Gleichstellung von Bachelor und Meister?!

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^^
Hier ist mal ein Beitrag, welcher den Meister höher einschätzt als den Bachelor, wenn ich das richtig interpretiere.

IMO stehen die beiden sich wirklich sehr nahe, auch wenn ein Friseurmeister wohl wenig gemein hat zum Maschinebau-Bachelor, aber hier wäre evtl schon die Gleichsetzung zwischen den Bachelorabschlüssen zu diskutieren, könnte doch der Maschienbaubachelor dem Tourismusbachelor vorhalten, nicht so viel zu können wie er selber.
 
Viele die einen Meister haben hätten niemals eine Bachelorausbildung geschafft,...
und umgekehrt ebenso. von einem bachelor in maschinenbau lass ich mir meine haar nicht schneiden ;)
ihr vergleicht hier äpfel mit birnen. tatsächlich ist für mich ein bachelor in BWL einfacher als ein meister in stahlbau. warum? weil ich nicht handwerklich veranlagt bin.
ich kann kein problem darin sehen wenn man die wertigkeit der bildung auf ein niveau gestellt wird. ich wage mal zu behaupten, dass die wenigsten, die einen bachelor gemacht haben, das zeug zum meister in einem handwerklichen beruf hätten, genau wie umgekehrt auch.
 
Finde den ganzen Vergleich sowieso komplett überflüssig, denn es werden hier einfach Äpfel mit Birnen verglichen (wie schon x-fach erwähnt).
Punkt.
 
ascer schrieb:
Und sobald er es kann, was halt nicht ewig dauern wird, meinetwegen 2,3,4 Jahre, aber sobald er es halt kann, hat er eben einfach viel mehr Wissen, was er dann anwenden kann im Unternehmen...und das ist dann doch das entscheidende später..

Komme erstmal in der Berufswelt an, dann wirst du sehen wie viele theoretische Blindgänger, die fernab jeglicher Realität arbeiten, durch die Gegend laufen. Es gibt genügend Theoretiker die die Skripte während des Studiums stupide auswendig gelernt haben und einfache technische Zusammenhänge erst nach haarspalterischen Erklärungen verstehen.

Ich weiss zum Teil von was ich rede, ich habe bis zum 6. Semster (war auch real das 6. Semester;) ) studiert und nein ich habe nicht den Prüfungsanspruch verloren.

Leider zählt in Deutschland nach wie vor NICHT das Leistungsprinzip sondern das Papier.
 
cb-leser schrieb:
Wenn ich mich nicht täusche, sollte man außerdem beachten, dass nach dem Meister abgesehen vom "Strategischen Professional" ohne Studium (als Meister bekommt ja mittlerweile die allgemeine Hochschulreife mit auf den Weg) keine höhere Niveau-Stufe erklommen werden kann.

Mein Fazit in dieser Sache:
Für die internationale Vergleichbarkeit eine schöne Sache, sodass jeder "migrierte" Arbeitgeber/-nehmer Vergleiche innerhalb enger Grenzen zwischen Anforderung ("Suche Qualifikation XYZ") und Status ("Ich habe ZYX, die hier [ähnlich] XYZ ist / nicht ist.") ziehen kann.

Richtig, man bekommt die allgemeine Hochschulreife mitgegeben, was auch in Ordnung ist. Damit ist man da, wo jeder Studienanfänger ist; wird aber denen gleichgestellt die es geschafft haben (was ja mitnichten jeder ist).


Wappenrock schrieb:
1. Ein Meister ist dazu berichtigt Ausbilder zu sein und kann einen Fachbetrieb in seinem Fach eröffnen und führen (ein Bachelor kann dieses soweit ich es weiß nicht).
Ah ha, ein Bachelor darf kein Unternehmen führen oder Leute ausbilden?
Wappenrock schrieb:
2.Ein Weiterbildung zum Meister setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus (Und bei vielen Ausbildungen braucht man heut zu tage schon Abi oder sogar den Bachelor ...),
Mumpitz - für welche Ausbildung braucht man den Bachelor?
Wappenrock schrieb:
für den Bachelor brauch man nur (Fach)Abi
Das hängt nicht vom Abschluss ab sondern von der Hochschulform die du besuchst
Wappenrock schrieb:
Außerdem könnte man diese beiden weiterbildungsformen gleichsetzen, würde doch niemand mehr einen Meister machen, da ein Studium um einiges Kostengünstiger ist als die Weiterbildung zum Meister....
die meisten die einen Meister machen haben keine Berechtigung zu studieren, weil sie idR keine Hochschulreife haben und diese erst durch den Meister erlangen.
Wappenrock schrieb:
Ich möchte nicht den Bachelor runtermachen oder so, bin grade in der Ausbildung, werde danach auch studieren gehen, weil es ja langsam echt zum "Standard" wird.
vielleicht solltest du es bei einer Ausbildung belassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen!

@NuminousDestiny:
Und ich will hier jetzt nicht hören, dass der Geselle im Gegensatz zum Abitur etwas Wert wäre, hier geht es um den zeitlichen Aspekt. Genauso kann man nicht behaupten, dass das Abitur nicht auch etwas von einem fordert.
Ich hatte in meinem Post bewusst keinen endgültigen Zeitvergleich zwischen Bachelor und Meister gezogen und nur vom Meister gesprochen!

Die Voraussetzung für den Meister ist nun mal der Gesellenbrief, da gibt es denke ich nichts dran zu rütteln und den kann man auch meines Wissens nach nicht anders als über eine Ausbildung erwerben.
Eine Hochschulzugangsberechtigung kann man auf unterschiedlichsten Wegen (mit unterschiedlichstem Zeitanspruch) erreichen, und sei es über Berufserfahrung + Eignungstest; man braucht nicht zwangsweise ein Abitur für's Studium!

"Dass der Geselle im Gegensatz zum Abitur etwas wert wäre", möchte ich zwar nicht behaupten (beide Abschlüsse sind durchaus viel wert), allerdings auch hier wieder: Äpfel / Birnen.
Der Geselle ist ein (erster) berufsqualifizierender Abschluss, das Abitur ein Schulabschluss und nicht berufsqualifizierend!

[A propos: Die Schulabschlüsse werden übrigens auch noch auf die Niveaustufen verteilt werden, möglicherweise wird sich dann die allgemeine Hochschulreife auf einer Stufe mit der Berufsausbildung wiederfinden und eine ähnliche Diskussion erneut losgetreten.]

Aufgrund der vielen Fallunterscheidungen (-> insbesondere über den vorhandenen Schulabschluss) und Wege sollte ein Zeitvergleich wirklich nur individuell und nicht pauschalisiert erfolgen. Ein Abiturient hat (ich weiß, Extrembeispiel), wenn er vor der Wahl steht, nichts davon, dass man für eine Ausbildung kein Abitur braucht.
[Ausgenommen habe ich auch hier bewusst eine Ausbildungsverkürzung, die ist auch wieder individuell zu betrachten - siehe anderer Post, "Ausbildung muss nicht 3,5 Jahre dauern".]

@pizza4ever:
Richtig, man bekommt die allgemeine Hochschulreife mitgegeben, was auch in Ordnung ist. Damit ist man da, wo jeder Studienanfänger ist; wird aber denen gleichgestellt die es geschafft haben (was ja mitnichten jeder ist).
Schöner Beitrag! :)

Grüße,
cb-leser
 
Onkelhitman schrieb:
Denn im Ausland gibt es diese ganzen staatlichen Abschlüsse, Weiterbildungen und Berufsbezeichnungen gar nicht. Das heißt nicht, dass D-Land keine kompetenten Leute hat, das Ausland versteht nur die Berufsbezeichnungen nicht, weil die es eben nicht kennen.

Genau das ist eigentlich der springende Punkt. Wer schon mal im Ausland gearbeitet hat oder möchte der kennt diese Schwierigkeiten. ;)
 
Interessant ist es doch zunächst, dass überhaupt Schwung in die Sache kommt, solang ein Bachelor gegenüber dem Master einen gültigen Stand hat, wieso nicht ein andere Prädikat angleichen und die Wertigkeit erhöhen!!?

Der Vergleich mit Frisör-Meister und Physik-Bachelor hinkt allemal. Es kann der Frisör nichts dafür, dass er in einer für ihn ungünstigen Zeit lebt. - Mein Auto fühlt sich aber bei einem Meister viel wohler.

Gegen eine Angleichung sollte nichts sprechen - mit dem Aufwertung steigt schließlich auch die Chance auf das Entstehen neuen Zuvertrauens und eines gesunderen Selbstbewußtseins, dass dann vielleicht auch mehr Impulse für neue Ideen schafft. / Es geht halt nicht ohne Kompromisse. (:
 
Aus Sicht der Handwerker muss man es doch eigentlich gut finden, was der Verband hier für Arbeit leistet. Die Ausbildungsberufe werden mit allen Mitteln und gegen jede Logik interessant gehalten, indem man die Qualifikation mit einer akademischen Ausbildung gleichsetzt. Befürchten die einen Bewerbermangel (oder gibt es den bereits?) so dass man über solche inadäquaten Vergleiche einen Meister vermeintlich aufwertet?

Ich habe mich jetzt auch mal im Berufenet der Arbeitsagentur schlau gemacht. In Vollzeit kann man die Vorbereitungskurse für die Meisterprüfung ab 4 Monaten durchlaufen, bei E-Technik ist die Rede von 6-12 Monaten. Ich möchte mal einen Bachelorstudiengang sehen, den man in der gleichen Zeit erledigt. Und das ganze muss man natürlich auch mal vor dem Hintergrund sehen, dass diese Inhalte auf Handwerker zugeschnitten sind. In dieser Zielgruppe herrscht - das muss man leider nüchtern feststellen - ein anderes intellektuelles Niveau als bei Hochschulstudenten.

Jeder Bachelorabsolvent hat eine vielfache Menge an Stoff gelernt, der bei einem Handwerksmeister vorausgesetzt wird. Aber das ist ja auch in Ordnung. Schließlich würde niemand auf die Idee kommen, einen Ingenieur eine Stromleitung verlegen zu lassen, bzw. einen Elektrotechnikmeister Bauteile für eine Anlage konstruieren zu lassen.

Dieses Vergleichsranking ist einfach maximal unpassend und wirklich nur ein verzweifelter Versuch des Handwerksverbands, ihre prestigearmen Ausbildungsberufe aufzuwerten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen!

@Exar_Kun:
Dieses Vergleichsranking ist einfach maximal unpassend und wirklich nur ein verzweifelter Versuch des Handwerksverbands, ihre prestigearmen Ausbildungsberufe aufzuwerten.
Ist es nicht!
Es dient der internationalen Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen nationalen Abschlüssen und wird mMn. nur (medienwirksam) auf die von dir genannte Art und Weise "ausgeschlachtet".

Grüße,
cb-leser
 
Zuletzt bearbeitet:
Und wozu sollen Berufe bzw. Qualifikationen, die nichts miteinander zu tun haben, überhaupt verglichen werden?
 
Hallo Exar_Kun!

Lies bitte hier und da.

"Qualifikationen, die nichts miteinander zu tun haben", sollen nicht verglichen werden. Sie sind nur über unterschiedliche Kriterien (die nötig sind, weil die Qualifikationen nicht miteinander vergleichbar sind) in die selbe (oder besser: gleiche) Niveau-Stufe gekommen.

Verglichen werden können damit die Abschlüsse der jeweiligen Länder untereinander, sodass z.B. der französische Arbeitgeber weiß, mit welchem französischen Abschluss er den deutschen Meister vergleichen kann.
(Mein Verständnis des Ganzen.)

Vielleicht kommt man dann irgendwann im Rahmen eines europäischen Harmonisierungsprozess (wie Bologna für die Hochschulen) auch im Handwerk "zusammen". Wer weiß... ;)

Grüße,
cb-leser
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich begrüße diese Entscheidung, da sie auch eine Wertschätzung des Handwerks ist. Und das ist nicht damit gleichzusetzen akademische Abschlüsse in ihrem wert herabzusetzen.

Mich erinnert diese Diskussion an jene, die ich vor einiger Zeit selbst geführt habe, als es darum ging in unserer Abteilung Fachkrankenpfleger einzustellen. Einige der Pädagogen in meinem Team haben ähnlich argumentiert und dabei völlig außer acht gelassen, dass der Fokus der Ausbildung zwar ein anderer ist, die Qualität und die Wertigkeit der Arbeit aber vergleichbar ist.
 
Wappenrock schrieb:
1. Ein Meister ist dazu berichtigt Ausbilder zu sein und kann einen Fachbetrieb in seinem Fach eröffnen und führen (ein Bachelor kann dieses soweit ich es weiß nicht).
2. Ein Weiterbildung zum Meister setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus (Und bei vielen Ausbildungen braucht man heut zu tage schon Abi oder sogar den Bachelor ...), für den Bachelor brauch man nur (Fach)Abi, da sieht man schon mal den Unterschied der Qualifikationen.

Informiere dich mal besser. Nicht mal ansatzweise jedes Bachelor-Studium darf man mit einem Fachhochschulabschluss beginnen. Und im Gegensatz zu deiner Behauptung gibt es zwar einige Ausbildungsberufe (und hier auch eher kaufmännische), in denen man de facto nur mit Abitur eine Chance hat, aber von einem Bachelor-Abschluss als Voraussetzung für eine handwerkliche oder kaufmännische Berufsausbildung ist mir nichts bekannt.

Darüber hinaus ist es einem Bachelor nach einer entsprechenden IHK-Prüfung genauso wie einem Meister möglich, andere auszubilden.

cb-leser schrieb:
Die Voraussetzung für den Meister ist nun mal der Gesellenbrief, da gibt es denke ich nichts dran zu rütteln und den kann man auch meines Wissens nach nicht anders als über eine Ausbildung erwerben.
Eine Hochschulzugangsberechtigung kann man auf unterschiedlichsten Wegen (mit unterschiedlichstem Zeitanspruch) erreichen, und sei es über Berufserfahrung + Eignungstest; man braucht nicht zwangsweise ein Abitur für's Studium!

Mit dieser Argumentation den Meisterbrief über ein (Fach-)Hochschulstudium zu stellen, ist lächerlich. Ich habe weder an der Uni noch an der Fachhochschule bisher jemanden gesehen, dessen höchster allgemeinbildender Abschluss der der Hauptschule war. Ohne Abitur zu studieren ist äußerst schwierig und bisweilen eher die Ausnahme (macht in den wirklich wissenschaftlichen Bereichen auch kaum Sinn).

Gesellenbrief in allen Ehren. Handwerkliche Berufe erfahren oft nicht genug Wertschätzung. Man sollte deshalb aber nicht gleich übertreiben. :freaky:
 
Hallo zusammen!

@Benj:
Mit dieser Argumentation den Meisterbrief über ein (Fach-)Hochschulstudium zu stellen, ist lächerlich.
Und jetzt noch bitte die Textstelle zitieren, an der ich dieses getan habe!
[Edit: Ich glaube du wolltest auf die "Hochschulzugangsberechtigung" hinaus - das ist aber nur die "Voraussetzung", um studieren zu dürfen, nicht das Studium selbst.]
Die "Übertreibung" dürfte damit auch geklärt sein - nicht vorhanden.

Ohne Abitur zu studieren ist äußerst schwierig und bisweilen eher die Ausnahme [...].
Klar, aber es ist möglich!
Und selbst mit Abitur fällt es wohl den Wenigsten leicht. ;)

Grüße,
cb-leser
 
Zuletzt bearbeitet:
cb-leser schrieb:
Verglichen werden können damit die Abschlüsse der jeweiligen Länder untereinander, sodass z.B. der französische Arbeitgeber weiß, mit welchem französischen Abschluss er den deutschen Meister vergleichen kann.

Und genau das halte ich für fragwürdig.

Was macht der Franzose denn nun, wenn sich ein Techniker, ein Meister und ein Bachelor bewerben?
Den Bachelor kann er mit Glück einsortieren, weil einziger akademischer Abschluss.
Aber dann gehts schon wieder los. Um herauszufinden, dass der Techniker die deutlich höherwertige Ausbildung hat, muss er doch wieder nachlesen.
Ne Ausschreibung auf Stufe 6 Qualifikation ist damit auch sinnlos.
Ich kann nicht erkennen, inwiefern dass hilfreich sein soll.
 
Die Stelle habe ich bereits zitiert. Aus dem vermeintlichen Unterschied bei der Zulassung für die verglichenen Berufsausbildungen hast du meines Erachtens auch einen Qualitätsunterschied der Abschlüsse geschlussfolgert. Falls nicht, hast du dir jedenfalls keine Mühe gegeben, dieses Irrtum klarzustellen.
 
Hallo zusammen!

@mdave:
Ne Ausschreibung auf Stufe 6 Qualifikation ist damit auch sinnlos.
Richtig! Darum muss man mMn. zwischen Stufe 6 "Handwerk" und Stufe 6 "Hochschulstudium" unterscheiden.
Schau dir im PDF auf Seite 7 beim Niveau 6 die Spalten "Wissen" und "Fertigkeiten" an und du siehst, was ich meine. ;)
[Edit: Der Punkt ist mMn.: die Abschlüsse werden zum Zweck der Einstufung nicht direkt miteinander verglichen, weil sie nicht direkt miteinander vergleichbar sind.
Ist ja soweit sinnvoll, allerdings wird durch die gleiche Stufe eine direkte Vergleichbarkeit suggeriert.
Nur Abschlüsse, die nach den gleichen Kriterien eingestuft wurden, also verschiedene nationale Handwerksabschlüsse (respektive Hochschulabschlüsse) sind jeweils untereinander (sozusagen "sortenrein") vergleichbar.]
Sucht man einen "Handwerker" auf Stufe 6, wird's konkreter.

@Benj:
Verstehe ich nicht...
Der erste Satz sagt aus, dass man um Meister zu werden Geselle sein muss, was man (meines Wissensstandes nach) nur durch eine Ausbildung erreichen kann:
Die Voraussetzung für den Meister ist nun mal der Gesellenbrief, da gibt es denke ich nichts dran zu rütteln und den kann man auch meines Wissens nach nicht anders als über eine Ausbildung erwerben.
Der zweite Satz sagt aus, dass man auf vielerlei Art eine Zulassung zum Studium erhalten kann:
Eine Hochschulzugangsberechtigung kann man auf unterschiedlichsten Wegen (mit unterschiedlichstem Zeitanspruch) erreichen, und sei es über Berufserfahrung + Eignungstest; man braucht nicht zwangsweise ein Abitur für's Studium!
Wie habe ich damit "den Meisterbrief über ein (Fach-)Hochschulstudium [gestellt]"?
Die Schlussfolgerung von Voraussetzungen auf die Abschlüsse geht, wenn ich das richtig sehe, von dir aus.
Einen offensichtlichen Irrtum kann ich in meinem Text nicht erkennen.
Falls da doch einer sein sollte, so helfe mir bitte, ihn zu finden und zu verstehen. :)

Grüße,
cb-leser
 
Zuletzt bearbeitet:
Ne Ausschreibung auf Stufe 6 Qualifikation ist damit auch sinnlos.
Im Gegenteil. Suche ich ein Mitarbeiter mit hoher Qualifikation (Stufe 6) werde ich meine Anforderungen an Theorie oder Praxis sowieso explizit fest legen. Aufgrund der Vita sehe ich auch den beruflichen Werdegang bzw. Orientierung
Ich muß ich jedoch nicht mit dem Ausbildungssystem anderer EU - Ländern beschäftigen.
 
Exar_Kun schrieb:
In Vollzeit kann man die Vorbereitungskurse für die Meisterprüfung ab 4 Monaten durchlaufen, bei E-Technik ist die Rede von 6-12 Monaten. Ich möchte mal einen Bachelorstudiengang sehen, den man in der gleichen Zeit erledigt. Und das ganze muss man natürlich auch mal vor dem Hintergrund sehen, dass diese Inhalte auf Handwerker zugeschnitten sind. In dieser Zielgruppe herrscht - das muss man leider nüchtern feststellen - ein anderes intellektuelles Niveau als bei Hochschulstudenten.

/sign


Exar_Kun schrieb:
Jeder Bachelorabsolvent hat eine vielfache Menge an Stoff gelernt, der bei einem Handwerksmeister vorausgesetzt wird. Aber das ist ja auch in Ordnung. Schließlich würde niemand auf die Idee kommen, einen Ingenieur eine Stromleitung verlegen zu lassen, bzw. einen Elektrotechnikmeister Bauteile für eine Anlage konstruieren zu lassen.

Dieses Vergleichsranking ist einfach maximal unpassend und wirklich nur ein verzweifelter Versuch des Handwerksverbands, ihre prestigearmen Ausbildungsberufe aufzuwerten.

Ich würde vielleicht nicht gleich so weit gehen, es als Aufwertungsversuch zu sehen, da Meister ja durchaus auch stolz auf ihre Ausbildung sein können und meistens ja auch sind. Es liegt nur kein Sinn darin, es mit einem akademischen Abschluss zu vergleichen...vor allem weil die Erreichten Kompetenzen, wie du es ja schon erwähnt hast, GANZ andere sind.
Den Meister zeichnet ja halt seine praxisorientierte Erfahrung aus + Bearbeitung dieser praktischen Probleme. Das theoretische Wissen, wie du ja auch geschrieben hast, welches erfordert wird, ist weder qualitativ noch quantativ auch nur -ansatzweise- in dem Maße vorhanden, wie es bei einem Hochschulabschluss der Fall ist.





cb-leser schrieb:
Richtig! Darum muss man mMn. zwischen Stufe 6 "Handwerk" und Stufe 6 "Hochschulstudium" unterscheiden.
Schau dir im PDF auf Seite 7 beim Niveau 6 die Spalten "Wissen" und "Fertigkeiten" an und du siehst, was ich meine. ;)
(...)
Ist ja soweit sinnvoll, allerdings wird durch die gleiche Stufe eine direkte Vergleichbarkeit suggeriert.
Nur Abschlüsse, die nach den gleichen Kriterien eingestuft wurden, also verschiedene nationale Handwerksabschlüsse (respektive Hochschulabschlüsse) sind jeweils untereinander (sozusagen "sortenrein") vergleichbar.]
Sucht man einen "Handwerker" auf Stufe 6, wird's konkreter.

Ich finde jetzt genau gar nicht, dass unter Stufe 6 auch nur IRGENDWAS konkreter wird.
Unter Stufe 6 heisst es wörtlich unter "Fertigkeiten":

"Über ein sehr breites Spektrum an
Methoden zur Bearbeitung komplexer
Probleme in einem wissenschaftlichen
Fach
, (entsprechend der Stufe 1 [Bachelor-
Ebene] des Qualifikationsrahmens
für Deutsche Hochschulabschlüsse
),
weiteren Lernbereichen
oder
einem beruflichen Tätigkeitsfeld
verfügen.
Neue Lösungen erarbeiten und unter
Berücksichtigung unterschiedlicher Maßstäbe
beurteilen
, auch bei sich häufig
ändernden Anforderungen
.
"



Punkt 1 hat der Meister gar nicht.
Punkt 2, finde ich, trifft auch nicht auf ihn zu...denn wo hat der Meister denn ständig "Neue Lösungen" selbstständig zu erarbeiten und das auch noch bei "häufig ändernden Anforderungen"?

Der KFZ-Meister lernt was über Autos, aber der erfindet doch nicht das Rad neu. ALLES was er beigebracht bekommt, im Theorieteil, kriegt er doch vorgekaut, damit er es auf seine praktischen Lösungen übertragen kann.
Da erarbeitet der doch genau gar nix selbst -> also eine "neue" selbstständige Lösung für "neue/sich ständig ändernde" praktische Probleme.

Und wie sieht es bei der Praxis/praktischen Problemen aus?
Da haben wir doch auch schon 100.000x erwähnt, dass der Meister sich durch seine ERFAHRUNG auszeichnet...und was ist Lernen/Wissen, dass durch Erfahrung erreicht wurde?
Es ist das anlernen und merken von bereits bekannten Problemlösungen.
Nix mit neuen Problemen, nix mit sich STÄNDIG ändernden Problemstellungen etc. pp.


Keiner der beiden Fälle schildert doch auch nur Ansatzweise das, was ein Meister täglich macht.
Oder will jetzt hier einer sagen, der Maurermeister muss auf einmal irgendwelche Kalkulationen vom Architekten selber aufstellen, oder plötzlich die Wand neu erfinden?
Quark, er hat tausende verschiedene Wände gebaut und kann aufgrund seiner Erfahrung jedwede Wand bauen, die es zu bauen gilt -> der erfindet aber nie die Wand neu oder muss IRGENDWAS bauen, wo er auf keine Vergleichswerte zurückgreifen kann.
Ergo muss er NIE vollkommen neue Probleme lösen und auf ständig ändernde Rahmenbedingungen achten...


Insofern ist die Formulierung doch einfach Quark, man spricht dem Meister Fertigkeiten zu, die er nicht besitzt und Problemstellungen, die er so in der Realität auch niemals löst/anwendet, vor allem, weil solche Problemstellungen gar nicht bei ihm auftauchen...
 
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