Nochmal zum Topic/Thema:
Ich denke nicht, dass es hier um eine "Scheindebatte" oder gar die Einschränkung von Freiheitsrechten geht. Ich glaube viele sind sich gar nicht bewusst darüber, wie glimpflich der Vorfall von Hamburg abgelaufen ist.
Das Problem an dem ganzen Thema stellt sich für mich anders da:
Bei den sogenannten „Facebook-Parties“ haben die Behörden, aufgrund der Kurzfristigkeit und sofern sie überhaupt informiert sind, wenig Möglichkeiten ausreichende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Sofern die Behörden informiert sind stellt sich zudem die Frage, wieviele Personen denn tatsächlich kommen. Es ist somit vielmehr eine Frage des Sicherheitsaspektes.
Ich habe in einem Fernsehbericht die örtlichen Gegebenheiten in Hamburg gesehen. Es ist eine Wohnstrasse und das Wohnhaus des Mädchens ist nur über einen schmalen Fußgängerweg zugänglich, d.h. das Ziel- bzw. Wohnhaus hat keinen direkten Anschluss zur Wohnstrasse.
Jetzt werden sich wohl die meisten von uns ausmalen können was hätte passieren können, wenn innerhalb von kürzester Zeit, und möglicherweise ohne Kenntnis der Behörden, 16.000 Menschen versucht hätten zum Wohnhaus des Mädchens durchzukommen. Hier hätte es unter ungünstigen Umständen ganz schnell zu einer handfesten Massenpanik kommen können. Ich bezweifel ganz stark, dass allein die Wohnstrasse 16.000 Menschen verkraftet hätte. Spätestens der schmale Fußgängerweg zum Wohnhaus des Mädchens wäre zum Nadelöhr geworden und die teilweise betrunkenen Gäste hätten vermutlich von hinten nachgeschoben. Da hätten nur ein paar Personen stürzen müssen und nachfolgende ebenfalls, dann hätte man ein ähnliches Horror-Szenario gehabt, wie beim
Unglück bei der Loveparade 2010. Und diese Vorstellung ist alles andere als abwegig. Die Menschen die sich am Rand der Wohnstrasse befunden hätten, hätten vielleicht über die Vorgärten der Anwohner einen Fluchtweg gehabt. Die Menschen die sich vorne am Nadelöhr befunden hätten, hätten keine Fluchtmöglichkeit gehabt. Googelt mal nach den Bildern von der Massenpanik auf der Loveparade. Parallelen durch örtliche Begebenheit, mangelnde Ausweichmöglichkeiten, und Menschenmenge sind durchaus gegeben.
Insofern Glück im Unglück, dass es in Hamburg letztendlich nur 1.600 Menschen waren, die Behörden kurzfristig Personal bereitstellen konnten und dass es "nur" zu Sachbeschädigungen, leichten Körperverletzungen und zugemüllten Strassen bzw. Vorgärten gekommen ist. Es zeigt aber auch, dass es ohne die Polizei leider
nicht geht. Und sei es nur, um den Vandalismus im Zaum zuhalten.
Resümierend kann ich somit den Vorwurf von Herrn Spitz nicht teilen. Entweder ist er sich über die o.a. potenzielle Problematik bzw. Sicherheits-Risiken nicht bewusst oder er initiert eine Scheindebatte zur vermeintlichen "Scheindebatte" um sich einen Namen zu machen und um Sympathiepunkte bei den vielen jungen Facebook-Usern zu sammeln.
EDIT
Damit manche eine Vorstellung davon bekommen wie voll die Wohnstrasse bereits mit 1.600 Menschen war, habe ich ein paar Bilder hinzugefügt. Die 10-fache Menge an Menschen wäre definitiv zum Problem geworden. Speziell ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen. Sofern dies bei den örtlichen Gegebenheiten überhaupt möglich wäre.
Btw und zum Abschluss mal ein heiterer Gedankengang zum Thema:
Was wäre gewesen, wenn 16.000 Menschen gekommen wären und jeder einzelne ihr ein Geburtstags-Geschenk überreicht hätte?
