Hoher Ping und Abbrüche im lokalen Netzwerk

VincenzoKoestle

Cadet 3rd Year
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März 2014
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Liebe ComputerBase Gemeinde!

Folgendes Szenario: Wir haben unser Nebenhaus nun auch ans Netzwerk angeschlossen jedoch kommt es sporadisch zu Abbrüchen und sehr hohen Pings (bis zu 30.000ms). Da ich nicht viel Ahnung habe von Netzwerktechnik weiß ich auch nicht wo ich suchen soll.

Der Weg ins Nebenhaus sieht folgendermaßen aus:

Router>----<unmanaged Switch>---<50m Cat6 UTP Outdoorkabel durch den Garten und in den Dachboden>---<unmanaged Switch auf dem Dachboden (um weitere Gebiete zu erschließen)>---<20m Cat6 FTP Patchkabel durch den Dachboden und die Wand runter>---<AP mit LAN Brücke>

Die Verbindung funktioniert zu 90% der Zeit mit voller Geschwindigkeit aber manchmal ist es einfach weg und wenn ich versuche den Router anzueignen kommt entweder Timeout oder ein Ping von 10-30.000ms. Wirklich reproduzieren konnte ich es bisher nicht, es scheint ohne speziellen Anlass zu passieren.

Jemand eine Idee?

Danke schonmal vielmals für eure Hilfe!!
 
50 m steht da oben?

BFF
 
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Ja... habe ich erst später gesehen und meine Frage angepasst..
 
Zuletzt bearbeitet:
mcbarney schrieb:
Hi

Ist die Verbinfung zum Nachbarhaus via WLAN gelöst ?

Gruß

Dirk

Nein, über das 50m Patchkabel. Aber weiß nicht wo ich anfangen soll zu suchen...
Ergänzung ()

Könnte es daran liegen, dass es ein UTP Kabel ist und aufgerollt auf dem Dachboden liegt? (nicht geschirmt)
 
Zuletzt bearbeitet:
mh... ok... ich gehe jetzmal davon aus das der Client auf dem das Problem auftritt am Switch auf dem Dachboden per Kabel angeschlossen ist. Hast Du auch Clients direkt am Router oder am ersten Switch in der Kette per Kabel angeschlossen ? Wenn ja gibt es an diesen Clients auch Probleme ?
 
mcbarney schrieb:
mh... ok... ich gehe jetzmal davon aus das der Client auf dem das Problem auftritt am Switch auf dem Dachboden per Kabel angeschlossen ist.

So ungefähr, wie oben geschrieben hängt an dem Switch über Cat6 ein AP und über den AP ist der Client angeschlossen bei dem das Problem auftritt.

mcbarney schrieb:
Hast Du auch Clients direkt am Router oder am ersten Switch in der Kette per Kabel angeschlossen ? Wenn ja gibt es an diesen Clients auch Probleme ?
Ja am 1. Switch hängen viele Geräte - alle laufen ohne Probleme.
 
ah ok... jetzt können wir das Ganze etwas eingrenzen... Hast Du schon mal den Client direkt an den Switch per Kabel auf dem Dachboden angeschlossen ?? Wenn ja gibt es dann auch Probleme ?

Wenn Du dann auch Probleme hast, liegt es an der Strecke zwischen den Switchen. Leider hast Du keine manged Switche. Bei diesen hätte man ggf. die Möglichkeit zu schauen ob Fehler an den Uplink Ports autreten die auf einen Kabeldefekt hinweisen.

Hast Du eventuell einen Elektriker im Freundeskreis der auch LAN Kabel verleget. Wenn ja , frage den mal ob er ein Kabelmessgerät in der Firma hat und die Strecke mal prüfen kann.

Für privat und eine einmalige Messung ist so ein Messgerät zu teuer.

Grundsätzlich sollte man geschirmte Kabel auf langen Strecken verwenden.

Ich vermute aber eher das dir irgendetwas deine Funkverbindung zwischen Client und AP störrt. Hast du Stromleitungen auf dem Dach ?
 
Zuletzt bearbeitet:
Erstmal vielen Dank für deine ausführliche Antwort!!

mcbarney schrieb:
ah ok... jetzt können wir das Ganze etwas eingrenzen... Hast Du schon mal den Client direkt an den Switch per Kabel auf dem Dachboden angeschlossen ?? Wenn ja gibt es dann auch Probleme ?
ist etwas schwierig dort oben, habe mich aber grade direkt über das Kabel an den Switch gehängt und es scheint einwandfrei zu funktionieren!

mcbarney schrieb:
Wenn Du dann auch Probleme hast, liegt es an der Strecke zwischen den Switchen. Leider hast Du keine manged Switche. Bei diesen hätte man ggf. die Möglichkeit zu schauen ob Fehler an den Uplink Ports autreten die auf einen Kabeldefekt hinweisen.

Grundsätzlich sollte man geschirmte Kabel auf langen Strecken verwenden.
Hab halt leider zum Outdoor verlegen nur UTP Kabel gefunden, keine FTP - weiß auch nicht warum...

mcbarney schrieb:
Ich vermute aber eher das dir irgendetwas deine Funkverbindung zwischen Client und AP störrt. Hast du Stromleitungen auf dem Dach ?
Ich glaube damit könntest du recht haben, werde mir morgen mal einen anderen AP besorgen und schauen ob es dann klappt, danke dir!!
 
Bitte erkläre mal, wie du es geschafft hast, nur UTP Outdoorkabel zu finden... Fülle ich $beliebige-Suchmaschine mit "outdoor verlegekabel" sind die ersten Treffer alle S/FTP geschirmt aber sei es drum...

Bevor du jetzt los rennst und einen neuen AP kaufst: Teste bitte das Endgerät am Kabel, an dem der AP hängt um auch dieses Kabel auszuschließen. Tritt der Fehler dann weiterhin auf kann es am AP liegen. Das muss aber nicht zwangsläufig ein Defekt des Geräts bedeuten sondern Einstellungssache sein oder eben generell am WLAN, da jedes Funkprotokoll eben äußeren Störeinflüssen unterliegt.
 
snaxilian schrieb:
Bitte erkläre mal, wie du es geschafft hast, nur UTP Outdoorkabel zu finden... Fülle ich $beliebige-Suchmaschine mit "outdoor verlegekabel" sind die ersten Treffer alle S/FTP geschirmt aber sei es drum...
Um ehrlich zu sein, kenn mich nicht wahnsinnig aus mit Netzwerktechnik. Zum Zeitpunkt der Verlegung wusste ich um den Unterschied zwischen Patchkabel und Verlegekabel nicht so recht Bescheid und habe auf Amazon einfach Cat6 50m Outdoorkabel eingegeben (was da kommt ist alles UTP Patchkabel). Im Nachhinein hätte ich natürlich lieber ein Verlegekabel verlegt. Wobei das mit UTP vermutlich gar nicht so schlecht ist - Stichwort Potentialausgleich. Da ist eh kein Stromkabel in der Nähe von daher sollte das eigentlich nicht der Grund sein.

snaxilian schrieb:
Bevor du jetzt los rennst und einen neuen AP kaufst: Teste bitte das Endgerät am Kabel, an dem der AP hängt um auch dieses Kabel auszuschließen. Tritt der Fehler dann weiterhin auf kann es am AP liegen. Das muss aber nicht zwangsläufig ein Defekt des Geräts bedeuten sondern Einstellungssache sein oder eben generell am WLAN, da jedes Funkprotokoll eben äußeren Störeinflüssen unterliegt.
Genau das habe ich nach mcbarneys Hinweis mal gemacht - kommt ja auch keiner drauf 🙄 Dachte ich hätte beim Verkabeln was nicht richtig gemacht. Habs an dem Kabel wie gesagt getestet und es lief einwandfrei. Werde mir gleich nachher einen AP aus dem anderen Gebäude schnappen und das ganze mal kurz testen.
Danke dir auf jeden fall! Ich werde dann berichten :)
 
Ich merk schon... sich vor einem Kauf zu informieren ist nicht mehr in Mode. Lieber blind irgendwas kaufen und danach in Foren um Hilfe bitten, ist ja auch einfacher :D
Aber jetzt bin ich neugierig geworden: Bitte was hat die Art der Schirmung mit dem Potentialausgleich zu tun? Das musst du mir aber erklären. Denn Strom kann problemlos über die Adern im Kabel fließen unabhängig ob und wie geschirmt ist. Deine Daten die über das Kabel gehen sind ja auch nichts anderes als Elektronen.
 
snaxilian schrieb:
Ich merk schon... sich vor einem Kauf zu informieren ist nicht mehr in Mode. Lieber blind irgendwas kaufen und danach in Foren um Hilfe bitten, ist ja auch einfacher :D
Zum Zeitpunkt des Kaufes war ich im Ausland in den Bergen und war froh, dass Amazon überhaupt aufging. Viel informieren war da nicht. Da ich aber nach Rückkehr an meiner Bachelorarbeit arbeiten musste, war es wichtig das direkt umzusetzen. Informationen einholen habe ich dann sogleich nachgeholt um sicherzugehen dass ich alles halbwegs richtig gemacht hab. Abgesehen davon ist es wahnsinnig schwierig sich Infos einzuholen weil jeder etwas anderes sagt.

snaxilian schrieb:
Aber jetzt bin ich neugierig geworden: Bitte was hat die Art der Schirmung mit dem Potentialausgleich zu tun? Das musst du mir aber erklären. Denn Strom kann problemlos über die Adern im Kabel fließen unabhängig ob und wie geschirmt ist. Deine Daten die über das Kabel gehen sind ja auch nichts anderes als Elektronen.
Klär mich gern auf wenn ich da falsch liege, aber habe hier in Forum von einem Nutzer gelesen, dass die Ausgleichströme über die Ummantelung fließen und nur eher selten bis gar nie über die Adern selbst?
Quelle: https://www.computerbase.de/forum/threads/lan-verkabelung-zwischen-zwei-gebaeuden-cat-6.1233153/
Wenn das falsch ist - das Nebenhaus hat einen eigenen Stromkreis. Was gilt es da jetzt zu beachten damit das ganze nicht schief geht? 😬
Danke für deine Hilfe und Liebe Grüße
 
Jetzt wo du es sagst habe ich auch immer das dringende Bedürfnis bei einer Wanderung in den Bergen spontan und kurzfristig irgendein Kabel zu kaufen.</ironie> Muss ja ein sehr kurzfristiges Vorhaben gewesen sein wenn man sich nicht vorher/nachher in Ruhe darum kümmern kann :rolleyes:

Theoretisch ja, praktisch reden wir uns dann nochmal falls mal ein Blitz in eins der zwei Häuser einschlägt. Der VDE hat dies mal untersucht: https://www.vde.com/de/blitzschutz/arbeitsgebiete/faq/ueberspannungsschutzimlan
tl;dr Auch bei galvanischer Trennung im Switch & Patchpanel kann es zum Durch-/Überschlag kommen wenn sehr hohe Ströme auftreten. Was zu tun ist: Potentialausgleich herstellen und das kann jeder halbwegs brauchbare Elektriker korrekt für dich erledigen.
 
VincenzoKoestle schrieb:
Wenn das falsch ist - das Nebenhaus hat einen eigenen Stromkreis.
Damit ist deine Installation unzulässig. Egal ob das Kabel geschirmt ist oder nicht. Aus dem verlinkten Thread hast Du wohl nur die Info rausgezogen, die in deinen Kram gepasst hat. Wenn im Fehlerfall (zum Beispiel der von @snaxilian beschriebene, es gibt aber noch viele andere) Ausgleichströme über Leitungen fließen, die dafür nicht gedacht sind, kann es von Hardwaredefekten bis hin zum Wohnungsbrand kommen. Keine Versicherung wird dafür aufkommen, da Du grob fahrlässig gehandelt hast.
Dir bleibt im Nachhinein nur die galvanische Trennung.
Hier nochmal das was auch schon 2013 galt: http://www.xn--gebude-vernetzen-xnb.de/

snaxilian schrieb:
Was zu tun ist: Potentialausgleich herstellen und das kann jeder halbwegs brauchbare Elektriker korrekt für dich erledigen.
Nein. Dazu ist eine Genehmigung des EVU erforderlich.
 
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Ich denke das Problem ist vorwiegend, dass hier aus blindem Aktionismus gehandelt wurde, ohne überhaupt darüber nachzudenken und/oder sich zu informieren was man da tut. Wie schon erklärt wurde ist die elektrische Verbindung zweier Gebäude mit eigenem Stromkreis buchstäblich brandgefährlich und ist somit unbedingt zu vermeiden.

Entweder das muss von einem zertifizierten Elektriker gemacht werden, der ggfs alle notwendigen Genehmigungen einholt, oder es wird über eine nicht-elektrische Leitung realisiert, zB via LichtWellenLeiter oder WLAN-Brücke. Blauäugig ein Kupferkabel im Garten zu verbuddeln, kann nicht nur den finanziellen Ruin bedeuten, wenn die Bude abfackelt und die Versicherung nicht zahlt, sondern im worst case auch Menschenleben fordern!

Bevor man sich auch nur ansatzweise mit dem Latenzproblem beschäftigt, sollte - nein, MUSS - die Gebäudeverbindung auf zu(ver)lässige Beine gestellt werden!

- Kupferkabel ausbuddeln und stattdessen LWL-Kabel einbuddeln + MedienWandler auf beiden Seiten
oder
- Kupferkabel liegen lassen und auf beiden Seiten abstöpseln und stattdessen zwei Richtfunk-APs (zB eine 60 GHz Wifi-Bridge von MikroTik) für den Gebäude-Uplink nutzen

Eventuell wird damit auch gleich das Problem mit den Latenzen gelöst, weil eben durch den Potentialunterschied durchaus auch Fehler bei der Übertragung entstehen können und somit Paketverluste auftreten.
 
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Erstmal vielen Dank für eure ausführlichen Antworten! Ich weiß das sehr zu schätzen.
Ich habe mich nach besten Gewissen bemüht zu informieren wie man ein derartiges Vorhaben umsetzt aber leider ist es im Internet sehr schwierig, weil jeder was anderes sagt. Auch hier wieder - einer sagt Potentialausgleich reicht, der andere sagt auf keinen Fall - galvanische Trennung muss her.
Ein Potentialausgleich zwischen den Häusern gibt es mW schon seit 18 Jahren - ich weiß nicht ob sich da inzwischen was geändert hat? Jetzt weiß ich auch wieder nicht was ich glauben soll. Reicht das aus, oder nicht?

WLAN Brücke ist keine Alternative weil viel zu dicke Mauern. Lichtquelle hätte ich natürlich bedenken sollen.

Zu oben: Es war wie von mcbarney vermutet der AP - die Verbindung ist jetzt stabil. Aber anscheinend ist das mein kleinstes Problem?
 
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