Wenn man anständige Ergebnisse in der FEM haben möchte, dann lässt das jemanden machen der damit, und fast ausschließlich damit, seinen Lebensunterhalt verdient. Das sollte jedem klar sein der sich damit beschäftigt.
Im Studium haben wir 2007 mit Nastran mal den "Tritt auf die leere Cola-Dose" simuliert - zumindest haben wir das versucht. Der Prof hatte mit Drittmitteln gerade neue Rechner für das Labor angeschafft, den ganzen Aufbau mit einem sparsamen Netz versehen und dann Dienstags morgens die Simulation angeschmissen, in der Hoffnung Donnertags nachmittags ein Ergebnis zu haben. Wir hatten auf 14/14 Rechnern das Ergebnis: 80 GB Festplatten reicht nicht für die temporären Daten die dabei anfallen

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Da behelfen sich die CAD-Lösungen heutzutage natürlich auch ein Stück weit damit, das auf den entsprechenden Workstations in aller Regel doch sehr viel Rechenleistung verfügbar ist und man entsprechend fehlende Sorgfalt bei der Netzgenerierung einfach mit Leistung und ein paar Minuten mehr Zeit erschlägt.
Vor Jahren hatte mich meine Geschäftsführung irgendwo gehört das es FEM gibt und man damit tolle Sachen berechnen kann. Ich hatte daraus resultierend ein paar tolle Tage auf Messen und habe mich mit Herstellern verschiedener Software darüber unterhalten, in wie weit man Schweißverzug bei sehr komplexen Blechbaugruppen mittels FEM berechnen kann. Als ich dann mit Preisen für Software, Hardware, Schulung, Zeitaufwand für Modellerstellung usw zurück kam war das Thema recht schnell vom Tisch.
Ansys hatte sich an meiner Musterbaugruppe versucht und da ein paar Tage arbeitet reingesteckt, das Ergebnis war auch recht ernüchternd. Die betrachtete Baugruppe schrumpft beim Roboterschweißen (vergleichsweise geringe Schwankungen in der Streckenenergie) in der Breite um 4,2 -4,5mm, laut Ansys nur um 2mm.