Parteiische Boulevardmedien ohne journalistische Sorgfaltspflicht - insb. BILD - wo ist die Grenze?

Weil hier jetzt schon mehrmals der deutsche Presserat ins Spiel gebracht wurde:
Es wäre vielleicht besser, wenn der Presserat auch Internetforen wie diese rügen würde.
Aussagen wie diese gehen zum Beispiel gar nicht:

Venyo schrieb:
Wenn außerdem über Jahrzehnte Narrative wie "alle Geflüchteten sind kriminell", "ausländische Großfamilien sind kriminelle Clans", "alle Sozialempfänger sind faul", "Muslime sind Terroristen", "Klimaschutz ist voll doof", in Köpfen zementiert werden und durch Angst und Hass die Gesellschaft spalten, dann wären Maßnahmen, die das einschränken, meiner Meinung nach zu begrüßen (sofern sie verhältnismäßig sind und nicht dazu genutzt werden können, Meinungen zu verbieten.

Das sind Aussagen, die die Bild in dieser Form sicherlich nicht getätigt hat. Das was du hier betreibst, Venyo, ist eine Hetzkampagne!

Ich frage mich auch, warum die Moderation (die gerade die politischen Themen normalerweise sehr penibel moderieren) nicht längst eingegriffen hat.
 
1Justin schrieb:
Das sind Aussagen, die die Bild in dieser Form sicherlich nicht getätigt hat.
Hat er auch nicht behauptet.
 
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1Justin schrieb:
Das was du hier betreibst, Venyo, ist eine Hetzkampagne!
Er spricht davon, dass solche Narrative verbreitet werden und nicht, dass die BILD es so wortwörtlich geschrieben hat.

Hingegen mit deiner Anschuldigung einer Hetzkampagne solltest eher du vorsichtig sein.
 
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1Justin schrieb:
Das sind Aussagen, die die Bild in dieser Form sicherlich nicht getätigt hat.
Nicht direkt.

Aber wenn man denkt, dass all das Fettmarkierte in deinem Zitat der Wahrheit entspricht, dann kann man bei sehr vielen BILD-Schlagzeilen halt sehr gut denken "jawoll, endlich sagts mal einer". Die Tendenz wird bedient.
Genau wie die BILD vom Tag der Gelbrotgrünen Machtzergreifung an gegen die Grünen gewettert hat. Mittletrweile gibt es dazu einige Gründe, aber es fing direkt am Tag nach der Vereidigung der Regierung an .... man hat nichtmal die ersten Beschlüsse oder Verlautbarungen abgewartet, sondern gleich losgegiftet.

Ich verkaufe die BILD nun seit über 3,5 Jahren, habe die Schlagzeilen also jeden Tag vor Augen, und weil es die einzige Tageszeitung in Reichweite von der Kasse ist, blättere ich da auch mal durch ... dauert ja ohne Sportteil eigentlich auch nichtmal 2 Minuten. Ausserdem bin ich in Dokumentenanalyse geschult ... die BILD hat definitiv Einen starken Hang, auch fremdenfeindliche Ressentiments zu hofieren, nicht gegen Klimaschutz allgemein, aber gegen alles konkrete zu sein. Wenns gegen das Auto geht, hat BILD das sicher doppelseitig auf dem Titel.
Und vor allem ist wichtig "die wollen uns XY wegnehmen" ... meist stimmt das nicht im Ansatz (BILD lügt in Schlagzeilen gedruckt, relativiert im Artikel dann aber ad absurdum).
Aber die Schlagzeile wird eben so designt, dass man eigentlich garnicht mehr wissen will, und den Artikel dann eh nicht liest. Also bleibt der falsche Inhalt der Schlagzeile hängen aber BILD ist unangreifbar, weil sie es im Artikel geradegerückt haben, und ja nichts dafür können, wenn der Kunde den Artikel nicht liest.
Viele kaufen die BILD nichtmal, aber fast alle schauen mindestens einmal auf die Topmeldung des Tages, weil sie direkt an der Kasse ausliegt (ich glaube sogar, Springer fordert das so).
Und das bei BILD ... wo es mit der Wahrheit für eine fetzige Schlagzeile nicht so genau genommen wird.
Ich hatte vorgestern einen Kunden, der sagte, "einmal das Hetzblatt hier" ... und ne BILD nahm.
 
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Man kann von der Bild halten was man möchte. Sie ist aber einer der letzten großen Tageszeitungen, die Konsequent für die Wahrung der individuellen Freiheiten und der Eigentumsrechte der Bürger einsteht und diese Verteidigt. Gerade in einer politischen Landschaft, die immer stärker zu Etatismus in der Wirtschaft und weiteren staatlichen Eingriffen (Sprachtabus und Einschränkung der Meinungsfreiheit) neigt, ist die Bild vielleicht notwendiger als je zuvor.
 
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Ich empfehle selbst einen offenen Blick in die Bild. Ich habe diese auch als Boulevardpresse gemieden. Lese sie aber seit COVID regelmäßig. Erst gestern habe ich durch die Bild von dem Vorhaben, das Wort "Clankriminalität" aus dem Wortschatz zu entfernen, erfahren. In anderen Medien habe ich davon nichts mitbekommen.
 
Wir beziehen gerade kostenlos die örtliche Tageszeitung in Bremen, den WESER-KURIER.

Ich hatte das hier schon einmal erwähnt, weshalb man auch regelmäßig vor Ort zur BILD greift:

Die BILD kostet hier 1,20 €, während man für den WESER-KURIER satte 2,90 € hinlegen muss, da habe ich nicht schlecht gestaunt.

Klar, mit einem Abo kann man den Preis drücken, wie aber auch bei der BILD.

Beim ePaper sieht es so aus:
BILD + BILD am Sonntag: 19,99 €/Monat
WESER-KURIER: 35,90 €/Monat

Für das Online-Angebot:
BILDplus 7,99 €/Monat
WK+ 8,90 €/Monat

Hier geht der Preis klar, aber gerade bei BILDplus gibt es sehr günstige Angebote beispielsweise bekommt man dort die ersten 12 Monate für 1,99 €/Monat, bei. WK+ nur den ersten Monat gratis.

Klar, es ist jetzt nur ein lokales Beispiel, aber wenn durchaus bessere Alternativen einfach viel zu teurer sind, ist es auch ein logischer Grund, weshalb die Leute viel eher zur BILD greifen.

Und klar: Höhere Auflage, günstigere Preise etc. Es ist halt nur eine Feststellung.
 
Ja, über den Copypreis der BILD habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. BILD Hamburg kostet sogar nur 1,10 EUR, was für eine gedruckte Tageszeitung schon sehr günstig ist.

Manchmal lasse ich mich von dem Aufmacher auf der Titelseite verführen und greife dann doch mal zu. Wenn ich das mittlerweile sehr dünne Blättchen nach relativ kurzer Zeit durchgeblättert habe, muss ich immer wieder feststellen, das Meiste interessiert mich einfach nicht. Politik auf Seite 2 geht noch. Danach folgt nur bunter Quatsch und viel Sport, was ich nicht gelesen haben muss.

Die lokale Berichterstattung wird immer weiter ausgedünnt und soll zum nächsten Jahr auf zwei Seiten inklusive Sport begrenzt werden. Dann werde ich diese Zeitung noch weniger brauchen.
 
audiogenießer schrieb:
Sie ist aber einer der letzten großen Tageszeitungen, die Konsequent für die Wahrung der individuellen Freiheiten und der Eigentumsrechte der Bürger einsteht und diese Verteidigt.
Nichts davon stimmt. Sie steht einzig für Volksverdummung und Schlagzeile um jeden Preis.
 
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@Skaiy
Das ist hier mit unseren Lokalblättchen das gleiche. Wir haben davon gleich 2 (Neue Westfälische und Welstfalenblatt) ... beide nicht sonderlich besser als die BLÖD (halt sehr konservativ), aber mindestens doppelt so teuer.
Wenn ich einfach nur was bräuchte, was ich beim Kacken morgens mal gerade durchlesen kann, dann würde es eventuell auch die BLÖD werden ... NW und WB sind dazu einfach zu dick (vor allem die Lokalteile).
Ansonsten bin ich von dieser Journallie mehr als bedient, wenn ich 5 Stunden an der Kasse gestanden habe ... über was redet man mit dem Kassierer, wenn man gerade keine eigenen Probleme hat? ... genau ... über die BLÖD-Titelseite*.

Die Sonderstellung dieser billigst-Zeitung sollte weg ... nicht mehr an der Kasse, sondern zwischen den anderen Tageszeitungen im Regal ... bei uns ist die BLÖD obendrein noch das einzige Tagesblatt, für das man sich nicht bücken muss.
Dabei taugt die BLÖD nichtmal zum Fensterputzen (zu bunt ... das gibt schlieren).

* hätte ich das gewollt, wäre ich Frisör geworden.
 
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Manche Leute wollen sich halt auch gerne aufregen. Wer mit sich selbst unzufrieden und vom Leben gefrustet ist, dem kommen fette Schlagzeilen in großen Lettern mit brachialen Schlagwörtern ("Heizhammer" und Konsorten) sehr viel gelegener als nüchterne Analysen in einer seriösen Publikation.
 
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Skaiy schrieb:
Die BILD kostet hier 1,20 €, während man für den WESER-KURIER satte 2,90 € hinlegen muss, da habe ich nicht schlecht gestaunt.
Das ist generell ein Problem. Und es ist ein Problem welches nur noch groesser wird.

Journalismus kostet Geld. Das ist einfach so, und laesst sich nicht wegdiskutieren.

Journalismus ist den Menschen aber immer weniger Geld wert, weil es inzwischen einfach sehr sehr viele extrem einfach erreichbare kostenlose Alternativen gibt.
Wie eben zB solche Youtubekanaele, die hier ja schon Thema waren. Die kosten dem Konsumenten kein Geld und sind einfach zu erreichen. Natuerlich wird sich dann sowas reingezogen, weil oft halt auch das Geld fuer die erwaehnte Tageszeitung einfach nicht drin ist.

Gegen solche Angebote hat serioeser Journalismus keine Chance.
 
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Die sinkenden Auflagen sind das eine Problem. Die weggebrochenen Anzeigenmärkte das andere. Tageszeitungen haben in der Vor-Internet-Zeit sehr gut von Stellen-, Immobilien- und sonstigen Anzeigen gelebt. Samstagsausgaben waren dicke Wälzer und die Einnahmen sprudelten nur so.

Heutzutage sind Portale wie Stepstone und Immobilienscout das Maß aller Dinge und daran wird sich auch nichts mehr ändern.

Die gedruckte BILD ist nicht ganz so sehr davon betroffen. Ein großer Teil des Anzeigengeschäfts wird mit nationalen Kunden gemacht. So lange die Aldis, Lidls und Edekas fleißig ihre ganzen Seiten schalten, kommt zumindest aus dieser Richtung noch reichlich Geld in die Kasse. Die Frage ist halt nur, wie lange noch.
 
Um mit einer aktuellen Meldung zu kommen:
https://www.deutschlandfunk.de/rund...t-und-meinungsvielfalt-verpflichtend-100.html

"Dagegen entschied das Münchner Gericht unter Verweis auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, der Rundfunkbeitrag werde ausschließlich als Gegenleistung für die Möglichkeit des Rundfunkempfangs erhoben. Etwaige Einwände gegen die Qualität des Programmangebots stellten die Erhebung des Beitrags nicht in Frage. (Az.7 BV 22.2642)"
Bedeutet doch eigentlich das der ÖRR lügen/framen kann wie er will, solange er nicht offensichtlich/nachweislich gegen Gesetze verstößt.

Gerade wenn man sich das folgende anschaut möchte man doch das der ÖRR wieder journalistisch arbeitet:
Dabei handelt es sich um einen Beitrag vom Y-Kollektiv das nicht mehr nur zu Funk gehört sondern jetzt zur ARD.

Um nur mal 1 Beispiel für Lügen aus dem Beitrag zu nennen - die Verfasserin behauptet das Jasmin keine Crop-Tops und kurze Hosen mehr tragen würde. In einem Video von einer der interviewten Damen (
) sagt Jasmin das sie sehr wohl genau jenes auch immernoch trägt.
Natürlich verstehe ich jeden der sich jetzt denkt "Da hat die Reporterin halt mal einen Fehler gemacht" oder "Das kann man ja kaum als lügen bezeichnen". Ich selbst sehe dies auch eher als Bagatelle, ändert aber nichts an dem Fakt das hier offensichtlich und bewusst gelogen wird. Davon mal ab das dies nur eines von vielen Beispielen ist. Man sich aber damit schmückt zum ÖRR zu gehören und sich ja an journalistische Standards zu halten.

Sorry für meine wirren Gedankengänge.
 
DiamondDragon schrieb:
Bedeutet doch eigentlich das der ÖRR lügen/framen kann wie er will, solange er nicht offensichtlich/nachweislich gegen Gesetze verstößt.
Wie kommst du darauf? Nur weil es für die Erhebung der Beiträge nicht relevant ist, heißt das im Umkehrschluss nicht. dass der ÖR machen und tun kann was er will. Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun.
 
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Ich komme deshalb darauf weil es ja keine Möglichkeit gibt den ÖRR für ein solches Fehlverhalten zu bestrafen. Andere Medien könnte ich weniger konsumieren und damit das Geld entziehen. Aufgrund der Entscheidung des Gerichts habe ich diese Möglichkeit beim ÖRR aber nicht.
 
Du bist auch nicht für eine 'Bestrafung' zuständig. Dafür gibt es andere Instanzen und die haben nichts mit Deiner Zahlung des Rundfunkbeitrags zu tun.
 
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du glaubst also weil du dann kein Pro7 mehr guckst wird er bestraft? Der örr wird überwacht und kontrolliert. Nicht durch dich direkt und das ist gut so. Der Punkt ist, der ÖRR kann nicht tun und lassen was er will.
 
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Ist das nicht so? Ich dachte immer private Medien finanzieren sich aus Werbeeinnahmen. Wenn wenig bis keine Leute dich schauen kannst Du auch kaum Geld für Werbung verlangen. Ist es nicht genau deshalb so das so reißerische Nachrichten/Headlines genutzt werden? Mehr Clicks/Aufrufe führen zu mehr Werbeeinnahmen bzw. desto teurer kann man Werbeplätze verkaufen.

Natürlich wird der ÖRR kontrolliert und überwacht...aber von wem? Ehemalige Politiker oder sehr Politiknahe Personen. Aufsichtsgremien sind besetzt mit verwandten Personen etc. . Wird diese "Selbstbedienungsmentalität" nicht immernoch aufgearbeitet in einigen Sendeinrichtungen?

Der ÖRR sollte objektiv und neutral sein. Ist es aber in jüngster Zeit immer und immer weniger.
Ich zahle gerne meinen Rundfunkbeitrag für guten Journalismus, Dokus etc. aber diese werden immer weniger.
 
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