NAS Kaufberatung, alles bedacht?

Phaidan

Lieutenant
Registriert
März 2008
Beiträge
517
Guten Tag zusammen,

es wird die Anschaffung eines fertigen NAS geplant, da hier niemand mehr lust & Zeit hat, den Eigenbau aus alten Hardwarekomponenten weiter zu pflegen etc.

Zu den Anforderungen:
- Datensicherung von mehreren PCs und Laptops, Gbit-Lan ist vorhanden.
- Streaming von etlichen TV-Aufzeichnungen (hier gibt es z.b. Tatort-Junkies, die jede Folge aufnehmen :freak: ) auf die PCs / Laptops / Tvs
- Durch einen neuen Internetanschluss, gerne auch mal Spielereien bezüglich eigener Cloud, oder ein eigener TS-Server etc.
- Stromsparend! Der Eigenbau, der aus Spaß entstand aus alter Hardware, verbraucht gute 100 W.
- Aktuell ca. 13TB an Daten.
- Die Möglichkeit in Zukunft 4K innerhalb des Hauses zu streamen
- Im Schnitt laufen 1-2 Streams gleichzeitig, im Extremfall werden es nicht mehr als 4.

TVs die im Einsatz sind: 1x Samsung UE40H6470 und 2x Samsung UE40K5579



1.) Wenn ich das richtig verstanden habe, erfordert es nur Rechenleistung (transcodierung) falls die Wiedergabegeräte mit den vorhandenen Formaten nicht klarkommt?

2.) Der Altbau besitzt eine bunte Mischung aus alten HDDs verschiedener Hersteller (1, 2 und 4 TB Platten), für den neuen NAS stehen 4x WD RED 8/10 TB im Raum. Gibt es bessere Festplatten, oder sind diese ok?

3.) Angedacht ist es, alle Festplatten im RAID 5 laufen zu lassen und über schon vorhandene USB-Festplatten eine Sicherung zu erstellen, um vor Datenverlust zu schützen. Ist RAID 5 hier die beste Wahl, oder komplett auf ein RAID verzichten?

4.) Nach längerem hin und her lesen, ist die Synology DS 916+ hängen geblieben. Diese dürfte alle Anforderungen erfüllen, oder übersehe ich etwas, bzw gibt es eine bessere Alternative?

Ich danke schon mal für alle Antworten!

Mfg,
Phaidan


Edit: Ganz vergessen, zum Streamen auf die TV Geräte, würde ich Plex nicht weiter nutzen und auf die Lösung von Synology (DS Video) umsteigen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei RAID 5 darf max. 1 HD ausfallen. Das Synchronisieren mit einer neuen HD dauert sehr lang. Wenn da was ausfällt wars mit den Daten. Besser RAID 6. Da dürfen max. 2 HDs gleichzeitig ausfallen.

Oder alles auf LTO sichern und kein RAID. Kostet aber.
 
Wenn du nicht auf maximale Verfügbarkeit angewiesen bist (und die Anwendungen klingen jetzt nicht danach), dann macht ein RAID nicht wirklich Sinn, vor allem weil du bei gerade mal vier Platten gleich 25% (bei RAID 5) bis 50% (RAID 6) der Speicherkapazität "verlierst".
 
Phaidan schrieb:
- Stromsparend! Der Eigenbau, der aus Spaß entstand aus alter Hardware, verbraucht gute 100 W.
Wenn man irgendwas zusammenwürfelt und wenig Ahnung hat oder die HW schlicht zu alt war kommt das vor. Das darf einen dann aber auch nicht wundern ^^

Gibt es bessere Festplatten, oder sind diese ok?
WD GOLD. Reine Preisfrage.
 
Bezüglich Raid, ein Raid 6 halte ich für den Einsatz als Overkill und 50% einbuße zuviel. Es stört ja nicht, wenn das System mal 1-2 Tage nciht läuft. Und ich denke LTO (Wenn ich das richtig verstanden habe, Magnetbänder?) sind auch zu viel des guten, reichen hier nicht die Externen Festplatten, die nach einem Backup wieder an einer anderen stelle Verstaut werden?

@e-Funktion, ja das stimmt. Das fing auch einfach nur als Spielerrei an und deshalb wurde hier kein Geld ausgegeben, sondern alte Hardware weiter verwendet. Aber Auf einen NAS will hier niemand mehr verzichten ;)

Die WD Gold kannte ich noch nicht, aber ist der Aufpreis es wert, oder reichen doch normale WD Red?


Schätzt ihr die Leistung der DS 916+ als ausreichend für die Aufgaben ein, oder bedarf es doch mehr Rohleistung?
 
Für die meisten Leute wird sich der Aufpreis nicht rentieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Phaidan schrieb:
- Datensicherung von mehreren PCs und Laptops, Gbit-Lan ist vorhanden.
-> simplen Storage bereit stellen kann jedes billig-NAS, spannend wird es wenn mehrere parallele Zugriffe statt finden, sprich sich 2 Clients oder mehr parallel gleichzeitig sichern.
Phaidan schrieb:
- Streaming von etlichen TV-Aufzeichnungen (hier gibt es z.b. Tatort-Junkies, die jede Folge aufnehmen :freak: ) auf die PCs / Laptops / Tvs
Streamen ist ein Gummi-Begriff. Soll das NAS die Daten nur bereit stellen und die Endgeräte übernehmen die Dekodierung und Wiedergabe? Dann reicht die DS916+ locker, ansonsten siehe Datenblatt: Entweder 1x 4K mit x/h265 oder 3x 1080p x/h264. Dein Zukunftswunsch mit 4K ist daher dann limitiert auf ein Endgerät und sonst kann keiner gucken. Nicht sonderlich zukunftssicher meiner Meinung nach... Eine Alternative wäre entsorechende Wiedergabegeräte an den TVs, z.B. ne Androidbox mit Kodi o.ä. aber das erfordert dann wieder Einrichtungsaufwand, was ja anscheinend vermieden werden soll.
Phaidan schrieb:
- Durch einen neuen Internetanschluss, gerne auch mal Spielereien bezüglich eigener Cloud, oder ein eigener TS-Server etc.
Definiere doch mal bitte, was eine eigene Cloud sein soll. Früher hieß das ja einfach noch Hosting oder einfach "auf dem Computer eines anderen" und besagt eben, dass man sich nicht mehr um die Hardware kümmern muss. Vermutlich meinst du aber so etwas wie z.B. Owncloud oder Nextcloud, sprich mehr oder weniger einfache Erreichbarkeit deiner Daten. Zugriff im besten Fall per VPN abgesichert. Alternativ per App des Herstellers. Oder sollen auch andere Dienste bereit stellt werden? Cloud ist so ein wunderbar schwammiger alles und nichts sagender Begriff... Ein TS-Server hat sehr geringe HW-Anforderungen, benötigt aber Bandbreite in Relation zur Anzahl der Nutzer. Kommt aber auch hier auf den gewählten Codec an.
Phaidan schrieb:
- Stromsparend! Der Eigenbau, der aus Spaß entstand aus alter Hardware, verbraucht gute 100 W.
Lt. Datenblatt 13W im idle wenn keine Platte aktiv ist bzw. diese abgeschaltet sind und 30W beim Zugriff auf Daten. Keine Angabe wenn Streaming genutzt wird. Außerdem musst noch den Verbrauch der Platten dazu rechnen. Bei einem Raid-Verbund laufen übrigens immer alle Platten sobald ein Zugriff erfolgt. Vier Platten macht bei Zugriff also ca 60W, beim Streaming ggf. mehr. Auch steigt natürlich CPU-Last und damit Stromverbrauch mit jedem weiteren Dienst/Cloud/Container/was-auch-immer, der mit läuft gegenüber dem Idle-Wert.
Phaidan schrieb:
- Aktuell ca. 13TB an Daten.
Wie hoch ist der Zuwachs pro Monat oder Jahr basierend auf den letzten 12 Monaten? Dies musst für die nächsten 2-3 Jahre kalkulieren sowie einen entsprechenden Puffer sofern du nicht schon bald wieder etwas neues kaufen und erweitern willst.
Phaidan schrieb:
- Die Möglichkeit in Zukunft 4K innerhalb des Hauses zu streamen
- Im Schnitt laufen 1-2 Streams gleichzeitig, im Extremfall werden es nicht mehr als 4.
Siehe weiter oben. Kommt auf die Auflösung an, in welchem Codec das Quellmaterial vorliegt und ob die Clients sich selbst um die Wiedergabe kümmern oder eben nicht.

TVs die im Einsatz sind: 1x Samsung UE40H6470 und 2x Samsung UE40K5579

Phaidan schrieb:
1.) Wenn ich das richtig verstanden habe, erfordert es nur Rechenleistung (transcodierung) falls die Wiedergabegeräte mit den vorhandenen Formaten nicht klarkommt?
Jain. Entweder du zeigst dem Endgerät nur die Datei und dieser spielt die dann ab, vergleichbar mit einem Video auf einem Netzlaufwerk oder es wird eben transkodiert wobei ich mir hier nicht 100%ig sicher bin, andere (Plex-)Nutzer können dies ggf. genauer beantworten.

Phaidan schrieb:
2.) Der Altbau besitzt eine bunte Mischung aus alten HDDs verschiedener Hersteller (1, 2 und 4 TB Platten), für den neuen NAS stehen 4x WD RED 8/10 TB im Raum. Gibt es bessere Festplatten, oder sind diese ok?
Genau für den Betrieb im NAS sind die WD Red gemacht. Kannst du also problemlos kaufen.

Phaidan schrieb:
3.) Angedacht ist es, alle Festplatten im RAID 5 laufen zu lassen und über schon vorhandene USB-Festplatten eine Sicherung zu erstellen, um vor Datenverlust zu schützen. Ist RAID 5 hier die beste Wahl, oder komplett auf ein RAID verzichten?
Raid 5 hat sich schon lange überlebt bei so großen Platten, Stichwort Bit-Rot. Man kann es noch nutzen wenn man sich anderweitig "schützt", z.B. durch ECC-Ram und einem Dateisystem, was mit Checksummen arbeitet, z.B. ZFS oder BTRFS. Nächste Gefahr bei einem Raid 5: Der elendig lange dauernde Rebuild bei einem Ausfall und dass gerne mal beim Rebuild die zweite Platte verreckt. Daher entweder ein Raid 6 (2 beliebige Platten können ausfallen) oder wenn es mehr Performance sein darf, was bei einem NAS selten der Fall ist ein Raid 10 (2 nicht-beliebige dürfen ausfallen).
So oder so solltest du aber ein Backup der Daten haben, zumindest von denen, die wichtig sind. Bei den Tatort-Aufzeichnungen kann man sich vermutlich drüber streiten^^
Wenn Backups konsequent und vor allem auch regelmäßig erstellt werden, wozu dann ein Raid 5? Im Ernstfall einfach defekte Platte weg, neue rein und Daten aus Sicherung wiederherstellen. Die Platten im NAS sollten dann nur kein Raid 0 sein denn sonst wäre bei nem Ausfall gleich alles weg. Aber bestimmt kann die Synology ein JBOD oder so etwas in der Art.

Phaidan schrieb:
4.) Nach längerem hin und her lesen, ist die Synology DS 916+ hängen geblieben. Diese dürfte alle Anforderungen erfüllen, oder übersehe ich etwas, bzw gibt es eine bessere Alternative?
"Begrenzte" Streaming-Kapazität sobald es sich um 4k und/oder (?) h/x265 Material handelt. Ansonsten, wie die meisten Synologys, ein gutes Gerät meiner Meinung nach.

Phaidan schrieb:
Edit: Ganz vergessen, zum Streamen auf die TV Geräte, würde ich Plex nicht weiter nutzen und auf die Lösung von Synology (DS Video) umsteigen.
Warum kein Plex mehr wenn man fragen darf?
 
Zuletzt bearbeitet:
Oder ein DS1517+ (mit 8 GB RAM). Der hat 5 Bays, 4 LAN Ports, die CPU hat mehr Leistung und es lässt sich eine M.2 SSD Cache oder eine 10 GbE PCI-E Karte nachrüsten.
Zusammen mit 5 x 8 TB im Raid 5 hast 32 TB zur Verfügung und landest bei +/- 2000 Euro (ohne den Cache natürlich).

Bei der Variante DS916+ (mit 8 GB RAM) mit 4 x 10 TB kommst ca auf denselben Betrag, hast aber 2 TB weniger nutzbarer Speicher, "nur" 2 LAN Ports und kein SSD Cache zum nachrüsten.

Vielleicht wäre für dein Szenario aber einfach JBOD die beste Lösung - dann hättet ihr 40 TB zur Verfügung.
Das mit dem Sicherungskonzept solltest Du nochmals überdenken, mit ein "paar vorhandene USB Festplatten" 40 TB sichern ist nicht wirklich sinngemäss (ausser die sind 10 - 20 TB gross).
 
Zuletzt bearbeitet:
snaxilian schrieb:
-> simplen Storage bereit stellen kann jedes billig-NAS, spannend wird es wenn mehrere parallele Zugriffe statt finden, sprich sich 2 Clients oder mehr parallel gleichzeitig sichern.
Streamen ist ein Gummi-Begriff. Soll das NAS die Daten nur bereit stellen und die Endgeräte übernehmen die Dekodierung und Wiedergabe?

Was ich bis jetzt beobachtet habe, können die 3 TVs die Medien alle ohne umkodieren abspielen, bei normalen Windows Systemen, dürfte das denke ich mal immer der Fall sein?

snaxilian schrieb:
Definiere doch mal bitte, was eine eigene Cloud sein soll.
Genau, damit meine ich z.b. Owncloud, da hier seit kurzem 500k im Upload verfügbar sind.

Bezüglich des Wachstums der Daten muss ich erst mal passen, da habe ich gerade leider keinen Überblick, da hacke ich noch mal nach!

snaxilian schrieb:
So oder so solltest du aber ein Backup der Daten haben, zumindest von denen, die wichtig sind. Bei den Tatort-Aufzeichnungen kann man sich vermutlich drüber streiten^^

Alles was wirklich wichtig ist, wird auf externe USB-Platten gespeichert und danach wieder vom NAS entfernt, die Tatortaufzeichnungen sind mir dabei egal, aber da rede ich mit den Beteiligten hier noch mal drüber ^^

snaxilian schrieb:
Ausfall gleich alles weg. Aber bestimmt kann die Synology ein JBOD oder so etwas in der Art.
Ja das wird auch unterstützt, wäre dann denke ich die beste Option.

snaxilian schrieb:
Warum kein Plex mehr wenn man fragen darf?
Der Gedanke kam, aufgrund der fehlenden Hardwarebeschleunigung. Testen werde ich es, ob normale Streams vernünftig laufen, falls ja, bleibt PLEX im Optimalfall, da alle sich dran gewöhnt haben^^

Lawnmower schrieb:
Das mit dem Sicherungskonzept solltest Du nochmals überdenken, mit ein "paar vorhandene USB Festplatten" 40 TB sichern ist nicht wirklich sinngemäss (ausser die sind 10 - 20 TB gross)
Ja das stimmt, bei den bisher vorhandenen Datenmengen geht es noch mit 2-3 einzelnen Festplatten, aber auf lange Sicht, definitiv nicht der beste Ansatz.
Den DS 1517+ habe ich auch schon gesehen, ich denke 10Gbit wird hier in den nächsten Jahren kein Thema werden und ob ich den Cache brauche .... ist eine schwere Entscheidung :mad::D
 
Wiedergabe auf einem PC ist kein Problem. Naja auf nem uralt eeePC vermutlich schon...

Für eine Owncloud bedenke bitte die entsprechende Absicherung des Ganzen.

Bei einem JBOD ist aber afaik auch der komplette Verbund hinüber wenn eine Platte aussteigt, sprich ein Raid 0 nur dass man mit einer einzelnen Disk anfangen kann und auch Platten unterschiedlicher Größe hinzufügen kann. Daten sollten also schon gesichert werden.
Oder machst halt jede Disk einzeln und verteilst die Freigaben entsprechend. Vorteil: Kein Zugriff = Platte geht schlafen. Nachteil: Freigabe auf Größe einer Disk beschränkt.

Cache: Nur für Dateiablage brauchst die nicht, das wird spannend wenn du die Platten oder Volumes per iSCSI irgendwo anbinden willst oder einen NFS-Share betreibst auf dem Performance benötigt wird, z.B. als zentralen Storage zur Virtualisierung.
 
Bei einem JBOD wird jede Platte einzeln behandelt: Steigt Eine davon aus, sind die Daten davon weg - aber nur von der.
Raid 0 verteilt die Daten häppchenweise auf alle Platten im Verbund; steigt eine Platte aus, sind alle Daten weg.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben