Meinung zur Krankschreibung am ersten Tag

knoxxi schrieb:
so ne richtig faule Sau in der Perspektive vieler hier.
Ich habe hier bisher nichts davon gelesen, dass man mit einer ernsthaften Erkrankung keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bekommen sollte.
 
Incanus schrieb:
Der eine meint, dass es schlechter wird, der andere, dass es besser wird, weil eben nicht wegen jedem Kleinkram ein bis zwei Tage zu Hause geblieben wird.
Und der dritte meint, dass sich nichts ändert.
Vorher: Als AG kann ich die AU ab Tag1 verlangen oder davon abweichen.
Jetzt: Als AG kann ich die AU ab Tag1 verlangen oder davon abweichen.

Tomislav2007 schrieb:
Es gibt zu viele die nur das Minimum machen (Dienst nach Vorschrift) und nur irgendwie den Tag absitzen, wir brauchen (unbezahlte) Karenztage.
Das wird doch eher dafür sorgen, dass die Leute länger am Stück "krank" sein werden, denn der unbezahlte Karenztag muss sich dann ja "lohnen". Eine Idee zur Verbesserung habe ich ehrlich gesagt aber auch nicht.

Edit, ich bin kein AG.
 
Zuletzt bearbeitet:
Manchmal sind sogar die Blaumacher tatsächlich krank.

In der Pflege hat man tatsächlich nochmal eine ganz andere Situation (ich kenne es nur aus der Altenpflege ... in Krankehnhäusern mag das anders sein), denn da geht es nicht einfach nur um die Kollegen, sondern auch um die Patienten. In dem Bereich merkte damals jeder jeden Tag, dass die Personaldecke auf Kante genäht ist und die Standardprozesse wofort zusammenbrechen, wenn mal einer fehlt. Da es aber um Menschen geht, dürfen diese Systeme nicht kollabieren ... also klotzt der Rest ran und macht dann halt "Notdioenst" für 50% mehr Patienten. In der Buchhaltung kommt davon aber nur an, dass es ja auch mit einer Kraft weniger funktioniert ... das gibt dann wieder eine KW-Stelle mehr, weil Geld sparen auch den Finanziers (den Kunden) einfach zu wichtig ist.
Wenn bei uns einer krank war, hat sich der Rest um Kopf und Kragen gearbeitet, nur damit wenigstens die Pflege steht und niemand den halben Tag in seiner Scheiße liegt ... für Betreuung oder Aktivierung hatte dann eh keiner mehr die nötige Zeit.
Das Problem entstand an dieser Stelle nicht durch Blaumacherei, sondern durch den beständigen Rotstifttanz im Management, wo man scheinbar denkt, dass das, was 2 Tage lang irgendwie ging, sicherlich auch in den übrigen 363 Tagen des Jahres gehen wird.
Was ich da erlebt habe, war Optimierung auf Kosten der Mitarbeiter und Bewohner ... und zwar im Auftrag der Kinder der Bewohner, die dadurch nicht ganz so brutal viel für die Verwahrung von Oma ausgeben musten.
 
DerOlf schrieb:
Schaut euch mal an, wie viel Geringer der Krankenstand in Branchen ist, in denen man schon heute ab Tag 1 eine AU braucht ... da läuft das ziemlich genau so
Nein sehe ich nicht. Hättest du dafür irgendwelche Nachweise?
Persönlich wüsste ich jetzt nicht was für diesen Zusammenhang sprechen sollte, aber kein thema, man lernt nie aus.

DerOlf schrieb:
wie in den besser bezahlten Bereichen, wo man Karenztage nutzen kann ... in letzteren ist der Krankenstand eher geringer, weil die Leute eben nicht für jede Kleinigkeit eine AU bruachen, und dann tatsächlich nur ein oder zwei Tage fehlen.
Karenztage sind doch eher das Mittel dafür den Arbeitnehmer zu mehr "Rücksicht" zu bringen. Also zumindest würde ich das so empfinden. Diskutabel wäre der Punkt sind Karanztage inkludierbar oder nicht. Also wenn jemand 5 Tage dann Krank ist werden dann bei 3 Tagen Karenzzeit 2 gerechnet oder 5 Tage insgesamt.

2 wäre extrem negativ gegenüber Arbeitnehmern , würde aber das Potential beinhalten, dass mehr Tarifverträge das anders regeln könnten. (Siehe Spanien).
5 wäre dann im Nachgang halt keine Veränderung des Status quo , weil dann einfach länger krankgeschrieben wird, um die Kraneztage zu "umgehen".
 
P4ge schrieb:
Persönlich wüsste ich jetzt nicht was für diesen Zusammenhang sprechen sollte,
Tja. Da gibt es etwas, das nennt sich Statistik. Ich denke aber nicht, dass da in Deutschland groß nach der Möglichkeit, Karenztage zu nutzen, unterschieden wird. Da könnte man ja mal was lernen ... und das lehnt man in Deutschland doch lieber ab.

Mir fehlt auch der Vergleich, da ich in meinem Bekanntenkreis von niemandem weiß, dass er Karenztage nutzen kann. Die brauchen alle die AU ab Tag 1, und schleppen sich daher (wie hier vermutet) auch mal krank zur Arbeit, um sich den Praxiswiggel zu sparen.

Ich habe kein Problem damit, wenn sich alle, wie ich auch, ab dem ersten Tag eine AU beschaffen müssen. Ich glaube nur nicht, dass das den erhofften Effekt (Reduktion der Fehltage) haben wird. Ich denke eher, dass dieser Schuss episch nach hinten losgehen wird, und man am Ende noch deutlich mehr Ausfalltage haben wird. Aber auch ich lasse mich gerne überraschen, wenn dadurch auch nur ein erschlichener Krankheitstag eingespart wird, dann hat es das ja voll gebracht, auch alle übrigen zu gängeln, die sich tatsächlich nur Krankschreiben lassen, wenn es wirklich nicht geht.

Einiges verstehe ich allerdings wirtklich nicht. Ich hatte morgens einen kleinen Zusammenstoß mit einem Mitbewohner. Das Reultat war eine Platzwunde über meinem linken Auge, die mit 4 Stichen genäöht werden musste. Am Abend bin ich dann ganz normal zur Arbeit gegangen, weil mich ein Pflaster am Kopf ja nicht davon abhält, eine Kasse zu bedienen, oder Ware nachzufüllen. Mein Bruder fragte nur, warum ich mich wegen sowas denn nicht krankschreiben lasse.
Sowas verstehe ich nicht. Das war eine Wunde am Kopf .. und kein gebrochener Arm oder etwas, das mich wirklich bei der Arbeit behindern würde. Und nur weil das geht, renne ich nicht zum Arzt und lasse mich krankschreiben. Krank bin ich, wenn ich etwas habe, mit dem ich Kollegen anstecken könnte (oder noch nicht weiß, ob das ansteckend ist) oder wenn ich die Arbeit wirklich nicht erledigen kann. Mit allem übrigen, was zu einer AU führen könnte, gehe ich natürlich arbeiten, weil ich keinen Sinn darin sehe, mir einfach nur einen zusätzlichen freien Tag zu gönnen.
Das scheint allerdings wirklich eine seltene Einstellung zu sein. Oft geht es doch eher um die Frage, ob man damit wirklich arbeiten muss.
Gegen diese weit verbreitete Einstellung tut man aber mit der AU ab dem ersten Tag rein garnichts, denn die ändert nichts daran, das dem Arzt die Arbeit, die man zu tun hätte, für eine AU vollkommen egal sein muss. Der Bürohengst bekommt für das gebrochene Bein genauso eine AU, wie der LKW-Fahrer oder der Fachverkäufer im Klamottenladen, deren Arbeit mit nur einem Bein wirklich nicht zu machen ist.
Aber den Aufstand möchte ich nicht erleben, wenn ein PC-Worker vom Arzt gesagt bekmommt, dass er nicht so rumjammern soll, und sein verstauchter Fuß ihn bei der Arbeit doch garnicht behindert und daraufhin die AU verweigert.
 
DerOlf schrieb:
Aber den Aufstand möchte ich nicht erleben, wenn ein PC-Worker vom Arzt gesagt bekmommt, dass er nicht so rumjammern soll, und sein verstauchter Fuß ihn bei der Arbeit doch garnicht behindert und daraufhin die AU verweigert.
Wenn der AN dann mit seinem verstauchten Fuss die Treppe beim AG runterfällt und sich die Arme bricht. Wer ist dann haftbar, der Arzt der ihn nicht krank schreiben wollte?
Im Endeffekt muss die Entscheidung immer beim AN liegen.
 
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Ein weiteres Problem ist doch auch, dass damit auch wieder alle Berufsgruppen über einen Kamm geschert werden. Was in Brache A noch kein Grund ist, eine Krankschreibung zu bekommen ist es in Branche B allemal.

Ganz klassisch z.B. Handwerk vs. reine Bürotätigkeit.
Wenn du eine leichte Erkältung hast, einen lädierten Fuß oder eine Platzwunde wie von @DerOlf beschrieben, kann man im Büro durchaus zur Arbeit kommen.
Muss ich dagegen schwer körperlich arbeiten, z.B. wie die oft verwendeten Dachdecker, aber auch Lageristen, Gebäudereiniger oder Forstwirte - da sehe ich dafür eine Krankschreibung wesentlich sinnvoller und da muss man doch auch einsehen, dass da mal ein Tag Krank schon helfen kann, dass es am nächsten Tag wieder geht bevor man es noch schlimmer macht. Körperliche Anstrengung ist selten positiv, wenn z.B. schon ein Infekt im Anflug ist.
DerOlf schrieb:
Ich habe kein Problem damit, wenn sich alle, wie ich auch, ab dem ersten Tag eine AU beschaffen müssen. Ich glaube nur nicht, dass das den erhofften Effekt (Reduktion der Fehltage) haben wird. Ich denke eher, dass dieser Schuss episch nach hinten losgehen wird
Der Meinung bin ich nach wie vor auch. Es wird zwar seltener, das Leute nur einen oder zwei Tage krank sind, dafür aber dann mehr bei 3 Tagen und mehr.

Die mit Abstand größten Leidtragenden von so einer Regelung bleiben für mich die Allgemeinärzte, die das dann alles stemmen sollen. Das wird aus meiner Sicht auch zu Lasten der Beratungsqualität gehen - man wird beim Arzt ja ohnehin schon jetzt oft mehr durchgeschoben als wirklich behandelt (ist natürlich sehr individuell vom Arzt abhängig).

Man kann es damit sicher den Ein-Tages-blaumachern schwerer machen, wenn sie durchschnittlich dann 2h ihres "freien Tages" im Wartezimmer verbringen müssen, aber das geht auch einfach zu Lasten der Praxen und wenn man nun wirklich Hilfe benötigt (Antibiotika, stärkere Schmerzmittel usw.) sitzt man im gleichen Boot.
Ist das wirklich ein erstrebenswertes Ziel?
Ich pers. würde in manchen Fällen garnicht zum Arzt gehen wenn ich nicht eine AU bräuchte - Ganz klassisch z.B. bei einem grippalen oder Magen-Darm-Infekt. In der Regel geht man mit einer AU und ein paar Medikamententipps raus die man oft schon zuhause hat. (Ibu, Schleimlöser, Magen-Darm Tee, ggf. was gegen Durchfall usw.) Wirklich ärztliche Betreuung benötigt man oftmals aber eigentlich garnicht, weil er nicht mehr tun kann. Infekte kommen von allein und gehen meistens auch von allein wieder weg. So habe ich das bisher auch mit meinen Hausärzten kommuniziert und war oft in unter 3min wieder aus dem Zimmer raus - Passende AU dabei, teilweise hätte ich sie sogar länger bekommen als ich selbst angepeilt habe.
Wirklich ärtzliche Hilfe habe ich die letzten Jahre nur bei einer Rippenprellung benötigt, da der Schmerz nach 6 Wochen immernoch da war und bei einer Corona oder Grippe-Infektion (weiß bis heute nicht was es war), die mich über 2 Wochen komplett zerlegt hat und 5 Wochen gebraucht habe, bis ich körperlich und mental wieder fit awr. Und dafür sind die Ärzte da - nicht um die 35te AU wegen Erkältung für 2 Tage auszustellen...
 
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DerOlf schrieb:
Tja. Da gibt es etwas, das nennt sich Statistik. Ich denke aber nicht, dass da in Deutschland groß nach der Möglichkeit, Karenztage zu nutzen, unterschieden wird. Da könnte man ja mal was lernen ... und das lehnt man in Deutschland doch lieber ab.
Gut wenn es Statistiken gibt die deiner Behauptung entsprechen, ich finde sie jedoch per Google suche nicht. Also das Berufe die ab den ersten Tag eine AU derzeit anfordern Berufe sind, in den weniger Menschen krank sind. Was ich finde Sie die Gründe warum Arbeitgeber diese ab Tag 1 fordern (Einsatzplanung).
DerOlf schrieb:
Mir fehlt auch der Vergleich, da ich in meinem Bekanntenkreis von niemandem weiß, dass er Karenztage nutzen kann. Die brauchen alle die AU ab Tag 1, und schleppen sich daher (wie hier vermutet) auch mal krank zur Arbeit, um sich den Praxiswiggel zu sparen.
Das ist aber kein Argument sondern anekdotische Evidenz.
DerOlf schrieb:
Ich habe kein Problem damit, wenn sich alle, wie ich auch, ab dem ersten Tag eine AU beschaffen müssen. Ich glaube nur nicht, dass das den erhofften Effekt (Reduktion der Fehltage) haben wird. Ich denke eher, dass dieser Schuss episch nach hinten losgehen wird, und man am Ende noch deutlich mehr Ausfalltage haben wird.
Tut es das wirklich? Alleine das über das Thema gesprochen wird , mit seinen potentiellen negativen Folgen (sofort zum Arzt laufen, überfüllte Praxen) könnte doch der persönliche Druck entstehen sich diesem"freiwilligen" Feld zu entziehen. Sich also gesünder zu verhalten. Ja das geht nicht in jedem Fall, aber komplett ausschließen kann man es auch nicht. Und wenn ich durch ein verändertes Verhalten die Krankentage um 10% senke, senke ich auch Kosten und Belastung.
DerOlf schrieb:
Sowas verstehe ich nicht. Das war eine Wunde am Kopf .. und kein gebrochener Arm oder etwas, das mich wirklich bei der Arbeit behindern würde. Und nur weil das geht, renne ich nicht zum Arzt und lasse mich krankschreiben. Krank bin ich, wenn ich etwas habe, mit dem ich Kollegen anstecken könnte (oder noch nicht weiß, ob das ansteckend ist) oder wenn ich die Arbeit wirklich nicht erledigen kann. Mit allem übrigen, was zu einer AU führen könnte, gehe ich natürlich arbeiten, weil ich keinen Sinn darin sehe, mir einfach nur einen zusätzlichen freien Tag zu gönnen.
Das scheint allerdings wirklich eine seltene Einstellung zu sein. Oft geht es doch eher um die Frage, ob man damit wirklich arbeiten muss.
Aber diese Aussage steht im Konflikt mit deiner anderen Aussage.
"Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Die AU sorgt dafür, das du auch ohne im Betrieb zu sein, dein gehalt für dioesen Tag bekommt. Da ist es ganz logisch, dass man eine Woche Krankschreoibung auch bis zum letzten Tag ausnutzt, denn das ist aus Sicht des AN "nur wirtschaftlich". Geld bekommen und dafür mnichts tun zu müssen, ist auch in der BWL das absolute Optimum."

Das läuft für mich alles unter dem Sammelbegriff Egoismus. "Wo kann ICH für MICH den meisten Vorteil draus ziehen." Da wird nur extrem selten die Frage gestellt, "hätte ich das verhinern können? Wie kann ich jetzt den anderen dennoch helfen?"

DerOlf schrieb:
Aber den Aufstand möchte ich nicht erleben, wenn ein PC-Worker vom Arzt gesagt bekmommt, dass er nicht so rumjammern soll, und sein verstauchter Fuß ihn bei der Arbeit doch garnicht behindert und daraufhin die AU verweigert.
Ich gehe auch mit AU arbeiten. Chef bekommt AAG und ich meinen Lohn, wo ist das Problem.
 
Free Radical schrieb:
Du gehst mit AU arbeiten, durch deine Arbeitsleistung entsteht Umsatz und Gewinn für deinen Arbeitgeber und die Krankasse bezahlt dann durch die Erstattung teilweise deinen Lohn.
Es gibt aber keine Genesungsschreibung.
und was ist schlimmer, zu arbeiten obwohl man krankgeschrieben ist oder sich krankschreiben, obwohl man noch arbeiten könnte.
 
Free Radical schrieb:
die Krankasse bezahlt dann durch die Erstattung teilweise deinen Lohn
Hm, ich bin der Meinung, die Kasse zahlt erst ab der 7. Krankheitswoche, vorher darf der AG zahlen.
Free Radical schrieb:
Ich nenne das Betrug
Bei meinen KS sagt mir der Arzt meist immer, wenns besser ist, kannst du wieder arbeiten gehen.
 
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Free Radical schrieb:
Ich nenne das Betrug.
Du glaubst Krankenkassen sind blöd. Die bekommen schon mit, wann das Mitglied die Arbeit wieder aufnimmt.
 
In unserem Zeiterfassungssystem erlischt die Krankmeldung als Fehlzeit mittlerweile sobald man Arbeitsstunden bucht.

Früher kam da immer eine Nachfrage aus der Personalabteilung, warum man den Zeiten bucht wenn man AU ist. Beides geht halt nicht.
 
Rückfragen gibt es da bei uns nicht. Es passiert auch durchaus, dass jemand meint es ginge wieder, dann aber merkt, dass es doch nicht geht und bucht sich halt wieder aus. Es ist in solchem Fall natürlich nett, sich kurz bei HR zu melden; dann wissen die gleich bescheid. Nötig ist das aber nicht.

Gleichzeitig geht bei uns (per SAP) natürlich auch nicht und dann schlägt es sowieso auf.
 
P4ge schrieb:
Diskutabel wäre der Punkt sind Karanztage inkludierbar oder nicht. Also wenn jemand 5 Tage dann Krank ist werden dann bei 3 Tagen Karenzzeit 2 gerechnet oder 5 Tage insgesamt.
Das kommt auf die AU-Datierung an. Bist du bspw. Mo+Di ohne AU krank, gehst dann am Mittwoch zum Arzt und er schreibt dich rückwirkend von Mo-Fr krank, dann hattest du buchhalterisch keine Karenzzeit gehabt.

Buttkiss schrieb:
Wer ist dann haftbar, der Arzt der ihn nicht krank schreiben wollte?
Im Endeffekt muss die Entscheidung immer beim AN liegen.
Nicht nur. Es liegt auch beim AG, denn er bzw. die direkte FK hat eine Fürsorgepflicht. Eine FK hängt in vielen Situationen mit dem zweiten Bein im Knast, so reißerisch das auch klingen mag. Wenn ein AN aus seinem Engagement heraus der Meinung ist, dass er seine Tätigkeiten wiederaufnehmen kann, die FK hingegen relevante Gründe dagegen sieht, darf der AN die Arbeit nicht wiederaufnehmen.

P4ge schrieb:
Alleine das über das Thema gesprochen wird , mit seinen potentiellen negativen Folgen (sofort zum Arzt laufen, überfüllte Praxen) könnte doch der persönliche Druck entstehen sich diesem"freiwilligen" Feld zu entziehen. Sich also gesünder zu verhalten. Ja das geht nicht in jedem Fall, aber komplett ausschließen kann man es auch nicht. Und wenn ich durch ein verändertes Verhalten die Krankentage um 10% senke, senke ich auch Kosten und Belastung.
Gleicht einem "Lass uns die Baustelle nicht so gut absichern, damit die Leute eigenständig mehr auf ihre Sicherheit achten". Das ist nicht die richtige Herangehensweise, dass man zivilisatorische Fortschritte vernichtet und daraus alibimäßige Positiveffekte erhofft.

Wertschätzung der MA, Feedbackkultur, ein gut arbeitendes Gesundheitssystem, Personalaufstockung und -weiterbildung etc. pp. sind die richtigen Instrumente. Ja, auch Weiterbildung hinsichtlich gesunder Ernährung und gesunder Lebensstil gehört dazu, nur darf man die einen Punkte nicht gegen die anderen ausspielen/austauschen.

Samurai76 schrieb:
Hm, ich bin der Meinung, die Kasse zahlt erst ab der 7. Krankheitswoche, vorher darf der AG zahlen.
Jep. Deshalb macht es bei wenigen AU-Tagen für den AG finanziell keinen Unterschied, ob der MA für seine zwei Tage nun eine AU hatte oder nicht. Nur bei kleineren Betrieben ist das ein Thema (<= 30 MA). Hier kann der AG für jeden AU-Tag eine Erstattung von der AG-Versicherung bekommen (nennt sich U1-Verfahren).
 
P4ge schrieb:
Aber diese Aussage steht im Konflikt mit deiner anderen Aussage.
Ich weiß, dass du das nicht kannst, aber ich kann unterscheiden, ob ich "advokatus diaboli" spiele und aus der Krankschreibung ab dem ersten Tag dringen ein Problem machen will, oder ob ich meine Meinung sage.
Der von dir zitierte Absatz sollte so verstanden werden , dass man WENN man schon dringend ein Problem aus dem Krankenstand machen will (tatsächlich ist das nämlich nur ein Symptom des "Personaldecke auf Kante nähen"), man sich doch eher die Lohnfortzahlung im Ktrankheitsfall vornehmen sollte.
Aber davon lässt man (aus mMn sehr gutem Grund) dann doch lieber die Finger.

Meine Meinung liest sich wie folgt.
Ich finde es blöd, dass ich mich ab dem ersten Tag krankschreiben muss (es geht sogar noch weiter ... irgendwie muss die AU am ersten Krankheitstag zur Arbeitsstelle ... und elektronisch ist nur "OK", wenn man den gelben Schein dann nacxhreicht).
Es ginge einfach deutlich praktischer.

Und in punkto Einsatzplanung erlebe ich geraqde etwas, das mir noch viel mehr auf die Nerven geht,. als Kollegen die alle Nasen lang mal ein paar Tage krank sind. Ich habe seit einiger Zeit eine Stationsleitung die grundsätzlich nur Dienstpläne für 2 Wochen veröffentlicht. Ich muss sie darauf nochmal hinweisen, dass ich so nicht planen kann ... und wenn sie meint, das müsse sie nicht ändern, dann darf sie stattdessen eben meine Kündigung entgegen nehmen.
Ich habe keine Lust mehr auf Vorgesetzte, die ihren Job nicht machen.

Allerdings ist das Argument mit der Einsatzplanung auch ein waschechter Strohmann. Jemand der Krank ist, mit dem kann man nicht planen. Da ist es vollkommen egal, ob der sich ab dem ersten, dritten oder 15. Tag krankschreiben lassen muss.

Was diese Initisative tatsächlich zeigt, das ist ein tiefes Misstrauen und ein Generalverdacht gegenüber allen, die einfach ehrlich ihrer Arbeit nachgehen. Es ermüdet extrem sich diese Scheiße aus Politik und Wirtschaft immer wieder anhören zu dürfen.
Man sollte einfach kündigen, und ko0nsequent das Leben, was einem von Vorgesetzten und Politiker iophnehin vorgeworfen werden wird. Dann ist man halt faul ... aber man muss sich wenigstens nichts vorwerfen lassen, was man garnicht ist.

In den Augen einiger Karrieristen ist ohnehin jeder zu Faul, der mit 35 noch keinen Herzinfakt hatte.
 
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DerOlf schrieb:
irgendwie muss die AU am ersten Krankheitstag zur Arbeitsstelle ... und elektronisch ist nur "OK", wenn man den gelben Schein dann nacxhreicht).
Es ginge einfach deutlich praktischer.
Ist es doch? Wie soll ich denn eine eAU zum AG bringen? Er muss sie schon abrufen und dafür Teile ich ihm (in meinem Fall per Email) den entsprechenden Zeitraum mit. Fertig ist der Lack. Gelbe Zettel stellt mein Arzt gar nicht mehr aus und alles weitere ist ganz sicher nicht mein Problem. Elektronisch ist nämlich immer ok und nicht nur mit Schrifftstück (was ich gar nicht bekomme). Wobei doch, ich bekomme meins mit dem Diagnosecode, aber das werde ich meinem AG sicher nicht aushändigen. Diese Bescheinigungen für den Patienten werden aber auch bald Geschichte sein. Stichwort Elektronische Patientenakte.

Ich habe das btw. auch vor eAU so gehandhabt. AU eingesannt, zu HR geschickt, fertig. Ist btw. ein anerkannter Weg und der gelbe Zettel muss(te) dann nicht nachgereicht werden.
 
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Free Radical schrieb:
die Krankasse bezahlt dann durch die Erstattung teilweise deinen Lohn. Ich nenne das Betrug.
Die Krankenkasse zahlt die anteilige Erstattung der Lohnfortzahlung (bei Unternehmen bis 30 Mitarbeiter) nur für Zeiten, für die der AG diese beantragt. Wenn der Arbeitnehmer vor dem bescheinigten AU-Ende wieder arbeiten geht, was er darf, dann muss der AG das entsprechend berücksichtigen. Tut er das nicht, ja, dann ist das Betrug. Aus diesem Grund ist auch eine vernünftige Arbeitszeiterfassung sinnvoll, damit solche "kreativen" AGs bei der Betriebsprüfung die Chance haben aufzufliegen.
 
Ich glaube es zwar aber kann es irgendwie auch nicht glauben, dass man sich diesem Risiko als AG eines kleinen Betriebes wirklich aussetzen will, denn da hängt ja noch mehr dahinter. Am Ende ist das Schwarzarbeit. Aber ja, jeden Tag steht ein dummer auf, da bin ich bei dir.
 
ShiftC schrieb:
Gleicht einem "Lass uns die Baustelle nicht so gut absichern, damit die Leute eigenständig mehr auf ihre Sicherheit achten". Das ist nicht die richtige Herangehensweise, dass man zivilisatorische Fortschritte vernichtet und daraus alibimäßige Positiveffekte erhofft.
Das ist wieder dieses typische übertreiben der Dinge. Ist der Mensch/Bürger wirklich zu dumm sein eigenes Handeln einmal etwas genauer zu hinterfragen?
Seit Jahrzehnten versuchen wir schon die Bürger ganz sanft und fürsorglich in eine bessere gesündere Welt zu schieben, diese Transformation dauert leider viel zu lange. Da ist es halt nachvollziehbar , dass man etwas drastischer wird in den Mitteln. Dummerweise verstehen viele das immer noch als Einschnitt.
ShiftC schrieb:
Wertschätzung der MA, Feedbackkultur, ein gut arbeitendes Gesundheitssystem, Personalaufstockung und -weiterbildung etc. pp. sind die richtigen Instrumente. Ja, auch Weiterbildung hinsichtlich gesunder Ernährung und gesunder Lebensstil gehört dazu, nur darf man die einen Punkte nicht gegen die anderen ausspielen/austauschen.
Könnte man meinen. Wertschätzung wird aber nur zugerne ausgenutzt, Feedback wird als nutzlos interpretiert, wenn nicht der Effekt beim MA ankommt, den er sich erhofft hat, Das System soll fair , gerecht und ordentlich laufen. Ordnen wir das mit Gesetzen wird im gleichen Maße alles als Bürokratisches Monstrum angesehen. Wir denken doch nur noch in Extremen. Das z.b. die Tag AU "ALLE Praxen zum kollabieren bringt". Das wird es nicht, aber es klingt plakativ.
Gesunde Ernhährung und Lebensstil ist schon hinländlich bekannt, warum essen immer noch so viele Menschen regelmäßig Fast-Food, Zucker, hochverarbeitete Lebensmittel und Fleisch? Weil es ihnen egal ist. Gastronomie wieder auf 19%, Fleisch auf 21%, Zuckersteuer einführen etc. kann man sofort machen. Wenn da ganze Firmenkomplexe kaputt gehen egal.

Wir diskturien aber lieber das man ja nicht die Abnehmspritze nicht auf Kassenbeiträge beziehen darf "kostet die Kasse dann ja Milliarden". JA aber die Folgekosten ohne diese Investition kostet und mehr Milliarden.
DerOlf schrieb:
Ich weiß, dass du das nicht kannst, aber ich kann unterscheiden
Deine Argumentation lies das so aber nicht erscheinen, sonst hätte ich ja nicht so gefragt.

DerOlf schrieb:
Allerdings ist das Argument mit der Einsatzplanung auch ein waschechter Strohmann. Jemand der Krank ist, mit dem kann man nicht planen. Da ist es vollkommen egal, ob der sich ab dem ersten, dritten oder 15. Tag krankschreiben lassen muss.
Das Argument "der schlechten Einsatzplanung" ist doch wiederum genau DAS Argument, warum bestimmte Berufe, Arbeitgeber etc. "schlecht geredet werden". Durch dieses schlecht reden fehlen möglich Mitarbeiter die wiederum zu einer schlechten Planung führen. Das Gegenteil (in den Himmelloben) führt uns jetzt auch nicht aus der Krise, wir müssen aber als Gesellschaft akzeptieren, dass wir selbst Schuld sind an dieser Situation.

DerOlf schrieb:
Was diese Initisative tatsächlich zeigt, das ist ein tiefes Misstrauen und ein Generalverdacht gegenüber allen, die einfach ehrlich ihrer Arbeit nachgehen. Es ermüdet extrem sich diese Scheiße aus Politik und Wirtschaft immer wieder anhören zu dürfen.
Man sollte einfach kündigen, und ko0nsequent das Leben, was einem von Vorgesetzten und Politiker iophnehin vorgeworfen werden wird. Dann ist man halt faul ... aber man muss sich wenigstens nichts vorwerfen lassen, was man garnicht ist.
Ein Generalverdacht besteht weder bei Politik noch bei der Bevölkerung. Es ist aber journalistisch ein wunderschönes Argument diese Aussagen zu platzieren um den Bürger genau diese Haltung einnehmen zu lassen.
 
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