OdinHades schrieb:
Pressefreiheit ist eine tolle Sache, das weiß ich als Journalist ganz besonders gut. Das bedeutet aber nicht, dass man sie nach Lust und Laune missbrauchen dürfen soll.
Sobald du Grenzen ziehst hast du aber die Büchse der Pandora geöffnet.
Wenn du z.B. Verallgemeinerungen und Ressentiments, die gefördert werden, einschließen möchtestest ("ALLE ..."):
Venyo schrieb:
Wenn außerdem über Jahrzehnte Narrative wie "alle Geflüchteten sind kriminell", "ausländische Großfamilien sind kriminelle Clans", "alle Sozialempfänger sind faul", "Muslime sind Terroristen", "Klimaschutz ist voll doof", in Köpfen zementiert werden und durch Angst und Hass die Gesellschaft spalten, dann wären Maßnahmen, die das einschränken, meiner Meinung nach zu begrüßen
...dann könntest du z.B. auch direkt die TAZ auf die Abschussliste setzen und diverse weitere linke Medien.
So was wie: "
All cops are berufsunfähig" (
https://taz.de/Abschaffung-der-Polizei/!5689584/)
Und dann:
Wohin also mit den über 250.000 [Polizisten] (...)
Spontan fällt mir nur eine geeignete Option ein: die Mülldeponie.
...ist
nichts anderes als unreflektierte Hetze.
Dieser geschürte Hass entlädt sich ja auch regelmäßig von linker Seite auf Polizisten, deren Job ohnehin schon schwierig genug ist...auch ohne alle unreflektiert zu diskreditieren und sie auf der Mülldeponie sehen zu wollen.
Die Pressefreiheit
muss ein enorm hohes Gut sein und vorrangig behandelt werden. Sonst könnte man nach Gutdünken allem einen Riegel vorsperren, was nicht zur eigenen Ideologie passt.
Narrative werden ohnehin von jeder Zeitung gefördert. Siehe etwa Gender-Pay-Gap, die Sau treibt man auch seit Ewigkeiten durchs Dorf, ohne das man das wissenschaftlich belegen und auf das Geschlecht reduzieren kann.
Axxid schrieb:
Die Diskussionskultur liegt seit langem am Boden. Moralische Überlegenheit gegen den Rest der Welt (aka. “Nazis”). Die BILD verkauft sich aus ähnlichen Gründen aus denen die AfD gewählt wird. Aber auf die darf man ja auch nicht eingehen. Alles braune Faschisten und Nazis und wer so etwas wählt ist mindestens ein Sympathisant!
Ich würde es nicht so absolut formulieren. Wenn man in Absolutismen abdriftet, dass ist
insbesondere ein riesiges Problem am Linken und rechten Rand, dann verschlimmert man damit die Diskussionskultur.
Richtig ist aber auf jeden Fall, dass sich die Diskussionskultur verschlechtert hat. Die meisten verkehren hauptsächlich in ihrer eigenen Blase und alles außerhalb wird als schwarzvermummte Antifa-Schläger, linksgrünversiffte ..., rechtsradikale ... usw. usf. verschrien.
Das hilft bei Problemen in der Realität definitiv nicht.
Venyo schrieb:
Ich sehe es nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt, dass sich ein Medium offiziell zu einem Pressekodex bekennt und dann aber regelmäßig dagegen verstößt (teils ganz offensichtlich bewusst) und zwar um Größenordnungen öfter als jedes andere Mitglied des Presserates.
Dazu hätte ich ja gerne mal eine Statistik und eine Auswertung, die (a) eine repräsentative Zeitspanne und (b) die Anzahl und Qualität der Verstöße objektiv erfasst und das dann (c) über die Anzahl der Artikel und Häufigkeit von Publikationen normiert.
Das die Bild kein Qualitätsmedium ist, darüber ist sich wohl jeder einig aber ob die Bild z.B. relativ gemessen schlechter dasteht als andere Medien, das müsste man erstmal objektiv ermitteln.
Venyo schrieb:
Wenn man SZ oder ÖR als ähnlich tendenziös wie BILD einstuft oder meint, die Journalisten seien rot-grüne Aktivisten - sorry, das ist dann so weit weg von der Realität und auf dem Niveau "Lügenpresse!", sodass man auf der Basis keine vernünftige Diskussion mehr führen kann.
Das halte ich auch für Mumpitz. Auf der anderen Seite kann man aber definitiv den grundsätzlichen Bias nicht einfach ignorieren. Es ist ja durchaus so, dass Meinungsbilder und vor allem in Diskursen überproportional häufig SPD, Grüne, ... geladen werden.
Wenn man im ÖR z.B. so was...
Gibt es in Deutschland eine Gender-Polizei und wer darf über wen noch Witze machen? Maybrit Illner debattierte am Donnerstag (20. Juli) mit ihren Gästen über Cancel-Culture, diskriminierungsfreie Sprache und Witze sowie deutsche Streitkultur.
...hostet und am Tisch sitzt nicht nur keine Person, die eine konservative Meinung vertritt, sondern es wird überhaupt gar keine Meinung mal kritisch hinterfragt, dann ist das für ein bezahltes Medium, was Neutral sein sollte, schon grob fahrlässig.
Leonie Plaar, die "Queere Influencerin" hat ja mit solchen Plattitüden geglänzt wie:
Am Ende glaube ich lieber einer Lügnerin als einem Vergewaltiger
...und auch ansonsten munter von Privilegien gequatscht.
Mal ganz abgesehen davon, dass die
Mehrheit der Gesellschaft Gendern und auch ihre sonstige Privilegien-Ideologie und den ganzen Unsinn ablehnt (der ohnehin nur dazu gedacht ist, jeden in Kategorien zu unterteilen und vorzuschreiben, welche Gruppe nun wie stark Opfer und benachteiligt ist - Gruppenidentität par excellence), finde ich so was
viel kritischer als die Bild. Wer Stammtisch-Headliner will, der wird die auch an seinem Stammtisch finden...aber ein von allen bezahltes Medium, dass Milliarden bekommt und neutral Bericht zu erstatten...das ist imho ein ganz anderes Kaliber.
Loptr schrieb:
Ich finde es immer interessant, wenn einseitig Manipulation vorgeworfen wird, obwohl alle NGOs usw. im Prinzip manipulieren. Aus jedem Fakt kann man unendlich viele konträre Standpunkte ableiten.
Das sehe ich auch so.
barmbekersurfer schrieb:
So richtig und wichtig ich öffentlich-rechtlichen Rundfunk finde - solch eine unseriöse Berichterstattung habe ich der ARD bisher nicht zugetraut.
Wie waron das hier erwähnt, passiert das schon seit einiger Zeit öfter:
The_waron schrieb:
Leider hat das in den letzten Jahren zugenommen, natürlich hat der ÖRR nicht das tendenziöse Niveau einer BILD, TAZ oder COMPACT, das ist aber auch nicht der Standard, denn eigentlich ist wie du schon gesagt hast hier der Standard die Ausgewogenheit und Neutralität, dafür bekommt man immerhin das größte Budget der Welt für einen Rundfunk und ist unabhängig von Werbung und Quote.
...und die Nicht-Neutralität vom ÖRR sieht man schon alleine daran, wie unausgewogen das Verhältnis der präsentierten Meinungen und eingeladenen Gäste, gerade bei Politdiskussionen, ist.
Erkekjetter schrieb:
Und keines züchten alle Medien Unsicherheit. Das ist einfach Quatsch.
Dem würde ich auch definitiv zustimmen. Siehe weiter oben: ständig mit Absolutismen umherzuwerfen dient niemanden.
A415 schrieb:
Ich empfehle ja immer auch ausländische gut sortierte Presse zu lesen.
+1!
Incanus schrieb:
Natürlich kann eine Nennung von Fakten auch eine Manipulation sein, kommt halt auf das wie an.
+1!
Das sieht man sehr schön beispielsweise beim Gender-Pay-Gap. Schaut man in die Studien, kommen die ohne Zweifel zum Schluss das es einen bereinigten Unterschied z.B. in Deutschland von <3% gibt, der auf nicht bereinigbare Unterschiede (etwa Präferenzen) zurückzuführen ist, insofern existiert
kein Gender-Pay-Gap, da es nicht am Geschlecht liegt, sondern an anderen Faktoren. Durch das Dorf getrieben wird aber gerne die Sau "Frauen verdienen >30% weniger", weil man dort alle Frauen mit allen Männern im Durchschnitt vergleicht (also Teilzeit-Kassiererin mit Vollzeit-Ingenieur in einen Topf geworfen).
Das ist jetzt nur ein Beispiel, aus einer bestimmten Ecke, gibt davon selbstredend enorm viele und auch in so ziemlich jedem Lager.