GroKo 2.0 - ist das überhaupt möglich und was wäre davon zu erwarten?

Hi

also wenn das so bleiben sollte,

Obergrenze, Müterrente II, Grundrente, Rentenniveau, Soli-Abbau, Kindergeld,
Rückkehrrecht (Teilzeit), Miete (Modernisierungsumlage), paritätische Krankenversicherungsbeiträge
und zusätzlich 6 Mrd. für Bildung, mehr Pflegekräfte und Polizei,

hört sich das nicht so schlecht an.

Cu
 
@longi

Vieles liest sich erstmal ganz gut, wenn man jedoch mal genauer schaut, bleibt nicht viel übrig von vielen Versprechungen. Zum Beispiel die sogenannte „Mindestrente“. Hier ist es eben nicht so wie der Name suggeriert das du bei Erfüllung gewisser Anwartschaften eine Mindestrente von 10% über der Grundsicherung bekommst, sondern hier wird die „Bedürftigkeit“ geprüft. Das heißt, dass das Einkommen des Lebenspartners, mit dem du nicht einmal verheiratet sein musst, oder eigenes „Vermögen“, angerechnet wird. Also nix mit einer richtigen Mindestrente wie sie z.B. Beamte oder Politiker, oder auch die Rentner in Österreich oder Schweiz bekommen.

Die Mütterrente bekommen nur die Mütter mit mindestens drei Kindern. Und die soll dann wohl auch noch, wie bereits die Müterrente I, aus den Mitteln der gesetzlichen Rentenversicherung bezahlt werden. Obwohl auch diejenigen Mütter diese Rente bekommen sollen, die garnicht Teil der gesetzlichen Rentenversicherung sind und daher auch dort nichts eingezahlt haben, wie z.B. Beamte oder auch Politiker. Hier wäre eine Finanzierung aus Steuermitteln angebracht, anstatt die Sozialversicherung zu belasten.

Das mit den 8000 Pflegekräften mehr kann wohl eher als schlechter Witz bezeichnet werden. Reicht lange nicht aus. Man sollte aber den Pflegeberuf für junge Menschen attraktiver machen indem man ihn besser bezahlt und vor allem auch die Arbeitsbedingungen verbessert. In Schweden kommt z.B. auf eine Pflegekraft vier Patienten, in Deutschland über 10 Patienten. Nichts von dem ist aber leider geplant.

Dann die groß angekündigte Festsetzung der Rente auf 48% bis 2025. Viel Wind um nix, da eine Absenkung bis dahin eh nur bis 47,6% geplant war, also ein effektiver Vorteil von nur 0,4% übrig bleibt. Und das auch nur bis 2025. Langfristig ist ja gar eine Absenkung auf 44% geplant. Nötig wäre aber dringend eine Anhebung auf das ursprünglichen Niveau von 52% und eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung um Altersarmut zu vermeiden: http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/altersarmut-rente100.html

Das Rentensystem von Österreich zeigt was da möglich wäre, da dort auch z.B. alle einzahlen. Also auch Beamte und Politiker. Dort bekommt ein durchschnittlicher Rentner um die 800 Euro mehr im Monat als in Deutschland bei einem nur unwesentlich höheren Beitrag des Arbeitnehmers von unter 2%: http://www.daserste.de/information/...ente-oesterreich-vorbild-deutschland-100.html

Es gibt aber durchaus auch positives:

Die Einführung der Parität bei der Krankenversicherung ist tatsächlich etwas von Substanz. Das ist jedoch eine Selbstverständlichkeit und wurde auch seinerzeit von der SPD abgeschafft. Man rühmt sich also mit Dingen, also die Parität, die eigentlich die Grundlage für die Finanzierung der deutschen Sozialversicherung ist und selbstverständlich sein sollte.

Außerdem soll die Erwerbsminderungsrente verbessert werden. In Zukunft soll man wohl so gestellt werden als wenn man bis zum 65 Lebensjahr eingezahlt hätte bei der Berechnung dieser Rente. Vorher war es wohl nur bis zum 62 Lebensjahr. Das ist dann tatsächlich eine große Verbesserung, das gebe ich wohl zu. Die pauschale Absenkung der Erwerbsminderungsrente von 10% die seinerzeit unter Schröder eingeführt wurde, bleibt jedoch unverändert.

In diesem Zusammenhang: Unfassbar aber wahr, Schröder hat damals einfach den Erwerbsminderungsrentnern die Rente pauschal um 10% gekürzt, einfach so von heute auf morgen. Und das auch für bereits erteilte Renten. Eine unglaubliche Dreistigkeit. Ich würde ja gerne mal sehen wenn man das mit den üppigen Versorgungen der Politiker gemacht hätte. Aber mit normalen Rentnern kann man es ja machen.
 
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Die Alternative war ja wohl unter einer CDU-Minderheitsregierung gar keine Änderungen nach dem Motto "weiter so" und genau das ist der Vergleichsmaßstab, welcher betrachtet werden muss.
 
@ThomasK_7

Ganz genau, und daher trotz aller Kritik: Ich neige eher, und das mag bei mir als Linken verwundern, für die Groko, weil die Alternativen zur Zeit nicht gegeben, bzw nicht positiv sind. Damit meine ich insbesondere Neuwahlen, die nichts grundsätzlich anderes ergeben würden.

Es ist unheimlich schwer vorauszusagen was gerade für die SPD besser wäre. Hätte sie bei einem Nein zur Groko an Wählerstimmen gewonnen ? Ja, durchaus wäre da die Chache gegeben, wenn jedoch auch die ganze Führungsriege zugunsten einer wirklich inhaltlichen und personellen Erneuerung ausgewechselt würde. Und ob das eher bei einer Neuwahl, oder nach dieser Legislaturperiode der Fall ist mag ich nicht vorauszusehen. Es ist ja auch grundsätzlich anzuzweifeln ob die SPD zu einer wirklichen Erneuerung bereit ist. Eine Erneuerung die diesen Namen verdient und nicht nur so tut als ob, wie zur Zeit.

Es ist zur Zeit eine ziemlich deprimierende Situation für Linke und Linker Politik, ja für alle die menschlich/ humanistisch denken. Die extreme Rechte erringt in Europa mit Hetze, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und EU Ablehnung überall die Oberhand, obwohl gerade sie eben nicht die Interessen des einfachen Arbeitnehmers vertreten. Auch ist das Säbelrasseln und Kriegsgeschrei wieder überall vorherrschend, so das die Gefahr kriegerischer Auseinandersetzungen nie so hoch war seid Ende des kalten Krieges. Die Massen werden durch die selben reaktionären Kräften verführt die die Welt schonmal in die Katastrophe geführt haben. Warum lernen die Menschen nicht aus ihren schlechten Erfahrungen ?
 
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MasterXTC schrieb:
Es ist ja auch grundsätzlich anzuzweifeln ob die SPD zu einer wirklichen Erneuerung bereit ist.

Ist sie nicht, sonst wäre der Seeheimer Scholz nicht derart schnell und von den Medien unbehelligt nach Berlin gewechselt. Er soll jetzt Vizekanzler werden, in meinen Augen ist er auch der nächste Kanzlerkandidat der SPD.

Warum unbehelligt von den Medien? Scholz erklärte den Medien genauso ein Zeug wie Schulz:

2.9.2017 im Handelsblatt: "Ich bin Bürgermeister dieser Stadt (Hamburg) und ich werde das bleiben"
6.12.2017 im Abenblatt: "Er werde auch im Fall einer Neuauflage der Großen Koalition nicht als Minister nach Berlin gehen." und betonte auch, dass er 2020 wieder bei der Bürgerschaftswahl antreten will.

..und die Medien kloppten lieber auf Schulz alleine herum, um den nächsten Wunschkandidaten nicht zu beschädigen, der auch mal eben eine 180° Wende vollzog.

Vermutlich ist das Desaster um die Nordbank auch noch der Ritterschlag für das Finanzministerium gewesen?
 
Oh man, das ist alles so deprimierend :( Keine Wende in Sicht. Heißt das jetzt Groko auf ewig ? Aber wir wissen ja auch wie schnell sich politische Stimmungen dramatisch ändern können. Das zeigt 2013 der dramatische Absturz der FDP, und 2015 der Aufstieg der AfD. Das lässt hoffen, aber auch bangen.

Dennoch, ich kann einfach nicht glauben das die AfD noch viel stärker wird. Kein Mensch mit Verstand kann doch diese Partei wählen, wenn man sich hier mal einige Zitate aus dieser Partei so anschaut: https://www.wir-sind-afd.de
Einen stinkenden braunen Bodensatz gibt es halt in jeder Gesellschaft und den hat die AfD gut abgeschöpft. Viel mehr drin ist da bestimmt nicht, auch wenn Höcke von 51% träumt, und Pegida in unglaublicher Anmaßung „wir sind das Volk“ brüllt.

Ich hoffe das bei einigen Wählern dieser Partei irgendwann der Verstand wieder einsetzt und diese Partei die Bedeutung bekommt die ihr nach Mitgliederzahl eigentlich zustehen würde. Möglichst einstellig unter 5%, oder wenigstens so weit das wieder bessere Konstellationen im Bundestag möglich sind. Ewige Groko ist ja kein Zustand.
 
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Um die AfD mache ich mir keine Sorgen, bei der ist bei ca. 20% Schicht im Schacht. In den kommenden dreieinhalb Jahren müssen wir uns zwar deren dummes rassistisch-nationalistisches Geschwätz anhören, aber auch das werden wir überstehen.

Ich mache mir eher um das Land sorgen, da will die Wirtschaft Hand in Hand mit der vierten Merkelregierung in die Zukunft aufbrechen. Das sind gleich zwei Absurditäten in einem Satz, beide blockieren den Fortschritt seit Jahren gemeinsam.

Dass der SPD noch zu helfen ist, glaube ich auch nicht. Wie schrieb die SZ so schön, die SPD Bundestagsfraktion wird noch diesen März niemanden in der Geschichte häufiger zum Kanzler gewählt haben als Angela Merkel. Eine reife Leistung der Genossen, Fahnenflucht würde das wohl die politisch andere Seite nennen.
Und dann noch dieser Verschleiß an Parteivorsitzenden, Nahles wird Nummer 9 sein, seitdem Merkel Parteivorsitzende der CDU ist. Hauptsache die Seeheimer haben sich wieder einmal durchgesetzt und die Union macht ja ohnehin deren Wunschpolitik.
 
Ich hoffe das bei einigen Wählern dieser Partei irgendwann der Verstand wieder einsetzt und diese Partei die Bedeutung bekommt die ihr nach Mitgliederzahl eigentlich zustehen würde. Möglichst einstellig unter 5%, oder wenigstens so weit das wieder bessere Konstellationen im Bundestag möglich sind.
Das wird nur funktionieren, wenn die anderen Parteien mal anfangen zu regieren. Die AFD hat nur die Stimmen, wegen einem Thema und das wird sicherlich irgendwann kein Thema mehr sein und dann geht die AfD wieder runter. Hoffentlich!
 
Vorgestern kam auf Phönix ein moderiertes Gespräch zwischen Klaus von Dohnanyi für die SPD und Jan Korte für Die Linke. Sehr aufschlussreich und zeigt das viele in der SPD wirklich nicht lernen wollen. Nach Klaus von Dohnanyi ist Die Linke schuld an der Spaltung der Linken. Die Agenda Politik war aufgrund der Globalisierung nötig und es war natürlich absolut richtig nicht mit der Linken zu koalieren, da Die Linke ja auch gegen den Freihandel sei. Das waren grob umrissen die Argumente. Also die üblichen Legenden das der Neoliberalismus so zu sagen völlig losgelöst von politischen Entscheidungen über uns hergefallen sei, also Alternativlos war. Auch wurde völlig ausgeklammert das für die Spaltung der Linken eben nicht die fehlende Integration der PDS in die SPD nach dem Untergang der DDR war, sondern auch gerade eben die Agenda Politik unter Schröder. Genau darum bin ich ja auch z.B. 2001 in die damalige PDS eingetreten, und eben nicht wegen romantischer Gefühle für die DDR.

Dann die Legende das Die Linke gegen Freihandel sei, nur weil sie gegen die derzeitigen Freihandelsabkommen ist. Was für eine oberflächliche Gleichung. Das glaubt er doch nicht im Ernst. Immerhin will er ja das Programm der Linken gelesen haben. Dabei sollte er doch auch gelesen haben das wir gegen DIE Freihandelsabkommen sind die profitintetessen über die Intetessen der Allgemeinheit stellen. Aber mit all diesen oberflächlichen Allgemeinplätzen wurde und wird auch heute gegen Die Linke argumentiert, leider sehr erfolgreich. Viele glauben diesen Unsinn ja. Es wird ja such geglaubt das Die Linke immer noch die alte SED sei. Tja, auch dank dieser Propaganda und Ignoranz haben wir nun eine AfD im Parlament sitzen. Denn auch wenn der Jan sehr gut gegengehalten hat, sieht die breite Masse ja eher nicht solche Sendungen spät Abends auf Phönix.

Immerhin hat der selbe Klaus von Dohnanyi vor einiger Zeit auch in einer Talkrunde mal gesagt, das es einen Popolismus von Links nicht gibt und das man solch eine Gleichung zwischen Links und rechts nicht machen kann und darf. Solch eine Aussage hätte ich gerade im nicht zugetraut und hatte mich sehr überrascht. Ich fand es gut das er sich nicht an der üblichen Gleichsetzung von Links und Rechts beteiligt.
 
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TheCasper schrieb:
Die AFD hat nur die Stimmen, wegen einem Thema und das wird sicherlich irgendwann kein Thema mehr sein und dann geht die AfD wieder runter. Hoffentlich!

Tja die Hoffnung haben auch viele AfD Wähler aber mit Groko und Merkel wird sich in die Richtung gar nix ändern und es wird eher noch schlimmer werden und die Probleme immer mehr in den Alltag der Deutschen eindringen. Spricht also eher für 20% +XX in 4 Jahren.
Ja alles böse braue Nazis die AfD wählen...die Linken werden es nie verstehen mit ihrer Jammerei, dass sie keiner wählt.

Wieso sollte Merkel in ihren letzten Jahren als Kanzlerin plötzlich regieren wollen. Verwalten und in den Wind drehen hat doch immer perfekt für sie funktioniert.
 
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Ihr könnt ja nach Österreich blicken und sehen was es bringen würde... Bis jetzt ist es übrigens ein Trauerspiel.

*Stillstand* ist nicht immer die schlechteste Option.
 
tree-snake schrieb:
Tja die Hoffnung haben auch viele AfD Wähler aber mit Groko und Merkel wird sich in die Richtung gar nix ändern und es wird eher noch schlimmer werden und die Probleme immer mehr in den Alltag der Deutschen eindringen. Spricht also eher für 20% +XX in 4 Jahren.
Ja alles böse braue Nazis die AfD wählen...die Linken werden es nie verstehen mit ihrer Jammerei, dass sie keiner wählt.

Wieso sollte Merkel in ihren letzten Jahren als Kanzlerin plötzlich regieren wollen. Verwalten und in den Wind drehen hat doch immer perfekt für sie funktioniert.

Wie ich bereits schonmal sagte, Träum weiter. Ich glaube nicht das die AfD ein Potenzial von über, ja nichteinmal 20 % hat. Und selbst wenn, wer wird schon mit solch einer Partei koalieren ? Die übergroße Zahl der Bevölkerung lehnt soetwas ab. Wählen tun ja die AfD hauptsächlich frustrierte ältere Männer (zu meiner Schande also meine Generation) die zwar äußerst destruktiv sind aber aktiv nichts gestalten wollen, jedoch eine um so große Klappe haben. Wer will sich schon mit solch schmuddeligen Gestalten gemein machen, wenn man sich so ansieht was die von sich geben ? Man sieht es ja auch an der Wählerstruktur und an der Mitgliederzahl dieser Partei. Nur 28000 Mitglieder und eine doppelt so hohe Anzahl an Prostestwählern wie in allen anderen Parteien. Die Linke hat zwar bei diesen Wählern verloren, aber dafür bei jungen gebildeten Menschen zugewonnen.

Jammern tut zur Zeit auch Hauptsächlich die AfD wie schrecklich ungerecht sie in den Medien angeblich dargestellt wird. Sie können zwar geifern und austeilen, aber nicht einstecken, so schaut es doch aus. Niemand wird mit dieser Partei koalieren wollen, ob 20% hin oder her. Bei dieser Rede von Jan Korte wo er anfangs die AfD wunderbar vorgeführt hatte, bekam er sogar bis in die CDU Applaus: https://www.youtube.com/watch?v=0TtJNVq0CDc Wenn ich mir das so anschaue, ist da wohl eher eine Zusammenarbeit mit der Linken, als mit der AfD möglich. :evillol: Die AfD ist letztendlich aber auch für die Verfestigung der Groko verantwortlich. Da kann sie sich dann auf die Schulter klopfen, das hat sie tatsächlich geschafft.

Österreich oder auch Italien wo selbst verurteilte Verbrecher oder Politclowns wie Beppe Grillo populär werden können, haben wir hier zum Glück (noch?) nicht, das wird auch ganz gewiss so schnell nicht kommen. Aber dennoch ist es unerträglich diese Hasstiraden die da von von dieser Partei kommen zu ertragen. Und dass ist das eigentliche Problem. Sie beschmutzen die Parlamente und vergiften die politisch Kultur. Aber wie Schrammler schon sagt, das wird man wohl ertragen müssen.
 
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Nationalisten sind doch auch gegen Freihandel, das findest du in Osteuropa, wo der Neoliberalismus von Nationalisten umgesetzt wird oder gleich in den USA bei Trump. Auch in Großbritannien sind die Nationalisten gegen Freihandel, daher der Brexit- die EU ist schließlich im Kern nur ein großer Freihandelsraum.

Eine Lösung ist der Nationalismus bestimmt nicht, er ist eine Sackgasse zurück im Gestern. Dass die Freinhandelsabkommen nicht im Interesse der Bürger getroffen werden ist eine andere Geschichte. Wenn die EU Bestand haben will, muss sie dringend daran arbeiten die Demokratien zu festigen und für fairen Handel im Interesse der Bürger einzutreten. Es ist ein Fehler der EU, wenn hier Konzerne die Infrastruktur benutzen, sich dumm und dämlich verdienen und anschließend so gut wie keine Steuern bezahlen müssen. Ich schreibe bewusst nicht "US IT-Konzerne", denn es ist völlig egal ob das ein Automobilkonzern mit deutschem Namen ist, dessen Aktionäre in aller Welt sitzen, oder ein Familienunternehmen in Form einer riesigen Möbel- oder Drogeriekette.
 
wo hat er die AFD vorgeführt?

eher ist es so, das er ablenken wollte

Das Oskar Lafontaine von der "Partei der sozialen Gerechtigkeit" und selbst ernannter "Arbeiterführer" zwei Bezüge gleichzeitig erhalten hat scheint man mal zu verdrängen.

Links=Gute und Rechts=Böse.
 
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MasterXTC schrieb:
Ich hoffe das bei einigen Wählern dieser Partei irgendwann der Verstand wieder einsetzt

Das Problem der großen Parteien in einem Satz auf den Punkt gebracht. Nicht das eigene Handeln oder das Wahlprogramm sind schuld an den schlechten Wahlergebnissen. Nein, der Wähler ist nur zu blöd die Genialität daraus zu verstehen. Aber mit dieser Einstellung wird sich an der derzeitigen politischen Situation, die für alle Seiten sicher unbefriedigend ist, so schnell nichts ändern.

Beispiel SPD/Linke: man sieht sich gerne als Vertreter des "kleinen Mannes". Und z. T. vertritt man dessen Interessen auch. Gleiche Abgabenlast für jegliche Art von Einkommen z. B. Natürlich ist es nicht fair, wenn durch Steuern und anderen Abgeben gut 50% des Gehalts des kleinen Mannes draufgehen und gleichzeitig Millioneneinkommen aus Aktien/Fonds der Superreichen durch legale und illegale Tricks überhaupt nicht belangt werden. Ebenso wird eine würdige Rente, eine leistungsfährige Kranken-, Sozial- und Arbeitslosenversicherung und starke Gewerkschaften nicht gegen sein Interesse sein. Hier liegt nicht das Problem.

Das Problem ist, was es mit SPD und Linke noch "on top" gibt. Wie soll ein Sozialsystem finanzierbar und leistungsfähig bleiben, wenn man sich gleichzeitig mit aller Macht für offene Grenzen einsetzt und selbst gegen die Abschiebung von Straftätern massiv protestiert? Was hat der kleine Mann von der ganzen Quoten-/Genderdiskussion, wo es am Ende um einen Gender Pay Gap geht, der statistisch kaum nachzuweisen ist, wenn man die Daten bereinigt? Was hat er von der Ehe für alle, um die medial und politisch ein riesiger Hype erzeugt wurde, aber letztendlich nur eine relativ kleine Gruppe davon betroffen ist? Was hat der kleine Mann vom bedingungslosen Festhalen am Euro in seiner jetzigen Form (wobei das sicher auch die CDU betrifft), außer, dass er auf seinem Sparbuch keine Zinsen mehr bekommt?

Man kann bei diesen Themen sicher ganz anderer Meinung sein. Dann muss man sich aber mit der momentanen Anzahl an Wählern zufrieden geben bzw. hoffen, dass nicht noch mehr abspringen. Aber darauf zu setzen, dass der kleine Mann schon wieder zur Vernunft kommt und dann erkennt, wie toll das alles ist, wird in Zukunft keinen Erfolg bringen. Denn das wirkt überheblich, was wiederum gerade beim kleinen Mann überhaupt nicht gut ankommt.
 
@BelaC:
Bei solchen Kommentaren geht es ja nicht so sehr um den "kleinen Mann"im allgemeinen, sondern um die unter diesen kleinen Männern, die sich von Parteien wie der AfD hier Besserung erhoffen, und sie deswegen wählen ... DAS hat mit Vernunft einfach nicht das geringste zu tun ... und das weiß auch jeder, der sich mit der AfD länger beschäftigt hat, als 5 Minuten - oder einfach mehr von dieser Partei mitbekommt, als "die Medien" (egal ob nun Regierungs- oder AfD-hörig) über sie verbreiten.
 
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BelaC schrieb:
Beispiel SPD/Linke: man sieht sich gerne als Vertreter des "kleinen Mannes". Und z. T. vertritt man dessen Interessen auch.

Die SPD macht das seit Schröders Kanzlerschaft doch nicht mehr wirklich. Gut, sie wirbt damit ab und an im Wahlkampf, Schulz hat das wie Steinbrück jedoch gar nicht mehr getan, die Politik der SPD trägt nun eine (neo)liberale Handschrift. Der Seeheimer Gabriel nahm diesbezüglich zuletzt auch kein Blatt mehr vor den Mund, der sagte sehr offen wie wichtig die liberale Ordnung wäre.

BelaC schrieb:
Das Problem ist, was es mit SPD und Linke noch "on top" gibt. Wie soll ein Sozialsystem finanzierbar und leistungsfähig bleiben, wenn man sich gleichzeitig mit aller Macht für offene Grenzen einsetzt und selbst gegen die Abschiebung von Straftätern massiv protestiert?

Die Linke macht das nicht einmal mehr geschlossen (siehe Wagenknecht und Lafontaine) und die SPD, nunja, wie schon hier erwähnt: Das Flüchtlingsthema kann man verschieden interpretieren, weil es auch wirtschaftliche Interessen gibt, die damit bedient werden können. Genauso sind die Grünen unterwegs..

BelaC schrieb:
Man kann bei diesen Themen sicher ganz anderer Meinung sein. Dann muss man sich aber mit der momentanen Anzahl an Wählern zufrieden geben bzw. hoffen, dass nicht noch mehr abspringen. Aber darauf zu setzen, dass der kleine Mann schon wieder zur Vernunft kommt und dann erkennt, wie toll das alles ist, wird in Zukunft keinen Erfolg bringen. Denn das wirkt überheblich

Da bin ich bei dir, möchte aber hinzufügen, dass daran nicht nur die Themen, sondern auch das Verhalten der SPD zu den Themen Schuld ist.
Man kann sich nicht öffentlich als Friedensstifter inszenieren und hinterrücks mehr Rüstungsdeals mit fragwürdigen Regimen abwickeln.
Man kann nicht betonen, wie toll und erfolgreich die Agenda 2010 gewesen wäre, zugegeben, das macht die Union noch deutlich umfangreicher, und sie gleichzeitig Stück für Stück rückabwickeln. Wenn sie falsch war, viele Fehler hatte, muss man das öffentlich auch vertreten und nicht im Kleinklein minimal Korrekturen vornehmen.Das funktioniert natürlich nicht, wenn man eine Führung aus Seeheimern hat, die das überhaupt nicht so sehen will.
....
 
@DerOlf
und du hast dich länger mit dieser Partei als den von dir geäußerten 5min beschäftigt? Man sollte das auch mal auf alle anderen Parteien übertragen und die selbe Frage stellen. Wer kann mit Vernunft noch sagen, dass die etablierten Parteien die Menschen ünterstützt? Ist es nicht eher so, dass sie einfach nur Versuchen an der Macht zu bleiben komme was da wolle? Bestes Bsp. Maas als Außenminister, da kann man doch nur lachen. Man schiebt sich die Positionen eben so wie man sie gern haben möchte, ob es was bringt ist ihnen egal. Hauptsache das Gehalt stimmt.
 
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