, und daraus schliessen, dass sich diese in der Zeit mit x'/t' = 0.6c von sich wegbewegt hat. Die beiden stimmen also darueber ueberein, wie schnell sie sich voneinander wegbewegen.
Nebenbemerkung: Der Grund warum der Beobachter in der Sonde es erst nach 1.25y sieht hat nichts mit der Laufzeit des Lichts zu tun (denn mit dieser Annahme wuerde das Licht Jahr nur 0.25y Zeit haben, obwohl der Beobachter schon 0.6ly weg ist). Hier handelt es sich um grundlegende geometrische Eigenschaften der Raumzeit: Wie der Raum fuer dich aussieht und wie schnell deine Uhren ticken haengt wesentlich davon ab, wie schnell du dich bewegst.
Nun betrachten wir das Event x=-0.6ly und t = 1y. Die Raumstation berichtet also, dass sie an diesem Ort und zu dieser Zeit die zweite Sonde sieht.
Vom selben ereignis berichtet der Beobachter in Sonde 1 in seiner Uhr nach t' = 1.7y und misst, dass sich diese 1.5ly von ihm entfernt befindet. Er schliesst also daraus, dass sich Sonde 2 relativ zu ihm mit etwa 0.88c wegbewegt.
Zuletzt bearbeitet: