Bericht Leitung vorhanden, Anschluss nicht: Wie starre Regeln den Glasfaserausbau auf dem Land erschweren

SuperHeinz schrieb:
Das dürfte aber um Monate, wenn nicht gar um Jahre zu spät gewesen sein. Aber klar, zu spät agieren und wenn es dann natürlich nicht klappt andere für das eigene Scheitern verantwortlich machen. Passt voll ins Bild.
Klar - wenn man die zeitlichen Horizonte kennt dann kann man sich das hinterher ausrechnen. Allerdings dürfte in diesem konkreten Fall schon das Problem sein: Wie kommt der Verein bzw. seine Mitglieder überhaupt zu der Info das dort etwas geplant wird? Vor allem weil der Ausbau ja im benachbarten Landkreis angesiedelt ist und nur aus historisch gewachsenen technischen Rahmenbedingungen heraus am eigenen Grundstück vorbei stattfindet.
 
Ich sehe an der Stelle leider keine praktikable Lösung. Man kann keine Kompetenz an örtliche Stellen abgeben, damit öffnet man alle Türen für Korruption und andere Formen von Machtmisbrauch. Gibt da echt unendlich viele Beispiele. Da gibts Städte mit knapp 100k Einwohnern, die sich für 650Mio € ein neue Stadtbahn bauen wollen. Oder ein Dorf mit 15k Einwohnern, in dem der Bürgermeister ein Rathaus für 50Mio renoviert. Ja richtig, renoviert. Das ist kein Neubau.
Ich lache schon lange nicht mehr über den Berliner Flughafen oder den Stuttgarter Bahnhof. Das sind bei weitem nicht die gröbsten Ausreißer.
 
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Wir hinken um Jahre unseren Nachbarländern hinterher. Mein Sohn hat in der nördlichen Schweiz einen Standard-Glasfaser Anschluss, 1000MBit Download, 1000MBit Upload, inklusive 300 TV Programme (überwiegend HD) für 50,- Franken monatlich. Beim schweizer Gehalt ist das preislich aus dem Taschengeld zu verbuchen.
Mein Verwandter in Österreich (bei Leutasch) hat standardmäßig 500/500 MBit... da nervt es schon, wenn wir hier die gleichen Preise zahlen und maximal 50MBit Upload beim 1000MBit Vodafoneanschluss erhalten und das bei deutlich schlechteren Pingzeiten.
 
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In AT auch oftmals nicht besser.

Anbieter 1 baut Glasfaser im Ort aus - nicht überall. Anbieter 2 will die Reste anbinden und den Ausbau von Anbieter 1 mit nutzen. Anbieter 1 will das nicht also der Ausbau für den Rest gleich Mal Geschichte....
 
BorstiNumberOne schrieb:
Ein befreundetes Paar von uns, mit denen wir die letzten beiden Jahre in den Urlaub waren, davon ist der Mann im Vorstand eines örtlichen Kabelbetreibers und was er uns dazu alles im Alltag berichtet, da kann man nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

wie war der Urlaub so?
 
SuperHeinz schrieb:
Gewiss ist genau das ganz einfach in einem föderalistischen System. Nein, ganz gewiss nicht.
Wenn wir in diesem Land nur noch Sachen machen wollen, die einfach sind, dann können wir uns auch gleich eingraben. Denn eines ist sicher: Wenn wir hier nicht mal schleunigst progressiv vorgehen, dann wird dieses Land bald nicht mehr an der Weltspitze zu finden sein.
 
@Andy: Danke für den Artikel! :daumen:
Ist das Absicht:
Odyssee beim Glasfaserausbau

... schildert Bernd Eckstein. Er ist im Aero-Club-Vorstand für die vereinsinterne IT verantwortlich und war beruflich als Netzwerktechniker tätig...

... sagt Bernd Eckstein. Er ist im Aero-Club-Vorstand für die vereinsinterne IT verantwortlich ist und war beruflich als Netzwerktechniker tätig...
?

DJMadMax schrieb:
Mal ein paar Insights eines Schulträger-Angestellten aus dem benachbarten Wetteraukreis
Uffff... 🫣
 
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RcTomcat schrieb:
Infrastruktur sollte eben Sache des Staates sein. Ob sich das am Ende rechnet oder nicht kann dann egal sein.
Dann würde ja noch weniger vorwärts gehen!
Bedenke, dass die DB zu 100% dem Bund gehört und schau dir deren Zustand an.
 
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@K3ks
Kämpfen gegen Windmühlen bekommt da einen ganz neuen Stellenwert :D

Aber das wichtigste: ich lass mich nicht unterkriegen und mir liegt meine Arbeit echt am Herzen. Besonders, weil ich durch meine Arbeit Schulen, Lehrkräfte und Kids mit den nötigen Mitteln ausstatten kann, damit diese einen im Idealfall reibungslosen Unterricht durchühren können, der ihnen ebenfalls wiederum Spaß macht.

So die Theorie und in der Praxis funktioniert das glücklicherweise auch die meiste Zeit über :) Es hängt im schulischen (IT-)Umfeld zum Glück auch nicht alles von Glasfaserausbauten ab.

PS: Im Artikel von @Andy sind drei oder vier solcher Gramattikfehler enthalten :)
 
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@Neodar Es dürfte nicht in eine AG fließen, die gewinnorientiert ist, um den Staat finanziell zu unterstützen. Gibt vermutlich andere Geschäftsformen, in denen das durchaus sinnvoll möglich wäre. Sobald jedoch in irgendeiner Form Gewinnabsichten vorhanden sind, geht das schief.
 
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Mxhp361 schrieb:
wie war der Urlaub so?
Sehr schön, einfach mal abgeschalten... trotz ein paar solcher Themen. :-)
 
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jimmy13 schrieb:
Es dürfte nicht in eine AG fließen, die gewinnorientiert ist, um den Staat finanziell zu unterstützen.
Naja - sagen wir's mal so: Für dieses konkrete Beispiel. Bei einem wirtschaftlich eigenverantwortlichen Ausbau hätte die Telekom hier aber mit 100%iger Sicherheit den Flugplatz mit angeschlossen.
 
Child schrieb:
Bei einem wirtschaftlich eigenverantwortlichen Ausbau hätte die Telekom hier aber mit 100%iger Sicherheit den Flugplatz mit angeschlossen.
ne, dann läge die Glasfaser von vornherein nicht, weil sie sich nicht rentieren würde
 
Keiner der Verantwortlichen möchte oder kann etwas selbstständig entscheiden. Denn hinterher kommt ein Controler, die Medien oder sonstwer und er wird für die extra ausgegebenen 3.50 € belangt. Eben weil seine Handlung nicht dem Regelwerk entspricht....
 
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Neodar schrieb:
Dann würde ja noch weniger vorwärts gehen!
Bedenke, dass die DB zu 100% dem Bund gehört und schau dir deren Zustand an.

Zum besseren Verständnis

 
Der Glasfaser Ausbau und die dafür notwendigen Haus-Anschlüsse sind eine Katastrophe. Es ist eine Schande wenn die deutsche Glasfaser, UGG, Grüne Glasfaser und andere staatliche Fördermittel erhalten die nicht für alle Provider freigegeben werden sondern für macht Politik Missbraucht wird. So liegt bei uns da für hunderte Haushalte UGG-GrüneGlasfaser vor der Tür und werden nicht angeschlossen weil es nur durch Wechsel des Providers möglich, doch die Haushalte wollen nicht zu O2 oder Vodafone wechseln da der Service bei diesen eine Katastrophe ist . Es würden sich alle an schließen lassen wenn ein Providerwechsel unnötig wäre.
 
Pheenox schrieb:
Auf Anfrage bei der Telekom wann denn der Ausbau bzw. deren Planung beginnt weil ja jetzt schon sehr lange eine Überbelegung und Leitungssplittung stattfindet und ja schon zentral ein Knoten im Dorf liegt, bekommt man nur die Aussage: Ausbau? Nö, da ist nichts geplant, da passiert in nächster Zeit gar nichts. Von Problemen will man nichts wissen, die Wünsche der Anwohner sind völlig irrelevant und werden ignoriert.
Ja kennt man. In unserer Kleinsstadt ist es sogar so, dass in den Neubaugebieten, in den Blocks überall ausgebaut wird. Da wohnen aber größtenteils ältere Leute, die damit gar nichts anfangen können. Meiner schwiegermutter z.b. reicht 16 mbit. die hat jetzt nur 50, weil es günstiger war.

da war es schon fast schwierig die Telekom beim bestellen davon zu überzeugen noch auf Kupfer zu schalten. Den war schon bewust, dass in der Wohnung was anliegt. Der Anschlusspunkt liegt halt nur ungünstig und wenn die Geschwindigkeit reicht, reicht eben auch kupfer.
 
Casillas schrieb:
[...] und wenn die Geschwindigkeit reicht, reicht eben auch kupfer.
Ja, jetzt. Aber bedenke: Irgendwann sterben die Alten mal weg und es werden Jüngere nachziehen (sehr überspitzt formuliert). Die werden sich dann wohl kaum mit so einer Leitung zufrieden geben wollen.
Jeder, der vernünftig und zukunftsfähig denkt, wird sich in einen Neubau Glasfaser oder zumindest die einfache Anbindung daran legen lassen. In 10-15 Jahren wird man wohl kaum viel Unterstützung bekommt, wenn einem plötzlich auffällt, dass das Kupfer inzwischen viel zu langsam ist.
 
Bei uns im Büro hängt ein schönes Schild:
ich hebe mir etwas Arbeit für morgen auf, dann habe ich auch morgen was zu tun.

Ich habe das Gefühl die Key-Accounts bei den ganzen neuen Glasfaserbudden, Telekom, Vodafone usw. leben nach diesem Prinzip.
 
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