CM286 schrieb:
Umsatzzahlen sind ja ganz nett - sagen aber nichts über die Wirtschaftlichkeit aus.
Viel interessanter: wie hoch war der Gewinn aus dem Umsatz?
Dass am Ende ein Verlust steht, ist mir schon klar. Aber es gab sicherlich auch ein wenig Gewinn?
Steht ein Verlust zu Buche, wurde kein Gewinn erzielt - habe ich hier die Ironie verpasst oder sehe ich nur nicht, wo das Missverständnis liegt?
@topic:
Keine Frage, die Kreislaufinvestitionen, von denen der KI-Sektor aktuell lebt, sind auch mir verdächtig.
Was aber Unternehmen angeht, die ewige Jahre rote Zahlen schreiben und am Ende doch extrem erfolgreich sind - das ist in den USA alles andere als unüblich. Ja, in Europa hätten Investoren solche Unternehmen zumeist längst fallen lassen oder es hätte von vorneherein kein Risikokapital gegeben. Diese Mentalität, die auch von fehlender unternehmerischer Fantasie zeugt, ist aber auch der Grund, warum es bei uns quasi niemals Start-Ups gibt, die zu Weltkonzernen aufsteigen. Mögliche, auch sehr hohe Verluste müssen eben manchmal riskiert werden, um am Ende erfolgreich zu sein.
Ja, der KI-Sektor muss auf jeden Fall erst noch zeigen, wo besagter Erfolg am Ende herkommen soll. Man sollte aber auch nicht vergessen: Wir befinden uns aktuell immer noch in der Innovationsphase, selbst wenn die absurd anmutenden Geldmengen, die hier investiert werden, manchen vermutlich annehmen lassen, dass man diese längst hinter sich haben sollte. Für viele US-Risikokapitalgeber wird es vermutlich kein Problem sein, die Mühlen noch eine längere Zeit weitermahlen zu lassen, ohne dass Mehl dabei herauskommt.
Ich gebe zu, mir selbst fehlt auch die Vorstellungskraft, um zu visualisieren, wo hier am Ende ein Break-Even zu generieren ist. Muss aber längst nicht bedeuten, dass es den nicht geben kann. Viel hängt auch davon ab, wie erfolgreich Unternehmen aller Sektoren weltweit damit sein werden, ihre Prozesse auf KI auszurichten und wie viel effizienter sie dadurch letztlich werden. Überschreiten sie dabei eine gewisse Schwelle, werden auch hohe jährliche Gebühren für die Nutzung der KI zu rechtfertigen sein, aus denen sich etwaige Gewinne für Anthropic, OpenAI und co. dann speisen könnten. Sind die Effizienzgewinne dafür am Ende aber zu gering ... naja, dann werden wir irgendwann wohl eine ruckartige Konsolidierung sehen.