P4ge schrieb:
Persönlich wüsste ich jetzt nicht was für diesen Zusammenhang sprechen sollte,
Tja. Da gibt es etwas, das nennt sich Statistik. Ich denke aber nicht, dass da in Deutschland groß nach der Möglichkeit, Karenztage zu nutzen, unterschieden wird. Da könnte man ja mal was lernen ... und das lehnt man in Deutschland doch lieber ab.
Mir fehlt auch der Vergleich, da ich in meinem Bekanntenkreis von niemandem weiß, dass er Karenztage nutzen kann. Die brauchen alle die AU ab Tag 1, und schleppen sich daher (wie hier vermutet) auch mal krank zur Arbeit, um sich den Praxiswiggel zu sparen.
Ich habe kein Problem damit, wenn sich alle, wie ich auch, ab dem ersten Tag eine AU beschaffen müssen. Ich glaube nur nicht, dass das den erhofften Effekt (Reduktion der Fehltage) haben wird. Ich denke eher, dass dieser Schuss episch nach hinten losgehen wird, und man am Ende noch deutlich mehr Ausfalltage haben wird. Aber auch ich lasse mich gerne überraschen, wenn dadurch auch nur ein erschlichener Krankheitstag eingespart wird, dann hat es das ja voll gebracht, auch alle übrigen zu gängeln, die sich tatsächlich nur Krankschreiben lassen, wenn es wirklich nicht geht.
Einiges verstehe ich allerdings wirtklich nicht. Ich hatte morgens einen kleinen Zusammenstoß mit einem Mitbewohner. Das Reultat war eine Platzwunde über meinem linken Auge, die mit 4 Stichen genäöht werden musste. Am Abend bin ich dann ganz normal zur Arbeit gegangen, weil mich ein Pflaster am Kopf ja nicht davon abhält, eine Kasse zu bedienen, oder Ware nachzufüllen. Mein Bruder fragte nur, warum ich mich wegen sowas denn nicht krankschreiben lasse.
Sowas verstehe ich nicht. Das war eine Wunde am Kopf .. und kein gebrochener Arm oder etwas, das mich wirklich bei der Arbeit behindern würde. Und nur weil das geht, renne ich nicht zum Arzt und lasse mich krankschreiben. Krank bin ich, wenn ich etwas habe, mit dem ich Kollegen anstecken könnte (oder noch nicht weiß, ob das ansteckend ist) oder wenn ich die Arbeit wirklich nicht erledigen kann. Mit allem übrigen, was zu einer AU führen könnte, gehe ich natürlich arbeiten, weil ich keinen Sinn darin sehe, mir einfach nur einen zusätzlichen freien Tag zu gönnen.
Das scheint allerdings wirklich eine seltene Einstellung zu sein. Oft geht es doch eher um die Frage, ob man damit wirklich arbeiten muss.
Gegen diese weit verbreitete Einstellung tut man aber mit der AU ab dem ersten Tag rein garnichts, denn die ändert nichts daran, das dem Arzt die Arbeit, die man zu tun hätte, für eine AU vollkommen egal sein muss. Der Bürohengst bekommt für das gebrochene Bein genauso eine AU, wie der LKW-Fahrer oder der Fachverkäufer im Klamottenladen, deren Arbeit mit nur einem Bein wirklich nicht zu machen ist.
Aber den Aufstand möchte ich nicht erleben, wenn ein PC-Worker vom Arzt gesagt bekmommt, dass er nicht so rumjammern soll, und sein verstauchter Fuß ihn bei der Arbeit doch garnicht behindert und daraufhin die AU verweigert.