Hallo, stiller Mitleser hier.
Einige Beiträge gingen mir ordentlich auf den Keks, daher kommentiere ich mal.
Innensechskant schrieb:
Spätestens, wenn einer ein Loch in dein Kabel gebohrt hat, oder einen Nagel in die Wand, bzw. deinem Kabel, gehauen hat, wünschst du dir ein Leerrohr.
Dafür gibt es Installationszonen, Dokumentationen des Hauses, und als allerletzte Überprüfung entsprechende Messgeräte.
Was das Leerrohr hier bringen soll, weiß ich nicht.
Man könnte argumentieren, dass es im Leerrohr immer Bewegungsraum hätte (was nicht stimmt) und dass es dann "ausweichen" könnte. Allerdings kann man eine Beschädigung ohne Austausch nicht ausschließen.
Gnah schrieb:
Also auf die Idee Kabel einfach einzubetonieren bin ich auch noch nicht gekommen...
Komisch. Das wird schon seit jeher so gemacht. Und ist auch so zulässig in vielen Fällen. Und das hat mehrere Gründe. Auf alles gehe ich gleich ein.
Skysurfa schrieb:
Nur weil es viele falsch machen, wird es dadurch nicht automatisch richtig.
Korrekt. Nur betrifft es in diesem Fall deine "Expertise".
Moep89 schrieb:
Wann immer es irgendwie möglich ist, Leerrohre legen! Das dient einerseits dem Schutz dr Kabel (nicht jedes verträgt beispielsweise die Chemikalien und pH-Werte in Estrich, Beton und Co.) und außerdem der leichteren Austauschbarkeit. Das muss nicht unbedingt zur Mondernisierung sein sondern eben auch zur Reparatur etc.
Es gibt nichts schlimmeres als wegen eines Kabels Wände oder Böden aufreißen zu müssen. Wer heutzutage Kabel nicht in Leerrohre verlegt wenn eh alles neu gemacht wird, der macht was falsch.
PVC (Die Ummantelung in NYM-J und fast allen Kabeln ist daraus, daher auch das "Y") ist beständig gegen Laugen.
rony12 schrieb:
Fang bitte nicht an, Kabel direkt in den Estrich reinzulegen.
Beton erzeugt beim Aushärten Hitze und Spannung und härtet nicht wegen Verdunstung von Wasser aus, sondern eines chemischen Prozesses, welcher die Isolierung der Kabel angreifen kann.
Des Weiteren werden sich die Spannungsfelder innerhalb des Betons über die Jahre Verändern (Dehnungsfugen). Auch hat Beton einen ganz anderen Wärmeausdehnungskoeffizienten als die meisten Kunststoffe (für die Isolierung).
Des Weiteren können Kunststoffe über die Zeit sehr porös werden, wodurch die Leitung einer Alterung unterliegt und nach einigen Jahr(zenten) gewechselt werden muss.
Also Leerrohre (Schläuche) verlegen und dann kannst du bei ggf. aufkommenden Defekten die Leitung erneuern.
LWL kannst du natürlich aktuell dazu legen - die Stecker bekommt man auch ran, wenn es notwendig sein sollte
Die Erklärungen sind alle korrekt, nur einfach falsch angewandt.
Ja...
-Zement härtet chemisch aus
-Baustoffe (alle) arbeiten (unterschiedlich)
-Kunststoffe werden über die Zeit porös
Aber...
-Außenmantel sind idR, wie erwähnt, laugenbeständig
-Dass der Estrich arbeitet, ist dem Kabel scheißegal. Wenn nicht, liegt ein (grober) Installationsfehler vor.
-Kunststoffe werden porös, weil Weichmacher ausdünstet, Ozoneinwirkung, oder UV-Bestrahlung stattfindet. Die ersten beiden werden bei Materialeinschluss verlangsamt, letzteres gibt es dann gar nicht.
Was sagt die VDE?
Kommunikationskabel müssen in Leerrohren verlegt sein.
Stromkabel nicht.
Wieso verlegt man Stromkabel im Putz/Beton/Estrich/Dämmung (Verlegeklassen bei Belastungstabellen)?
-Es ist einfach
-(Größere) Schlitze für Leerrohre stellen einen Eingriff in die Statik da
-Ein NYM-J hält bei ordnungsgemäßer Verlegung ewig (20 Jahre bei dauerhafter Betriebstemperatur von 70°C. Wer wissen möchte, wie das bei sportlichen 30°C aussieht, hier mal rechnen:
https://de.wikipedia.org/wiki/RGT-Regel)
@TE:
Dein Kabel gehört in ein Leerrohr.