Dominion
Commodore
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dominion1 schrieb:(das ist übrigens zwingend so, guten Service gibt es NIE bei den günstigsten Händlern, das ist ein wirtschaftliches Grundprinzip)
tobe0402 schrieb:ist ein schon lange veraltetes Grundprinzip.
Tut mir Leid, da muss ich Dir grundlegend widersprechen. Wahrscheinlich hast Du mich aber nur falsch verstanden, daher werde ich mein Statement erläutern:
Um wirtschaftlich (dh gewinnbringend) arbeiten zu können, muss ein Händler zunächst eine repräsentative Statistik anfertigen, die die durchschnittlichen Kosten von Reklamationen der Kunden erfasst. Die Höhe dieser Kosten richtet sich selbstverständlich danach, wieviele Reklamationen (auch die Rückgabe zähle ich hier dazu) er zulässt bzw wieviele er durch "unlautere" Methoden (Stichwort: Kunden abwimmeln) vermeiden kann. ALLE dieser Kosten MÜSSEN zwangsweise auf den Kunden in Form des Verkaufspreises umgelegt werden. Jeder sollte verstehen, dass es bereits aus rein logischen Gründen UNMÖGLICH für einen Händler ist, diese Kosten selbst zu tragen. Ein Händler KANN keine Kosten selbst tragen. Diese müssen (wenn auch zeitlich verzögert) an die Kunden weitergereicht werden. Ein Händler, der nicht nach diesem Prinzip verfährt, ist von vorn herein zum Scheitern verurteilt.
Nun bleibt noch die Frage offen, weshalb sich der Händler nicht einfach vom Hersteller, der ja schließlich letztendlich für einen Defekt verantwortlich ist, sein Geld zurückholt. Dies kommt in der Praxis praktisch nicht vor, obgleich es möglich wäre. Aber weshalb? Die Antwort mag unbefriedigend sein, dennoch spiegelt sie die Realität wider: Weil wir leider nicht in einer perfekten (dh gerechten) Gesellschaft leben. Es gilt nach wie vor das Prinzip: der Stärkere gewinnt. Übersetzt heißt das: der Hersteller weigert sich schlichtweg, die Kosten zu übernehmen. Dem Händler bleibt somit nichts übrig als die Zivilklage. Diese ist für den Händler sehr teuer, denn Anwalts- und Gerichtskosten muss der Händler zunächst tragen. Zwar bekommt er im Falle des Obsiegens das Geld erstattet, doch vorerst ist es weg. Geld, das der Händler benötigt, um notwendige Investitionen zu tätigen. Hinzu kommt, dass einen Händler viele derartige Ansprüche zu gleicher Zeit treffen. Seine Auslagen wären im Falle einer Klage gegen jeden Hersteller, gegen den er einen Anspruch hat, viel zu hoch. Daher unterlässt er die Klage und gibt seinen Verlust vielmehr an seine Kunden weiter. Die Hersteller, die ihre eigenen Anwälte beschäftigen und somit durch Prozesse keine weiteren nennenswerten Unkosten haben, können sich auf ihrer Machtposition ausruhen.
Und somit schließt sich der Kreis.
MfG,
Dominion1.