Kurzarbeit - Wer ist betroffen, und wie geht ihr damit um?

Mir haben die großen Warenhäuser noch nie wirklich zugesagt.
Ich war noch nie der Typ dafür, der in einem Laden alles kaufen will was es gibt. Sei es eine Annans, ne neue DVD oder ne neue Sportausrüstung fürs Eisklettern.
Ich mag lieber spezialisierte Läden. Deutlich besser gefällt mir das Prinzip „Arcaden“ (Viele Läden unter einem Dach), wo ich viele verschiedene Läden habe.
Das Kaufhof nicht ewig wird bestehen können kommt für mich nicht überraschend.
Gerade in den Weihnachtszeiten fand ich es darin schrecklich. Viele Leute die dann auch nur zum kucken da sind und zwangsläufig alle durch das EG müssen. Da hat man sich dann nahezu kaputt getreten. Ab dem 2.OG war es dann ok.
Auch solche großen Gemischtläden wie z.B. Real gefallen mir einfach nicht. Wenn ich Nahrung einkaufen gehe dann will ich nicht gleichzeitig noch Klamotten shoppen oder mir nen neuen TV anschauen gehen. Oder aber ein neues Fahrrad kaufen. Passt für mich einfach nicht zusammen. Und aus dem Grund fühle ich mich in solchen Läden auch nicht wohl.
Onlinehandel nutze ich im Grunde nur für Dinge, die ich so 1:1 im Laden auch bekommen würde. Lege ich dann auf eine Beratung keinen Wert, dann gibt es für mich keinen Grund, dafür extra zu Laden X zu fahren. Im Gegenteil: Das kostet mich Zeit, Geld und Nerven (Parkplatzsuche, Anstehen an der Kasse, Drängeln, Krankheiten in der Luft – v.a. zur Grippesaison).
Nur, wenn ich Dinge wirklich sehr Dringend brauche nehme ich den Weg noch auf mich.
Do or die. Friss oder stirb. Das gilt nicht nur in der Nahrungskette.
 
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Mal ein kleines Update:

Undere Kurzarbeit wurde reduziert, bzw unsere Arbeitszeit wurde erhoeht. Jetzt auf 60%, so aufgeteilt das ich Freitags frei habe und Montag nur einen kurzen Tag :D
Das ist schon recht angenehm so um sich wieder ans Arbeiten zu gewoehnen, auch wenn es sich jetzt erstmal bei der Auszahlung fast nichts aendert.

Es gibt auch genug zu tun, es sind viele Projekte liegengeblieben die jetzt erledigt werden wollen.
 
@Ranayna : So unterschiedlich läuft es.
Bei uns geht es nächsten Monat los mit 3 Monaten Kurzarbeit. Dezember nochmal normal und dann nochmal ein Block bis Ende des FY. Was das nächstes FY dann bringen wird erfahren die Angestellten dann hoffentlich übernächste Woche bei der BR-Versammlung.

Zum Glück wird bei uns auf 90% (~80% nach Steuern) aufgestockt und letzten Monat gab es auch den Sprung in der Entgelttabelle, was die Abzüge was abfedern wird. Schön ist es trotzdem nicht.
 
Ich als Busfahrer bin da Gott sei dank nicht betroffen.
 
apachy schrieb:
Bei uns fängt nun im Juni die Kurzarbeit an, da sich einige große Projekte verschoben haben. Seit gut einem Monat gibt es bei uns zum ersten mal auch Homeoffice. Kurzarbeit wird vermutlich erstmal ca. 50% angepeilt, je nachdem wie es aussieht eben noch extremer.

Hier auch mal nen Update. Bei uns geht es langsam zu Ende. Homeoffice gibt es nicht mehr und obwohl das super geklappt hat, wird das zukünftig auch keine Option sein, schade aber war zu erwarten. Kurzarbeit gibt es diesen Monat noch, danach vermutlich nicht mehr.

Die angepeilten 50% haben auch nicht wirklich geklappt. Letztlich hat das Telefon eh dauernd geklingelt und es ist so gut wie täglich ein wenig Arbeit reingetröpfelt, so dass ich am Ende die Monate immer um 30% Kurzarbeit hatte und das Problem eher war die fünf Tage Urlaub, über den gesetzlichen Mindestanspruch irgendwo unterzubringen bzw. in der Realität waren die ebenso von Arbeit begleitet.

Auch wenn die größeren neuen Projekte schlafen, gerade wenn alle in einen kleineren Zeitraum ihren Urlaub probieren unterzubringen, dann brennt die Hütte genug mit den Bestandskunden und Gewährleistungsfällen.
 
Kurzarbeit ist für den Arbeitnehmer mit das Beste, was passieren kann. In tarifvertraglich geregelten Unternehmen bis zu 93% Lohnfortzahlung bei der Hälfte an Arbeitszeit. "Leider" trifft das in der Regel aber nur die Arbeiter am Band, in der Verwaltung wird für das gleiche Geld weiter malocht.
 
vaju schrieb:
Kurzarbeit ist für den Arbeitnehmer mit das Beste, was passieren kann. In tarifvertraglich geregelten Unternehmen bis zu 93% Lohnfortzahlung bei der Hälfte an Arbeitszeit.
Da zitiere ich gerne mich selber ^^. Frag mal die Leute bei Kaufhof. Die waren total Happy als es KUG gab.... . Kurzarbeit sollte einem immer eine Warnung sein und sich nicht freuen.

Produktion kann man immer runterfahren, aber wie soll man Verwaltung runter fahren? Weniger Buchhhaltung?

vaju schrieb:
in der Verwaltung wird für das gleiche Geld weiter malocht.
100% Arbeit 100% Lohn. 100% KUG = 60%/67%. Da spricht mmn eher die Unwissenheit bzgl. KUG
 
Deshalb hatte ich auch extra "in tarifvertraglich geregelten Unternehmen" geschrieben. IGM Unternehmen stocken meist auf >90% des Nettolohns bei Kurzarbeit auf. Gibt/ gab aber auch genug andere Unternehmen aus anderen Branchen, die von sich aus das KUG aufgestockt hatten.

Das nächste mal solltest schon besser einen Kommentar lesen ....
 
vaju schrieb:
Kurzarbeit ist für den Arbeitnehmer mit das Beste, was passieren kann. In tarifvertraglich geregelten Unternehmen bis zu 93% Lohnfortzahlung bei der Hälfte an Arbeitszeit.
Viel Spaß bei der Steuernachzahlung... Da sind einige Kollegen aus der Produktion 2008/2009 auf die Nase gefallen.
 
Ich werde nun erstmalig diesem Monat 20% Kurzarbeit bekommen. Geplant waren erst 40%, das wurde allerdings kurz vor Beginn auf 20% reduziert. Wir sind allerdings auch die einzige Abteilung in der Firma, die davon betroffen ist. (150 von 3000 Mitarbeitern)
Homeoffice ist schon seit Juni aufgehoben. Nur Mitarbeiter mit Betreuungsproblemen bei den Kindern dürfen noch vereinzelt Homeoffice machen. Wie es dann im September weitergeht müssen die dann aktuellen Zahlen hinsichtlich Bestellungen der Kunden zeigen.
Das schlimme dabei ist eigentlich, das wir in der Prozessentwicklung eigentlich sehr viel arbeit hätten. Durch ständigen Überstundenabbau, der aktuellen Urlaubszeit und jetzt auch noch Kurzarbeit stapelt sich das immer mehr auf. Natürlich soll man kein Projekt vernachlässigen oder verzögern.
Ich verstehe die Sache nicht so ganz. Aber gut – ich wehre mich nicht gegen eine Woche „Urlaub“ im August. Der Lohnausfall tut mir nicht allzu weh.
 
vaju schrieb:
Deshalb hatte ich auch extra "in tarifvertraglich geregelten Unternehmen" geschrieben. IGM Unternehmen stocken meist auf >90% des Nettolohns bei Kurzarbeit auf. Gibt/ gab aber auch genug andere Unternehmen aus anderen Branchen, die von sich aus das KUG aufgestockt hatten.

Das nächste mal solltest schon besser einen Kommentar lesen ....

Du vergisst aber die Steuer die da noch oben drauf kommt. Bei der nächsten Lohnsteuererklärung, legst du dich mit der Denkweise auf den Arsch. Ich hatte damals 2008/2009 auch Kurzarbeit im Nachhinein hätte ich besser gekündigt und mir was neues gesucht, die Lohnsteuernachzahlung hatte einfach jeden Vorteil aufgefressen. Das Problem ist, dass viele nicht verstehen, dass ihr Nettolohn abzüglich Steuer ist, beim Kurzarbeitergeld dagegen noch die Steuer drauf kommt und deswegen ist dein Vergleich auch falsch.
 
Steuerlich kenne ich mich in der Tat nicht 100%ig mit KUG aus, jedoch sollte dies nicht so wild sein wie dargestellt (die Regierung wird hier sicherlich für den Ausnahmefall Covid19 eine Sonderregelung treffen bzw bereits getroffen haben).
 
@P4ge hat es ja schon gesagt... Der Lohnsteuerjahresausgleich (der Pflicht ist wenn man Kurzarbeitergeld bezogen hat!) wird so manchen ueberraschen.

Ich muss aber gestehen das es mich doch ueberrrascht das erst jetzt noch etliche in die Kurzarbeit starten. Da hoert man doch eigendlich aus den Medien das es in den meisten Bereichen (Gastro- und Eventbranche ausgeschlossen) wieder bergauf geht.
 
Jetzt sind anscheinend immer mehr Unternehmen auf den Geschmack gekommen ... geschickt eingefädelt, zahlt es sich ja nicht nur für den AN aus.
 
vaju schrieb:
Gibt/ gab aber auch genug andere Unternehmen aus anderen Branchen, die von sich aus das KUG aufgestockt hatten.
Wenn der finanzielle Backround da ist, ist das klein Problem. Nur muss man natürlich unterscheiden z.b. zwischen Produktion die auf 10% runtergefahren wird und Verwaltung die bei 80-90% bleibt. Da bekommt halt nur der Arbeiter 60%KUG+X. Ist ja auch verständlich man möchte diese Arbeiter ja behalten. Thema Fachkräftemangel

Schauen wir uns den typischen 2-3 Mann/Frau Betrieb an. Da kommt der Zuschuss eher aus dem Privatvermögen des Arbeitgebers. Btw. nicht jeder Betrieb tarifgebunden. JA es gibt Manteltarifverträge, aber die wenigsten haben irgendwelche speziellen Passagen bzgl. KUG. Ausnahme ist der Bau mit seinem Saison-KUG.


vaju schrieb:
Steuerlich kenne ich mich in der Tat nicht 100%ig mit KUG aus
Wenn man es nicht weiß, fragt man oder liest nach und stellt dann seine Meinung darunter.


vaju schrieb:
jedoch sollte dies nicht so wild sein wie dargestellt (die Regierung wird hier sicherlich für den Ausnahmefall Covid19 eine Sonderregelung treffen bzw bereits getroffen haben).
Warum sollte bei (Corona)KUG eine steuerliche Ausnahme des Progressionsvorbehaltes bemacht werden? Bekommen die Leute die bei WiredCard gekündigt werden ein anderes ALG I nur weil die oberen 3 die firma bewusst betrogen haben? Es gibt in DE und Steuern ziemlich viele Ausnahmen, aber bei KUG ist schon fast alles geregelt. Da kommt nichts mehr.
Ranayna schrieb:
Da hoert man doch eigendlich aus den Medien das es in den meisten Bereichen (Gastro- und Eventbranche ausgeschlossen) wieder bergauf geht.
Naja die meisten Betriebe fahren jetzt langsam wieder hoch. Wobei du meist bei den Kosten schnell bei 70-80% bist, aber die Einnahmen nicht gleichzeitig dieses Level erreichen.
vaju schrieb:
Jetzt sind anscheinend immer mehr Unternehmen auf den Geschmack gekommen ... geschickt eingefädelt, zahlt es sich ja nicht nur für den AN aus.
Ich glaube du solltest dich noch mal eingehend mit KUG beschäftigen. Schau mal bei den Punkten Rente, Nettoentgelt, Arbeitsplatzsicherung und Steuer noch mal genau nach.


vaju schrieb:
Das nächste mal solltest schon besser einen Kommentar lesen ....
Bitte bevor man sich zu speziellen Themen wie KUG und co meldet und meint das wäre die Eierlegendewollmilchsau, Bitte Bitte vorher noch mal nachlesen welche Vor und Nachteile dieses Instroment hat.

Es sagt ja auch keiner "ALG I ist doch super, du bekommst 60% vom letzten Lohn und darfst zuhause bleiben JUHU".
 
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Im Gegensatz zu ALG ist KUG aber auch immer nur temporär und somit - das richtige Unternehmen bzw Tarifvertrag vorausgesetzt - ein tolles Instrument für viele AN. Weiterhin verliert der AN mit KUG ja nicht seinen (festen) Arbeitsvertrag.
Das Ganze schweift jetzt aber hier wohl zu sehr aus ...
 
Bei uns gehts glücklicherweise seit Mitte Juni wieder voll weiter und die Arbeit ist während und nach der KUA
nicht weniger geworden, ganz im Gegenteil(Umsatz z.V. wohl auch schon übertroffen), im Grunde hat sich alles nur nach hinten geschoben. KA ist ja ansicht nichts verkehrtes, wenn 1-3 Monate fast nichts an Aufträgen kommt - ist diese unumgänglich. Aber ich will ja gar nicht wissen wie viele Unternehmer unnötigerweise die Kurzarbeit bis ins nächste Jahr mitnehmen... Hoffe das sich die Kurzarbeit für alle in naher Zukunft erledigt hat, bin in der Zeit immr mit einem ganz mulmigen Gefühl die 6Std./Tag arbeiten gegangen+ zuviel Zeit für was wäre wenn.

Gruß
 
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vaju schrieb:
Im Gegensatz zu ALG ist KUG aber auch immer nur temporär und somit - das richtige Unternehmen bzw Tarifvertrag vorausgesetzt - ein tolles Instrument für viele AN
Ich glaube du hast das Instrument KUG nicht richtig verstanden.
KUG bedeutet, dass der Arbeitnehmer (wie beim ALG I) 60% seines Lohnes bekommt, aber anders als bei ALG I nicht gekündigt wird. Diese Lohnkosten nebst SV-Beiträge können beim Arbeitsamt erstattet werden.
KUG hilft also zunächst einmal nur dem Unternehmer, seine Arbeitnehmer zu halten. Der freiwillige Zuschuss soll dann nur diese Bindung verstärken.
vaju schrieb:
Weiterhin verliert der AN mit KUG ja nicht seinen (festen) Arbeitsvertrag.
KUG ist ja nur eine Zahlungsweise, wenn das Unternehmen also nächsten Monat (siehe Kaufhof) dicht macht, ist KUG nichts anderes gewesen als Vorweg gezahltest ALG I (es ist kein ALG, aber der Höhe nach vergleichbar).
KUG sollte, wenn es richtig vom Unternehmen angesehen wird, beim Arbeitnehmer zwar keine Panik, aber schon einmal die Gedanken wachrütteln, dass das Unternehmen derzeit nicht ganz runläuft.


vaju schrieb:
Das Ganze schweift jetzt aber hier wohl zu sehr aus ...
vaju schrieb:
Kurzarbeit ist für den Arbeitnehmer mit das Beste, was passieren kann.
Wenn man solche Aussagen tätigt darf man sich nicht wundern.
 
Ich war 4 Wochen in Kurzarbeit und muss meinen AG hier wirklich loben.

Uns ist angeboten worden Urlaub zu nehmen um so die Zeit zu verkürzen (wussten zu dem Zeitpunkt aber noch nicht wielang die Kurzarbeit gehen wird), was jedoch nur sehr wenige gemacht haben.
Zum anderen ist das Geld mit dem Urlaubsgeld verrechnet worden, sodass wir trotzdem volles Gehalt weiterhin bekommen haben.

Haben das andere Unternehmen auch gemacht?
 
Kurzarbeit ist nichts erstrebenswertes, sondern ein Notnagel. Lieber KUG als ALG - das wäre nämlich die Alternative. Deswegen bin ich heilfroh, dass bei uns nicht mal an Kurzarbeit gedacht wurde. Wäre imho aber auch gar nicht gegangen, da es, aufgrund der Zahlen (Überstunden, Urlaubstage, Rückstellungen, ...) usw. überhaupt nicht genehmigt worden wäre.

Edit: Es klang hier so ein wenig durch, dass das (Kurzarbeit) etwas "gutes" sei. Ja ist es in Anbetracht der Alternative arbeitslos zu werden oder die Firma in die Insolvenz zu reiten und dann abreitslos zu werden - aber insgesamt betrachtet ist es nicht "gut". Besser wäre es, wenn alle Firmen ein solides, dickes Finanzpolster hätten, sodass sie auch mal zwei, drei Jahre ohne "neues Geschäft" vollständig überleben könnten. Aber die Zeiten sind wohl vorbei...
 
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