Meinung zur Krankschreibung am ersten Tag

Muffknutscher schrieb:
Ich wollte hier jetzt keine Grundsatzdiskussion lostreten.
Aber das ist doch auch gar nicht verwerflich, unsere Gesellschaft lebt vom Diskurs. Jeder darf eine eigene, auch völlig abweichende, Position haben.


Muffknutscher schrieb:
Ablenkungsmanöver ist um die Menschen dazu zu bringen einen Aufreger zu haben und sich mit den wirklichen Problemen nicht auseinandersetzten. Stichwort Insolvenzwelle etc.
Er musste das nun ziehen, ein Triggerthema, ansonsten macht man so etwas gerne im Dunst von großen Events wie halt einer Weltmeisterschaft.

Er bzw die Regierung konnte nur halt nicht damit rechnen, das die Nationalmannschaft so früh ausscheidet. 😄
 
knoxxi schrieb:
Aber das ist doch auch gar nicht verwerflich
Ist es natürlich nicht, ich wollte nur vermeiden dass das hier aus dem Ruder läuft und man von Kuchenbacken auf Arschbacken kommt.
 
so wie es aussieht, rudern die nun etwas zurück: klick

Muffknutscher schrieb:
würde ich mich dann tatsächlich die ganze Woche krank schreiben lassen. Wegen einem Tag quäle ich mich doch nicht zum Arzt.

Diese Aussage finde ich sehr fragwürdig. Nicht nur hier in diesem Thread sondern generell. So etwas höre ich immer wieder. Ich finde dies eine Trotzreaktion. Mehr nicht. Persönlich finde ich es auch nicht richtig jedes mal wieder zu Arzt zu gehen. Gerade wenn die das Thema mit der telefonischen Krankschreibung abschaffen wollen. Wobei die Praxis weiterhin dies auch telefonisch machen könnte und eine Ersatzbescheinigung bei der Kasse anfordert (wird dann über die KIM-Adresse gemeldet) Und sollte man nach zwei Tagen wieder gesund sein, darf man selbstverständlich wieder auf Arbeit gehen.

Meine Praxis hat einen separaten Bereich für solche Fälle. Da darf man auch nur mit einem Akuttermin rein und man muss eine FFP2-Maske aufhaben. Somit ist das Infektionsrisiko niedriger.
 
Portscan86 schrieb:
Diese Aussage finde ich sehr fragwürdig. Nicht nur hier in diesem Thread sondern generell. So etwas höre ich immer wieder.
Naja, es ist ja oft genug, das auch ohne irgendwie was zu sagen, die meissten Aerzte tendenziell eher laenger krankschreiben.
Vorallem halst sich der Arzt ja ggf. sogar noch mehr Arbeit auf, wenn nur zB ein oder zwei Tage krankgeschrieben wurde, das dann aber nicht reicht. Da steht der Patient wieder in der Praxis und braucht eine Verlaengerung.
 
das stimmt natürlich. Da reicht jedoch dann ein Anruf (da die Karte sowieso schon eingelesen ist) und dann kann die Bescheinigung verlängert werden und geht über die eAU an die Kasse. Da bräuchte es noch nicht mal mehr einen Arzt-Patienten-Kontakt.

Meine Kollegin chatten oft mit Praxis und wenn die MFA dann doch lieber den Arzt dazu ziehen möchte, dann wird ein Videocall über eine spezielle App gemacht. Auch andere Ärzte von Kollegen nutzen schon solche Möglichkeiten.
 
Als jemand der Mal im Ausland gearbeitet und andere Systeme kennengelernt hat, habe ich da sogar noch eine viel radikalere Meinung.

Es sollte nicht nur eine Krankschreibungspflicht geben, es sollten auch ab Tag eins keine 100% Lohn fortgezahlt werden. In dem Land in dem ich gearbeitet habe, haben schon 10-20% Lohnminderung gereicht, dass die Menschen sehr viel schneller zur Arbeit zurückkehrten als in Deutschland und wirklich Kranke ruiniert man damit auch nicht. Man kann auch Härtefallgrenzen für Geringverdiener einführen.
 
Ähnlich wurde es ja schon mal laut angedacht. 3 Tage Karenzzeit ohne Entgeldfortzahlung.
 
Muffknutscher schrieb:
Die Praxen sind ja generell schon überlastet und durch die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung verbessert sich das keinesfalls.
Wenn man sich das mit ein bisschen Abstand ansieht, ist das eigentlich nicht mehr als eine Nebelkerze... Ändern wird sich in absehbarer Zeit sowieso nichts.
So wie alles in dieser Reform: Es ist klassische Symptombehandlung und eben keine Reform im eigentlichen Sinne. Etwas anderes hätte ich allerdings auch nicht erwartet. Blaumacher-Klaus nutzt ohnehin keine potenziell angreifbare Telefonkrankschreibung, sondern geht persönlich zu seinem vertrauten Hausarzt und beide wissen, was Sache ist. Ja, solche Konstellationen gibt es leider.

Dieses Problem geht man aber nicht dadurch an, dass man jeden ab dem ersten Tag wieder in die Arztpraxen schickt. Es ist schlicht ein merkwürdiger Kompromiss, damit vermutlichh keine Karenztage kommen, Genauso merkwürdig wie der Rest dieses „Reformpakets“.

Scheinbar merken inzwischen auch einige Medien, dass hier der Klassiker „linke Tasche, rechte Tasche“ durchgeführt wurde: Die lächerlich kleinen Steuersenkungen werden durch die Erhöhungen der Sozialbeiträge mehr als vollständig aufgezehrt. Weniger Kaufkraft und höhere Arbeitskosten gelten nach Lesart der Bundesregierung nun offenbar als Marker für mehr Konsum und höhere Investitionen der Unternehmen.

Wir sind wirklich bei den Erdoganomics angekommen, was für ein Scheiß. Sorry für den erweiterten Abriss.
 
RayAlpha schrieb:
Plot-Twist: Die wissen, dass es dadurch zu mehr Krankentage kommt.
Genau so wird es passieren. Jemand der vorher 1 - 3 Tage krank war, wird dann zum Arzt gehen und eine Krankschreibung für 5 - 7 Tage bekommen.

Ich war letztes Jahr wegen "Rücken" beim Arzt und wurde gefragt ob ich gerne eine Krankschreibung hätte. Klar gerne, waren dann 2 Wochen. Von einem Arzt haben ich noch nie eine Krankschreibung bekommen mit weniger als 5 Tagen, außer beim Zahnarzt.
 
Vorhin habe ich Spahns Erklärung dazu gesehen und musste voll lachen.

Irgendwie ist alles was diese Koalition macht eine Lachnummer. Ich hielt die mit Scholz schon für einen Witz, aber es wurde schlimmer.
 
Wenn ich krank bin, gehe ich eh zum Arzt. Kein Problem für mich.
 
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Wie soll man das praktisch auch machen?
Ich sag's mal ganz klar, ich mag meinen Job und wenn es mir mal so dreckig geht das ich da nicht erscheinen kann dann erst Recht nicht zum Arzt.
Andersrum gesagt, wenn ich fit genug bin zum Arzt zu gehen dann bin ich auch in der Lage auf Arbeit zu erscheinen.
Glücklicherweise liegt mein Hausarzt ganz in der Nähe meiner Arbeitsstelle.
Im Zweifelsfalle würde ich es also drauf ankommen lassen und geh zur Arbeit.
Soll der Chef ruhig sehen das ich halb am krepieren bin ... 🤒🤢🤮
 
samuelclemens schrieb:
Im Zweifelsfalle würde ich es also drauf ankommen lassen und geh zur Arbeit.
Soll der Chef ruhig sehen das ich halb am krepieren bin ... 🤒🤢🤮

So wie der Kollege meines Bruders, der sich mit Husten, grob 40 Grad und Atemnot zur Arbeit schleppte... man kann das Projekt ja nicht hängen lassen.
Naja; nachdem dann ein guter Teil der Belegschaft Covid-positiv war, wurde sein aufopferungsvoller Einsatz nicht mehr gar so positiv aufgenommen.
 
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@Araska Na, bei uns wird schon sehr darauf geguckt das keiner wirklich krank am Arbeiten ist.
Musste mich schon mehr als einmal wegen Husten durch verschlucken oder trockener Kehle oder dergleichen beäugen lassen das ich wirklich nicht krank bin. :)
Glaub mir, mit einer hochansteckenden Viruserkrankung und halb im Koma käme man keine 10 Minuten durch.
Aber wenigstens weiss dann der Chef das man wirklich krank ist.
Wie gesagt, mein Hausarzt liegt auf der fast selben Wegstrecke. ;)
Aber krank bedeutet nicht immer zwangsläufig was infektiöses. Die Tage waren zb einige Kreislaufprobleme dabei.
 
s0undjan schrieb:
Merz hat es den Arbeitnehmer aber nun mal so richtig gezeigt,...
Der kann eben nicht anders und muss sein persönliches Feindbild pflegen. Denn für den sind die abhängig Beschäftigten die Wurzel allen Übels. Und mit diesem Feindbild ist er nicht allein im lobbygesteuerten Bundesabnickerclub, der sich Volksvertretung schimpft.
 
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Ich bin eigentlich sehr unregelmäßig krank, weshalb ich meistens vergesse, wie der Ablauf ist. Ich versuche es aber so gut wie möglich zusammen zu bekommen. Insofern ich erst über die Nacht krank werde (wobei es sich schon meistens dann den Tag davor andeutet), rufe ich dann morgens im Büro an und sag ihnen dass ich krank bin. Ich glaube aber, dass man spätestens nach drei Tagen eine Krankmeldung bringen musste. Ich glaube auch, in den letzten Jahre war das sehr unkompliziert, da man ja beim Arzt anrufen konnte und die Krankmeldung ging dann direkt zum Arbeitgebern.

Jetzt noch ein paar Randnotizen. Ab wann würde ich mich als krank bezeichnen?
1. Ab 38 °C Fieber
2. Ich bin Körperlich so stark beeinträchtigt, dass ich nicht die 10 Minuten Autofahrt ins Büro schaffe. Wenn das ist, könnte ich meistens auch kein Homeoffice machen.

Meistens werde ich für eine Woche krank geschrieben, waren aber auch schon mal nur 3 Tage. Sollte ich mich schon früher wieder fit fühlen und Fieber ist weg, gehe ich wieder ins Büro.

Was halt ich jetzt von der neuen Regelung. Das kann ich erst beurteilen, wenn es mich dann mal betreffen sollte. Aber die im Büro werden mir dann schon sagen, was ich tun soll, wenn ich bei denen anrufe und sage, dass ich krank bin. Natürlich ist es weit praktischer, wenn man eine erste Krankmeldung schon über einen Anruf bekommt. Aber ich muss auch sagen, dass Hausarzt und Büro jeweils nur 10 Minuten mit dem Auto entfernt sind. Vom ersten Gefühl würde ich jetzt nicht sagen, dass das mich groß tangieren wird.
 
CCIBS schrieb:
Ich bin eigentlich sehr unregelmäßig krank,
Das letzte Mal als ich krank war, hab ich mich Montags krank gemeldet, nachdem ich Samstags von einer Wespe gestochen worden war und ich Montags drauf nur mit Mühe überhaupt aus dem Bett kam. Immerhin lag ich das ganze Wochende sehr weich, weil meine linke Gesichtshälfte gefühlt auf das doppelte angeschwollen war. Ist jetzt drei Jahre her und davor hat mich mal ein Arzt zu Gesicht bekommen, als ich mir an einem defekten Abflussrohr den linken Zeigefinger aufgeschlitzt hatte. Auch das Mal davor brauchte ich die chirurgische Versorgung einer Verletzung. War so zehn Jahre vor dem Zeigefinger. Also alles Krankheiten, die alles andere als erfunden waren und dringend ärztlicher Versorgung bedurften.

Der Fritze und seine Komplizen können sich ihre verlogenen Sprüche getrost schenken, denn damit wollen die nur von dem ablenken, was hierzulande tatsächlich schief läuft. Wenn die die Krankheitstage effektiv senken wollen, dann sollen sie erst mal dafür sorgen, dass die Krankenkassenbeiträge sinken und nicht ständig weiter in die Höhe getrieben werden, damit unsere Politiker es sich auf dem Rücken der abhängig Beschäftigten sparen können, endlich ihren Haushalt zu konsolidieren.

Lässt man uns endlich wieder deutlich mehr Netto vom Brutto und hört auf uns an jeder Ecke mit Vorschriften, Generalverdachten, überflüssigen Gesetzen und immer noch mehr Steuern und Abgaben zu gängeln und klein zu halten dann dürfte die Zahl der Krankheitstage sehr schnell sehr effektiv sinken. Dieser Staat hat nämlich ein riesiges Bürokratie- und Ausgabenproblem und das muss er sehr schnell beheben, wenn er die Wirtschaft wieder in Schwung bekommen und uns zu mehr Arbeit motivieren will.

Mit immer noch mehr Steuern, Abgaben, Bürokratie, Gesetzen und der Verunglimpfung genau derer, denen man neben ihrem Steueranteil auch noch 1,6 Billionen Euro jährlich an Sozialversicherungsbeiträgen aus den Rippen leiert, würgt man die Wirtschaft dieses Landes nur immer weiter ab.
 
Also für mich war das bisher immer selbstverständlich und ganz normal dass wenn ich auf der Arbeit fehle zum Arzt muss bzw. gehe.

War tatsächlich überrascht und verwundert über diese Diskussion in den Medien und jetzt hier. Da ich das für selbstverständlich und normal gehalten habe :D

Aber gut, ich bin auch nur meist, wenn überhaupt, einmal im Jahr krank bisher gewesen.
 
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man merkt wie unterschiedlich hier die Sichtweisen doch sind und wie unterschiedlich auch die Aufgaben und Jobs eines einzelnen sind.
Die telefonische Krankschreibung ist sehr wichtig für die Praxen und auch für viele Patienten.
Es geht nicht nur um die, die Husten und Schnupfen haben, sondern chronische Erkrankungen haben, Migräne Anfälle usw.. Heftige Infekte, die einen komplett ausschalten können für mehrere Tage. Diesen Menschen zu sagen, dass sie sich für Stunden in ein Wartezimmer begeben sollen, ist einfach nur grotesk.

Alles unter dem Vorwand, dass es eine kleine Gruppe an Menschen gibt, die das System ausnutzen und nur vorgeben krank zu sein.

Aber auch hier sitzt das Problem doch meist tiefer. Viele Arbeitgeber setzen ihre Mitarbeiter unter druck. Das Klima am Arbeitsplatz ist in vielen Firmen sehr negativ. Das macht die Menschen anfälliger krank zu werden oder eher mal einen Krankenschein zu nehmen, wenn man sich am Morgen nicht so gut fühlt.

Das alles ist so komplex und individuell, dass es keinen Sinn macht, sich als Regierung hinzustellen und den Menschen zu erzählen, dass sie alle zu faul sind und mehr arbeiten sollen und Deutschland nur deshalb ein Wettbewerbsproblem hat.

Das die Herren und Damen der Regierung das nach außen so verkaufen, ist für mich ein Skandal und total menschenfeindlich.

Emphatie geht in diesem Land verloren. Anstatt auf die Arbeitgeber zu schauen, auf die Verhältnisse in den Betrieben...

Anstatt zu schauen, dass viele, viele Millionen Arbeitnehmer zig Millarden Überstunden ansammeln, teils unbezahlt.
Ich kenne so viele, die krank zu Arbeit kommen. Das nützt niemanden und nun soll es verschärft werden?

Die Praxen sind teils heute, im Juli rappel voll. Im Juli! Wie soll das im Winter erst sein, wenn Millionen an Menschen mit Infekten in die Praxen ströhmen?

Das macht alles vorne und hinten keinen Sinn.
 
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