mit privat PKW zum Kunde, anschließend zum Arbeitgeber; Abrechnung Kilometer

Hirschwolf

Lt. Commander
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Hallo zusammen,

ich habe die Frage wie verhält es sich, wenn ich morgens zuerst zu einem Kunde mit meinem privten PKw fahre, dort einige Stunden arbeite und danach zu meinem Arbeitgeber in die Firma fahre und dort den verbleibenden Arbeitstag arbeite.

Als Beispiel: Stecke Wohnort zum Kunde 5 km
Strecke Wohnort zum Arbeitgeber 20 km
Strecke Kunde und Wohnort sind entgegengesetzt, -> Kunde zum Arbeitgeber 25 km.

Welche Entfernung kann ich gegenüber meinem Arbeitgeber geltend machen?
 
Ohne die Paragraphen zu kennen, bei mir war es immer die Strecke zum Kunden die kürzer war. Also in deinem Fall 2* 5km.

Die 2*20km zum Arbeitgeber hättest du ja in jedem Fall als Privatfahrt.
 
Dafür gibt es Reiserichtlinien deines Arbeitgebers...
Eventuell ist ja der Privatwagen für dienstliche Zwecke nicht erlaubt und du musst ein dienstliches Poolauto aus dem Fuhrpark oder einen Leihwagen bezahlt von der Firma nehmen?
Einfach bei der Abrechnungsstelle oder HR nachfragen!
 
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Der Arbeitgeber beschäftigt 16 Angestelte, da gibt es keine Personalabteilung oder Reiserichtlinien.

Der Hintergrund ist der, dass die Chefin und ich uns da nicht einig sind.
Daher habe ich das oben sehr allgemein gehalten.

An Tagen an denen ich komplett 9-10 Stunden bei dem Kunde bin, was laut meine Auffassung eine Auswärtstätigkeit ist. Dadurch wäre die Anfahrtszeit und Strecke zu berücksichtigen und auch der Verpflegungsmehraufwand würde anwendbar werden.
Meine Chefin vertritt die Meinung, dass dies alles nicht zutrifft und ich eher noch froh sein sollte, dass mir das Gehalt nicht für diese Tage "angepasst" wird, da ich einen kürzeren Arbeitsweg habe.

Ich vertrete die Ansicht, das der Weg zum Kunde eine Anreise zum Kunde ist, und der Weg zum Kunden in die Firma die Rückreise. Da ich direkt von mir zu Hause anreise ist diese Strecke für meine Chefin kurz. Ich könnte auch zuerst in die Firma fahren und dort anstempeln. Und danach wieder zurück zum Kunde fahren. Dann ist der Fall eindeutig.
 
Hirschwolf schrieb:
An Tagen an denen ich komplett 9-10 Stunden bei dem Kunde bin, was laut meine Auffassung eine Auswärtstätigkeit ist
Dem ist so.

Eine Chefin, die mein Gehalt, abhängig vom Arbeitsweg machen will, wäre meine Ex Chefin. Wenn du erst in die Firma fährst gewinnst du vermutlich nichts. Nach dem Kunden müsstest du dann auch in die Firma
 
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Da ich öfter das private Auto nutze, um Aussentermine wahrzunehmen wurde mir das zur Abrechnung so erläutert: Wenn ich morgens die Arbeit nicht in meiner Arbeitsstelle, sondern ‚außen‘ beginne, wird nicht die erste Fahrt nach ‚außen‘ abgerechnet (das ist dann der Arbeitsweg), aber die Fahrt vom Außentermin zur Arbeitsstelle.
Dies gilt für Fahrten innerhalb eines definierten Arbeitsgebietes.

Fahrten außerhalb dieses Gebietes müssen per Dienstreiseantrag genehmigt werden und werden folglich immer abgerechnet.

Würde ich mich weigern, meinen privaten PKW zu nutzen, müsste ich erst zu meiner Arbeitsstelle fahren um ein Dienstfahrzeug zu nutzen (was auch bedeutet: Mir muss auch ein Dienstfahrzeug gestellt werden vom AG, wenn diese Aussentermine Teil meiner Arbeit sind).

Das ist die Regelung für den öffentlichen Dienst und aller Organisationen, deren Tarifverträge sich am öffentlichen Dienst orientieren.

Wenn du in einer völlig privatwirtschaftlichen Klitsche arbeitest (also z.B. ohne Tarifvertrag) unterliegt das meinem Verständnis nach der Vertragsfreiheit. Es müsste also im Arbeitsvertrag oder der Stellenbeschreibung vereinbart sein.

Ist das nicht irgendwo bei euch schriftlich fixiert? So wie du das beschreibst, gehören Kundenfahrten ja zum Alltagsgeschäft.
 
hier wurde ja bereits mehrfach erwähnt dass das ja intern geregelt sein sollte ...

was noch hinzu kommt, was ist deine "erste Tätigkeitsstätte" laut Arbeitsvertrag ...

in der Regel kenne ich es so (wenn die 1. Tätigkeitsstätte beim AG wäre)

die oben beschriebenen Fahrten

tägliche Fahrt 2 x 20 kn
zus. Fahrt 2 x 5 km (da entgegengesetzt) abrechenbar, sprich 10 km

andere Beispiel
liegt der Kunde auf einem Umweg
1. Fahrt zum Kunde 15 km
2. Fahrt Kunde zur Arbeit 10 km
3. Fahrt Arbeit nach Hause 20 km
Summe 45 km, abzgl. normaler täglicher Strecke 40 km, bleiben 5 km abzurechnen.

noch ein anderes Beispiel
an dem kpl. Tag nur beim Kunde
Fahrt zum Kunde hin und retour 10 km
wäre dies kpl. abrechenbar (10 km ohne Abzug) da die Fahrt zur 1. Tätigkeitsstätte nicht stattgefunden hat,
Reisekosten oder Entfernungspauschale
 
Machs dir doch einfach.
Fahr mitm Privatauto zur Arbeit. Dort ist dann Arbeitsbeginn.
Dann mit dem Poolauto zum Kunden, arbeiten und dann wieder zurück. Dann ist dort Arbeitsende.

Jegliche Optimierung für beide Seiten ist bei solchen Chefs nicht möglich. Soll er doch die Rückfahrt auch als Arbeitszeit bezahlen und ein dauerhaft belegtes Poolauto. Kann dir doch schnuppe sein.
 
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Hirschwolf schrieb:
Meine Chefin vertritt die Meinung, dass dies alles nicht zutrifft und ich eher noch froh sein sollte, dass mir das Gehalt nicht für diese Tage "angepasst" wird, da ich einen kürzeren Arbeitsweg habe.

Sei froh, dass du eine so ehrliche Chefin hast. Damit weißt du direkt, dass du als Arbeitnehmer ihr Scheiß-Egal bist!

Setz dich also Abends hin, aktualisiere dein Lebenslauf und schau dich nach vernünftigen Arbeitgeber um.

Mir wären nach dem Satz die 5km oder 20km völlig egal. Du wirst in diesen Unternehmen in den nächsten Jahren nie Glücklich werden. Am Ende setzt deine Chefin dich vor die Tür wegen einer Belanglosigkeit. Ein solches Risiko würde ich nicht eingehen wollen. Dann lieber selbst aktiv werden.
 
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Gaugaumera schrieb:
Fahr mitm Privatauto zur Arbeit. Dort ist dann Arbeitsbeginn.
Dann mit dem Poolauto zum Kunden, arbeiten und dann wieder zurück. Dann ist dort Arbeitsende.
So und nicht anders.
 
Weil Chef keine Lust auf eine Win Win Situation hat.
 
Abe81 schrieb:
Und warum so und nicht anders?
Deswegen:
Hirschwolf schrieb:
An Tagen an denen ich komplett 9-10 Stunden bei dem Kunde bin, was laut meine Auffassung eine Auswärtstätigkeit ist. Dadurch wäre die Anfahrtszeit und Strecke zu berücksichtigen und auch der Verpflegungsmehraufwand würde anwendbar werden.
Meine Chefin vertritt die Meinung, dass dies alles nicht zutrifft und ich eher noch froh sein sollte, dass mir das Gehalt nicht für diese Tage "angepasst" wird, da ich einen kürzeren Arbeitsweg habe.

(...)

Ich könnte auch zuerst in die Firma fahren und dort anstempeln. Und danach wieder zurück zum Kunde fahren. Dann ist der Fall eindeutig.
 
Dieses resolute „So und nicht anders“ mag erstmal schön simpel klingen, ist aber wohl - gesetzt man will ein halbwegs entspanntes Arbeitsverhältnis haben - nicht empfehlenswert. Es gibt ja diverse Lösungen, die man auch führungsschwachen Chefs schmackhaft machen könnte. Diese hemdsärmelige „so und nicht anders!“ klingt hingegen konfliktträchtiger.

Meine Erfahrung ist, dass es - innerhalb eines Arbeitsverhältnisses - eher hilft, wenn man zwar bestimmt aber lösungsorientiert kommuniziert.

Gewerkschaftsmitgliedschaft und ein Betriebsrat kann auch nicht schaden, aber letzteren gibt es in kleineren Betrieben ja kaum.
 
Abe81 schrieb:
halbwegs entspanntes Arbeitsverhältnis
Das hat die Chefin mit der Aussage, man soll doch froh sein, dass das Gehalt nicht gekürzt wird, selbst beerdigt. Dann sehe ich keinen Grund, warum man sich als Arbeitnehmer anders verhalten sollte.
 
Das finde ich ein etwas infantiles Verhalten. Sich anders zu verhalten als sein unfähiger Vorgesetzter, kann einen einfach das Leben erleichtern - wenn man nicht mal so einfach den Arbeitsplatz wechseln will oder kann.
 
Hirschwolf schrieb:
Als Beispiel: Stecke Wohnort zum Kunde 5 km
Strecke Wohnort zum Arbeitgeber 20 km
Strecke Kunde und Wohnort sind entgegengesetzt, -> Kunde zum Arbeitgeber 25 km.

Welche Entfernung kann ich gegenüber meinem Arbeitgeber geltend machen?
Da wir hier über die Differenz aus 10 und 25km reden, also vermutlich 15x 0,30€ = 4,50€ ist das doch eine lächerliche Nummer.
Da du das Verkehrsmittel für deinen Arbeitsweg frei wählen kannst, also ggf. sonst auch mit dem Zug oder mit dem Fahrrad kommen könntest, steht dir meiner Meinung nach der Betrag für die vollen 50km zu.


Ich würde der Chefin sachlich darlegen:
a) Du bist zum Arbeitsbeginn beim Kunden, die sonst fällige Anfahrt steht als Arbeitszeit zur Verfügung.
b) sie hat keinen Verschleiß und keine Kosten am Poolfahrzeug.
c) bei den aktuellen Spritpreisen sind 0,30€ wie sie leider oftmals noch gelten eigentlich zu wenig weil man ja auch den Wertverlust beim Privatauto auf jeden Kilometer legen muss. Mit meinem alten Diesel zum damaligen Dieselpreis bin ich gerne 700km für die Firma gefahren, war lukrativ. Mit dem neuen Benziner eher nicht.
d) Dein Gehalt damit überhaupt nichts zu tun hat.

Wenn sie es nicht einsieht dir dafür 4,5€ zu überweisen, dann mach keine Fahrten mit dem eigenen Auto mehr.
Die Prozesskosten für die Reisekostenabrechnung sind hier deutlich höher als die Fahrtkosten selbst.
Alleine schon deshalb würde ich sowas bei meinem AG gar nicht abrechnen, wenn das einmalig ist.
Unterm Strich am günstigsten würde die Chefin wegkommen, wenn sie dir einen 44€ Tankgutschein springen lässt. Aber so wie das rüber kommt, ist er dafür zu engstirnig.

Andere Option: Abends Poolfahrzeug mitnehmen, morgens nach Kundentermin zurückbringen.
Ist in Bezug auf die Arbeitszeit auch Win Win.

Fährst du denn normalerweise auch mit dem Auto?
Meine Freundin fährt normalerweise mit dem Zug, wenn sie wohin muss rechnet sie logischerweise jeden einzelnen Kilometer mit dem Auto ab. Wobei es hier auch schonmal die Rückfrage gab, wie sie die Kilometer berechnet, ab zuhause oder ab Dienststätte.
 
Die Berechnung der Kilometer müsste ja auch irgendwo festgelegt sein. Z.B. in einer Dienstanweisung als QM-Dokument, bei Angestellten, die regelmäßig fahren in der Stellenbeschreibung etc.
Da würde ich also als nächstes ansetzen: Die Vorgesetzte bitten, hier für eine eindeutige Vorgabe zu sorgen, gegen die man dann eben auch argumentieren/vorgehen kann. Wie es sich anhört, wurde das eher nur mündlich ‚nebenbei‘ geklärt, anstatt grundsätzlich.
 
Abe81 schrieb:
Die Berechnung der Kilometer müsste ja auch irgendwo festgelegt sein. Z.B. in einer Dienstanweisung als QM-Dokument, .. Da würde ich also als nächstes ansetzen: Die Vorgesetzte bitten, hier für eine eindeutige Vorgabe zu sorgen,

Du bist ja lustig, oben empfiehlst Du bei solch einem Chef fünfe gerade sein zu lassen und rätst vom eigentlich üblichen Prozess ab (privat hin zur Firma, dann Poolfahrzeug nehmen und zum Kunden und vice versa) und jetzt kommst Du mit QM Dokumente?! Und das bei einem Chef mit solchen Aussagen (sei glücklich keine Kürzung etc.)? :D

@TE, geht wohl primär darum wie wichtig Dir diese paar Euros bzw. Deine Stelle ist bzw. wie bockig Du Deine Chefin einschätzt.
 
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