Onlinebanking: Finanzplaner - was hat die Bank davon, wenn ich das nutze?

Mr.joker

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Hallo,

ich hatte letztens mal wegen einer Frage mit meiner Bank telefoniert ... nachdem das eigentliche Thema geklärt war, meinte der Mitarbeiter so in der Art "ich habe gesehen, dass Sie ein interessantes Feature, unseren Finanzplaner, nicht nutzen, den könnte ich Ihnen gerade mal freischalten ..."
Er betonte dann noch mehrmals, dass das für mich kostenlos sei und bleibe und eine feine Sache sei, die ich mir beim nächsten Login dann mal anschauen könnte. Ein Vorteil sei, dass Kontenumsätze bis zu 4 Jahre gespeichert blieben, während beim "normalen" Onlinebanking immer nur die letzten 120 Tage einsehbar seien. Daneben kann man damit wohl diverse Statistiken abbilden, Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen, kategorisieren usw.
Das mit der 4-jährigen Speicherung hat mich dann schließlich auch überzeugt, ihn das freischalten zu lassen (wobei ich das hätte natürlich auch selbst im Onlinebanking machen können) und mir das mal anzuschauen, da ich genau so eine Funktion (meine Umsätze der letzten Jahre z.B. nach bestimmten Zahlungen zu durchsuchen) schon mehrmals vermisst habe.

Ich werde nur immer stutzig, wenn mir etwas so - wie soll ich mal sagen - "empfohlen" wird. So wie z.B. Payback an der Supermarkt-Kasse, was ja auch vordergründig kostenlos ist (und ja nur irgendwelche Sparvorteile für mich hat), aber dann zahlt man halt mit seinen Daten und erhält Werbung ...
Also denke ich mir, wird die Bank wahrscheinlich auch ihren Vorteil davon haben, wenn ich den Finanzplaner nutze, nur welchen?
Ich meine, meine Kontobewegungen sehen die doch so oder so, oder?
Und, auch wenn ich nur 120 Tage auf meine Umsätze zurückblicken kann, hindert das ja die Bank an sich nicht daran, im Hintergrund weiterführende Statistiken über mich abzubilden.
 
Vielleicht wollen sie so einen Lock-in-Effekt erzielen. Wenn du alles schön in deren Finanzplaner kategorisiet und visualisiert hast hindert dich das vielleicht die Bank zu wechseln weil es für dich umständlich ist dir deine "Reports" wieder bei der neuen Bank zu basteln. Zumal du dann ja auch deine 4 Jährige Historie dort hast.
Mir ist es z. B. auch etwas schwer gefallen mein Mi Band 2 gegen eine Uhr mit Wear OS zu tauschen, weil in der Mi Fit App die Fortschritte der letzten zwei Jahre abrufbar waren.
 
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In Zeiten der lustigen hin- und Herwechselei (nicht nur bei Banken), denke ich auch, dass das eine Bindung sein soll. Man führt seine Liste bei denen und gewöhnt sich dran. Kompatibel sind die mit anderen Banken natürlich nicht, weil jeder sein eigenes Süppchen kocht und schon akzeptiert man vielleicht das ein oder andere Manko.
 
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Naja, der Finanzplaner könnte Dir aufgrund der Daten ja auch Produkte der Bank andienen, die Dir dann helfen sollen Deine Finanzen zu optimieren. Du musst Dich dann halt nicht wundern, wenn Dir die Seite der Bank oder der Finanzplaner anfangen Hinweise auf tolle Festgeldkonditionen und Fonds zu präsentieren. Denn Banken haben ja immer auch ihre Gewinne im Auge und tun selten was, das ihnen nicht hilft Umsätze zu generieren.
 
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Es kommt hier ganz auf die Konditionen an. Steht dazu etwas spezielles in den AGBs? Wird der Planer in Kooperation mit einer anderen Firma angeboten?
Teilweise kann ein Unternehmen Daten aus rechtlichen Gründen nicht zusammenziehen, Du aber schon und dann können Sie dich entsprechen clustern und bewerben, je nach dem was für ein Verhalten du im Planer hattest, welche Szenarien Du gespielt hast etc.
 
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DaishoCB schrieb:
... Steht dazu etwas spezielles in den AGBs? Wird der Planer in Kooperation mit einer anderen Firma angeboten?
Teilweise kann ein Unternehmen Daten aus rechtlichen Gründen nicht zusammenziehen, Du aber schon und dann können Sie dich entsprechen clustern und bewerben, je nach dem was für ein Verhalten du im Planer hattest, welche Szenarien Du gespielt hast etc.
Ja, in den AGB findet sich tatsächlich ein Abschnitt "Bedingungen zur Nutzung des FinanzPlaners" dazu! Dort steht wiederum unter
5. Datenschutz
Die Bank verarbeitet und nutzt die Daten des Kunden im Rahmen der geltenden Datenschutzgesetze. Die innerhalb des FinanzPlaners erzeugten Daten sind nur für den angemeldeten
Kunden sichtbar. Andere Verfügungsberechtigte der Kontoverbindung haben keinen Zugriff
darauf, solange die Bank für das Teilen der Daten mit anderen Verfügungsberechtigten keine
gesonderte Funktion zur Verfügung stellt und der Kunde diese aktiviert. Die Bank speichert
die durch den FinanzPlaner erzeugten Daten für die Dauer der Nutzung des Service durch den
Kunden. Ein Zugriff auf die Kundendaten erfolgt nur zur Erstellung der in Ziffer 3 genannten
unverbindlichen Vorschläge und zur Erstellung individueller Angebote durch die Bank. Im Fall
einer Kündigung werden alle im FinanzPlaner gespeicherten Daten unverzüglich gelöscht.
Ah, jetzt ist die Sache klarer, wusste ich doch, dass diese Schlingels das nicht aus purer Nächstenliebe anbieten! ;)
 
Na wenn sie das von dir zitierte nicht dürften, dann könnten sie sowas gar nicht anbieten. Wenn du deine Daten dort einpflegen und verarbeiten willst, dann müssten die dort auch verarbeitet werden dürfen. Oder wie stellst du dir das vor? Die Verarbeiten deinen kompletten Zahlungsverkehr und von daher sollte man entweder etwas Vertrauen in seine Bank haben oder ganz schnell wechseln. Oder sein Geld unterm Kopfkissen sammeln.

Individuelle Angebote, oke, aber mit sowas ist bei einer Bank eigentlich zu rechnen und die machen sie dir unter Umständen sowieso, wenn das Konto entsprechend gefüllt ist.
 
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Ich nutze zum Kategorisieren Numbrs, funktioniert für mich völlig ausreichend.
 
@knoxxi habe mich jetzt mal bisschen über Numbrs informiert, da das Konzept eigentlich recht interessant ist. Allerdings findet man viel Kritik bezüglich Datenschutz, so können die wohl beispielsweise jede Transaktion aller deiner hinterlegten Konten auf ihren Servern speichern.
 
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@SSD Turbo was theoretisch jede Banking Software kann, unabhängig davon was sie schreiben. Ich hielt das Unternehmen trotzdem für ausreichend seriös um Ihnen meine Daten anzuvertrauen, da gab es ganz andere gestalten wo einem schon beim Lesen schlecht wurde.
Ich glaube das die meisten FinTec-Startups wissen, wie schnell sie in der Versenkung verschwunden sind, wenn etwas Ruchbar wird.
 
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