stefan92x schrieb:
AMDs 3950X hat damals in Multicore-Performance nicht nur Intels Desktop-CPUs, sondern auch Intels HEDT-CPUs geschlagen. Erst mit diesem vernichtenden Schlag ging es für AMD signifikant aufwärts.
Völlige Fehleinschätzung, der Wendepunkt kam schon mit Zen 1 und zwar 2017 als AMD fulminant konkurrenzfähige CPUs zu deutlich niedrigeren Preisen im Consumerbereich anbot. Da stiegen die Marktanteile schon deutlich an und spätestens 2018 verdoppelte sich auch der Servermarktanteil, der vorher bei unter einem Prozent lag und auch das liegt nicht an irgendwelchen "Fanboys", sondern an Validierungszyklen, Firmen-Verträgen, Ausfallsicherheit, Sicherheit, vollstände Lieferketen und dem NUMA Aufbau, dem man noch kritisch gegenüberstand.
stefan92x schrieb:
Das ist halt kein gesundes Marktverhalten auf Käuferseite, sondern so sieht es aus, wenn Fanboys durch den längsten Balken beim Topmodell überzeugt werden müssen.
Die Behauptung ist psychologischer und wirtschaftlicher "Unfug", weil du die Dynamik der B2B Märkte völlig ignorierst und das Verhalten von professionellen Enkäufern mit emotionalen "Teenager-Fanboys" gleichsetzt.
Dass der Marktanteil nicht gleich völlig explodiert liegt nicht an einer verblendeten Käuferseite, sondern an der Trägheit des Ökosystems. AMD könnte mit einer extrem guten GPU auch nicht mal voll durchstarten, weil deren Kapazitäten bei TSMC auch erstmal viel kleiner sind und sich das nach und nach aufbaut.
stefan92x schrieb:
Das ist bei Nvidia als Konkurrenz halt illusorisch.
Keineswegs.
stefan92x schrieb:
Wenn wir das Marktverhalten der CPU-Käufer damals als Vergleich nehmen, dann ist es für AMD hoffnungslos, einen signifikant größeren Marktanteil gewinnen zu können, egal wie gut AMD (in realistischem Rahmen) wird. Kein Wunder also, dass das einfach nicht priorisiert wird.
Der CPU Markt hat das komplette Gegenteil bewiesen, AMD kam im Serverbereich vor wenigen Jahren von 0% und hält nun fast die hälfte des Umsatzes. Das Ganze ist reine Betriebswirtschaft und hat absolut nichts mit irgendeinem emotionalen "Fanboy-Quark" zu tun, der hier offenbar inflationär um sich greift.
Wirtschaftlichen Prozesse in moralische Kategorien zu pressen ist in Tech Foren mittlerweile extrem verbreitet.
Anstatt über rationale Faktoren zu kommen, werden den "Käufern" moralische Verfehlungen nachgesagt.

Sich überhaupt mit der "Käuferseite" zu beschäftigen und die Probleme nicht primär beim Unternehmen, also dem zu suchen der für die Produkte verantwortlich ist ist schon eine ziemliche Dreistigkeit.
Irgendwie so als ob der Restaurantbesitzer auf der Straße mit Schildern "esst bei mir" protestiert und ein paar "alteingesessene Stammkunden" mit hat die im darin zustimmen, dass die ausbleibenden Kunden einfach nichts von gutem Essen verstehen und kein "gesundes Essverhalten" an den Tag legen.
Anstatt sich mit komplexen, realen Themen zu befassen, wird das Problem einfach auf die Käuferschaft abgewälzt.