Meinung zur Krankschreibung am ersten Tag

Muffknutscher

Lt. Commander
🎅Rätsel-Elite ’20
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Liebe Mitbürger,

kurze Frage nach eurer Meinung zu dem neuen Gesetzt der Krankschreibung am ersten Tag.

Bei mir war es in der Vergangenheit so, das ich mit Erkältung oder einem Migräneanfall mal einen oder maximal zwei Tage zu hause im Bett geblieben bin. Aktuell bin ich in diesem Jahr zwei Tage krank gewesen, ansonsten war es dank HO immer noch möglich zu Arbeiten. Beim Arzt war ich eigentlich nur wenn ich wirklich mit Grippe flach liege, oder meinen jährlichen Checkup habe. Sollte mein Arbeitgeber mit der geplanten Änderung mitgehen und direkt am ersten Tag eine Kranmeldung fordern, würde ich mich dann tatsächlich die ganze Woche krank schreiben lassen. Wegen einem Tag quäle ich mich doch nicht zum Arzt.

Meine persönliche Meinung ist, das es ganz viele genau so handhaben werden. Ich habe in meinem Umfeld, Freunde, Arbeitskollegen gefragt und die sehen es genau so.

Wie ist da eure Einstellung? Bin ich mit meiner Einstellung bei euch allein auf weiter Flur?
 
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Sehe ich auch so.
Mal 1-2 Tage zuhause bleiben bei etwas Magen-Darm oder Migräne und dann ist man wieder fit.
Wenn man deshalb zum Arzt geht, dann schreibt der einen meist gleich für den Rest der Woche krank.
Das können dann deutlich mehr als 3 Tage sein, wenn man die Probleme bereits zum Wochenanfang hat.
Dann sollte Fritze sich nicht wundern, wenn entegegen seiner Reformvorstellung in der nächsten Krankenstatistik plötzlich mehr Krankheitstage auftauchen.
 
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Auf der anderen Seite hat er sich mit Demokratie-Abbau gebrüstet, und dann so etwas. Dazu noch dass die Krankschreibung wegen Kleinigkeiten telefonisch nicht mehr möglich ist, wovon ich gar nicht wusste dass das noch, oder wieder, möglich ist.

Ich musste heuer, im Winter, einmal innerhalb von fünf oder sechs Werktagen dreimal zum Arzt, in die Sprechstunde, und teilweise sehr lange warten. Vom Hausarzt zum Facharzt HNO, und wieder zurück, wegen eine Verlängerung um nochmal drei Tage! Wahnsinn. :rolleyes:
Und ich würde beim Hausarzt noch nicht einmal untersucht, Hals, Nase, Rachen etc. - Die Maske dürfte drauf bleiben. Also nichts anderes wie wenn ich nur telefoniert hätte. :o

Ist unmöglich.
 
Bei meinem Hausarzt ist ein Schild angebracht, das man bitte nur vorstellig wird, wenn man keine Symptome hat, um nicht noch andere Patienten anzustecken. Also wenn man wirklich Grippe o.ä. hatte, hatte man quasi nur die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung.
Wenn es also so gewünscht ist, das man trotz Termin über einen langen Zeitraum mit vielen anderen Menschen auf engstem Raum total Vierenverseucht sitzt, damit man möglichst viele noch anstecken kann, dann bitte.
Realität ist für viele eher optional habe ich das Gefühl.
 
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Das tut sich halt ein dämliches Paradox auf, weil eine Entscheidung von Zwei Autoritäten getragen werden muss, die ein Grundsätzlich anderes Menschenbild haben.

Auf der einen Seite die aktuelle Politik die die Arbeitgeber vertreten will, mit der Position "Mitarbeiter drücken sich vor der Arbeit und müssen zur Kontrolle gedrängt werden, dass sie wirklich Krank sind".

Auf der anderen Seite die Mediziner, die ganz klar sagen, "Nahezu alle Menschen die sagen sie sind Krank, sind Krank und wir werden keinen albernen Affenzirkus betreiben um die wenigen die tatsächlich Lügen bloß zu stellen, insbesondere wenn dieser Zirkus die Gesundheit anderer gefährdet".

Meine Meinung? Menschlich und Volkswirtschaftlich eine Katastrophe.
 
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Das ist doch reine Symbolpolitik. Merz glaubt damit gegen den herbeifantasierten "Schlendrian" zu punkten, den die Boomer jedem unterstellen der nicht wie sie damals 17 Km unter Wasser zur Grundschule gelaufen ist - im Winter ohne Schuhe.

Mit der Realität hat das garnix zu tun und trifft ja auch die wenigsten - ich kenne persönlich kaum jemanden der nicht die "ab dem dritten Tag mit Attest" Regelung hat.
 
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Mal abwarten, wie es dann umgesetzt wird. Merz ist ja schon etwas zurück gerudert mit seiner Aussage: "Sie müssen nicht am ersten Tag in die Arztpraxis. Sie müssen vom ersten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung haben."

Die Hausarztpraxen tun mir aber jetzt schon leid. Sind sowieso schon massiv überlastet und jetzt diese Idee und die geplante Einführung des Primärarztmodells...

Dass die ganze Debatte mit angeblich so stark gestiegenen AU seit 2022 auf einer fragwürdigen Datengrundlage steht, kommt ja noch dazu.
Zudem sehen die Kassen einen statistischen Effekt: Durch die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung 2022 würden viele Fälle erfasst, die zuvor nicht gemeldet worden waren, ermittelte das Zentralinstitut der Kassenärztlichen Versorgung.
 
Ich halte nichts davon, habe aber diese Regierung auch nicht gewählt.
 
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Noch ist das alles gar nicht rechtskräftig bzw. in einem Gesetzesentwurf verfasst. Bei dem Gegenwind aktuell hoffe ich, dass die Regierung diesen Punkt noch einmal überdenkt.

Sie reden von Bürokratieabbau und bauen hier eben diese massiv auf. Die Praxen waren froh, dass man mit der telefonischen Krankschreibung etwas "Laufkundschaft" abfangen konnte.
Jetzt soll zusätzlich noch jeder Arbeitnehmer am ersten Tag der Krankheit in der Praxis vorstellig werden.
Dass das Mittel extrem missbräuchlich verwendet werden würde, ist auch nicht belegbar. Einzelne werden das mit jeder gesetzlichen Grundlage tun.

Insgesamt stellt dieser Vorschlag quasi alle Arbeitnehmer unter Generalverdacht, regelmäßig blau zu machen.
Ich vermute mal, dass es sicher in einigen Fällen ein Eigentor ist und sich Leute dann statt zwei Tagen gleich die ganze Woche krankschreiben lassen.

Es gibt allerdings laut Regierung die Möglichkeit, das auf betrieblicher (sicher auch tariflicher) Ebene anders zu handhaben. Das erfordert aber Betriebsvereinbarungen oder eine Klausel im Tarifvertrag.
Ich denke daher, dass es ein "Geschenk" an den Mittelstand ist. Aus dem Verband kamen afaik auch die meisten Klagen, dass die Mitarbeiter zu oft krankfeiern.
 
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Mein AG verlangt erst mit Beginn des 4. Krankheitstages eine AU-Bescheinigung.

So konnte man Erkältungen oder Ähnliches recht gut auskurieren, ohne zum Arzt zu müssen.

Meine Hausarztpraxis kennt mich und meine Vorerkrankungen seit vielen Jahren, deswegen war dort eine telefonische Krankschreibung auch nie ein Problem und war gängige Praxis.

Für Außergewöhnliche, potentiell infektiöse, Krankheitsbilder verfügt die Praxis über eine sogenannte Infektionssprechstunde, Termine können Online oder per Mail gebucht werden.

Hier ist der Zutritt nur mit FFP2 Maske erlaubt, zum Schutz anderer Patienten und dem Personal. Aber das arbeitet da eh unter Vollschutz, wie zu Corona Hochzeiten.

Ich verstehe das Versteifen auf das Verbot der telefonischen Krankschreibung absolut null, denn gerade mal 1% der Krankschreibungen erfolgen auf diesem Wege. Und selbst wenn davon 5% betuppen würden, HELL NO! Der Untergang des Abendlandes.
 
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Mal davon abgesehen das ich mich durch diese Regelung mal pauschal als potentieller Betrüger hingestellt sehe, reiht sich das in eine unendliche Reihe für die Allgemeinheit fragwürdiger Beschlüsse ein. Die Umfragewerte sind offensichtlich noch nicht niedrig genug.
Ich kenne einige die haben nicht einmal einen Hausarzt weil hier niemand mehr neue Patienten aufnimmt. Auch kann ich mich an Krankheiten erinnern, bei denen wäre ich nicht mal in der Lage gewesen das Bett, bzw. das Haus zu verlassen.
Also jetzt stehen alle da, sind mal wieder maximal verwirrt weil schon wieder vollkommen unklare und nicht mehr nachvollziehbare Statements rausgehauen werden die ja exakt dem widersprechen was mal eigentlich geplant war.
 
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Buttkiss schrieb:
Auch kann ich mich an Krankheiten erinnern, bei denen wäre ich nicht mal in der Lage gewesen das Bett, bzw. das Haus zu verlassen.
Na dann soll der Hausarzt, den man gar nicht hat, halt Hausbesuche machen. Dafür haben die sicher Zeit. /s
 
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Für mich bleibt nur eine "logische" Erklärung für so etwas.

Die CDU geht jetzt auf Stimmenfang beim Klientel der aktuell stärksten Partei. Ich weis nicht ob ich ich damit trösten kann, das alberner Populismus eben mehr Wähler findet als alles andere. Bei uns und auch anderswo.
 
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Meine Frau arbeitet in einem Kindergarten. Eine Mitarbeiterin dort hat es auf die Spitze getrieben. Die macht fast jede Woche ihre 3 Tage krank. Und sie ist nicht die einzige, die ausnutzt, dass hier in der Region ein starker Mangel an Erziehern vorherrscht.

Andererseits ist es natürlich eine Katastrophe für die Arztpraxen. Die werden dann überlaufen. Und für Leute, die eben nicht nur blau feiern, ist das auch blöd, wenn die sich zum Arzt schleppen müssen, auch wenn die Symptome für nur 1 Tag Ausfall sprechen würden.

Das wahre Versäumnis bei der Gesundheitsreform ist für mich wieder mal die Beibehaltung der Trennung von privater und gesetzlicher Krankenversicherung. Da steht Frau Warken am Rednerpult und tönt großfressig, dass sich alle an den höheren Kosten beteiligen müssen. Die Lüge in dieser Aussage steht auch schon im Bild. Frau Warken selbst beteiligt sich nicht daran, da sie privat versichert ist.

„Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher als die anderen.“
 
Pummeluff schrieb:
Eine Mitarbeiterin dort hat es auf die Spitze getrieben. Die macht fast jede Woche ihre 3 Tage krank.

Wobei man für solche Fälle einfach die freiwillige 3 Tage Regelung ändern kann.
Wenn der Arbeitgeber das nicht macht - tja.
 
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Pummeluff schrieb:
Die macht fast jede Woche ihre 3 Tage krank. Und sie ist nicht die einzige, die ausnutzt, dass hier in der Region ein starker Mangel an Erziehern vorherrscht.
Wenn der AG Zweifel an der Krankheit hat, hat er die Möglichkeit von der Mitarbeiterin ab dem 1. Tag ne AU zu verlangen oder sie zum Vertrauensarzt zu schicken.
 
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Pummeluff schrieb:
Eine Mitarbeiterin dort hat es auf die Spitze getrieben. Die macht fast jede Woche ihre 3 Tage krank.
Ich behaupte, das ist erfunden. Warum?

Dagegen kann der Arbeitgeber auch heute schon vorgehen. Bei Auffälligkeiten kann der Arbeitgeber auch jetzt schon Zeitweise anordnen Krankmeldungen am ersten Tag einzureichen (ggf. mit Zustimmung des Betriebsrats).

Sobald ein Arbeitgeber wirklich den Verdacht hat, das ein Mitarbeiter regelmäßig Blau macht gibt es viele Kontrollmechanismen.
 
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Angebot und Nachfrage, dazu noch Öffentlicher Dienst. Natürlich kann der AG dagegen vorgehen. Aber wenn Erziehermangel herrscht, ist eine halbe Kraft noch immer hilfreicher als gar keine. Und gerade bei mittelgroßen Städten ist die Schmerzgrenze des Arbeitgebers sehr hoch, bevor da irgendwelche Sanktionen kommen.

Keylan schrieb:
Ich behaupte, das ist erfunden. Warum?
Kannst du gern.
 
Pummeluff schrieb:
Angebot und Nachfrage, dazu noch Öffentlicher Dienst.
Ich arbeite auch im öffentlichen Dienst und wir haben das in solchen beschriebenen Extremfällen schon angeordnet, dass die Person dann ab dem ersten Tag eine AU vorlegen muss.
Das Problem liegt dann aber bei der jeweiligen Dienststelle. Ja, in dem Bereich herrscht eher Personalmangel, aber es ist für das Team eine Belastung, wenn solche Extremfälle geduldet werden.

Das Problem ist nur, dass quasi jeder Beschäftigte durch so einen Vorschlag unter Generalverdacht gestellt wird, die drei Tage ohne AU regelmäßig auszunutzen.
Und das ist schlicht nicht belegbar. auch wenn mancher Arbeitgeberverband das gerne behauptet. Dann werden wieder angebliche Kosten für die Wirtschaft herbei phantasiert und manche glauben offenbar wirklich, dass durch eine AU am ersten Tag dann ein Wirtschaftswachstum folgt.
 
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Gerade im Bereich der Pflege kenne ich das auch so. Oft, wenn ein unbequemer Dienst angetreten werden soll, sind bestimmte Mitarbeiter kurz vor Dienstbeginn plötzlich unpässlich und die ganze Dienstplanung gerät aus den Fugen. Würde man da aber konsequent nachgehen, fehlt der Mitarbeiter anschließend ganz und es wird noch schwierige allen gerecht zu werden.

Aber so wie ich es verstehe, ist ja gar nicht gemeint, dass jeder gleich am ersten Tag zum Arzt muss, es wird nur auf die alte Regelung vor Corona zurückgegangen, die aus Infektionsschutzgründen so gemacht wurde und nicht jeder Arbeitgeber ist verpflichtet sie so umzusetzen.
 
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