Ich nutze seit Anfang des Studiums selbst ein MacBook und würde mir persönlich keins mehr kaufen.
Auf Hardwareseite finde ich die Geräte nach wie vor Klasse. Solide verarbeitet und ein Aluminiumbody ist wirklich praktisch (letztes Jahr ist es mir versehentlich eine Steintreppe heruntergefallen, Plastik hätte den Sturz wohl nicht überlebt). Allerdings konnte ich mir auch noch selbst eine SSD einbauen und den Arbeitsspeicher austauschen. Das geht heutzutage ja wohl nicht mehr so ohne weiteres. Klar, der Trend der verlöteten Teile ist im gesamten Ultrabookbereich immer häufiger anzutreffen, solange man da aber noch irgendwie herum kommt würde ich versuchen es zu vermeiden.
Auf der anderen Seite steht die Software, die mMn seit OS X 10.6 nur noch bergab entwickelt wurde. Poweruser werden hier eher weniger glücklich und frickeln lange an Kleinigkeiten, weil Einstellungsmöglichkeiten für den Durchschnittsnutzer wegabstrahiert werden. Mit Glück kann man sie noch versteckt über die Kommandozeile auswählen, mit Pech sind sie gar nicht mehr vorhanden. Dazu kommt die immer stärkere Integration von Social Media Plattformen. Ich fühle mich ein wenig, als würde ich demnächst direkt auf meinen Desktop einen Facebook-Like-Button geflanscht bekommen. Alles in allem scheint mir Apple mit seinem Betriebssystem auf eine andere Nutzerbasis abzuzielen als IT-Studenten. Vielleicht ist der kaffeeschlürfende Hipster-Blogger doch mehr als nur ein Klischee

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Schließlich bleibt als vielleicht wichtigster Punkt zu sagen, dass OS X zwar einen unixoiden Unterbau hat, sich von Linux aber trotzdem recht stark unterscheidet, wenn du es näher kennen lernst. Kommandozeilenbefehle haben z.B. teilweise völlig andere Optionen. Außerdem schreibst du von LaTeX. Ich konnte die Standardfunktionalität zwar problemlos aufsetzen, als ich aber tiefer einsteigen wollte (eigene Präsentationen mit LaTeX Beamer erstellen, zusätzliche Schriften installieren) bin ich vor die Wand gefahren, während Kommilitonen mit Linux mit den gleichen Anleitungen Erfolg hatten.
Fazit: Ich will dir nichts schlecht reden. Überleg dir aber gut, ob der Umstieg auf OS X wirklich deinem Anforderungsprofil entspricht. Du schreibst, dass du eigentlich gern einen Linuxlaptop möchtest, Vorschläge wurden dir schon zahlreiche gemacht. Schau dich in den Businesssparten der verschiedenen Hersteller um. Kommilitonen sind z.B. auch mit Thinkpads oder HP-Geräten glücklich geworden. Nur aus Hardwaregründen muss es kein MacBook sein.