areiland schrieb:
Dieses EuroOffice wurde von keiner offiziellen Stelle der EU oder des Europarates beauftragt, sondern wird von einem privaten Konsortium entwickelt, dessen Mitglieder in Europa sitzen. Von daher muss man eben nicht gleich den Eindruck erwecken, als wäre dieses EuroOffice von irgendwelchen Stellen der EU oder des Europarates in Auftrag gegeben worden.
Muss es auch nicht. Jeder darf die Europaflagge verwenden wie er lustig ist, es braucht nichts mit der EU oder dem Europarat zu tun haben.
Was verboten ist, ist den falschen Anschein zu erwecken, es bestehe eine Verbindung zwischen dem Verwender der Europaflagge und der EU oder dem Europarat.
Der Europarat selbst hat in den 1980er Jahren die Verwendung der Europaflagge
allen europäischen Institutionen nahegelegt, und die bekannteste und einflussreichste Institution die es gemacht hat war die EG (heute EU).
Aber da Euro-Office nirgends vorgibt es sei von der EU und ComputerBase ebenso nicht, gibt es keinen solchen falschen Anschein.
DerAnnoSiedler schrieb:
Darüber hinaus ist der Vergleich sowieso quatsch.
Weil wie du schreibst, müsste und würde Red Hat / grsecurity akzeptieren wenn ein Kunden den Code forkt. Sie würden dann nur diesem Kunden nie wieder Code geben. Onlyoffice dagegen hat versucht vorzuwerfen, der Euro-Office Fork wäre ein Verstoß gegen die Lizenzbedingungen von Onlyoffice und illegal.
Im Gegensatz zu dem grsecurity / Red Hat Fall widerspricht ein Fork-Verbot sogar formal jeder FOSS Definition.
Nein es widerspricht nicht, weil durch einen Verstoß gegen das Fork-/Weiterverbreitungs-Verbot nicht die Rechte am Code erlöschen sondern nur deine Rechte am Vertrag den du mit Red Hat oder grsecurity geschlossen hast (wie z.B. neue Versionen zu erhalten).
Und wenn Euro-Office ein illegaler Fork wäre dann wäre es erst recht nicht Open Source sondern einfach nur Softwarepiraterie.
Wie man es auch dreht und wendet, Euro-Office kann nicht "mehr" Open Source sein als OnlyOffice. Tatsächlich ist beides Open Source, auch wenn OnlyOffice über Markenlogotricks versucht, die Verbreitung einzuschränken. Was aber nicht effektiv ist denn man kann die Markenlogos einfach weglassen. Die Forderung in der Lizenz, die Markenlogos drin zu lassen kann laut AGPL3 Artikel 7 ebenfalls weggelassen und der Code ohne sie verbreitet werden.