NAS-Projekt mit dem Raspberry - Konfiguration

mschrak

Commander
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Sep. 2009
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Hallo zusammen,

ich plane gerade, meine Daten (Musik, Fotos, Filme, sonst.) für meine Geräte zuhause freizugeben. Das ganze soll komplett drahtlos über WLAN und komplett OFFLINE sein, also in keinster Weise mit dem Internet verbunden.

Mir geht es um die grundsätzliche Machbarkeit meines Vorhabens. Als Software wollte ich OpenMediaVault einsetzen.
Meine Hardware ist:
  • Raspberry 3B+ (mit allem, was dazugehört, Netzteil etc.)
  • externe USB HDD für die Dateien
  • Datenempfänger (Notebook, Smartphone und ein Samsung MU6179 Fernseher)

Meine Fragen dazu sind:
1.
Brauche ich, um meine Daten zur Verfügung zu stellen grundsätzlich noch weitere Hardware (zB einen Router)? Oder kann ich mit dem auf dem Raspi verbauten WLAN-Modul direkt zur Verfügung stellen (Direktverbindung)? (Mal unabhängig davon, dass das ggf. langsamer ist)
2.
Falls ich einen Router benötige, gibt es da eine einfache (=kostengünstige) Lösung, die unterhalb des Preises einer FritzBox liegt?
3.
Der o.g. Fernseher hat WLAN. Kann ich den dann einfach über WLAN mit meinem NAS verbinden und dann auf die Dateiverzeichnisse zugreifen?
4.
Ich möchte das ganze als "OFFLINE-Insellösung" betreiben. Heißt: Überhaupt kein Internetkontakt bzw. sichere Lösung. Als einzigen Kontakt zum Internet würde ich die separate Freigabe bestimmter Verzeichnisse für bestimmte Endgeräte einrichten wollen, wenn also das Handy sich mit meinem NAS verbindet, soll es das ganze nicht gefährden können. Geht das überhaupt?

Über eine kurze Aussage, ob Ihr das für grundsätzlich (vielleicht ja sogar einfach) machbar haltet, würde ich mich sehr freuen.

Martin
 
wenn du OFFLINE betreiben willst, dann dürfen deine Endgeräte keinen Zugriff auf Internet haben, also kein Gateway in den Netzwerkeinstellungen haben.

Wenn dein Rasp kein Internet Zugriff hat, aber deine Endgeräte schon, dann hast du dein Problem, wenn diese mit Malware infiziert sind und Zugriff auf deine Freigabe auf dem Rasp haben...
 
Kann ich denn nicht einfach die Rechte für Endgeräte so beschneiden, dass es zwar irgendeinen der Ordner lesen darf, aber sonst absolut gar nichts? Mit dem Handy würde ich zB nur Musik hören wollen oder mal Urlaubsfotos zeigen oder sowas. Schreibrechte oder so sind nicht erforderlich.
 
Prinzipiell machbar. Schau dir OpenMediaVault an, dazu gibt’s -zig Tutorials. Ist aber eigentlich Overkill für deinen Zweck, du möchtest ja eigentlich nur ein Datengrab mit LAN-Zugriff. Ein pi läßt sich mit wenigen Griffen zum Access-Point machen: https://www.elektronik-kompendium.de/sites/raspberry-pi/2002171.htm

Für Streaming insbesondere hochbitratigen Materials ist WLAN aber Murks. Ein Netzwerkkabel ist das Mittel der Wahl! Dein Fernseher hat auch eine Netzwerkbuchse, an die du ein Netzwerkkabel anschließen kannst. Er beherrscht außerdem DLNA. Dafür kannst du auf dem Raspi einfach einen Server einrichten: https://kofler.info/der-raspberry-pi-als-dlna-server/ DLNA-Clients für Notebook und Smartphone gibt es auch.

Wenn das ganze auf eine Film- und Serienbibliothek hinausläuft, schau dir lieber mal Kodi und Plex an. Die bieten mit ihrem Coverflow und anderen schicken Sachen vieles, was das Film- und Serienliebhaberherz begehrt. Photos und Musik sind mit ihnen selbstverständlich auch möglich.

@Hatsune_Miku Kommt auf die Bitrate des Materials an. 100 Mbit/s reicht für 99 % aller UHD-BD-Remuxe. Klick.
 
@DeusoftheWired
Meinte das eigentlich auch fürs draufschieben etc. Weil daten mit einer geschwindigkeit von ~12,5 Mbytes möchte ich heutzutage nicht mehr hin und her schieben.
Aber wenn der TE komplett neukauft würde ich persönlich nicht mehr in alten kram investieren wenn es schon was besseres gibt. Anders würde es aussehen wenn schon alles vorhanden wäre, dann würde man das nehmen was man schon hat
 
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@Hatsune_Miku: Klar, aber den 3B+ habe ich nunmal bereits. Ausserdem kommt es mir nicht auf die Übertragungsrate an, das Anspruchsvollste wird mal ein Urlaubsvideo von der Kamera in HD sein.
@DeusoftheWired: Danke für die Hinweise. Da ich erst damit anfange, ist vieles was Du schreibst für mich noch unverständlich. Deswegen wollte ich auch erst einmal wissen, ob ich mich überhaupt daranwagen will.
Nochmal zur Sicherheit: Der Raspi reicht, einen Router oder andere NetzwerkHW brauche ich nicht, richtig. Und der Fernseher kann das, auch wenn er nicht mit dem Internet verbunden ist?
(Bislang mache ich das ganze mit Turnschuhnetzwerk...)
Das mit dem LAN statt WLAN werde ich überlegen, dann packe ich das halt nah zum Fernseher...
 
Ich bin durch das „Meine Hardware ist: “ vom OP davon ausgegangen, daß das eben der Bestand ist und nicht noch gekauft werden soll. Wenn das nicht so ist, dann kann man natürlich auch gleich den Pi 4 kaufen, da hast du recht.

mschrak schrieb:
Nochmal zur Sicherheit: Der Raspi reicht, einen Router oder andere NetzwerkHW brauche ich nicht, richtig. Und der Fernseher kann das, auch wenn er nicht mit dem Internet verbunden ist?
(Bislang mache ich das ganze mit Turnschuhnetzwerk...)
Das mit dem LAN statt WLAN werde ich überlegen, dann packe ich das halt nah zum Fernseher...

Wenn du es nur mit WLAN machen möchtest, brauchst du keine weitere Hardware. Für Netzwerkkabel brauchst du einen 5- oder 8-Port-Switch – die gibt’s günstig für weniger als 20 Euro. 5-Port, 8-Port.

Dem Fernseher sagst du die SSID und Passwort deines Pi-WLANs oder läßt ihn nach verfügbaren WLANs suchen. Dann baut er zu ihm eine Verbindung auf.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das kannst du durchaus mit einem 3er PI machen, aber performant ist was anderes. Netzwerk geht auch über USB.
Per normalen LAN bekommst du maximal 15 - 18MB/sek durch, per WLAN wird es dann nochmal eher die Hälfte.
Und WLAN würde ich grundsätzlich nicht als Insellösung ansehen.
 
noch ein kleiner tipp für die usb festplatte!

du brauchst eine eigene stromversorgung für die HD, eine 2,5'' HD nur mit USB funktioniert nicht immer

ist bei meinem pi 3b+ der fall :)
 
Also erstmal die Eckdaten:
  • der RPI 3B+ hat USB2.0 ,ergo ist da schonmal limitiert was da über die Datenleitung an externe HDDs flutschen kann
  • der RPI 3B+ ( und auch alle VOR diesem ) teilen sich zudem die USB Ressourcen mit dem Ethernet Adapter ( dieser ist zwar mit 1 Gbit Verbunden, schafft aber so kaum mehr als 200 Mbit, wenn da USB Transfer auf ne Externe Platte zukommt, bricht das schonmal auf 25 Mbit ein ) als auch dem Onboard SD Karten Leser!

Aus den Gründen ist der RPI für ein "normales NAS" schonmal unpraktisch. In deinem Usecase könnte es allerdings funktionieren.

Zu der WLAN Frage:
- der RPI unterstützt HOST Mode -> du könntest damit also einen WLAN AP bauen via hostapd ... der RPI wird dann sozusagend zum WLAN AP, die Geräte die sich damit via Wifi verbinden haben dann aber keine Verbindung zum Netz, was im Falle von Laptops und TVs nicht tragisch ist, aber bei den meisten Geräten mit Simkarten eventuell dazu führen kann das sie das WLAN Netz schlichtweg nicht nutzen!

Solange der RPI nicht aus dem Lokalem Netzwerk rausgeleitet wird, würde ich ihn jedoch an nem Regulärem Router betreiben ohne Portfreigaben ... zugreifen kann man dann eh nur aus dem internen Netz ... davon ab ist nicht der RPI das Schwächste Glied der Sicherheitskette, sondern die Clients die Daten auf ihn drauf legen...
 
Wenn du die HW ja eh schon hast, wäre mein Vorschlag: probier es einfach mal aus. Ein paar Gedanken dazu:

Ein Raspi3B+ ist für alles was IO angeht suboptimal. Egal, ob du den nur ins WLAN hängst, oder mit LAN anbindest, wenn die Platte per USB dran hängt, und die Daten vorher durch den einen oder anderen Flaschenhals müssen: Schnell ist anders. Ob das immer noch schnell genug ist für deine Zwecke musst du halt mal ausprobieren. Wenn eh schon alles da ist, ist das vergleichsweise wenig Aufwand.

Sicherheit: Der Raspi hat indirekt immer Kontakt zur Außenwelt, schließlich willst du ja auch Daten ablegen. Dem Raspi selbst die Internetzugriffsmöglichkeit zu nehmen, indem man kein Gateway setzt sollte gehen?, ist aber nur bedingt anzuraten, denn updaten sollte man die Software aus diversen Gründen ab und an (dann jedesmal die Einstellungen zu andern ist aber natürlich möglich). Die größte Gefahr (behaupte ich mal einfach so) dürfte irgendwelche Ransomware sein, die deine Daten verschlüsselt. Dafür sollte es möglich sein, mehrere Nutzeraccounts bei OMV zu hinterlegen, wovon nur einer schreibenden Zugriff auf die Daten hat, dessen Passwort abgefragt wird, wenn man Daten ablegen möchte. Wenn man auf die Freigabe nur lesenden Zugriff hat, sollte das also weitestgehend sicher sein.

Die anderen Fragen scheinen ja schon geklärt :)
 
Ja, so ist es,

herzlichen Dank an alle für die guten Hinweise. Ich werde das dann mal ausprobieren. Ich war da noch zurückhaltend, weil ich chronisch Zeitmangel habe und erst wissen wollte, ob das Projekt überhaupt funktionieren kann, bevor ich mich in Tutorials und Nebenkriegsschauplätzen verliere.
 
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