Macht RAID für meine Anwendung Sinn?

hugo1337 schrieb:
Wenn eine Platte defekt ist, sind die Daten noch auf der anderen Platte vorhanden?/

Soweit die Idee, aber auch nur dann, wenn die Platte richtig defekt ist und komplett aussteigt. Es gibt auch fiese Zwischenzustände, da hast du dann trotzdem nur Datensalat, trotz (oder gerade wegen) dem Raid.

Nochmal, genau deswegen unterscheidet man Verfügbarkeit und Sicherheit.
 
hugo1337 schrieb:
Aha,

bedienfehler
Hochwasser
Mafia

Und deine daten sind auch weg :o

Deshalb sollst du bei wichtigen Daten auch die Platte extern lagern. Gut, bei einem Atomkrieg oder Meteoriteneinschlag sind die Daten dann auch weg.
Aber wenn du meinst, obwohl du hier die Frage selbst gestellt hast, den Klugscheisser spielen zu müssen - nur zu :D
Sind deine Daten, nicht meine.
 
firexs schrieb:
hugo, ich hatte schon Kundenserver mit Raid1 (am falschen Ende gespart), wo die Daten der defekten Platte auf die heile gespielt wurden. Dh. die Defekte konnte nicht gelesen werden und die andere wurde daher komplett mit NULL überschrieben.

Bei meinen Servern in der Firma habe ich Raid10 mit 4 Platten in den SErvern und NAS Würfeln. Bringt aber auch nix, wenn ohne Vorwarnung 2 Platten aussteigen. Egal ob AA&BB oder AB&AB .. beide B Platten waren hinüber. Ein Hoch auf separate Backups die jeden Tag gefahren werden.

lg
fire

Das ist natürlich fieß... An so eine Situation habe ich noch nicht gedacht !
 
Und genau das ist das Problem bei einem Raid 1. Gehen die Daten auf Platte 1 kaputt wird dieser Fehler munter auch auf die zweite Platte kopiert. Gerade solche Raid 1 Softwarelösungen ohne richtigen Raidcontroller gehen meiner Erfahrung nach schneller durch ein Softwarefehler kaputt als durch einen Festplattenausfall.

Aber auch ein separater Raidcontroller (Hardwareraid) kann kaputt gehen und damit die Daten zerstören.

Raid erhöht immer nur die Verfügbarkeit. Ein Backup ist auch bei Raid zwingend erforderlich wenn man an seinen Daten hängt.

Eine angeschlossene USB Festplatte auf die gesichert wird kann natürlich auch "mitsterben" bei Überspannung/Virenbefall etc.
Daher nutzt man mindestens zwei Festplatten die man ab und an mal wechselt. Je nachdem wie wichtig einem ein aktuelles Backup ist.
 
BoB DeR BaeR schrieb:

Danke...das ist mal ein guter Grund warun RAID nicht als backup benutzt werden soll!

Dann ist halt jetzt die frage was als backup am besteb geeignet ist :P

4 TB via USB und alle 24h raufschreiben lassen aber nix löschen lassen?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Zitat des unmittelbar vorangestellten Beitrags entfernt)
Soll jetzt ein Backup vom Backup angelegt werden?

Und was kommt danach dann? Das Backup des Backups des Backups?

"Idealerweise" befinden sich natürlich die Backups an einer Stelle, wo ihnen nichts passieren kann => Datenträger mit Backups ist stromlos. Natürlich gibt's dann immer noch keine Garantie, daß das Ding nicht mit Anschalten kaputtgeht: Festplatten machen das just in diesem Moment am liebsten. Deshalb dann das zweite Backup.

Aber, wenn man dafür sorgt, daß den Backupdaten selbst so nicht viel passieren kann, dann genügt ein RAID vollkommen. Ja, natürlich hat das seine eigenen Macken. Aber weder das Backup noch das RAID-System bieten 100%igen Schutz - ist das Backup defekt, geht es auch nicht wiederherzustellen.

Daher,
> Option 1: Backups woanders lagern und ggf Hardware dafür anschaffen - kostet Geld; oder
> Option 2: Ein RAID1 einrichten auf dem existierenden System. Mehr kann man einem HTPC auch nicht zumuten.

Und dran denken, daß beide Optionen ihre eigenen Tücken mitbringen. Backupdatei auf RAID1 löschen => dann ist sie weg. DVD mit Backup drauf zu lange aufheben => dann ist es weg. Festplatte mit Backup drauf "unglücklich angeschaltet" oder Datenträgerfehler oder bit rot oder oder oder: Backup weg. Und so weiter, und so weiter.


NB. Wenn RAID, dann NICHT auf ein Backupset beschränken. Regelmäßig Backups erstellen und immer ein oder zwei ältere aufheben. Dafür Platz einplanen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Es gibt letztlich verschiedene Stufen der Absicherung.

1. Absicherung gegen Hardwaredefekte

Das kann man abgestuft mit einer RAID-Lösung erreichen. Die einfachste Version wäre ein RAID 1 mit zwei Platten. Die nächste Stufe wäre ein RAID 5 mit mindestens 3 Platten. Natürlich kannst du das ganze noch mit einer Platte als "Hot Spare" kombinieren. Diese Ersatzplatte wird dann automatisch eingebunden wenn eine Platte des Verbundes durch einen Defekt ausfällt. Bis die Ausfallsicherheit wieder vollständig gewährleistet ist kann es aber je nach Datenvolumen relativ lange dauern.

2. Absicherung gegen Hardwaredefekte mit physikalischer Trennung

Das ist die Version die viele hier als Backup bezeichnen. In Wirklichkeit ist es natürlich weniger richtiges Backup als vielmehr eine Absicherung gegen Hardwaredefekte in Kombination mit einer Absicherung gegen Nutzer- und Systemfehler. Dabei werden die Daten mehr oder weniger regelmäßig auf ein (oder auch mehrere in verschiedenen Generationen) externes Speichermedium gesichert welches im Normalfall getrennt vom restlichen System ist.

Ein Backup im eigenen Haus ist kein Backup sondern Ausfallsicherung. Ausnahme: Die Ausfallsicherung wird in einem fest eingebauten feuerfesten Safe aufbewahrt.

3. Backup

Die dritte Stufe besteht im Idealfall aus einer Kombination der ersten beiden Lösungen, also einem RAID als Ausfallsicherung plus Sicherung auf einem physikalisch getrennten Speichermedium und (das macht es erst zu einem wirklichen Backup) der externen Aufbewahrung wichtiger Sicherungsmedien. Ob das nun ein Schließfach bei einer Bank oder anderen Dienstleistern ist oder bloß eine andere Wohnung ist dabei vom eigenen Schutzbedarf abhängig. Wichtig ist, daß erst diese Vorgehensweise wirksam vor Datenverlust durch Brand, Hochwasser oder Einbruch schützt. Erst auf diese Weise ist nämlich sichergestellt, daß bei einem Totalverlust der gesamten Hardware nur das Backup ins Haus geholt werden muß um weiterzumachen.
 
Mache ein RAID 1 und zusätzlich wenigstens ein Backup auf eine USB Platte, welches dann regelmäßig geprüft und aktualisiert wird. Da die Platten 24/7 laufen sollten, sind dafür NAS Platten dringend zu empfehlen, also z.B. HGST Deskstar NAS, Seagate IronWolf oder WD Red. Die USB Platte fürs Backup kann irgendeine sein, so oft wird die ja nicht laufen und daher nicht so hart belastet, außer Du willst das Backup wöchentlich komplett neu machen.
 
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