Meinung zur Krankschreibung am ersten Tag

P4ge schrieb:
Seit Jahrzehnten versuchen wir schon die Bürger ganz sanft und fürsorglich in eine bessere gesündere Welt zu schieben, diese Transformation dauert leider viel zu lange. Da ist es halt nachvollziehbar , dass man etwas drastischer wird in den Mitteln. Dummerweise verstehen viele das immer noch als Einschnitt.
Sorry aber das ist wirklich eines der wenigen Dinge, die wir als Zivilisation ernsthaft versuchen. Alkohol ist de facto Volkssport, Zigaretten sind auf Platz 2 der Einnahmen durch Verbrauchssteuern, Subventionen für ungesunde Lebensmittel durch gleichermaßen Besteuerung usw.

Das einzige, was immer im Vordergrund steht, sind wirtschaftliche Interessen.
P4ge schrieb:
Das z.b. die Tag AU "ALLE Praxen zum kollabieren bringt". Das wird es nicht, aber es klingt plakativ.
Ja, es klingt plakativ und vermutlich wird es auch nicht solche Dimensionen erreichen, aber das muss es auch nicht, weil der Status quo bereits miserabel ist und daher eine Maßnahme, die das noch weiter verschlechtert, auch gar nicht solche Dimensionen erreichen muss, um es als kontraproduktiv zu betiteln.

Die Praxen sind doch jetzt bereits überfüllt. Eine ernsthafte Beratung ist eine Rarität, während ein Abflugstücken von der Stange die gängige Realität ist. Die Praxen können dem Patienten nicht viel Zeit einräumen, weil es sonst nach einigen Minuten aus der eigenen Tasche bezahlt wird bzw. die kassenärztliche Budgetierrung stark gedeckelt ist. Es gibt Zwei-Klassen Behandlungsprobleme (GKV/PKV), lange Wartezeiten insbesondere bei Facharztterminen uvm.

Bei so einer Ausgangslage gießt man nicht weiter Öl ins Feuer und eine Tag1-AU Pflicht ist sicherlich kein Wasser.
 
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ShiftC schrieb:
Sorry aber das ist wirklich eines der wenigen Dinge, die wir als Zivilisation ernsthaft versuchen.
Versuchen? Also wenn der Versuch darin besteht Bilder auf die Verpackung zu kleben und die Schachtel evtl 1 € teurer zu machen halte ich das nich einmal für einen Versuch.
Gesünder ernähren tun wir uns auch nicht wirklich besser. Statistisch gesehen ernähren wir uns immer ungesünder. Aber vielleicht müssen wir einfach noch mehr die Bürger streicheln bis sie es merken.
ShiftC schrieb:
Das einzige, was immer im Vordergrund steht, sind wirtschaftliche Interessen.
Ja , und da wären mir bestimmt Wirtschaftszweige einfach egal wenn die hops gehen. Ich kann gut auf die Tabakindustrie und die dortigen Arbeitsplätze verzichen. Vabe Industrie ebenfalls. Massentierhaltung im Agrarbereich ebenfalls.
ShiftC schrieb:
weil der Status quo bereits miserabel ist und daher eine Maßnahme, die das noch weiter verschlechtert, auch gar nicht solche Dimensionen erreichen muss, um es als kontraproduktiv zu betiteln
Der Status qou ist aber aus einer Vielzahl von anderen Faktoren erwachsen. Ja ein großer Teil der Leute in Praxen sitzt dort wegen "einfacher" Erkrankungen, die eine oder andere könnte man gewiss vermeiden.
Das sich manche dort wieder einfinden, weil sie immer noch nicht gesund sind und weiterhin hilfe benötigen ist auch vermeidbar wenn wir die Telemedizin hier effektiver nutzen würden.

Kleines Beispiel für die Zähne müssen wir nachweisen, dass wir jährlich den entsprechenden Arzt aufsuchen.
Wie wäre es mit einem ähnlichen Konstrukt nur mit der jährlichen Grippeschutzimpfung? Nur wenn man diese hat, bekommt man entsprechende Benefits beim Arzt. Kann man jetzt auch noch eine gesunde Ernährung und Lebensweise protokollieren, sinkt man im Beitrag.

Ich wette da kommt wieder die Keule " das können sich nur Besserverdiener leisten".

ShiftC schrieb:
Bei so einer Ausgangslage gießt man nicht weiter Öl ins Feuer und eine Tag1-AU Pflicht ist sicherlich kein Wasser.
Also ist es besser nichts daran zu ändern den derzeitigen Kurs beizubehalten und einfach zu hoffen , das sich das Problem von alleine löst und sich in bester Hoffnung nicht vergrößert.
 
P4ge schrieb:
und einfach zu hoffen , das sich das Problem von alleine löst
Welches Problem und wie groß ist dieses 'Problem' denn überhaupt? Vielleicht ist es nur gefühlt und kostet die KK im Jahr nur 10 Mio, muss man dann etwas regeln, wenn wir andere Bereiche haben, wo durch wegschauen oder großzügige Regelungen (Erben z. B.) viele, viele multi Milliarden zu holen sind wären???
 
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Samurai76 schrieb:
Vielleicht ist es nur gefühlt und kostet die KK im Jahr nur 10 Mio, muss man dann etwas regeln, wenn wir andere Bereiche haben, wo durch wegschauen oder großzügige Regelungen (Erben z. B.) viele, viele multi Milliarden zu holen sind wären???
Weil hier das "Problem" nur mit noch mehr Geld gefixt werden soll. Wir brauchen aber nicht mehr Geld. Das System funktioniert, die Bürger/Leute sind hat nicht in der Lage es richtig zu nutzen.
 
P4ge schrieb:
die Bürger/Leute sind hat nicht in der Lage es richtig zu nutzen.
Herr Merz heute mal inkognito unterwegs....
P4ge schrieb:
Wir brauchen aber nicht mehr Geld
Dann haben wir bezogen auf die Krankmeldung eigentlich gar kein Problem und die Menschen sollen also nur zum Spaß für die oberste Kaste sofort zum Arzt, ich verstehe. Wenn von dir das Argument Geld brauchen wir nicht gezogen wird, entnehme ich deiner Äusserung, die Leute müssen nur lernen , mit Geld umzugehen. Wobei im Thema Krankschreiben immer noch keine nachvollziehbaren Pro Argumente für AU ab dem ersten Tag vorliegen, ausser Bauchgefühl.
Ich verstehe es nicht, wenn Geld dabei nicht das Problem ist, WO ist das Problem bei der Krankschreibung?
 
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Samurai76 schrieb:
Dann haben wir bezogen auf die Krankmeldung eigentlich gar kein Problem und die Menschen sollen also nur zum Spaß für die oberste Kaste sofort zum Arzt, ich verstehe
Ne du verstehst es bewusst falsch um eine Hyperbel zu erzeugen. Uns liegen alle wichtigen Informationen für einen bewussten Lebensstil vor, einem Großteil der Gesellschaft steht sogar das nötige Geld dafür zur Verfügung. Trotzdem wird sich anders verhalten, warum ? Weil Ihnen die Konsequenzen egal sind. DAs Spiel können wir auch noch weitere JAhrzehnte so weiterspielen, der politische Aufwand das System aber mit diesen Umständen weiterhin am Leben zu erhalten wird nur immer schwerer. Sarkasmus hilft uns da am wenigsten weiter.
Samurai76 schrieb:
Wenn von dir das Argument Geld brauchen wir nicht gezogen wird, entnehme ich deiner Äusserung, die Leute müssen nur lernen , mit Geld umzugehen. Wobei im Thema Krankschreiben immer noch keine nachvollziehbaren Pro Argumente für AU ab dem ersten Tag vorliegen, ausser Bauchgefühl.
Ich habe gesagt wir brauchen nicht NOCH MEHR Geld.
Das System funktioniert, wenn die Patienten sich auch als solche mal mehr hinterfragen, was sie eigentlich dorthin führt wo sie sind. Bei meinem letzten grippalen Infekt habe ich mich nicht krankschreiben lassen, sondern hab Home Office gemacht. Das hat nichts mit Unterwürfigkeit sondern mit der Einstellung zu meiner Arbeit. Ich habe kein Bock, dass andere wegen mir in Stress geraden, woran ich schuld bin. Und solange ich das vermeiden kann, tu ich das.
Mehrarbeit oder kleine Krankheiten werden zunehmend als Ausbeutung betrachtet, das ist aber eher ein Resultat aus einem veränderten Weltbild das jemand anderes einem erzählt hat, wie die Welt sein könnte, das muss nicht einmal zwangsläufig auf die eigene zutreffen.
Samurai76 schrieb:
Ich verstehe es nicht, wenn Geld dabei nicht das Problem ist, WO ist das Problem bei der Krankschreibung?
Das wir zuviele Krankschreibungen für Lächerlichkeiten haben, die wir selbst vermeiden könnten. Und wenn die Patienten nur mit Druck mal über ihr handeln nachdenken, dann brauchen sie halt druck.
Wenn als nächstes Karenztage kommen, dann ist das halt so. Irgendwann muss man die Leute halt zu ihren Glück prügeln.
 
P4ge schrieb:
Mehrarbeit oder kleine Krankheiten werden zunehmend als Ausbeutung betrachtet
Zur Klarstellung nachgefragt: Es geht um bezahlte Mehrarbeit?

Zu deinem Beispiel mit dem grippalen Infekt bzw. "kleine Krankheiten":
Du kannst, so wie ich das Beispiel interpretiere, das nicht einfach generalisiert auf (wahlweise) alle Arbeitnehmer oder alle grippalen Infekte übertragen. DICH hat dein grippaler Infekt nicht stark beeinträchtigt, was gut und wünschenswert ist, sodass du weiterhin arbeiten konntest. Das du gearbeitet hast, begründest du dann mit deiner Einstellung zur Arbeit.

Heißt das, dass jeder, der wegen eines grippalen Infektes krankschreiben lässt, nur eine falsche Einstellung zur Arbeit hat?

das ist aber eher ein Resultat aus einem veränderten Weltbild das jemand anderes einem erzählt hat, wie die Welt sein könnte, das muss nicht einmal zwangsläufig auf die eigene zutreffen.
Ich habe leider keine Ahnung, was du damit meinst.

Uns liegen alle wichtigen Informationen für einen bewussten Lebensstil vor...
Das wir zu viele Krankschreibungen für Lächerlichkeiten haben, die wir selbst vermeiden könnten. Und wenn die Patienten nur mit Druck mal über ihr handeln nachdenken, dann brauchen sie halt Druck.
Um bei dem Beispiel zu bleiben:
Ich kann so bewusst leben, wie ich will, nur schützt mich das nur eingeschränkt vor Infektionen. Die Auswirkungen KANN ich vielleicht durch eine gesunde Lebensweise abschwächen, nur ist das auch nicht garantiert. Mich haut jedes Jahr mit Gewissheit die Grippeschutzimpfung zwei Tage um, mit ordentlich Fieber und Co., trotz gesunder Ernährung und 3x Sport/Woche. Dagegen kann ich nichts machen, außer auf die Impfung zu verzichten. Vielleicht liegt das aber auch an meiner Einstellung zur Arbeit.

Was das Gesundheitssystem, und damit auch die Wirtschaft, Geld kostet, sind die "Zivilisationskrankheiten" + "Alterserkrankungen". Für erstere bin ich beim Druck (+ anderen gesetzlichen Rahmenbedingungen) noch dabei, an letzteren kann auch Druck nichts ändern. Beide fallen aber auch nicht in die Kategorie "Lächerlichkeiten".
 
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Capet schrieb:
Heißt das, dass jeder, der wegen eines grippalen Infektes krankschreiben lässt, nur eine falsche Einstellung zur Arbeit hat?
Ich unterstelle unserer Gesellschaft, dass wir das Narrativ verinnerlicht haben, Wer krank ist, gehört immer nach hause und sofort ins Bett.
Das Narrativ "Eine AU ab Tag eins soll den Arbeitnehmer krank zur Arbeit zwingen".

Das Glaube ich, dass unsere Gesellschaft nicht bereit ist, mal darüber wirklich nachdenken zu wollen. Es gibt zwischen krank und Gesund genügend Spielfeld. Und es gibt genügend Arbeitsfelder, wo man auch wie bei mir verbinden kann. Es fehlt nur allzuoft am Willen wirklich darüber nachdenken zu wollen.

Capet schrieb:
Ich habe leider keine Ahnung, was du damit meinst.
Dann lies die anderen Beiträge noch mal, ich wiederhole mich da nicht mehr.

Capet schrieb:
Die Auswirkungen KANN ich vielleicht durch eine gesunde Lebensweise abschwächen, nur ist das auch nicht garantiert. Mich haut jedes Jahr mit Gewissheit die Grippeschutzimpfung zwei Tage um, mit ordentlich Fieber und Co., trotz gesunder Ernährung und 3x Sport/Woche. Dagegen kann ich nichts machen, außer auf die Impfung zu verzichten. Vielleicht liegt das aber auch an meiner Einstellung zur Arbeit.
Und es gibt genug Menschen die sich nicht Impfen wollen, es gibt genug Menschen, die sich nicht gesund ernähren und Sport treiben. Mit dem Resultat das sie früher oder später unser Gesundheitssystem belasten.
Ich halte Abstand zu Menschen, keine Ahnung wie die sich mit Hygiene auseinandersetzen.
Nenn das vielleicht distanziert, aber mir egal .
Capet schrieb:
Für erstere bin ich beim Druck (+ anderen gesetzlichen Rahmenbedingungen) noch dabei, an letzteren kann auch Druck nichts ändern
Wenn ich das erste Feld durch Druck auf die Bevölkerung kleiner bekomme, hab ich mehr Ressourcen um es im zweiten Feld effektiver einzusetzen.
 
P4ge schrieb:
Und es gibt genug Menschen die sich nicht Impfen wollen
Und? Sollte das nicht auch eine Entscheidung sein, die der mensch selber entscheiden können sollte? Oder spielst du auf Pflichtimfungen wie Corana an? Oder doch ab sofort die Grippe Pflichtimpfung, wo mich persöhnlich die Impfung auch 2 Tage aus dem Orbit befördert, ich bislang aber keine einzige echte Grippe hatte und mein Körper mit dem Infekt auch so gut klar kommt?
P4ge schrieb:
Wenn ich das erste Feld durch Druck auf die Bevölkerung kleiner bekomme
Wobei immer noch nicht klar ist, wie groß das 'Problem' eigentlich ist, falls überhaupt. Kann eigentlich nicht groß sein, denn entweder der AG hatte das Mittel bereits immer Köcher und wollte es nicht anwenden oder dem AG ist es egal, wie gespalten seine Belegschaft ist. Aber allgemein erkenne ich hier immer noch nicht das ursächliche Proble, welches zwingend beseitigt werden muss!
 
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Samurai76 schrieb:
Und? Sollte das nicht auch eine Entscheidung sein, die der mensch selber entscheiden können sollte? Oder spielst du auf Pflichtimfungen wie Corana an? Oder doch ab sofort die Grippe Pflichtimpfung, wo mich persöhnlich die Impfung auch 2 Tage aus dem Orbit befördert, ich bislang aber keine einzige echte Grippe hatte und mein Körper mit dem Infekt auch so gut klar kommt?
Ja kann ne Freiwilligkeit bleiben, mit dem Zusatz das sie mehr persönlichen Zusatzbeitrag zahlen.
Mir doch egal was die Leute für "persönliche Probleme" mit einer Impfungen haben, der Gesamtbenefit ist größer bei einer Herdenimmunisierung. Da müssen halt die schwarzen Schafe halt den Leidensdruck härter abbekommen.

Samurai76 schrieb:
Aber allgemein erkenne ich hier immer noch nicht das ursächliche Proble, welches zwingend beseitigt werden muss!
Eine Bevölkerung mit zu hohem Krankenbestand in einfachen Erkrankungen die vermeidbar sind.
 
P4ge schrieb:
Eine Bevölkerung mit zu hohem Krankenbestand in einfachen Erkrankungen die vermeidbar sind.
Dagegen. Aber ich bin mittlerweile fast schon überzeugt, dass hier wirklich Herr Merz in Inkognito Modus unterwegs ist, so viele verallgemeinerungen ohne Nachweise, sorry, bring Fakten, sonst zieh dich zurück, mein Bauchgefühl schreit anders.
 
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P4ge schrieb:
Das wir zuviele Krankschreibungen für Lächerlichkeiten haben, die wir selbst vermeiden könnten.
Darf ich fragen was für dich Lächerlichkeiten sind ?

Also bei uns auf der Arbeit sind die typischen 1 - 2 Tage AU:
Regelschmerzen
Migräne
Allergien
Zahnbehandlungen
Magen-Darm
Atemwegserkrankungen

In wie weit ist da jetzt was vermeidbar ?

Sind der größte Ausgabenblock in der GKV nicht Krankenhausbehandlung ? Da ist sicherlich einiges vermeidbar.
 
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Samurai76 schrieb:
so viele verallgemeinerungen ohne Nachweise, sorry, bring Fakten, sonst zieh dich zurück, mein Bauchgefühl schreit anders.
Mein Gegenüber behauptet durch die Tag1 AU entsteht mehr Stress in den Praxen bis hin zum totalzusammenbruch, es ändert sich nichts und an und für sich besteht kein Handlungsbedarf an dieser Front, sondern es mangelt nur an der Front des Geldes. Komisch da soll ich alles ohne Fakten und Nachweise glauben. Ich sehe da keinen Unterschied.

Kassenwart schrieb:
Regelschmerzen
Migräne
Allergien
Zahnbehandlungen
Magen-Darm
Atemwegserkrankungen

Kassenwart schrieb:
Darf ich fragen was für dich Lächerlichkeiten sind ?
Hä? Die ersten drei sind "bekannte" relativ Wiederkehrende Krankheiten/körperliche Einschränkungen, das kann ich einplanen.
Eine Zahnbehandlung "kann" dich einen Tag oder mehrere ausfallen lassen muss es nicht. Ich kann daraus 1 Tag Krank machen oder eine Woche. Man kann es halt übertreiben.
Magen-Darm und Atemwegserkrankungen können uns beim besten Schutz alle treffen, aber wenn ich mich wie die letzte Sau verhalte, ist die Wahrscheinlichkeit höher das ich sowas öfter bekomme. Und das sind Lächerlichkeiten bei denen ich keinen Arzt aufsuchen muss. Ja ich sollte zuhause bleiben, man kann über die Telefon-AU nachdenken. Aber den Missbrauch halte ich da für zu hoch. Und mit Magen -Darm kann ich in bestimmten Bereichen auch was von zuhause aus machen.

Kassenwart schrieb:
Sind der größte Ausgabenblock in der GKV nicht Krankenhausbehandlung ? Da ist sicherlich einiges vermeidbar.
Wir könnten auch mal über eine "Praxis-Gebühr" für die Notaufnahme nachdenken, 200€ für Leute die da wegen erhöhten Fieber (39 Grad) hingehen. Hat man ja nicht früher gemerkt, darf dann halt die Notaufnahme machen.
 
Kassenwart schrieb:
Sind der größte Ausgabenblock in der GKV nicht Krankenhausbehandlung ? Da ist sicherlich einiges vermeidbar.
2025: Krankenhausbehandlung 33,15% (111,53 Mrd. EUR), Arzneimittel 17,33% (58,30 Mrd. EUR) und Ärztliche Behandlung 16,05% (54,00 Mrd. EUR). Das sind mit Abstand die drei größten Kostenblöcke.
(Quelle: GKV-Spitzenverband)

Das mögliche Einsparpotential durch abgeschreckte vermeintliche "Blaumacher" wird wohl irgendwo bei 0,00x% bei der Ärztlichen Behandlung liegen, noch weniger bei den Arzneimitteln. Der Rest wird halt am ersten Tag zum Arzt rennen, weil es nicht anders geht. Da wird rein gar nichts ein eingesparten Kosten an anderer Stelle ausgegeben, weshalb die ganze Argumentation dafür schlicht lächerlich ist. Dadurch wird sich an der Situation im Gesundheitswesen nichts ändern, ebensowenig irgendwelche "Narrative".
 
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Hallo

Kassenwart schrieb:
Darf ich fragen was für dich Lächerlichkeiten sind ?
Kassenwart schrieb:
Sind der größte Ausgabenblock in der GKV nicht Krankenhausbehandlung ? Da ist sicherlich einiges vermeidbar.
Hast du mal selber mitbekommen was alles in der Notaufnahme eines Krankenhaues aufschlägt ? Ich weiß sehr oft nicht ob ich lachen oder weinen soll.
Da sind die Helikoptermamas mit Ihrem Kind das eine kleine Schürfwunde am Knie hat, meine Mama hat da Jod und ein Pflaster drauf gemacht fertig.
Oder die Patienten mit was auch immer die sofort Hilfe brauchen und auf die Frage "Wie lange haben Sie das denn schon" antworten "Seit 2 Jahren".

Viele gehen viel zu spät zum Arzt, wenn man früh zum Arzt geht ist eine Kleinigkeit einfacher/schneller behandelt als wenn man Monate/Jahre wartet.
"Das kommt von selber und geht von selber" oder "Das ist doch nicht so schlimm" oder mit Dr. Google selber rum experimentieren hilft nicht wirklich.

Grüße Tomi
 
Tomislav2007 schrieb:
Hast du mal selber mitbekommen was alles in der Notaufnahme eines Krankenhaues aufschlägt ? Ich weiß sehr oft nicht ob ich lachen oder weinen soll.
Die ambulante Notfallbehandlung in Krankenhäusern fällt in den Kostenblock "Ärztliche Behandlung", weshalb sie durch die Krankenhäuser auch nach dem "Einheitlichen Bemessungsmaßstab" (EBM) abgerechnet werden, der auch für niedergelassene Ärzte angewendet wird. Das ergibt sich aus dem Recht auf freie Arztwahl.

Sie fällt nur dann nicht in den Kostenblock "Ärztliche Behandlung", wenn die ambulante Notfallbehandlung direkt in eine stationäre Aufnahme mündet. Nur in diesen Fällen kommen die Kosten in den Kostenblock "Krankenhausbehandlung". Diese Fälle werden dann eher keine "Lächerlichkeiten" sein.
 
P4ge schrieb:
Versuchen? Also wenn der Versuch darin besteht Bilder auf die Verpackung zu kleben und die Schachtel evtl 1 € teurer zu machen halte ich das nich einmal für einen Versuch.
Das mit den Zigaretten war kein Beispiel, dass wir es versuchen, sondern ein Gegenargument gegen deine Aussage, die wie folgt war:

P4ge schrieb:
Seit Jahrzehnten versuchen wir schon die Bürger ganz sanft und fürsorglich in eine bessere gesündere Welt zu schieben, diese Transformation dauert leider viel zu lange.
Und genau das ist eben nicht der Fall. Das wird nicht wirklich versucht. Du hast meinen Satz so genutzt, als würde ich damit sagen wollen, dass wir es versuchen. Zugegeben kann man diesen aber auch leicht missverstehen.

P4ge schrieb:
Also ist es besser nichts daran zu ändern den derzeitigen Kurs beizubehalten und einfach zu hoffen , das sich das Problem von alleine löst und sich in bester Hoffnung nicht vergrößert.
Wir brauchen ja nicht schwarz/weiss zu denken. Glaubst du ernsthaft, dass eine Tag1-AU-Pflicht eine sinnvolle Stellschraube ist? Die Kritik daran bedeutet ja nicht, dass man alles so belassen sollte, aber populistische Herangehensweise mit Symptombehandlungscharakter löst halt keine echten Probleme, sondern macht schlicht und ergreifend nur Symbolpolitik - und das schlimme daran ist noch, dass es Status quo verschlechtert.

Capet schrieb:
Dadurch wird sich an der Situation im Gesundheitswesen nichts ändern, ebensowenig irgendwelche "Narrative".
Mit einer Ergänzung, wenn du gestattest: nichts ändern wäre neutral und eine Maßnahme, die lediglich keine positiven oder negativen Konsequenzen hätte. Bei der hiesigen Regelung wäre das aber nicht der Fall. Es würde sich sehr wohl etwas ändern, aber nicht zum positiven.
 
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P4ge schrieb:
Und das sind Lächerlichkeiten bei denen ich keinen Arzt aufsuchen muss

Tja neue regel AU ab tag 1
Ohne besuch beim artzt keine AU. Denn ausschließlich Ärzte dürfen eine AU ausstellen.
Da telefonische Krankschreibung ja auch abgelehnt wurde, bleibt nur und ausschließlich das dort auftauchen (mal davon ab dass man sowieso hingehen muss wenn man das quartal geg. Noch gar nicht dort war, damit die die Karte surchziehn können)

Also bleibt in der realität auch für diese Dinge, nix anderes als künftig in die praxsis zu latschen und sich nen wisch für 3-5tage beim Hausarzt zu holen.
Bislang ging das schlichtweg ohne einfach daheim bleiben karenztage nehmen fertig.

Das gilt dann auch für wiederkehrende regelmäßige Dinge wie Dysmenorrhoe
 
Kassenwart schrieb:
Wer wegen einem Tag mit Migräne ausfällt muss deswegen zukünftig zum Arzt. Oder wie soll man das Planen ? Urlaub deswegen nehmen ?
typische geflenne. Die eine Krankheit die nicht planbar ist, die wird als "Argument" gegen mich genommen, alle anderen vergisst man.
Hey, mir ist das egal ob ihr das als Problem seht. Ich finde die Regelung gut. Wenn Leute meinen sie müssten da stunk gegen machen, gerne, dann soll man aber auch ne Lösung parat haben wie es ohne das Besser wird und auch umgesetzt werden kann. Und WEITER SO wie bisher ist kein weg.
Capet schrieb:
Sie fällt nur dann nicht in den Kostenblock "Ärztliche Behandlung", wenn die ambulante Notfallbehandlung direkt in eine stationäre Aufnahme mündet. Nur in diesen Fällen kommen die Kosten in den Kostenblock "Krankenhausbehandlung". Diese Fälle werden dann eher keine "Lächerlichkeiten" sein.
Schöner Vortrag, ändert nichts an der Tatsache, das Leute unverhältnismäßig die Notaufnahme aufsuchen. DAS ist der Kritikpunkt, nicht wie er abgerechnet wird.

ShiftC schrieb:
Und genau das ist eben nicht der Fall. Das wird nicht wirklich versucht. Du hast meinen Satz so genutzt, als würde ich damit sagen wollen, dass wir es versuchen. Zugegeben kann man diesen aber auch leicht missverstehen.
Mir egal was du versucht hast zu meinen oder nicht. Wir machen viel zu viel Kuschelkurs in der Politik bei vielen Themen, weil wir versuchen "den Bürger mitzunehmen". Fakt ist die Mehrheit versteht es enfach nicht, weil sie sich nicht wirklich für solche komplexen Themen interessiert und einfache Antworten gibt es da nicht. Deshalb muss man irgendwann die drastischen Mittel machen. Komisch Rauchverbotszonen haben komischweise geklappt. JA die Gastro hat gemerkt das es zu umsatzeinbußen kommt. Mir egal, ich mag kein passiv Rauch.

ShiftC schrieb:
Glaubst du ernsthaft, dass eine Tag1-AU-Pflicht eine sinnvolle Stellschraube ist?
Von 10 möglichen Mitteln, hätte ich sie nicht unter die top 3 gewählt.
Halte ich es für ein falsches mittel? Nein
Denke ich manch Bürger überdenkt seinen handeln, vielleicht.

ShiftC schrieb:
das schlimme daran ist noch, dass es Status quo verschlechtert.
Und das ist erst einmal nur eine populistische Aussage der Ärztelobby. Keine Kritik an dir. Komischweise wird gerne auf Lobbyverbände draufgehauen, bei der sagen nur selten Leute was gegen.

Kyouko schrieb:
Tja neue regel AU ab tag 1
ja und 5 von 6 Krankheiten die mir da gegeben wurden kündigen sich an. Ich weiß sehr gut wann meine Allergie kommt, ich weiß sehr gut wann die nächsten Regelschmerzen kommen oder das sich Magen-Darm bemerkbar macht. Da melde ich mich beim AG ab, frage beim Arzt an, wann es am besten passt für die AU und hol mir den Schein. Das kann man planen, da wird nichts verstopft.
Kyouko schrieb:
Also bleibt in der realität auch für diese Dinge, nix anderes als künftig in die praxsis zu latschen und sich nen wisch für 3-5tage beim Hausarzt zu holen.
Und wenn man seinen Arzt gut kennt, kann man das auch weiterhin telefonisch beantragen und sich so abholen.

Man kann aber auch der Meinung sein, dass sowas die Praxen kollabieren lässt.
 
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