Asenerbe schrieb:
Fragwürdig ist stark übertrieben!
Im Endeffekt sind diese ganzen "NPD Hack super" Typen, die im Gegenzug aber gegen Bundestrojaner und Zensur hetzen, die gleichen niederen Subjekte wie die jetzt Regierenden!
Man will schliesslich keine Zensur die einen selber betrifft.
Trifft es aber einen politisch oder religiös Andersdenkenen, ist Zensur und Verbot plötzlich völlig legitim.
Lächerlich diese Leutchen!
Das du Leute über einen Kamm scherst, die sich offen für Netzneutralität aussprechen, ist der Diskussion nicht gerade dienlich. Eine offenere Diskussion ohne zu starke Meinungsfärbung wäre mir da deutlich lieber - das kann ich zumindest so nicht gerade gutheissen.
Den Rest deiner Aussage hingegen, dass Menschen oft einfach nur "massenkonform" sich eine Meinung zulegen und diese dann zur Not auch mit Zensur, Verbot und Straftat verfolgen, würde ich hingegen jederzeit unterschreiben.
Die Majorität der Menschen neigt sehr schnell und gerne dazu, Angriffe auf die eigene Meinung vehement zu verteidigen, selbige Maßnahmen jedoch gegen andere Menschen die der eigenen Meinung zu stark zuwiderhandeln, zu bagatellisieren.
Asenerbe schrieb:
Ein Kleingeist will natürlich nicht einsehen, dass er selbiger ist.

Einfach nur herrlich, sehr amüsant^^
Nossi schrieb:
Man muss sich die Frage stellen: Muss man eine Gruppierung tolerieren, die sich durch ihre intoleranz auszeichnet? Muss ich eine Gruppierung tolerieren, deren Ziel es ist, die gesellschaftliche Freiheit auszunutzen um eben jene Gesellschaft und jene Toleranz zu unterwandern und zu vernichten?
Ich glaube: Nein.
Freiheit meint nicht, die Freiheit zu haben, sie für alle zu vernichten.
Auch wenn ich da höchsten im Namen meiner eigenen Meinung zu widersprechen vermag, muss dazu einfach sagen: Ich glaube, da glaubst du falsch
Freiheit an sich, meint immer, die Handlungs- sowie Meinungsautonomie inne zu haben. Wenn man wirklich von Freiheit spricht und diese vertreten möchte, kann man nicht zwischen Teilfreiheiten unterschieden.
Freiheit wird als Fähigkeit verstanden, ohne Drang aus einer unbeschränkten Anzahl an Möglichkeiten die für sich selbst richtige auszuwählen.
Toleranz & Demokratie bedeuten ebenso die korrelative Koexistenz von der eigenen Meinung mit jedweder anderen Meinung.
Die Meinungsfreiheit, Toleranz und auch Demokratie sind und müssen absolut sein und unterliegen keinerlei Einschränkungen. Deshalb wäre es sogar notwendig, für das reibungslose Funktionieren der aktuellen Staatsform & des menschlichen Miteinanders, dass auch du die NPD tolerierst.
Denn ansonsten, spinnt man das Gedankenexperiment weiter, wäre die von dir gelobte Toleranz & Demokratie mehr Schein als Sein.
Was du in deinem Post ansprichst, ist etwas gänzlich anderes. Es ist zwar fast ausgeschlossen, dass die NPD, sollte sie die politische Macht innehaben, etwas anderes damit anfangen würde, als die Demokratie abzuschafen ABER beweisen kann respektive konnte das bis jetzt niemand ohne jeden Zweifel. Genau deshalb ist es auch schwierig und MUSS es auch schwierig sein, Parteien zu verbieten.
Eine Absichtserklärung ist schließlich nur eine Äußerung der aktuellen Meinung. Wie weitläufig bekannt ist, ändern sich Meinungen sehr schnell und vor allem sehr häufig.
Eine Absichtserklärung wird somit bei geänderten Prioritäten oder Meinungen sehr oft & schnell hinfällig.
Weiterhin ist eine Absichtserklärung weder bindend noch in irgend einer anderen Art und Weise real. Ist ist die fiktive Beschreibung, dass man in der Zukunft eine bestimmte Tat vollbringen möchte.
Da unser Rechtssystem aber, außer bei zweifelsfreien Drohungen und Ähnlichem, erst dolus subsequens aktiv wird, ist es sehr schwierig (und muss es wie gesagt auch sein) bereits dolus antecedens aktiv zu werden.
Letztendlich könnte sonst jeder, der mal eine Meinungsäußerung, eine Absichtserklärung oder sonst etwas von jemanden gehört hat, denjenigen direkt zur Verantwortung ziehen. Dieses Opfer könnte oder müsste dann vielmehr auf die Gnade des aktuell Machtinnehabenden spekulieren. Eine grausige Vorstellung.
Pascha77 schrieb:
Für mich ist erstmal unverständlich, warum solche Seiten überhaupt erst für jeden verfügbar sind.
Ich bin kein Freund solcher Hacker-Groupierungen, aber solange irgendetwas gegen diese braune Brut unternommen wird, kann mir das nur recht sein.
Um es mit deinen Worten zu sagen, entstammst du offensichtlich einer Brut, derer es an Vorstellungskraft, Rechtsverständnis und Gesetzeskundigkeit mangelt. Ebenso scheinen Defizite in der allgemeinen Bildung vorhanden zu sein.
Deine Äußerungen publizieren ganz offen, dass du deine Meinung gerne jederzeit vertrittst, gegensätzliche Meinungen, die dir gar nicht in den Kragen passen, aber unterdrückst und verübte Straftaten gegen solche Meinungen auch noch gutheisst.
Nossi schrieb:
Jemandem zuzugestehen, dass er die Freiheit und den Rechtsstaat ausnutzt, um Freiheit und Rechtsstaat abzuschaffen ist nicht tolerant, sondern dumm. Die eigene Freiheit endet da, wo sie die Rechte des anderen berühren. Und eine Partei wie die NPD hat genau das vor: Das System abzuschaffen zugunsten einer unfreien Gesellschaft, in der Menschenrechte und Demokratie mit Füßen getreten wird.
Oder ist es auch untolerant, eine verfassungsfeindliche Partei zu verbieten?
Aber wenn du mich als untolerant einschätzt, weil ich eine untolerante Partei und deren politische Meinung nicht aktzeptieren kann, dann sei es so. Damit kann ich guten Gewissens leben.
Aber sowohl dein Nachsatz über die BRD als auch dein Nickname zeigen mir schon deutlich, wohin es bei dir geht.
Erst ein Mal heisst es intolerant

Abgesehen davon, ist das ja nicht der Punkt. Aktuell ist die Partei nicht in dem Maße bedrohlich gewesen bzw. kann nicht in dem Maße bedrohlich werden. Auch ist sie, bis jetzt, nicht als verfassungsfeindlich eingestuft oder verboten.
Es ist zwar stark anzunehmen, dass du Recht hast, aber mehr als eine Annahme, ist es nicht. Würde man die Partei verbieten, wäre in kürzester Zeit mit einer Ausschlachtung der Aktion seitens der Parteioberen zu rechnen. All die fehlgeleiteten vom Leben gebeutelten Seelen, die dann in den Kopf gesetzt bekommen "seht ihr, wohin das alles führt? seht ihr, was der böse staat tut? jetzt verbietet er uns sogar, unsere meinung zu haben und in einer partei zu begründen!".
Das würde Unruhen hinter sich herziehen und viel zu viel Licht auf nicht erwähnenswerte verirrte Individuen werfen.
Sobald sie aktiv versuchen, verfassungsfeindliche Ziele durchzusetzen, wären gesetzliche Maßnahmen natürlich direkt legitim. Bis jetzt hatten sie aber nie die Chance dazu, also kann man nur mutmaßen, ob sie es versuchen würden oder nicht.
Im Zweifel für den Angeklagten.
dichter-karl schrieb:
ich finde es schön wie über Straftat und Toleranz geschrieben wird.
Wir leben Gott Sei Dank in einer pluralistischen Gesellschaft und gleichzeitig in einem Rechtsstaat, der leider nichts mit einem gerechten Staat zu tun hat.
Sehr schön geschrieben, viele verwechseln Recht mit Gerecht und Gesetz mit Gerechtigkeit.
Aber:
Recht != Gerecht
und
Gesetz != Gerechtigkeit
dichter-karl schrieb:
Ich finde es gut das Leute den Mut haben gegen eine Partei vorzugehen die dem Faschismus nachtrauert und es tut mir leid den ganzen Leuten hier sagen zu müssen, auch wenn es ausgelutscht ist:
"Faschismus ist keine Meinung sonder ein Verbrechen!"
Jein. Es ist gut, dagegen etwas zu unternehmen, was die meisten jedoch unter "etwas dagegen tun" verstehen, ist ganz und gar nicht gut.
Ebenso wie diese Hackaktion zumindest fragwürdig ist. Natürlich kann man nicht jeden selbsternannten Robin Hood pauschalisieren, aber Fakt ist eben auch, dass wir weder die Identität noch die Beweggründe der Hacker kennen.
Die Aktion selbst war in höchstem Maße gegen unsere Verfassung und Gesetze. Der Hackangriff war illegal. Die Hacker selbst sind nicht transparent.
Deshalb ist die ganze Aktion zumindest als fragwürdig einzustufen, eher als "nicht positiv", wie so viele "Aktionen" gegen die NPD.
Abgesehen davon ist deine Parole inkorrekt. Afaik gibt es 3 verschiedene Arten des Faschismus, die sich zwar in ihrem Fanatismus ähneln, keinesfalls aber in ihren Grundzügen: den Deutschen, den Italienischen und den Japanischen. Faschismus selbst ist eine unzureichende Bezeichnung, außerdem beschreibt Faschismus/faschistisches Gedankengut nur die Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen.
Ich Meinung/Ansichtsweise selbst ist extrem, gefärbt, intolerant, hetzerisch, gefährlich, ...
Das ändert aber nichts daran, dass es ihre Meinung ist und eine Meinung zu haben, ganz gleich wie verquer diese sein mag, ist -kein- Verbrechen.
dichter-karl schrieb:
Ach ja, und Nein die NPD hat kaum sinnvolle Ideen, sie betreibt puren Populismus und benutzt nur Parolen, da ist sie der Linken, hier müsste man zwischen den einzelnen Ortsgruppen unterscheiden, oder KPD sehr nahe.
Ich hoffe das jeder hier den Mut aufbringt Nein zu sagen, wenn es um Diskriminierung geht, und dies tut weil er an Menschenrechte glaubt und nicht erst nachdem er Gesetzesbücher gewälzt hat und sich rechtlich abgesichert hat.
Diese Aussagen sind auf jeden Fall, meiner Meinung nach, sehr löblich und vollkommen zu unterstützen!
[ChAoZ] schrieb:
Welches IT Unternehmen wird NPD in seinen Portfolio aufnehmen?
Das ist doch ganz klar ein Eigentor!
Die sollen diese Nazis bis zum Komplettausfall hacken und ddosen!
Sorry, aber solche Menschen sollen nie wieder an die Macht, auch nicht mit 1%.
Mit 1% wären sie auch nicht an der Macht, nichtmal mit 10%. Mit 5% würde das Thema erst diskutabel werden, weil sie damit die 5%-Hürde geschafft hätten und in die Opposition des Bundestages einziehen würden. Aber selbst dann, wären sie nicht gerade gefährlich, denn, wie jeder weiß und fast jeden Tag mitbekommt, hat die Opposition sehr oft nur traurig wenig zu melden.
Abgesehen davon, wären Staat als auch Bürger sofort durch Gesetze und Verfassung dazu in der Lage und bevollmächtigt, der Rechten oder welch extremer Partei auch immer Paroli zu bieten, falls sie über die ihnen verliehenen legalen Befugnisse verstößt.
deadohiosky schrieb:
Da Faschismus kein Meinung sondern ein Verbrechen nicht nur gegen die Menschheit sondern auch gegen die demokratischen Grundechte darstellt, ist diese Aktion auch als "ziviler Ungehorsam im Netz" zu betrachten und daher ein Mittel des Widerstands gegen Antidemokratische Kräfte wenn der Staat dazu nicht in der Lage ist:
Das mit der Meinung habe ich etwas weiter oben schon erläutert.
Art. 20 Abs. 4 legst du dir hier aber gerade selber (zu Gunsten deiner Meinung) zurecht.
"Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist."
Zum einen ist der Staat sehr wohl in der Lage, dagegen etwas zu unternehmen. Zum anderen hat die NPD bis jetzt nicht aktiv versucht, diese Ordnung zu beseitigen. Auch ihre Unterwanderungsversuche waren bis jetzt zwar immer auf einer schmalen Gradlinie, aber nie klare Übertretungen, die es dem Staat möglich gemacht hätten, die Partei zu verbieten.
Was du hier propagierst ist Selbstjustiz. Deine Auslegung ist aber in keinster Weise von Art. 20 Abs. 4 gedeckt und schützt -garantiert- nicht vor Strafe.
Nossi schrieb:
Danke, auf sowas hab ich gewartet.
Was ihr vom braunen Rand leider nie begriffen habt, ist, dass man nicht automatisch für die anderen Extremisten ist, nur weil man nicht für euch ist. Das ist in einer schwarz/weißen Welt scheinbar nicht vorstellbar.
Du wirfst hier aber anderen genau das vor, was du selber schon begangen hast. Mehrere hast du hier schon direkt als "braun" betitelt, nur weil sie nicht konform mit deinen Meinungsäußerungen waren.
Das wirft eher ein schlechtes Licht auf dich, als auf sie und lässt eher vermuten, dass du in einer "schwarz/weißen Welt" lebst.
Abschließend werd ich mal noch "kurz"(^^) meine eigene Meinung zu dem Thema äußern:
Das Extreme selten von Vorteil und gerade bei politischen Meinungen sehr gefährlich und negativ sind, gleichgültig welche Extreme es denn nun sind, ist wohl unstrittig.
Schon nach kurzem Überlegen sollte dies klar sein, ansonsten liefert uns ja auch die Geschichte zahlreiche Negativbeispiele.
Wie man jedoch gegen solche Ideale vorgeht, ist eine ganz andere Geschichte. Dort gibt es durchaus den richtigen Weg und...naja...den anderen^^
Menschen sind von natur aus ein Geselligkeitswesen. Obgleich verschiedene Individuen verschieden viel Freiraum benötigen, so haben sie alle doch etwas gemein. Von Zeit zu Zeit, egal wie oft, suchen sie Gesellschaft, haben diese sogar psychisch nötig.
Man kann also davon ausgehen, dass kein Mensch einen anderen von Natur aus wegen ethnischer oder sonstiger Unterschiede diskriminiert oder sonstwie benachteiligt. Folglich muss die Intention, eben dies zu tun, auf einer starken Verblendung beruhen, die das Individuum in Selbstüberlegung oder von außen sich auferlegt hat.
Schaut man sich beispielsweise das Extrem der NPD-Anhänger an, so stellt man sehr rasch fest, dass die Mehrheit ganz grob faktisch in bestimmte Kategorien eingeordnet werden kann.
Sie haben ein Zugehörigkeitsgefühl zu Deutschland, sind oft nostalgisch veranlagt und finden sich im heutigen multi-kulturellen Deutschland nicht mehr zurecht bzw. wohl.
Nicht immer, aber oft, ist ein durchschnittlicher oder unterdurchschnittlicher Bildungshintergrund vorhanden.
Sie fühlen sich benachteiligt und ihr fiktives nostalgisches Deutschland bedroht und rotten sich zusammen.
Ein Mal versammelt, verfällt der Mensch gerne und schnell in Klischee- & Tratschabtausch. Ebenso wohlwollend schiebt der Mensch Verantwortung von sich auf andere und sucht überaus freudig einen Sündenbock.
Tut man zu der Versammlung nun noch ein paar mental etwas weiterentwickelte Menschen dazu, die aus welchem Grund auch immer fehlgeleitete Motive besitzen, ist es denen ein leichtes, die weniger versierte Masse aufzustacheln und unter sich zu scharen.
Das ist auch der Grund dafür, warum in Problembezirken und Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit die NPD tendenziell mehr Wählerstimmen einfährt, als anderswo.
Diesem gefährlichem Gedankengut kann man aber kaum entgegenwirken, indem man es aktiv bekämpft, beispielsweise mit Hackerangriffen. Das ist genau der falsche Weg.
Wie jeder vernünftige Mensch weiß, erzeugt Gewalt bloß Gegengewalt, Hass nur noch mehr Hass.
Zu allem übel kommt noch hinzu, dass rechtsextreme meist über ein überdurchschnittliches Gewaltpotenzial verfügen, oft aus der Verzweiflung ihrer eigenen Lage heraus.
So erhalten sie nur noch viel mehr das Gefühl, dass äußere Einflüsse sie bedrohen und sie rotten sich nur noch fester in ihrem Kollektiv zusammen.
Was es zu bekämpfen gilt, ist das extreme Gedankengut jeglicher Art und hier hilft nur, den Leuten mit Respekt und Toleranz gegenüberzutreten, sich ihre Probleme anzuhören und diese dann aktiv anzugehen.
Man muss sich vor Augen halt, dass i.d.R. niemand ohne Grund bestimmte Ansichten vertritt. Geht man gegen seine Ansicht vor, fühlt er sich angegriffen und wird sich verteidigen.
Es gilt also nicht die Ansicht zu bekämpfen, sondern die Gründe zu beseitigen, die überhaupt erst zu seiner extremen Ansicht führen.
Das tut man z.B. mit mehr Bildung, mehr Toleranz, mehr Öffentlichtkeitsarbeit, mehr Verantwortung, mehr Verständigung.
Positives aufeinanderzugehen um die Mauern abzubauen ist nötig anstatt mit aggresiven Aktionen die Fronten weiter zu verhärten.
Man muss nur zusehen, dass man den verirrten Schafen wieder die Wahl gibt, sich irgendeinen vernünftigen Weg auszusuchen, von alleine.
Dann wird sich auch das Problem mit extremen Gedankengut verflüchtigen...