Hallo zusammen,
ich habe in den letzten Tagen etwas über Massenspeicher nachgedacht. Nicht, weil ich jetzt unbedingt ein neues Gerät kaufen möchte oder weil meine Festplatte irgendwelche Geräusche macht, die mich an einen alten Kühlschrank in einer Wohnung in Bochum erinnern würden. Nein, es ist mehr eine grundsätzliche Überlegung, die sich bei mir im Kopf festgesetzt hat, obwohl ich eigentlich der Meinung bin, dass man über solche Dinge nicht zu lange nachdenken sollte. Denn wenn man über technische Geräte zu lange nachdenkt, kommt man irgendwann an einen Punkt, wo man nicht mehr weiß, ob das Gerät kompliziert ist oder ob man selbst die Dinge kompliziert macht.
Früher war die Sache mit dem Speicher meiner Meinung nach einfacher. Man hatte eine Festplatte, darauf waren Dateien, und wenn die Festplatte voll war, musste man etwas löschen. Das war eine klare Situation. Der Speicher war voll, also war kein Speicher mehr da. Wenn man Platz brauchte, musste man Platz schaffen. Das ist logisch und eigentlich auch heute noch so, zumindest wenn man nicht anfängt, sich mit den verschiedenen Arten von Massenspeichern zu beschäftigen.
Denn inzwischen gibt es SSDs, HDDs, externe Laufwerke, interne Laufwerke, Netzwerkspeicher, Cloud-Speicher und wahrscheinlich noch weitere Speicherformen, von denen ich erst erfahre, wenn ich eines Tages eine Rechnung bekomme, auf der steht, dass ich für etwas bezahle, das ich nicht einmal richtig aussprechen kann.
Aber gut, die Technik entwickelt sich weiter. Dagegen habe ich nichts. Im Gegenteil, es wäre ja merkwürdig, wenn wir heute noch dieselben Festplatten verwenden würden wie vor zwanzig Jahren. Andererseits muss ich sagen, dass ich manchmal den Eindruck habe, dass wir mit jeder neuen Entwicklung auch eine neue Möglichkeit bekommen, ein Problem zu haben, das wir früher gar nicht kannten.
Nehmen wir beispielsweise eine SSD mit einem Terabyte Speicherplatz.
Ein Terabyte ist doch eine ordentliche Menge. Wenn ich mich nicht irre, kann man darauf ziemlich viele Fotos, Videos, Programme und sonstige Dateien speichern. Für einen normalen privaten Computer sollte das, je nach Nutzung, eine ganze Weile reichen.
Nun stellt sich aber für mich folgende Frage: Wenn ich eine SSD mit einem Terabyte kaufe und darauf 700 Gigabyte Daten speichere, dann habe ich noch ungefähr 300 Gigabyte frei. Das ist verständlich.
Wenn ich jetzt aber dieselben 700 Gigabyte auf eine zweite SSD mit ebenfalls einem Terabyte kopiere, dann habe ich auf beiden Laufwerken jeweils 700 Gigabyte belegt.
Das ist ebenfalls verständlich.
Aber jetzt kommt der Punkt, bei dem ich möglicherweise falsch denke.
Wenn ich zwei SSDs mit jeweils einem Terabyte besitze, dann habe ich insgesamt zwei Terabyte Speicherplatz. Wenn ich dieselben Daten auf beiden Laufwerken speichere, habe ich trotzdem nur ein Terabyte an unterschiedlichen Daten gespeichert. Der Rest ist eine Kopie.
Ich besitze also zwei Terabyte Speicher, aber meine Sammlung ist nicht zwei Terabyte groß. Sie ist, wenn man die doppelten Dateien nicht mitzählt, nur 700 Gigabyte groß.
Das klingt jetzt alles nicht besonders aufregend, und ich entschuldige mich dafür, dass ich euch bis hierher mit einer Sache aufgehalten habe, die vermutlich jeder weiß, der schon einmal eine externe Festplatte gekauft hat.
Aber ich frage mich, ob wir bei Massenspeichern nicht manchmal zu sehr auf die reine Kapazität schauen.
Man liest beispielsweise, dass jemand vier Festplatten mit jeweils acht Terabyte besitzt. Dann denkt man zunächst, dass dieser Mensch 32 Terabyte Speicherplatz hat. Das stimmt natürlich, sofern man die Gesamtkapazität meint.
Wenn er aber alle wichtigen Daten auf allen vier Festplatten doppelt oder mehrfach speichert, sieht die Sache mit der tatsächlich verfügbaren Kapazität für unterschiedliche Daten schon anders aus.
Das ist kein Fehler und auch kein Betrug. Datensicherheit ist wichtig. Es wäre sogar ziemlich unvernünftig, wichtige Daten nur an einem einzigen Ort zu speichern und dann überrascht zu sein, wenn dieser Ort eines Tages nicht mehr funktioniert.
Trotzdem finde ich es interessant, wie unterschiedlich die Begriffe Speicherplatz, belegter Speicherplatz und tatsächlich vorhandene Datenmenge sein können, obwohl wir im Alltag diese Dinge häufig miteinander vermischen.
Ich weiß, das klingt jetzt ein wenig so, als hätte ich einen ganzen Abend lang auf die Anzeige meines Dateimanagers geschaut. Vielleicht war es auch ungefähr so.
Was mich allerdings noch mehr beschäftigt, ist die Frage, wie man eigentlich entscheidet, wann ein Speicher groß genug ist.
Früher hatte ich beispielsweise eine bestimmte Menge an Daten und brauchte dafür eine bestimmte Menge an Speicher. Wenn ich mehr Daten bekam, brauchte ich irgendwann mehr Speicher. Die Rechnung war relativ einfach.
Heute scheint es mir manchmal andersherum zu laufen. Man kauft mehr Speicher, weil er günstig geworden ist, und anschließend findet man genügend Dinge, die man darauf speichern kann. Man macht mehr Fotos, speichert Videos in höherer Auflösung, installiert größere Programme und sammelt Dateien, die man irgendwann vielleicht noch einmal gebrauchen könnte.
Dann kauft man wieder mehr Speicher.
Das ist an sich nicht schlimm. Ich frage mich nur, ob die verfügbare Speicherkapazität unsere Anforderungen beeinflusst oder ob unsere Anforderungen einfach schneller wachsen als die Speicherkapazität.
Wahrscheinlich ist es beides.
Und dann gibt es noch die Geschwindigkeit.
Eine Festplatte kann sehr viel Speicherplatz haben, aber langsam sein. Eine SSD kann weniger Speicherplatz haben, aber deutlich schneller arbeiten. Wenn ich also einen Massenspeicher kaufe, bezahle ich nicht nur für die Menge an Daten, die darauf passen, sondern auch dafür, wie schnell ich diese Daten lesen und schreiben kann.
Das ist nachvollziehbar.
Aber wenn ich beispielsweise eine große Sammlung von Filmen habe, die ich nur gelegentlich anschaue, brauche ich dann wirklich einen besonders schnellen Speicher? Oder wäre es nicht vernünftiger, einen langsameren und günstigeren Massenspeicher zu verwenden, sofern dieser zuverlässig genug ist?
Ich denke, dass die Antwort davon abhängt, was man mit den Daten macht. Für das Betriebssystem und Programme kann Geschwindigkeit wichtig sein. Für Dateien, die nur archiviert werden, ist sie möglicherweise weniger entscheidend.
Man könnte also theoretisch einen Computer besitzen, bei dem der schnelle Speicher klein ist und der große Speicher langsam arbeitet.
Moment, das machen ja bereits viele Menschen.
Gut, dann habe ich an dieser Stelle nichts Neues entdeckt.
Trotzdem führt mich das zu einer anderen Überlegung. Wenn Speicher so günstig wird, dass es sich kaum noch lohnt, alte Dateien zu löschen, entsteht dann nicht irgendwann ein anderes Problem? Nämlich die Frage, wie man die Daten überhaupt wiederfindet?
Ich habe beispielsweise eine Datei, die ich vor mehreren Jahren gespeichert habe. Ich weiß nicht mehr genau, wie sie heißt, und ich weiß auch nicht mehr, in welchem Ordner sie liegt. Aber ich bin sicher, dass sie irgendwo vorhanden ist.
Technisch gesehen habe ich also genügend Speicherplatz.
Praktisch gesehen habe ich die Datei möglicherweise verloren.
Das ist natürlich kein Problem des Massenspeichers im engeren Sinne, sondern eher eines der Organisation und der Suche. Aber es zeigt meiner Meinung nach, dass mehr Speicher nicht automatisch bedeutet, dass man mehr mit seinen Daten anfangen kann.
Ein Speicher, auf dem ich nichts finde, ist schließlich nicht besonders hilfreich. Er ist dann eher wie ein Keller, in den man alles hineinträgt, weil man denkt, dass man es irgendwann noch brauchen könnte.
Und wenn man nach zehn Jahren in diesen Keller geht, steht man vor einer interessanten Situation: Man besitzt sehr viele Dinge, aber man weiß nicht mehr genau, warum man sie überhaupt behalten hat.
Bei digitalen Dateien ist es vielleicht sogar noch einfacher, weil sie keinen physischen Platz wegnehmen, den man unmittelbar wahrnimmt. Man kann Tausende Dateien speichern und hat trotzdem nicht das Gefühl, dass etwas voller geworden ist. Erst wenn die Kapazität erschöpft ist, wird das Problem sichtbar.
Wobei auch das nicht immer sofort sichtbar ist. Es gibt schließlich Systeme, die Speicherplatz dynamisch verwalten, Daten komprimieren oder Dateien in irgendeiner Form auslagern. Bei virtuellen Maschinen und Netzwerkspeichern kann die tatsächlich verfügbare Kapazität von mehreren Faktoren abhängen.
Ich will damit nicht behaupten, dass das alles schlecht ist. Ich versuche nur zu verstehen, an welcher Stelle man bei der Betrachtung von Massenspeichern eigentlich anfangen sollte.
Bei der Kapazität? Bei der Geschwindigkeit? Bei der Zuverlässigkeit? Bei den Kosten pro Gigabyte? Oder bei der Frage, wie viele unterschiedliche Daten man tatsächlich speichern kann, wenn man Kopien zur Absicherung berücksichtigt?
Vielleicht ist die richtige Antwort, dass man diese Dinge nicht voneinander trennen kann.
Wenn ich einen Speicher kaufe, der sehr günstig ist, aber nach kurzer Zeit ausfällt, war er möglicherweise gar nicht günstig. Wenn ich einen Speicher kaufe, der sehr schnell ist, aber für meine Anwendung keine Vorteile bringt, habe ich vielleicht unnötig Geld ausgegeben. Und wenn ich einen Speicher kaufe, der riesig ist, aber keine vernünftige Sicherungsstrategie habe, kann ich im schlimmsten Fall sehr viele Daten auf einmal verlieren.
Das ist alles nicht neu.
Ich frage mich trotzdem, warum bei Diskussionen über Massenspeicher häufig die Kapazität so stark im Mittelpunkt steht. Vielleicht, weil sie sich besonders einfach vergleichen lässt. Zwei Terabyte sind eben zwei Terabyte, und jeder kann sich darunter etwas vorstellen, zumindest ungefähr.
Bei der Zuverlässigkeit ist das schwieriger. Da müsste man über Ausfallwahrscheinlichkeiten, Betriebsbedingungen, Schreibvolumen, Alterung und Sicherungskonzepte sprechen. Das ist weniger einfach und passt auch nicht so gut in eine Produktübersicht.
Außerdem kann ein großer Speicher für den einen Nutzer sinnvoll sein und für den anderen völlig überdimensioniert. Wer beruflich mit großen Videodateien arbeitet, hat andere Anforderungen als jemand, der hauptsächlich Texte schreibt und gelegentlich Bilder speichert.
Das ist vermutlich der Grund, warum es keine allgemeingültige Antwort gibt.
Wobei ich mich frage, ob wir bei der Auswahl eines Massenspeichers nicht trotzdem eine einfache Kennzahl übersehen, die für den normalen Anwender hilfreicher wäre als die reine Kapazität.
Nicht unbedingt eine neue technische Einheit. Davon haben wir schon genug.
Eher eine Betrachtung, die berücksichtigt, wie viel Speicherplatz für unterschiedliche Daten tatsächlich übrig bleibt, wenn man eine sinnvolle Sicherung einplant.
Denn wenn ich beispielsweise zehn Terabyte Speicher besitze, bedeutet das nicht automatisch, dass ich zehn Terabyte Daten sicher aufbewahren kann. Wenn ich eine vollständige zweite Kopie benötige, sieht die Rechnung anders aus. Wenn ich zusätzlich eine weitere Sicherung an einem anderen Ort haben möchte, sieht sie noch einmal anders aus.
Natürlich könnte ich einfach mehr Speicher kaufen. Das ist die offensichtliche Lösung.
Aber irgendwann stellt sich doch die Frage, ob man die Kapazität eines Speichersystems nicht besser danach beurteilen sollte, wie viel Datenbestand es unter Berücksichtigung der gewünschten Redundanz und Sicherung tatsächlich aufnehmen kann.
Ich habe den Eindruck, dass hier zwei verschiedene Fragen miteinander vermischt werden: Wie viel Speicher habe ich insgesamt, und wie viel meiner Daten kann ich damit gegen einen Ausfall absichern?
Das sind nicht dieselben Fragen.
Und jetzt komme ich endlich zu dem eigentlichen Punkt, wegen dem ich diesen ganzen Text geschrieben habe.
Wenn ich ein Speichersystem mit mehreren Laufwerken betreibe und meine Daten durch vollständige Kopien absichere, gibt es dann eine allgemein sinnvolle Methode, die tatsächlich nutzbare Kapazität nicht nur anhand der installierten Terabyte, sondern anhand der verbleibenden Kapazität nach Berücksichtigung der gewünschten Datensicherheit zu bewerten?
Mir ist klar, dass man das ausrechnen kann, wenn man die Anzahl der Laufwerke und die Art der Sicherung kennt. Ich frage mich eher, ob es dafür eine Kennzahl gibt, die sich für den Vergleich unterschiedlicher Speichersysteme eignet, ohne dass man sich vorher durch sämtliche technischen Einzelheiten arbeiten muss.
Oder ist eine solche Kennzahl grundsätzlich wenig sinnvoll, weil die Anforderungen an Datensicherheit, Redundanz und Wiederherstellung je nach Anwendungsfall zu unterschiedlich sind?
Vielleicht ist das eine völlig unnötige Frage.
Andererseits wäre es doch interessant, wenn ein Hersteller nicht nur schreiben würde, dass sein System 24 Terabyte Kapazität bietet, sondern zusätzlich angeben könnte, wie viel Kapazität bei einer bestimmten Ausfallsicherheit tatsächlich für unterschiedliche Nutzdaten zur Verfügung steht.
Ich weiß, dass die konkrete Antwort von der Konfiguration abhängt. Mir geht es um die Frage, ob man daraus trotzdem eine vergleichbare Größe machen kann.
Und falls jemand jetzt denkt, dass ich mir über diese Sache zu viele Gedanken mache: Das kann durchaus sein. Aber manchmal führt gerade das Nachdenken über eine scheinbar banale Sache dazu, dass man am Ende eine Frage stellt, die doch nicht ganz so banal ist.
So ähnlich ist es auch mit anderen Dingen im Leben. Man kann lange über die Größe eines Behälters sprechen, ohne zu klären, was man eigentlich hineinfüllen möchte.
Das gilt für Massenspeicher genauso wie für vieles andere.
Und irgendwo in Bochum wird vermutlich gerade jemand eine neue Festplatte kaufen, ohne sich auch nur eine Sekunde darüber Gedanken zu machen.
Vielleicht ist das sogar die vernünftigste Herangehensweise.
Viele Grüße
ich habe in den letzten Tagen etwas über Massenspeicher nachgedacht. Nicht, weil ich jetzt unbedingt ein neues Gerät kaufen möchte oder weil meine Festplatte irgendwelche Geräusche macht, die mich an einen alten Kühlschrank in einer Wohnung in Bochum erinnern würden. Nein, es ist mehr eine grundsätzliche Überlegung, die sich bei mir im Kopf festgesetzt hat, obwohl ich eigentlich der Meinung bin, dass man über solche Dinge nicht zu lange nachdenken sollte. Denn wenn man über technische Geräte zu lange nachdenkt, kommt man irgendwann an einen Punkt, wo man nicht mehr weiß, ob das Gerät kompliziert ist oder ob man selbst die Dinge kompliziert macht.
Früher war die Sache mit dem Speicher meiner Meinung nach einfacher. Man hatte eine Festplatte, darauf waren Dateien, und wenn die Festplatte voll war, musste man etwas löschen. Das war eine klare Situation. Der Speicher war voll, also war kein Speicher mehr da. Wenn man Platz brauchte, musste man Platz schaffen. Das ist logisch und eigentlich auch heute noch so, zumindest wenn man nicht anfängt, sich mit den verschiedenen Arten von Massenspeichern zu beschäftigen.
Denn inzwischen gibt es SSDs, HDDs, externe Laufwerke, interne Laufwerke, Netzwerkspeicher, Cloud-Speicher und wahrscheinlich noch weitere Speicherformen, von denen ich erst erfahre, wenn ich eines Tages eine Rechnung bekomme, auf der steht, dass ich für etwas bezahle, das ich nicht einmal richtig aussprechen kann.
Aber gut, die Technik entwickelt sich weiter. Dagegen habe ich nichts. Im Gegenteil, es wäre ja merkwürdig, wenn wir heute noch dieselben Festplatten verwenden würden wie vor zwanzig Jahren. Andererseits muss ich sagen, dass ich manchmal den Eindruck habe, dass wir mit jeder neuen Entwicklung auch eine neue Möglichkeit bekommen, ein Problem zu haben, das wir früher gar nicht kannten.
Nehmen wir beispielsweise eine SSD mit einem Terabyte Speicherplatz.
Ein Terabyte ist doch eine ordentliche Menge. Wenn ich mich nicht irre, kann man darauf ziemlich viele Fotos, Videos, Programme und sonstige Dateien speichern. Für einen normalen privaten Computer sollte das, je nach Nutzung, eine ganze Weile reichen.
Nun stellt sich aber für mich folgende Frage: Wenn ich eine SSD mit einem Terabyte kaufe und darauf 700 Gigabyte Daten speichere, dann habe ich noch ungefähr 300 Gigabyte frei. Das ist verständlich.
Wenn ich jetzt aber dieselben 700 Gigabyte auf eine zweite SSD mit ebenfalls einem Terabyte kopiere, dann habe ich auf beiden Laufwerken jeweils 700 Gigabyte belegt.
Das ist ebenfalls verständlich.
Aber jetzt kommt der Punkt, bei dem ich möglicherweise falsch denke.
Wenn ich zwei SSDs mit jeweils einem Terabyte besitze, dann habe ich insgesamt zwei Terabyte Speicherplatz. Wenn ich dieselben Daten auf beiden Laufwerken speichere, habe ich trotzdem nur ein Terabyte an unterschiedlichen Daten gespeichert. Der Rest ist eine Kopie.
Ich besitze also zwei Terabyte Speicher, aber meine Sammlung ist nicht zwei Terabyte groß. Sie ist, wenn man die doppelten Dateien nicht mitzählt, nur 700 Gigabyte groß.
Das klingt jetzt alles nicht besonders aufregend, und ich entschuldige mich dafür, dass ich euch bis hierher mit einer Sache aufgehalten habe, die vermutlich jeder weiß, der schon einmal eine externe Festplatte gekauft hat.
Aber ich frage mich, ob wir bei Massenspeichern nicht manchmal zu sehr auf die reine Kapazität schauen.
Man liest beispielsweise, dass jemand vier Festplatten mit jeweils acht Terabyte besitzt. Dann denkt man zunächst, dass dieser Mensch 32 Terabyte Speicherplatz hat. Das stimmt natürlich, sofern man die Gesamtkapazität meint.
Wenn er aber alle wichtigen Daten auf allen vier Festplatten doppelt oder mehrfach speichert, sieht die Sache mit der tatsächlich verfügbaren Kapazität für unterschiedliche Daten schon anders aus.
Das ist kein Fehler und auch kein Betrug. Datensicherheit ist wichtig. Es wäre sogar ziemlich unvernünftig, wichtige Daten nur an einem einzigen Ort zu speichern und dann überrascht zu sein, wenn dieser Ort eines Tages nicht mehr funktioniert.
Trotzdem finde ich es interessant, wie unterschiedlich die Begriffe Speicherplatz, belegter Speicherplatz und tatsächlich vorhandene Datenmenge sein können, obwohl wir im Alltag diese Dinge häufig miteinander vermischen.
Ich weiß, das klingt jetzt ein wenig so, als hätte ich einen ganzen Abend lang auf die Anzeige meines Dateimanagers geschaut. Vielleicht war es auch ungefähr so.
Was mich allerdings noch mehr beschäftigt, ist die Frage, wie man eigentlich entscheidet, wann ein Speicher groß genug ist.
Früher hatte ich beispielsweise eine bestimmte Menge an Daten und brauchte dafür eine bestimmte Menge an Speicher. Wenn ich mehr Daten bekam, brauchte ich irgendwann mehr Speicher. Die Rechnung war relativ einfach.
Heute scheint es mir manchmal andersherum zu laufen. Man kauft mehr Speicher, weil er günstig geworden ist, und anschließend findet man genügend Dinge, die man darauf speichern kann. Man macht mehr Fotos, speichert Videos in höherer Auflösung, installiert größere Programme und sammelt Dateien, die man irgendwann vielleicht noch einmal gebrauchen könnte.
Dann kauft man wieder mehr Speicher.
Das ist an sich nicht schlimm. Ich frage mich nur, ob die verfügbare Speicherkapazität unsere Anforderungen beeinflusst oder ob unsere Anforderungen einfach schneller wachsen als die Speicherkapazität.
Wahrscheinlich ist es beides.
Und dann gibt es noch die Geschwindigkeit.
Eine Festplatte kann sehr viel Speicherplatz haben, aber langsam sein. Eine SSD kann weniger Speicherplatz haben, aber deutlich schneller arbeiten. Wenn ich also einen Massenspeicher kaufe, bezahle ich nicht nur für die Menge an Daten, die darauf passen, sondern auch dafür, wie schnell ich diese Daten lesen und schreiben kann.
Das ist nachvollziehbar.
Aber wenn ich beispielsweise eine große Sammlung von Filmen habe, die ich nur gelegentlich anschaue, brauche ich dann wirklich einen besonders schnellen Speicher? Oder wäre es nicht vernünftiger, einen langsameren und günstigeren Massenspeicher zu verwenden, sofern dieser zuverlässig genug ist?
Ich denke, dass die Antwort davon abhängt, was man mit den Daten macht. Für das Betriebssystem und Programme kann Geschwindigkeit wichtig sein. Für Dateien, die nur archiviert werden, ist sie möglicherweise weniger entscheidend.
Man könnte also theoretisch einen Computer besitzen, bei dem der schnelle Speicher klein ist und der große Speicher langsam arbeitet.
Moment, das machen ja bereits viele Menschen.
Gut, dann habe ich an dieser Stelle nichts Neues entdeckt.
Trotzdem führt mich das zu einer anderen Überlegung. Wenn Speicher so günstig wird, dass es sich kaum noch lohnt, alte Dateien zu löschen, entsteht dann nicht irgendwann ein anderes Problem? Nämlich die Frage, wie man die Daten überhaupt wiederfindet?
Ich habe beispielsweise eine Datei, die ich vor mehreren Jahren gespeichert habe. Ich weiß nicht mehr genau, wie sie heißt, und ich weiß auch nicht mehr, in welchem Ordner sie liegt. Aber ich bin sicher, dass sie irgendwo vorhanden ist.
Technisch gesehen habe ich also genügend Speicherplatz.
Praktisch gesehen habe ich die Datei möglicherweise verloren.
Das ist natürlich kein Problem des Massenspeichers im engeren Sinne, sondern eher eines der Organisation und der Suche. Aber es zeigt meiner Meinung nach, dass mehr Speicher nicht automatisch bedeutet, dass man mehr mit seinen Daten anfangen kann.
Ein Speicher, auf dem ich nichts finde, ist schließlich nicht besonders hilfreich. Er ist dann eher wie ein Keller, in den man alles hineinträgt, weil man denkt, dass man es irgendwann noch brauchen könnte.
Und wenn man nach zehn Jahren in diesen Keller geht, steht man vor einer interessanten Situation: Man besitzt sehr viele Dinge, aber man weiß nicht mehr genau, warum man sie überhaupt behalten hat.
Bei digitalen Dateien ist es vielleicht sogar noch einfacher, weil sie keinen physischen Platz wegnehmen, den man unmittelbar wahrnimmt. Man kann Tausende Dateien speichern und hat trotzdem nicht das Gefühl, dass etwas voller geworden ist. Erst wenn die Kapazität erschöpft ist, wird das Problem sichtbar.
Wobei auch das nicht immer sofort sichtbar ist. Es gibt schließlich Systeme, die Speicherplatz dynamisch verwalten, Daten komprimieren oder Dateien in irgendeiner Form auslagern. Bei virtuellen Maschinen und Netzwerkspeichern kann die tatsächlich verfügbare Kapazität von mehreren Faktoren abhängen.
Ich will damit nicht behaupten, dass das alles schlecht ist. Ich versuche nur zu verstehen, an welcher Stelle man bei der Betrachtung von Massenspeichern eigentlich anfangen sollte.
Bei der Kapazität? Bei der Geschwindigkeit? Bei der Zuverlässigkeit? Bei den Kosten pro Gigabyte? Oder bei der Frage, wie viele unterschiedliche Daten man tatsächlich speichern kann, wenn man Kopien zur Absicherung berücksichtigt?
Vielleicht ist die richtige Antwort, dass man diese Dinge nicht voneinander trennen kann.
Wenn ich einen Speicher kaufe, der sehr günstig ist, aber nach kurzer Zeit ausfällt, war er möglicherweise gar nicht günstig. Wenn ich einen Speicher kaufe, der sehr schnell ist, aber für meine Anwendung keine Vorteile bringt, habe ich vielleicht unnötig Geld ausgegeben. Und wenn ich einen Speicher kaufe, der riesig ist, aber keine vernünftige Sicherungsstrategie habe, kann ich im schlimmsten Fall sehr viele Daten auf einmal verlieren.
Das ist alles nicht neu.
Ich frage mich trotzdem, warum bei Diskussionen über Massenspeicher häufig die Kapazität so stark im Mittelpunkt steht. Vielleicht, weil sie sich besonders einfach vergleichen lässt. Zwei Terabyte sind eben zwei Terabyte, und jeder kann sich darunter etwas vorstellen, zumindest ungefähr.
Bei der Zuverlässigkeit ist das schwieriger. Da müsste man über Ausfallwahrscheinlichkeiten, Betriebsbedingungen, Schreibvolumen, Alterung und Sicherungskonzepte sprechen. Das ist weniger einfach und passt auch nicht so gut in eine Produktübersicht.
Außerdem kann ein großer Speicher für den einen Nutzer sinnvoll sein und für den anderen völlig überdimensioniert. Wer beruflich mit großen Videodateien arbeitet, hat andere Anforderungen als jemand, der hauptsächlich Texte schreibt und gelegentlich Bilder speichert.
Das ist vermutlich der Grund, warum es keine allgemeingültige Antwort gibt.
Wobei ich mich frage, ob wir bei der Auswahl eines Massenspeichers nicht trotzdem eine einfache Kennzahl übersehen, die für den normalen Anwender hilfreicher wäre als die reine Kapazität.
Nicht unbedingt eine neue technische Einheit. Davon haben wir schon genug.
Eher eine Betrachtung, die berücksichtigt, wie viel Speicherplatz für unterschiedliche Daten tatsächlich übrig bleibt, wenn man eine sinnvolle Sicherung einplant.
Denn wenn ich beispielsweise zehn Terabyte Speicher besitze, bedeutet das nicht automatisch, dass ich zehn Terabyte Daten sicher aufbewahren kann. Wenn ich eine vollständige zweite Kopie benötige, sieht die Rechnung anders aus. Wenn ich zusätzlich eine weitere Sicherung an einem anderen Ort haben möchte, sieht sie noch einmal anders aus.
Natürlich könnte ich einfach mehr Speicher kaufen. Das ist die offensichtliche Lösung.
Aber irgendwann stellt sich doch die Frage, ob man die Kapazität eines Speichersystems nicht besser danach beurteilen sollte, wie viel Datenbestand es unter Berücksichtigung der gewünschten Redundanz und Sicherung tatsächlich aufnehmen kann.
Ich habe den Eindruck, dass hier zwei verschiedene Fragen miteinander vermischt werden: Wie viel Speicher habe ich insgesamt, und wie viel meiner Daten kann ich damit gegen einen Ausfall absichern?
Das sind nicht dieselben Fragen.
Und jetzt komme ich endlich zu dem eigentlichen Punkt, wegen dem ich diesen ganzen Text geschrieben habe.
Wenn ich ein Speichersystem mit mehreren Laufwerken betreibe und meine Daten durch vollständige Kopien absichere, gibt es dann eine allgemein sinnvolle Methode, die tatsächlich nutzbare Kapazität nicht nur anhand der installierten Terabyte, sondern anhand der verbleibenden Kapazität nach Berücksichtigung der gewünschten Datensicherheit zu bewerten?
Mir ist klar, dass man das ausrechnen kann, wenn man die Anzahl der Laufwerke und die Art der Sicherung kennt. Ich frage mich eher, ob es dafür eine Kennzahl gibt, die sich für den Vergleich unterschiedlicher Speichersysteme eignet, ohne dass man sich vorher durch sämtliche technischen Einzelheiten arbeiten muss.
Oder ist eine solche Kennzahl grundsätzlich wenig sinnvoll, weil die Anforderungen an Datensicherheit, Redundanz und Wiederherstellung je nach Anwendungsfall zu unterschiedlich sind?
Vielleicht ist das eine völlig unnötige Frage.
Andererseits wäre es doch interessant, wenn ein Hersteller nicht nur schreiben würde, dass sein System 24 Terabyte Kapazität bietet, sondern zusätzlich angeben könnte, wie viel Kapazität bei einer bestimmten Ausfallsicherheit tatsächlich für unterschiedliche Nutzdaten zur Verfügung steht.
Ich weiß, dass die konkrete Antwort von der Konfiguration abhängt. Mir geht es um die Frage, ob man daraus trotzdem eine vergleichbare Größe machen kann.
Und falls jemand jetzt denkt, dass ich mir über diese Sache zu viele Gedanken mache: Das kann durchaus sein. Aber manchmal führt gerade das Nachdenken über eine scheinbar banale Sache dazu, dass man am Ende eine Frage stellt, die doch nicht ganz so banal ist.
So ähnlich ist es auch mit anderen Dingen im Leben. Man kann lange über die Größe eines Behälters sprechen, ohne zu klären, was man eigentlich hineinfüllen möchte.
Das gilt für Massenspeicher genauso wie für vieles andere.
Und irgendwo in Bochum wird vermutlich gerade jemand eine neue Festplatte kaufen, ohne sich auch nur eine Sekunde darüber Gedanken zu machen.
Vielleicht ist das sogar die vernünftigste Herangehensweise.
Viele Grüße