Gut, daß du auf die Provokation eingehst.

Wenn deine Haltung kritikfest und stimmig sein soll, dann kannst du nur entweder ganz gegen den Tod sein - oder gar nicht. Das heißt, daß man selbst jemanden wie Saddam Hussein vor einem Lynchmob schützen müßte, um ihn einem ordentlichen Gerichtsverfahren zuzuführen. Gibt man diese Grundsätze ein einziges Mal auf, verletzt man sie bereits schwer. Es darf keine Ausnahmen geben.
Btw, aus diesem Mordverbot ergibt sich nicht zwangsläufig Pazifismus. Du weißt ja, ich bin auch dafür, daß Saddam für seine Verbrechen vor Gericht gestellt wird, so wie derzeit Milosevic.
Nur ärgert es mich gewaltig, daß so ein dummer und infantiler Mensch wie George Bush offenbar als einziger die Macht und den Willen hat, etwas zu unternehmen (abgesehen von Blair und der Handvoll internationeler Befürworter dieses Kurses).
Ich halte diese Mordabsichten für einen kuriosen Auswuchs des von den USA propagierten "Surgical Strike" (chrirurgischer Schlag = nur das Übel wird vernichtet; wenige bis keine Kollateralschäden). Bush weiß genau, daß ein militärisches Eingreifen zuerst ausgiebig Zivilisten treffen wird, weil dieser Surgical Strike ein Märchen ist - daher dieser Versuch, das Ziel irgendwie durch die Hintertür zu erreichen.
Abgesehen davon würde es auch gar nicht reichen, allein Saddam zu töten. Eine Kugel hat noch nie etwas erschaffen, sondern nur zerstört. Wenn jemand im Irak interveniert, dann ist er verpflichtet, später wirklich den Wiederaufbau anzugehen und zu
helfen. In dieser Frage halte ich die Bush-USA für unwillig und verständnislos, was für mich das Dilemma abrundet.