Hitze im Büro

Ich arbeite in einem klimatisierten Büro sowohl beim aktuellen als auch beim vorherigen Arbeitgeber und erwarte das ehrlich gesagt auch. Meine Arbeiten an Serversystemen für mehr als 4000 Mitarbeiter sind geistig fordernd und Fehler haben fatale Konsequenzen, ein IT Backend Administrator kostet das Unternehmen mit Nebenkosten jährlich sicherlich 75k und in einem Büro sitzen 3 davon, also liegen die Personalkosten für ein Admin-Büro bei ~225k pro Jahr. Die Anschaffung für eine Klimaanlage liegt einmalig bei etwa bei 3k, dazu kommt eine jährliche Wartung und Dichtheitsprüfung für vielleicht nochmal 250€, dann haben wir über 5 Jahre ein TCO von unter 5k inkl. Strom. Ich habe selbst eine Mitsubishi Heavy Industries Klimaanlage privat von einer Firma einbauen lassen und da waren die Kosten in etwa in diesem Bereich für einen Raum - bei Multisplit mit einem Außengerät und mehreren Innengeräten sinkt der Preis pro Innengerät zusätzlich deutlich.

Wenn diese Klimaanlage auch nur an 10 Hitzetagen im Jahr dafür sorgt, dass die Administratoren am Nachmittag produktiv bleiben, anstatt blöd auf die Uhr oder den Ventilator zu gaffen, ist die Anschaffung allein wirtschaftlich schon ein Selbstläufer, zusätzlich zur höheren Zufriedenheit der Mitarbeiter, was im umkämpften Feld der Serveradministratoren auch kein Fehler ist.

Firmen, die hier keine Klimaanlage einbauen, sind einfach nur dumm.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: cruse, maloz, h00bi und eine weitere Person
Ich hatte im Rekordsommer 2015 mal knapp über 50° Grad auf meiner Lok..
Mein Arbeitgeber würde sogar lange Hosen "vorschreiben".. :/

Bei so einem Wetter spart man sich wenigstens die Sauna.. 😂
 
Eine vernünftige Klimaanlage läuft weit mehr als zehn Tage im Jahr. Unsere Klimaanlage lief dieses Jahr bereits an ~32 Tagen (nach Stunden). Ich will meine Freizeit doch vernünftig nutzen, sofern ich sie daheim verbringen möchte oder muss, und nicht erschöpft und demotiviert sein. Dazu kommen körperliche Annehmlichkeiten, die bei zunehmender Hitze unattraktiver werden.

Im Büro haben wir eine Klimaanlage. Ich würde für keinen Arbeitgeber bzw. an keinem Standort arbeiten, der keine Klimaanlage bietet.

Wer im Jahr 2018 meint, man bräuchte in Deutschland keine Klimaanlage, der muss gleichzeitig vertreten, dass man auch keine Heizung braucht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: PriestFan, Bärenmarke, Khaotik und 3 andere
Ich kann das einfach nicht verstehen. Natürlich sind Bauarbeiter draußen auch ohne Klimaanlage (wie denn auch?), aber gemessen an den Personalkosten ist die Anschaffung von Klimaanlagen für die Büros ein winzigster Bruchteil. Bei 50°C kann kein Mensch mehr in normaler Qualität arbeiten, da werden viel mehr Fehler gemacht, die Geschwindigkeit wird reduziert und die Zufriedenheit sinkt. Die Kosten sind binnen eines Sommers amortisiert und trotzdem ist das für viele Firmen noch Neuland. Im Dänischen Bettenlager gibt es in zahlreichen Filialen Klimaanlagen, die Mitarbeiter dürfen diese aber nicht einschalten. Das versteht doch wirklich niemand, welcher Kunde will denn Möbel und Betten bei 30°C Raumtemperatur kaufen? Wie kann man nur so engstirnig sein?
 
Wenigstens fahren wir die alten Kisten seit letzten Jahr nicht mehr...
Nur in Ausnahmefällen, wenn die neuen klimatisierten in Werkstatt sind... also zu 50% immer... 😁
 

Anhänge

  • IMAG1360.jpg
    IMAG1360.jpg
    529,4 KB · Aufrufe: 527
  • Gefällt mir
Reaktionen: DTFM
@Garinga

Das ist einfach unerhört und es wird am falschen Ende gespart.

Lange Hosen etc. muss man bei den Temperaturen als Arbeitnehmer wohl auch nicht mehr tragen. Die Kleidungsgrenze fängt (sofern keine anderen Maßnahmen getroffen werden) bereits ab 26°C an zu fallen...
 
PS: Der Versuch auf die Schnelle ein einfaches Monoblock-Klimagerät in Hannover zu erwerben scheitert dieser Tage kläglich :)
 
@Idon
Na ja.. kurze Hosen werden "geduldet"... sind halt öffentlicher Dienst...
Einen Sicherheitsaspekt hätte es auch, wenn ich in Maschinenraum rein muss, stehe ich einen halben Meter neben 15.000 Volt..
 
@Garinga

Im Öffentlichen Dienst wird viel geduldet, weil man es mit sich machen lässt. Ich weiß von Agenturen, die Klimaanlagen zwar für die Geschäftsführung haben, den normalen Mitarbeitern aber nicht einmal Ventilatoren angedeihen lassen wollen. Dazu kommen absurde Kleidungsregeln, die unter Ignoranz sämtlicher rechtlicher Vorschriften durchgeboxt werden sollen.



Zum Thema mobile Klimageräte: Ich kann aus eigener Erfahrung die großen Luft-Wasser-Geräte von DeLonghi empfehlen. Die sind leider typisch italienisch zusammengeklempnert, die Effizienz ist jedoch unerreicht. Dafür ist die Investitionssumme mit 650-800€ recht hoch. Hat mich damals während des Studiums (keine Stromkosten...) überleben lassen (Südseite, ohne Rolladen, nur ein Fenster, nur ein Zimmer inkl. Bett, PC, Kühlschrank).
 
Also wir haben bei uns im Büro konstant 22-24°C. Und grad das war für meine Stellenwahl sehr wichtig. Ich bin im direkten Fertigungsumfeld tätig die sowohl im Stockwerk unter uns als auch direkt außerhalb ist. Zudem sitzen wir an der Südseite des Gebäudes. Ohne Klima wäre hier ein Arbeiten kaum möglich. In der Fertigung hat es momentan gegen Mittag 35°C mit einer recht hohen Luftfeuchte vor allem mit einem gewissen Ölnebel basierend auf den Ausdünstungen der Produkte.
Ein Öffnung der Hallentore ist auch nur bedingt möglich, da die zugeführte Luft in die Fertigung extra konditioniert ist (Wassergehalt Luft) um Rost zu vermeiden.
Eine Klimatisierung der Hallen ist wirtschaftlich völlig unrentabel. Bei der Abwärme der duzenden Maschinen ist das kaum möglich. Alternativ wird sogar das Dach mit Rasensprengern gekühlt. Unter dem Dach hat es gut und gerne 60-70°C.

Im Moment ist für mich das Büro der angenehmste Ort überhaupt. Ich mache sogar freiwillig Überstunden um nicht in der größten Hitze nachhause zu kommen. (Dachgeschoss)
Wasser gibt es für alle angestellten Umsonst und gekühlt an vielen Wasserspendern. Das wird auch sehr gut angenommen. Die Arbeiter draußen brauchen etwa 3 Shirts pro Tag. :freak: Gesund ist das auf Dauer sicher auch nicht. Eigentlich müsste die Firma hier auch isotonische Getränke bereitstellen. Man verliert beim Schwitzen ja doch auch sehr viel Mineralien und Salze. Reines Wasser ist da ja recht ungenügend um das auszugleichen.
 
Na ja.. kurze Hosen werden "geduldet"... sind halt öffentlicher Dienst...

Bist du noch Beamter der Bundesbahn, oder seit wann wäre dann die DB AG "öffentlicher Dienst"?

Kein Angriff, deute das Bild nur als DB wegen PZB..

Bei mir im Büro/Werkstatt haben wir seit 1 Jahr eine Klima und das ist echt eine Erhöhung der Qualität.

in Meiner ersten Ausbildung hatte es in der Industrie in der Halle bei Heißabfüllung oft über 40 Grad ohne Klima, Sonnenschutz oder sonstiges. Gab halt dafür Hitzezuschlag und 0,5 Stunden extra als "Waschpause".
 
Idon schrieb:
Unsere Klimaanlage lief dieses Jahr bereits an ~32 Tagen (nach Stunden).

Damit bist du glaub ich der einzige den ich (und auch meine Freundin) kenne der in seinem Privathaushalt eine eingebaute Klimaanlage hat - was kostet soein Spaß eigentlich?
 
So selten ist das gar nicht. Kenne viele die das gerade bie Neubauten machen haben lassen.

Kostet schon ein paar tausend Euro, dann noch Installation vom Fachbetrieb und am besten eine jährliche Wartung wegen Dichtighkeit usw.
 
Hylou schrieb:
Damit bist du glaub ich der einzige den ich (und auch meine Freundin) kenne der in seinem Privathaushalt eine eingebaute Klimaanlage hat - was kostet soein Spaß eigentlich?

Kommt auf die Qualität der Anlage an und ob man nachrüstet oder beim Neubau direkt daran denkt.

Nachrüst ca.: 2 Splitgeräte (z. B. Wohnzimmer und Schlafzimmer) mit zusammen ~65qm und diversen Wärmeerzeugern mit Mitsubishi Außenteil (das größte Gerät der "Haushalts-Geräte" mit 6,4kW oder so) inkl. Montage und WiFi/SmartHome-AddOn etwa 6000€ im Rhein-Neckar-Gebiet durch einen bekannten und seriösen Fachbetrieb.
Für genaue Details schaue ich gerne nochmal in die Rechnung.

Für billig ("Fachbetrieb"/Eigenleistung und Baumarkt) kommt man wohl ab ~1.000€ mit einem Splitgerät hin.

Hauptunterschiede sind Lautstärke des Außenteils und Effizienz. Wer also keine Nachbarn hat, der kann hier auch direkt sparen.

Jährliche Wartung: Etwa 250€ in der Übergangswohnung mit zwei Splitgeräten und einem Außengerät. Im neuen Haus wird's etwas mehr, schätze ich. Wie beim PKW: Solange Garantie drauf ist jährliche Wartung, danach reicht (wenn man keine Vollklima hat) alle 2 Jahre oder auch nur alle 3 Jahre sofern es nicht muffig riecht.


In unserem alten Haus hatten wir fünf mobile Klimageräte (PAC 125/127/128), eine Nachrüstung war aufgrund Denkmalschutz etc. nicht möglich. Für unseren Neubau liegen die Klimakosten bei etwa 40.000€ (Vollklimatisierung, etwas über 220qm Wohnfläche auf zwei Etagen, Redundanz beim Außengerät).


Wir sind halt typische Stubenhocker. Da lohnt sich das mehr als für den Feierhengst, der eh nur im Schwimmbad, in der Disco oder sonst wo extern abhängt.
 
Komplette Eigenleistung wird schwierig weil man die Klima dann nicht in Betrieb nehmen darf.
Hatten in der Fa auch so ein Baumarktteil knapp 800 und dann noch 300 für Inbetriebnahme.

Das Ding war dsnn kaputt nach 1 Jahr haben dann ein Markengerät gekauft.

Aber Klima wird immer wichtiger
 
Ich stimme dem, was @Stunrise schreibt, zu 100% zu.

Ab 27 Grad im Büro finde ich es schon sehr grenzwertig.
Bei uns, alle Büros sind vollklimatisiert, hat es konstant zwischen 23-24 Grad. Wenn die Sonne auf unsere Seite kommt, lassen wir die elektrische Jalousie runter.

Deshalb bin ich aktuell lieber im Büro als daheim.
Dachgeschoss, jetzt aktuell im Schlafzimmer 30,5 Grad.
Eine mobile Klimaanlage von Trotec bringt nur was wenn sie läuft - aufgrund der Lautstärke ist es allerdings nicht für das SZ geeignet.

Wenn ich aber >27 Grad im Büro hätte und es keine Klima gibt, würde ich als AG meinen Mitarbeitern so ein Teil (oder mehrere) ins Büro stellen.
Lieber das Hintergrundbrummen als dass die Mitarbeiter aufgrund der Hitze umfallen oder deren Leistung stark beeinträchtigt ist.
 
hamju63 schrieb:
Da dies 'einmalig' die wärmste Periode der letzten 100 Jahre ist, wird darauf geschlossen, dass es für die Zukunft typisch sein wird?
Das muss mir mal jemand plausibel aufschlüsseln :D
wer hat behauptet das es einmalig ist ?
wenn man die letzten jahre zugrunde nimmt ist schon eine deutliche Tendenz erkennbar.
2014 hat den "preis" fürs wärmste jahr seit Aufzeichnung "gewonnen"
ein jahr später wurde er gebrochen, 2016 wurde er gebrochen, 2017 wurde er gebrochen und jetzt wurde er wieder gebrochen.

z.b.: https://www.stuttgarter-nachrichten...ge4.9b0a350f-5a3f-47a1-9eca-f643241f497c.html
(man kann auch direkt die ipcc berichte konsultieren.)
Stunrise schrieb:
[..]
Firmen, die hier keine Klimaanlage einbauen, sind einfach nur dumm.
so siehts aus.
die Klimaanlagen selbst produzieren aber auch genug Abwärme ;)
Khaosprinz schrieb:
aufgrund der Lautstärke ist es allerdings nicht für das SZ geeignet.
tagsüber laufen lassen ;)
Hylou schrieb:
Damit bist du glaub ich der einzige den ich (und auch meine Freundin) kenne der in seinem Privathaushalt eine eingebaute Klimaanlage hat - was kostet soein Spaß eigentlich?
ne festverbaute ab 2000€.
eine gute mobile ab 500€
snickii schrieb:
Ich gebe doch keine 200€ aus für 10 Tage im Jahr. :freak:
inzwischen sinds leider deutlich mehr wie 10 tage. ich würde das Geld ausgeben ^^
ich würde sogar deutlich mehr wie 200€ dafür ausgeben ^^
 
Zuletzt bearbeitet:
Tagsüber laufen lassen bringt bei den mittlerweile total aufgehitzten Wohnungen nichts. Gerade in Dachgeschossen sind - vor allem mobile Klimageräte - einfach nur mit tatsächlich kühler Luft arbeitende Ventilatoren.

Das gibt natürlich dennoch erheblichste Lebensqualität.
 
Zurück
Oben