blei2k schrieb:
@peterplan: ich will mal nicht so sehr aufmucken jetzt - den ich weiss von deinen anderen beiträgen das du mehr plan :-) hast von der materie als ich. aber dennoch:
Von Aufmucken kann doch keine Rede sein. Fragen sind immer erlaubt. Ich würde mich nie einem fruchtbaren Diskurs verweigern.
Also der Reihe nach:
blei2k schrieb:
schiebt man die dinger aufgrund von platzmangel gegen die wand , dann is der ausgang doch quasi dicht. das muss einen unterschied ausmachen.so war es gemeint. gut is jetzt aber auch albern , denn soweit sollte jeder selber denken können und zumindest ein paar cm luft sein müssen.
Du hast es schon richtig erkannt. Zustopfen sollte man das Rohr natürlich nicht.
Aber zwei Zentimeter Abstand genügen.
blei2k schrieb:
da bitte ich mal um aufklärung: warum sollte ein aktiver lautsprecher bei kleineren volumen einen gleich grossen tiefgang erreichen können wie ein passiver grösserer?
Grundsätzlich muss ein jedweder Lautsprecher entzerrt werden, damit sich aus dem Zusammenspiel der einzelnen Chassis eine lineare Amplitude über den gesamten Frequenzgang ergibt. In der Regel haben Hochtöner den höchsten Kennschalldruck (Im Volksmund heißt es oft Wirkungsgrad, dieser Begriff ist aber eigentlich nicht korrekt) wohingegen Tieftöner den niedrigsten besitzen. Um das ganze zu homogenisieren, werden die kleineren Chassis üblicherweise auf das Niveau des Tieftöners herabgesenkt. Dies passiert mittels Frequenzweiche.
Bei passiven Frequenzweichen (so genannte "Verlustweichen") realisiert man das über Widerstände, der Tieftöner gibt meistens den endgültigen Kennschalldruck vor, alles was darüber ist, wird in der Weiche sozusagen "verbrannt" um das Niveau des Tieftöners zu erreichen. Wie man sich denken kann, wird dabei eine Menge Leistung verschenkt, doch dazu später mehr.
Mit aktiven Weichen ist das viel angenehmer, da man nicht nur auf Widerstände zurückgreifen muss. Laienhaft ausgedrückt ist eine aktive Frequenzweiche sowas wie ein Equalizer, mit dem man gezielt die Stromzufuhr der einzelnen Chassis anheben oder absenken kann. Die Verlustleistung ist etwa um den Faktor 10 geringer.
Da der mögliche Tiefgang eines Lautsprechers aus dem Zusammenspiel von Tieftöner, Gehäuse und Frequenzweiche resultiert, sind die Möglichkeiten bei passiven Konstruktionen sehr schnell ausgereizt. Bei aktiven Weichen kann man den Bassbereich jedoch gezielt entzerren (anheben), dadurch dass man mehr Energie zur Verfügung hat, ist der Spielraum größer. Ein kleiner Lautsprecher wird praktisch mit roher Gewalt dazu gezwungen, tiefer zu spielen.
Der extrem geringe Signalweg zwischen Verstärker, der ja direkt in der Box sitzt, und den Chassis, trägt auch nochmal einen sehr geringen Teil dazu bei, dass aktive Boxen einfach mehr aus ihren Chassis herausholen können, bei gleicher Stromzufuhr.
Außerdem ist die elektrische Koppelung zwischen Chassis und Verstärker bei aktiven Weichen deutlich stärker, was sich besonders bei der Basspräzision bemerkbar macht. Das Chassis "schert weniger aus" und kann weniger Eigenleben entwickeln, die Box klingt besonders im Grenzbereich kontrollierter. (Stichwort Dämpfungsfaktor)
Man sollte einen Nachteil übrigens nicht unerwähnt lassen: Aktive Lautsprecher haben idR einen etwas geringeren Maximalpegel. Allerdings ist auch eine Aktivbox praktisch nicht kaputt zu kriegen, wenn man nicht gerade Grenzerfahrungen betreiben will.

Im übrigen haben die besseren Aktivboxen einen Limiter eingebaut, der eine Überlastung des Lautsprechers verhindert.
blei2k schrieb:
beim tiefgang geb ich dir recht. aber schaffen die behringer da mehr? ich habe diese zwar mal gehört... allerdings wurde sich bei dem abend mehr auf die flasche havanna als um die schallquellen gekümmert :-)
dann stellt sich noch die frage : sitzt der te beim filme gucken und musik hören steif vorm pc mit 50cm abstand zu den lautsprechern... oder liegt er doch eher mal so 3m entfernt aufm oder der couch?
Nö, die Behringer schaffen bestimmt nicht viel mehr. Aber sie sind deutlich kleiner. Um das genau zu sagen müsste ich verlässliche Messdaten zur Verfügung haben. Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Physik, die dahinter steckt.
blei2k schrieb:
dann stellt sich noch die frage : sitzt der te beim filme gucken und musik hören steif vorm pc mit 50cm abstand zu den lautsprechern... oder liegt er doch eher mal so 3m entfernt aufm oder der couch?
Das beste Ergebnis erzielt man natürlich, wenn man im Sweetspot sitzt. Das gilt aber für jeden Lautsprecher. Der bessere Tiefgang macht sich aber auch (oder besonders

) auf einer Couch bemerkbar.