@Zhenwu Alles gut, gehen wir nicht mehr drauf ein
Gutes Beispiel! Der EDEKA-Clip ist ein Meisterwerk, weil er ein tief sitzendes, menschliches Ur-Bedürfnis anspricht. Da bin ich voll bei dir: Die Vorstellung, den eigenen Tod vorzutäuschen, um der Einsamkeit zu entkommen, entspringt einer menschlichen Melancholie, die eine KI (noch) nicht nachvollziehen kann.
Aber lass uns die Kirche im Dorf lassen:
Du sagst, du willst eine Welle erzeugen, nicht nur mitschwimmen. Absolut richtig für eine Marken-Ikone. Aber um diese eine Welle (wie den EDEKA-Clip) zu erzeugen, braucht es heute ein ganzes Team, das monatlich hunderte 'normale' Wellen (Social Media Content, Banner, Adaptionen) reitet, damit die Marke im Gespräch bleibt. Wenn die KI diese 99 % übernimmt, hat der Kreativdirektor endlich wieder die Zeit, 3 Monate an
der einen emotionalen Bombe zu tüfteln.
Eine KI hat zwar keine eigenen Gefühle, aber sie ist der beste Spiegel, den wir je hatten. Sie hat jedes Buch, jedes Drehbuch und jede Tränen-ziehende Werbung der letzten 50 Jahre analysiert.
Sie weiß, dass 'Einsamkeit im Alter' + 'Weihnachten' + 'überraschende Wendung' = maximale emotionale Reaktion bedeutet.
Sie kreiert die Emotion nicht selbst, aber sie liefert uns das 'Rezept' dafür, was bei uns Menschen die Tränendrüsen aktiviert.
Du sagst, eine gute CI/CD muss den Rahmen verlassen. Ich würde sagen: Eine gute CI/CD definiert den Rahmen so präzise, dass man ihn erst erkennt, wenn er gebrochen wird. KI ist perfekt darin, diesen Rahmen konsistent zu halten (Farben, Fonts, Tonalität), damit der Mensch weiß, wo er den Hebel ansetzen muss, um ihn emotional zu sprengen.
Mein Fazit für den Moment:
KI wird vermutlich nie die Träne vergießen, die sie beim Zuschauer auslöst. Aber sie ist das verdammt beste Werkzeug, um die Zwiebeln zu schneiden, die uns zum Weinen bringen. Der Koch, der entscheidet, wann und wie die Zwiebel serviert wird, bleibt (vorerst) der Mensch.