Netzwerk, Patchfeld, wofür braucht man sowas?

Was man so liest, von profis mit Flachkabel an die Wand tapen und hinter der Heizung klemmen. Warscheinlich kennen die Leute es nicht anders :-(

- Ein Patchfeld hat in einem Unternehmen mehrere Vorteile, schneller Austausch von Defekten Kabel nach dem Übergabepunkt. Den im Gebäuden wird sehr oft hin und her umgezogen.
- Erweiterungen im Gebäude, da wird einfach das nächste Panel in den Rack gestellt und weitergehts.
- Ein Sauberer übergabepunkt, den im Gebäube laufen hunderte Telefon und Lan Kabel zusammen.

Genauso sollte man es im kleinen Haus auch machen. Zu einem will ich bestimmt nicht das 20 Kabel in einem Raum schlapp an dem Switch hängen. Zum anderen sind diese Kabel star und schwer, man kann es nicht so hinbiegen wie es einem passt und vor allem will man das einer Wand zusammenfassen müßte man den Switch quasi zur Wand drehen oder man macht einen Bogen über den Switch.
Der andere Punkt ist das man durch das Verwenden von Managed Switches sehr gut VLANs einrichten kann. Man kann quasi Telefon und Netzwerk zusammen in einem Panel auflegen und beliege Netze zusammenfassen bzw. trennen. Genauso führt man das Internet in die nähe vom Patchfeld. Somit spart man sich Strom durch die Verwendung von nur einem großem Switch statt 3-4 und man sieht sofort ob Defekte Hardware die Schuld an einem Ausfall ist.

Jemand der 3 LAN Kabel im Haus hat, wird das einfach nicht verstehen.

P.S. ein Patchfeld mit 24 Ports kostet um die 60-70 Euro, will man hochwerte Verarbeitung haben. Das ist es auf jeden Fall Wert!
 
Es gibt durchaus spezielle Stecker für Verlegekabel. Dennoch rate ich davon ab, sowas einzusetzen. Stecker implizieren eine gewisse lokale Beweglichkeit und damit einhergehende mechanische Belastung. Kabel rein, raus, Gerät nach links/rechts verschieben, ziehen, zupfen, stolpern.. Verlegekabel ist unflexibel und solche Aktionen werden gern mit Knicken oder gar Brüchen bestraft. Denkbar schlechte Voraussetzungen für Stecker... Verlegekabel verlegt man daher nur zwischen zwei Dosen oder aber zwischen Dose und Patchfeld, das ja gewissermaßen eine große Dose mit vielen Ports ist und nicht an der Wand, sondern im Serverschrank. An die Ports der Dose bzw. dem Patchfeld werden - der Name verrät es schon - Patchkabel angeschlossen und mit dem Endgerät verbunden.
 
Und dann?

Dann hätte man Patchkabel verlegen müssen, ist aber nicht praktisch, bleibt beim verlegen der Stecker irgendwo hängen und man reißt zu doll an dem Kabel kann man damit schon Probleme bekommen. Oder aber man bekommt es durch Bohrungen oder Leerrohre nicht durch.

Man könnte natürlich auch Verlegekabel verlegen um am Ende jeweils eine Dose anschließen oder an einem Ende eine Dose und am anderen einen entsprechenden Stecker für Verlegekabel.

Würde dann so aussehen wie in Anhang 1



Am saubersten ist es jedoch sich einen Punkt aus zu suchen an dem man alle Kabel gebündelt ankommen lässt und schließt diese an einem Patchfeld an. Die anderen Enden gehen dann in den jeweiligen Raum in dem man einen Netzwerkanschluss benötigt und schließt hier einen Dose an.

Damit habe ich dann alle Ordentlich und nicht hunderte von Patchkabeln irgendwo in einem Schrank hängen.

Sieht dann so aus wie in Anhang 2


Patchfelder kosten heute nicht mehr die Welt zwischen 40-80€ (natürlich kann man hier auch über 100€ dafür ausgeben) und Anlegewerkzeuge bekommt man auch schon für 3-4€.
 

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Sir.Auron schrieb:
Meintest du damit mich? Fühle mich gerade irgendwie angesprochen obwohl ich grundsätzlich genau dasselbe meinte wie du ;-)

Anhang 2 sieht gut aus, so sollte man es in aller Regel machen.
 
und wozu 4 Kabel vom Switch zum Patchfeld legen? Weil der Switch, wenn er es unterstüzt dann 4fache Geschwindigkeit bietet? Und dann werden 4 Kabel an das Patchfeld mit Auflegewerkzeug gehangen? Geben dann die Ports 1-4 des Switches auch die Ports 1-4 des Patchfeldes wieder?

Eine Dose mit 2 Ports braucht ja 2 Kabeleingänge. Ein Patchfeld mit 2 Ports braucht nur einen Kabeleingang und spaltet die Geschwindigkeit auf?
 
Ein Patchfeld splittet nichts auf und verbindet auch nichts. Raijin hat weiter oben schon ganz richtig beschrieben, dass ein Pachtfeld im Grunde nur eine Dose mit üblicherweise 24 Anschlüssen ist.
 
Raijin schrieb:
Meintest du damit mich?

Nein du warst nicht gemeint :) Habe mich damit auf den letzten Beitrag von o0Julia0o auf Seite 1 bezogen.


@ o0Julia0o

Es wird jeweils 1 Kabel von Switch zum Patchpanel benötigt weil es eine 1:1 Verbindung ist. Port 1 vom Switch geht z.b. auf Port 1 vom Patchfeld der wiederrum z.b. an der Dose im Wohnzimmer ankommt. Und so geht es dann weiter.

Da zwischen dem Patchfeld und der Dose auch eine 1:1 Verbindung besteht, benötigt man bei einer Dose mit nur einem Port auch nur ein Kabel von Patchfeld zur Dose. Hat man hingegen eine Dose mit zwei Ports so benötigt man hier auch zwei Kabel vom Patchfeld zur entsprechenden Dose.

Im Anhang mal eine Zeichnung



Es wäre aber auch möglich das Kabel an der Dose zu splitten. Das Kabel hat insgesamt 8 Adern, nun werden die ersten 4 Adern an Port 1 der Dose angeschlossen und die anderen 4 Adern an Port 2 der Dose.

Somit werden die beiden Port nun über ein Kabel versorgt, der große Nachteil hier das so erstmal kein Gigabit LAN mehr an der Dose möglich ist, dafür müsste man dann wieder alle 8 Adern an einem Port anschließen.

Für Notfälle wenn es garnicht anders geht kann man das machen, in der Regulären Praxis sollte man dies aber nicht machen.
 

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@Sir.Auron: Dann bin ich ja beruhigt ;)



Zum Thema: Man kann auch Duplex-Kabel für Doppeldosen verwenden. Das sind quasi zwei Kabel in einem, aneinandergeklebt - wie bei der Lakritzschnecke :D
Lässt sich im Allgemeinen etwas einfacher verlegen, weil sich die Kabel nicht so sehr verheddern können.
 
Ich muss ja zugeben, dass ich am Anfang, als ich mich das erste mal ernsthaft mit Netzwerken beschäftigt habe, auch erstmal verwirrt war :D

Was ich aber immer noch nicht ganz verstehe, sind diese Keystone-Module, die immer empfohlen werden (wie funktionieren die überhaupt?). Habe bisher immer alles mit LSA-Werkzeug und normalen Buchsen und Kabeln gemacht, was ist daran falsch? :freak:
 
Keystonemodule sehen für mich so aus, als wenn es weibliche RJ-45-Stecker sind. Die kann man dann in andere Boxen, wie Patchfelder oder Switche montieren, wenn die ein Keystone-Slot haben. Dann wäre das so:
Keystonemodul = Minidose

st0rax schrieb:
Kasten mit vielen ports, triffts besser find ich :D
ja gut, von der Funktionalität her meinte ich.
 
@o0Julia0o

Hier siehst du wie ein Patchfeld mal von innen aussieht und aufgebaut ist.
20130309_090005.jpg


Und hier mal die Front
sol_07305_1.jpg



Und ja im Endeffekt ist es einen große Dose :)


Und hier wie eine Doppel-Dose von innen.

200-xl.jpg



Und von außen.

Netzwerkdose_CAT6.jpg



Beides gibt es natürlich verschiedenen Varianten.





@silentdragon95

Mit den Keystone Modulen ist das eigentlich ganz einfach, auch wenn es hier mittlerweile eine vielzahl von Varianten gibt.

Hier eine
1392203474.jpg


Zuerst isoliert man das CAT-Verlegekabel ganz normal ab, als wenn man es an einem Patchfeld anschließen würde.

Dann führst du den abisolierten Teil des Kabels durch das Plastikteil was du links im Bild siehst und ordnest hier nun die Adern entsprechend der Belegungsart zu.

Nun drückt man das ganze auf die LSA-Leisten des eigentlichen Moduls, knippst die Adern die überstehen ab und klappt das Gehäuse des Moduls zu, schon ist das Modul angeschlossen.

Um zusätzlich noch zu verhindern das sich das Gehäuse wieder öffnet kommt am Ende um das Kabel und des Modul noch ein Kabelbinder.


Jetzt kann man das fertige Modul in einen Rahmen für ein Patchfeld oder eine Dose einsetzen.

Patchfeld:
200-xl.jpg


Dose:
200-xl.jpg



Hier nochmal ein paar andere Arten:

Cat5e-Keystone-Jack-Tooless-LKJ1005-.jpg


06.jpg



Hier sogar noch ein Video, wo auch wieder das Anlegewerkzeug zum Einsatz kommt, auch solche Module gibt es:
http://www.youtube.com/watch?v=iei7n1NAg5w
 
Zuletzt bearbeitet:
schön zu sehen, danke. Dann stimmen meine beiden Gleichungen ja:

Funktionsweise:
Patchfeld = Dose mit vielen Ports
Keystonemodul = Minidose

das äußere Geflecht wird an metallerne Halerungen zurückgeschlagen & das innere geht bis zum Kabelende fast? Und dann wird die metallerne Halterung am Potenialausgleich angeschlossen - am gelbgrünen Nulleiter?
 
Ja kann man so sagen :)


Genau das Metallgeflecht sollte man immer bis zur Zugentlastung (1) zurückziehen und am besten das Geflecht dann mit den Klammern fixieren.

Die Alufolie sollte man möglichst weit bis zu den LSA-Klemmen mitführen. (2)

Habe extra einmal die Dose genommen, da man es hier genauer sieht.


Bei Patchfeldern sollte man zum Schluß dann noch ein Erdungskabel für den Potenzialausgleich (gelbgrüner Schutzleiter) mit dem Verteilerschrank verbinden. Da man den Verteilerschrank eh an den Potenzialausgleich anschließt, reicht wenn man ein kurzes Kabel vom Patchfeld an den Metallrahmen des Schrankes befestigt.

Bei vielen patchfeldern liegt auch ein entsprechendes Kabel dafür dabei.


Soweit hast du das alles richtig verstanden ;)
 

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Danke Dir, Sir Auron. Und der Potentialausgleich findet dann über das zurückgeworfene Geflecht(1) statt. Das ist ja das einzige was Kontakt hat zur Dose(Patchfeld-Gehäuse)? Wenn ich einen Verteilerschrank anfasse, kann es sein, dass ich einen gewischt bekomme, wegen der Schutzleiteranklemmung? Vielleicht, wenn ein Blitz einschlägt? Also im Unterschied dazu, wenn der gelbgrüne Schutzleiter für den Poentialausgleich nicht angeschlossen wäre.
 
silentdragon95 schrieb:
Was ich aber immer noch nicht ganz verstehe, sind diese Keystone-Module, die immer empfohlen werden (wie funktionieren die überhaupt?).

Für Keystone Module braucht man kein Auflegewerkzeug, um da ein Kabel dran zu klemmen. Dafür sind sie halt etwas teurer.
 
Oh, oh ich habe wohl bei meiner Renovierung Mist gebaut, wenn ich die ganzen Kommentare korrekt deute.

Ich habe neben meiner Fritzbox ein LAN-Dose, an diese Dose will ich die Fritzbox anschließen, das Signal soll über EIN Verlegekabel in den Keller (quasi Zentralstelle) geschickt werden.
Aus dem Keller soll das Signal dann über EIN Verlegekabel neben mein TV an eine LAN-Dose und über EIN Doppel-Verlegekabel neben meinem Rechner an eine LAN-Doppeldose verteilt werden.
Die Verlegekabel an die Dosen zu klemmen hat geklappt.
Jetzt hab ich aber im Keller, wo alle Kabel zusammen kommen, die Endstücke der Verlegekabel hängen, da sind natürlich keine Stecker dran.
Ich hab mir auch Stecker besorgt, aber die bekomme ich niemals verbunden!!!😠
Daher die Frage, wie kann ich die Situation jetzt retten und die LAN-Dosen miteinander verbinden???
Ein Switch habe ich da, aber da passen leider nur Stecker rein, und wie gesagt, das wird niemals klappen, dafür sind die Adern zu dünn, meine Finger zu dick, meine Hände zu zittrig und meine Augen zu schlecht👎.
Ist ein Patchfeld die Lösung oder eventuell diese Keystonestecker?!? Ich bin am verzweifeln und erbitte dringend Hilfe!!!
 
Normalerweise sieht das so aus:

Dose (n) <--- Verlegekabel ---> Patchpanel

Ein Patchpanel ist quasi eine Dose mit zB 12 Ports, die auch mit 12 Kabeln versorgt werden. Will man nun eine Verbindung herstellen, nimmt man Patchkabel (die mit Stecker) und verbindet zb 2 Ports direkt, quasi ein Durchschleifen von Dose 1 über Patchpanel zu Dose 2, oder man stöpselt ein Patchkabel von einem Endgerät auf einen Port und hat dann an der Dose am anderen Ende die Verbindung zu dem Gerät.
Sind Dose bzw Patchfeld 1:1 voll verdrahtet, kann man zb auch ISDN auf das Patchfeld bzw die Dose patchen.
 
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