Die Lage hier wird noch relativ entspannt geschildert. Das liegt wohl darin, dass die meisten in Lohn und Brot sind und als Erfahrene in ihren Berufen den Umwälzungen des Marktes nicht so stark ausgesetzt sind.
Die offenen Stellen für (junge) Informatiker sind seit 2022 um teilweise bis zu 3/4 eingebrochen. Entsprechend bewerben sich mitunter schon Erfahrene auf Juniorstellen, weshalb Berufseinsteiger noch weniger Chancen haben. Ich habe Bachelor-Absolventen gesehen, die nach erfolglosen Bewerbungen eine Ausbildung als Elektriker angefangen haben, weil sie kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt sehen.
Man kann natürlich hergehen und sagen, dass Unternehmen derzeit austesten, wie viele Mitarbeiter sie sich durch die Nutzung von KI sparen können.
Gleichzeitig investieren Unternehmen immer weniger in den Standort Deutschland und das hat zur Folge, dass Stellen hierzulande abgebaut und woanders wieder aufgebaut werden und entsprechend verloren gehen.
Es ist schwer zu sagen, wie die Entwicklung weitergeht. Ich gehe davon aus, dass KI nach der Informatik auch weitere Bereiche tiefgehend verändern wird.
Arboster schrieb:
Das ist jetzt einfach noch zu früh um zu sagen "seht her, KI hat keine negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt".
Man muss zwischen der schlechten wirtschaftlichen Lage und der KI als Produktivitätsmultiplikator unterscheiden. In der IT ist er schon ziemlich eingeschlagen. Das merken sowohl Bewerber als auch Recruiter. Die Bewerberzahlen sind explodiert, weil immer weniger gesucht werden, also bewerben sich viel mehr Leute auf eine Stelle.
MilchKuh Trude schrieb:
Jungen Leuten empfehle ich dringend entweder was mit Menschen wie Pflege oder was mit den Händen wie Handwerker oder was für den Staat wie Polizei oder Feuerwehr zu lernen.
BWL zu studieren hat keine Zukunft...
Ich denke hier geht es nicht nur um BWL. Es gibt einen Haufen Studiengänge, die so schon kaum eine Daseinsberechtigung haben.
Ich kenne einen Dr. in der Chemie, der seit 2 Jahren sucht. Bei Ingenieuren sieht's auch nicht gut aus bei der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Und die Rüstungsindustrie stellt nur ein paar Leute ein.