Netzteil mit HF Abschirmung?

Wiegel

Ensign
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Moinsen, mal wieder eine etwas speziellere Frage von meiner Seite. Ich suche für einen Kunden ein Netzteil, welches neben einer speicherkompensierender Drossel auch eine HF-Abschirmung besitzt.

zu der speicherkompensierenden Drossel:

Wenn ich das richtig verstanden habe, wird eine Passive PFC verlangt

und beim Passiven PFC wird diese Korrektur durch eine in den Eingangskreis geschaltete Drossel erreicht (speichert Energie aus dem Netz zwiscehn und schwächt so die Stromimpulse des Gerätes ab). <- handelt es sich hier um diese speicherkompensierende Drossel?


HF steht für Hochfrequenz - ab einer Frequenz von ca. 100kHz -
(im elektrischen Feld)

Soweit so gut zu dem der Frequenz, die abgeschirmt werden soll, nur Netzteile, die dies in ihren Spezifikationen stehen haben, hab ich noch nicht gefunden.

Netzteil soll übrigens 300 W haben, ATX Formfaktor scheint egal zu sein, ebenso die Geräuschkulisse.

Danke im voraus.
 

Morgoth

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Zitat von Wiegel:
zu der speicherkompensierenden Drossel:

Wenn ich das richtig verstanden habe, wird eine Passive PFC verlangt

und beim Passiven PFC wird diese Korrektur durch eine in den Eingangskreis geschaltete Drossel erreicht (speichert Energie aus dem Netz zwiscehn und schwächt so die Stromimpulse des Gerätes ab). <- handelt es sich hier um diese speicherkompensierende Drossel?

Eine passive PFC wird durch einen Kondensator realisiert, parallel zum Netzteil geschaltet.
Eine "speicherkompensierende Drossel" (was für eine bescheuerte Bezeichnung) liegt in Reihe hinter dem Gleichrichter und soll die Spannung glätten. Wäre schlimm wenn das Netzteil so etwas nicht hätte.


HF steht für Hochfrequenz - ab einer Frequenz von ca. 100kHz -
(im elektrischen Feld)

Soweit so gut zu dem der Frequenz, die abgeschirmt werden soll, nur Netzteile, die dies in ihren Spezifikationen stehen haben, hab ich noch nicht gefunden.

Ein Computernetzteil ist als Schaltnetzteil ausgeführt, deswegen erzeugt es intern eine HF-Spannung, die kann natürlich als EM-Welle abgestrahlt werden und auf die Netzleitung oder ins innere Gleichstromnetz einkoppeln.
Ersteres wird zuverlässig durch die Metallummantelung des Netzteils vernichtet, denn dabei handelt es sich um einen faradayschen Käfig, der auch noch geerdet ist.
Bleibt noch die Einkopplung auf die Netzleitung oder ins innere, beides wird einmal durch die PFC (der Kondensator schließt HF-Spannung kurz) bzw. die "speicherkompensierende Drossel" verhindert.

Um sicherzugehen würde ich mich mal bei Herstellern von Industriecomputern umsehen. Außerdem gibt es in Deutschland gewisse Vorschriften, Netzteile die diese nicht erfüllen bekommen keine Betriebserlaubnis.

Gruß
Morgoth
 

Wiegel

Ensign
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Alles klar, danke erstmal, ich stehe bzgl. der Kundenwünsche auch schon in Kontakt zu Fortron (die Gute hat sich bei dem Begriff "speicherkompensierende Drossel" übrigens auch köstlich amüsiert :D ) und be quiet.

Danke schonmal für Deine Hilfe.
 

kisser

Admiral
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Zitat von Morgoth:
Eine passive PFC wird durch einen Kondensator realisiert, parallel zum Netzteil geschaltet.
Eine "speicherkompensierende Drossel" (was für eine bescheuerte Bezeichnung) liegt in Reihe hinter dem Gleichrichter und soll die Spannung glätten. Wäre schlimm wenn das Netzteil so etwas nicht hätte.

Das ist leider falsch.
Passive PFC = Speicherdrossel, das hat der Threadstarter schon richtig erkannt.
In Reihe hinter dem Gleichrichter liegt gar nichts (ausser dem Schalttransitor natuerlich), parallel dazu liegt ein Kondensator.


Zitat von Morgoth:
Ein Computernetzteil ist als Schaltnetzteil ausgeführt, deswegen erzeugt es intern eine HF-Spannung, die kann natürlich als EM-Welle abgestrahlt werden und auf die Netzleitung oder ins innere Gleichstromnetz einkoppeln.
Ersteres wird zuverlässig durch die Metallummantelung des Netzteils vernichtet, denn dabei handelt es sich um einen faradayschen Käfig, der auch noch geerdet ist.
Bleibt noch die Einkopplung auf die Netzleitung oder ins innere, beides wird einmal durch die PFC (der Kondensator schließt HF-Spannung kurz) bzw. die "speicherkompensierende Drossel" verhindert.


Gruß
Morgoth


Und nochmals teilweise falsch.
Ein Faraday-Kaefig wirkt nur gegen elektrische Felder aber nicht gegen magnetische Felder.
Abschirmung magnetischer Felder ist fast unmoeglich und nur mit speziellen Werkstoffen zu erreichen (sog. Mu-Metalle).
Als Folge dessen kann man festhalten, dass alle Netzteile EM-Wellen ausstrahlen. Die c't misst das auch in ihren Netzteil Tests immer nach.
 

Morgoth

Captain
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Zitat von kisser:

Man sehe und staune: http://www.ibiblio.org/obp/electricCircuits/AC/AC_11.html

Ist natürlich auch abhängig, was für eine Last zu erwarten ist.

Und wenn schon: Spule in Reihe oder Kondensator parallel sind zueinander dual, also gegenseitig ersetzbar.

Passive PFC = Speicherdrossel, das hat der Threadstarter schon richtig erkannt.
In Reihe hinter dem Gleichrichter liegt gar nichts (ausser dem Schalttransitor natuerlich), parallel dazu liegt ein Kondensator.

Bist Du Dir sicher, dass die nicht noch ne Spule da eingebaut haben? Bei Schaltnetzteilen bin ich mir nicht 100% sicher, aber ne Spule in Reihe hinter nem Gleichrichter hat den gleichen Effekt wie ein Kondensator parallel: er speichert Energie und gibt die ab, glättet also die noch wellige Spannung. Deswegen auch Speicherdrossel.

Ein Faraday-Kaefig wirkt nur gegen elektrische Felder aber nicht gegen magnetische Felder.
Abschirmung magnetischer Felder ist fast unmoeglich und nur mit speziellen Werkstoffen zu erreichen (sog. Mu-Metalle).
Als Folge dessen kann man festhalten, dass alle Netzteile EM-Wellen ausstrahlen. Die c't misst das auch in ihren Netzteil Tests immer nach.

Trifft eine EM-Welle auf einen idealen Leiter, wird sie vollständig reflektiert. Man kann hier zwar nicht von einem idealen Leiter ausgehen, aber er leitet genügend um einen großen Teil der Energie zu reflektieren. Folglich schirmt das Netzteilgehäuse die Wellen ab. Wie stark es das tut, hängt natürlich vom eingesetzten Material ab.

Gruß
Morgoth
 

break-fa$t

Lieutenant
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Die Netzteile von BeQuiet besitzen extrem gute EMV-Eigenschaften, da solltest du also auf jeden Fall gut bedient werden.
Aber Netzteile mit passivem PFC sind mittlerweile nur noch sehr schwer zu bekommen, ein Aktiv-PFC sollte sowieso besser geeignet sein.
Falls mit der "Speicherkompensierende Drossel" eine sog. Stützzeit, also die Überbrückung eines "Blackouts", eines kurzen Aussetzers, erreicht werden soll, so eigenen sich hier wohl am besten BeQuiet-Netzteile, die meist eine Stützzeit von über 35ms erreichen, weniger zu empfehlen wären Enermax (~20ms) und die ichbinleise-Editionen von MR Computertechnik (~22ms).

Die Werte sind aus einem Silent-Netzteil-Test mit 350W/380W-Einheiten in der c´t 15/2004.
 

powerhawk

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Ich weiß nicht, wofür dein Kunde das braucht. Prinzipiell ist es aber so, daß du Netzteile mit diesen Anforderungen problemlos bekommst - allerdings im 19"-Einschub Format. Dort hast du auch Netzteil mit passiver Kühlung und vollständiger µ-Metall Schirmung (gängig im Bereich der mobilen Sendestationen).

Für Blackouts würd ich dir auf jeden Fall ein UPS enpfehlen. Selbst bei Leistungen von 100-150 Watt sind Blackouts größer 50ms durch ein einfaches NT kaum zu schaffen (auch wenn die Herstellerangaben teils abenteuerliche Werte vorgeben).
 

Wiegel

Ensign
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Tja Kunde ist halt König ;)

aber inzwischen hat sich die Frage sowiso erledigt, danke für Eure Antworten, die hab ich mit einfließen lassen.
 
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