Pflegereformvorschlag CDU: Heranziehung des Eigenheims

MGFirewater

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Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) arbeitet unter Hochdruck an einer großen Pflegereform. Da den Kassen bis 2030 ein Defizit von über 17 Milliarden Euro droht, stehen radikale Einschnitte und Maßnahmen im Raum:
  • Heranziehung des Eigenheims: Ein aktueller Vorstoß von Unions-Fraktionsvize Albert Stegemann (CDU) sorgt für enormen Wirbel. Er fordert, dass Pflegebedürftige im Ernstfall erst ihr privates Vermögen und auch das eigene Wohnhaus für die Pflegekosten einsetzen müssen, bevor die Allgemeinheit einspringt („kein Erbenschutzprogramm auf Kosten der Allgemeinheit“).
Hat der Partei-Ausschuss die Idee mal zu Ende gedacht?

Ich weiß nicht genau, ob meine Protest-Mail hier Bestand haben wird, oder im Aquarium landet.
Aber ich wollte euch das mal zur Anregung mitgeben. Damit die Wähler vielleicht weiter denken als die Politiker. Denn einerseits ist sowas schnell gesagt, aber man muss sich auch mal in die Betroffenen hineinversetzten und da hat das Bundesverfassungsgericht klar definiert, das solche Ideen nicht umgesetzt werden dürfen.

Vorschlag zur Pflegereform:
Verfassungswidrigen wirtschaftlichen Druck auf Pflegebedürftige ausüben? Sind das die christlichen Werte, für die die Union steht?!

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Christlich Demokratische Union stellen Sie das christliche Menschenbild und den Schutz der Familie in den Mittelpunkt Ihrer Politik. Die aktuellen Vorschläge aus Ihrer Partei, das mühsam erarbeitete Eigenheim von Kleinrentnern für Pflegekosten heranzuziehen, widersprechen diesen Grundwerten fundamental. Sie erzeugen einen unchristlichen, existenziellen Druck auf ältere Menschen.

Ich wende mich heute an Sie, um auf dieses massive Problem der aktuellen Pflege-Debatte aufmerksam zu machen. Die Pläne, das selbstgenutzte Eigenheim im Pflegefall zur Kasse zu bitten, treffen genau die Falschen: Menschen mit kleinen Renten oder Witwenrenten.

Ein konkretes Beispiel: Eine ältere Bürgerin hat ihr Leben lang hart gearbeitet, lebt heute von einer kleinen Rente und besitzt ein bescheidenes Eigenheim. Dieses Haus ist kein Luxusgut, sondern das versprochene Fundament für die nächste Generation (Kinder oder Enkelkinder). Wenn nun durch einen plötzlichen Schicksalsschlag, wie einen Schlaganfall, eine Heimunterbringung nötig wird, droht der Verlust dieses Lebenswerks.

Es darf nicht sein, dass Familien, die über Generationen hinweg füreinander vorsorgen wollen, durch staatliche Vorgaben bestraft werden. Wenn das Eigenheim für die Pflege geopfert werden muss, entziehen Sie der Jugend die Startchancen und zerstören den familiären Zusammenhalt.

Darüber hinaus warnt das Bundesverfassungsgericht in seinem wegweisenden Urteil von 2020 zum selbstbestimmten Sterben (2 BvR 2347/15) ausdrücklich vor sozialem und wirtschaftlichem Druck auf alte und kranke Menschen. Wenn ältere Menschen aus Existenzangst und aus Liebe zu ihren Enkeln das Gefühl bekommen, ihr Leben beenden zu müssen, um ihr mühsam aufgebautes Erbe zu schützen, ist eine rote Linie überschritten. Eine solche Reform würde genau den verfassungswidrigen Druck erzeugen, den die Richter verhindern wollten.

Ich fordere die CDU auf, sich klar gegen den Zugriff auf das selbstgenutzte Wohneigentum bei der Pflegereform auszusprechen und zu ihren christlichen Grundwerten zu stehen. Der Schutz der Familie und der privaten Altersvorsorge muss Vorrang vor Haushaltskürzungen haben.

Ich erwarte hierzu eine klare Stellungnahme Ihrer Partei.
 
Ok, und wo bleibt der christliche Wertgedanke innerhalb der Familie, dass man sich wie früher um seine Angehörigen kümmert und die Pflege nicht auf die Gesellschaft abwälzt und an deren christliche Werte appeliert?
 
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Was erwartest du von der Regierung? Mittelstand belasten und Reiche entlasten. Es wird gemacht, was versprochen wurde.
 
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Stovi schrieb:
Ok, und wo bleibt der christliche Wertgedanke innerhalb der Familie, dass man sich wie früher um seine Angehörigen kümmert und die Pflege nicht auf die Gesellschaft abwälzt und an deren christliche Werte appeliert?
Hast Du schon mal jemanden gepflegt?
Bei hochintensiver Pflege hälst Du das gar nicht aus alleine und Beruf nebenbei geht da auch nur mit ganz großer Belastung des Pflegenden.

Daß man dann das Haus, wofür der Pflegebedürftige meist 50 Jahre lang gearbeitet und sein ganzes Geld reingesteckt hat als Belohnung an den Staat wegnimmt, ist schon eine bodenlose Frechheit.
 
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Zwei Fliegen mit einem Schlag.......
wenn es nichts mehr zum erben gibt ist die Erbschaftsteuer auch Wumpe :confused_alt:

Blöd nur das die mit dem Häusle die Wählerschaft der CPU ist :freak:

Die CDU hat traditionell einen sehr hohen Anteil an Eigenheimbesitzern. Schätzungen zufolge ist der Anteil an Haus- oder Wohnungseigentümern unter den CDU-Wählern deutlich höher als im Bevölkerungsdurchschnitt, der in Deutschland bei etwa \(47\,\%\)

Das wird innerparteilich eh abgewürgt ........
 
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ich hoffe doch, das jeder in einer Familie aufwächst, wo die jüngeren den älteren helfen und bei kindern /engeln genre auch mal umgekehrt, meine familie kümmert sich bei uns selbstverständlich.
mehrgenerationenhaus rules.

aber es gibt nunmal fälle wo die kinder hunderte kilometer weit weg sind.
meine mutter lag 480km entfernt mit herzinfakt in der klinik, als ich dann erstmal reha organisieren wollte merkte ich wie schwer das ist. dann gabs einen 2. herzinfkt im KHS und das Thema pflege und Reha hatte sich erledigt. dafür dann eben 1jahr behördengänge angefangen bei hausratversicherung für eine leerstehende wohnung über verkauf und entrümplen und Finanzamt.

und man kann die kinder ja durchaus auch stärker in die verantwortung nehmen aber der Oma das häusschen pfänden? Weil man kein Vermögenssteuer einführen will. Es gibt immer mehr millionäre, aber jetzt wird man im Pflegefall auch noch "enteignen" oder beleihen?
 
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Stovi schrieb:
dass man sich wie früher um seine Angehörigen kümmert
Erstens: Welches früher meinst du denn genau?

Zweitens: Es ist nicht mehr "früher".

Drittens:
Pflegende Angehörige sind heute und in Zukunft die wichtigste Stütze der Pflege in Deutschland. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung pflegen oder unterstützen ihre Angehörigen.
Quelle

Viertens:
Angehörigen wenden dafür inzwischen laut einer neuen Studie mehr Zeit auf als noch 2019. Das hat Folgen für die Erwerbstätigkeit: Fast jede vierte Hauptpflegeperson reduzierte ihre Arbeitszeit oder gab ihren eigenen Beruf ganz auf; nur 46 Prozent arbeiten noch Vollzeit
Quelle

Davon abgesehen ist das keine professionelle Pflege. Je nach Schwere der Erkrankung/Pflegebedürftigkeit kann man das als Angehörige:r gar nicht leisten.


Wie passt der Vorschlag der CDU denn eigentlich in das "Wir müssen endlich mehr Arbeiten"-Narrativ, wenn die Menschen nur noch in Teilzeit oder gar nicht mehr arbeiten können?

Zudem: Was Konservative mit ihrer neoliberalen Schallplatte, die einen Sprung zu haben scheint, nicht verstehen, sind die Synergien zwischen Einkommen und Wirtschaft.

Konsumflaute ist vorprogrammiert, wenn Millionen Menschen auf einen Schlag deutlich weniger Geld haben und nichts mehr in die Geschäfte tragen.

Oh, wait......

Mal ganz davon abgesehen, dass man in die Pflegekasse eingezahlt hat. Mit der Aussage müsste Stegemann auch bei der Rente argumentieren.

Die GroKo muss weg!
 
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MGFirewater schrieb:
ich hoffe doch, das jeder in einer Familie aufwächst, wo die jüngeren den älteren helfen und bei kindern /engeln genre auch mal umgekehrt, meine familie kümmert sich bei uns selbstverständlich.
mehrgenerationenhaus rules.
Hier liegt das Problem: Da wir seit ca. 50 Jahren eine Geburtenrate haben, die dieses Modell eher zur Ausnahme als zum Regelfall macht, funktioniert es schon rein mathematisch nicht mehr. Ehrlicherweise würden wir hier auch nicht von 2,1 Kindern pro Frau sprechen, sondern eher von 3 bis 4, und das seit 50 Jahren, wohlgemerkt. Darum wird auch der Anteil der Angehörigen, die pflegen, prozentual zunehmen. Fiskalisch betrachtet ist das nicht gerade günstig, wenn ein Leistungsträger faktisch zum Leistungsempfänger wird.

Wir haben es versäumt, die sozialen Sicherungssysteme anzupassen. Die Rente „funktioniert“ ja auch nur, weil sie mittels Steuergeld, immerhin mittlerweile der größte Einzelposten im Etat, quersubventioniert wird. Und die Pflegekasse bzw. die Beiträge dazu sind ja nicht einmal ansatzweise eine Vollversicherung.

Ist es gerecht, das Eigenheim für die eigene Pflege aufzehren zu müssen? Nein, natürlich nicht. Dies wird auch zunächst nicht kommen, es ist aber eine gute Vorausschau auf die 203x Jahre, wenn der Babyboomer-Bulk in den Rentenbezug eingetreten ist und weitere Millionen Menschen der vorherigen Generation auf Pflege angewiesen sind. Dann wird das Hauen und Stechen richtig ungemütlich werden. Es ist schwer abzuschätzen, wie groß das tatsächliche Delta zwischen Leistungsversprechen und Leistungsfähigkeit des Sozialstaates sein wird, es dürfte aber über die 203x-204x-Jahre hinweg sehr leicht in die Billionen gehen.

Hoffentlich finden wir bald eine Menge Gold.
 
Ich frage mich, was an dem Zitat neu sein soll? Pflegekosten übernimmt das Sozialamt sowieso nur, wenn das eigene Vermögen (bis auf ein geringes Schonvermögen) aufgebraucht ist.

Dass dabei Probleme für noch lebende und gesunde Partner entstehen, können, ist seit Jahern (naja, eher seit Jahrzehnten) bekannt.

wuselsurfer schrieb:
Daß man dann das Haus, wofür der Pflegebedürftige meist 50 Jahre lang gearbeitet und sein ganzes Geld reingesteckt hat als Belohnung an den Staat wegnimmt, ist schon eine bodenlose Frechheit.
Ach ja, aber die Allgemienheit soll gefälligst die Pflegeheimkosten zahlen, um das Erbe zu schützen?

Wofür haben die Leute denn das Vermögen aufgebaut? Einzig und alleine für ihre eigene Absicherung. Wenn für die Erben etwas übrig bleibt, ist das für die Erben schön. Wollten die Erblasser dem Nachwuchs finanziell etwas gutes tun (und das nicht erst, wenn die Kinder selber in Rente gehen), dann würde sie Teile des Vermögens zu Lebzeiten verschenken.

Ich habe, ein paar Jahre vor meiner eigenen Rente, von dem Erbe nicht mehr wirklich viel. Mein Leben ist finanziert, inkl. der Rente und auch meiner eigenen Pflege im Heim (ja, u.A. dafür geht ganz bewusst meine ETW drauf, die brauche ich dann nänlich nicht mehr). und da nie klar war, ob und wann ein Erbe käme, war das auch nicht für eigene Rente verplanbar.

Meine Eltern haben das zum Glück genauso gesehen. Meiner Schwester und mir war schon lange vor dem Eintritt das Pflegefalls klar, dass meine Mutter die Kosten dafür überwiegend selber tragen musste. Ob nun aus dem Ersparen oder dem Eigenheim, war egal.

Zur Absicherung eines evtl. noch lebenden Angehörigen im Eigenheim gab es (ja, in D ist man anscheinend überversichert) seit 1999 eine Pflege-Zusatzversicherung, die dann auch ab Pflegegrad 4 recht gut gezahlt hat.

MGFirewater schrieb:
aber es gibt nunmal fälle wo die kinder hunderte kilometer weit weg sind.
Das interssiert aber keinen. Auch, wenn alle Kinder vom Bürgergeld leben oder ins Ausland abgewandert sind, bleibt der Rabatt für die Eltern bei der Pflegeversicherung.

MGFirewater schrieb:
aber der Oma das häusschen pfänden?
Wo steht das in Deinem Zitat? Nicht nur die Oma meiner Mutter, sondern auch meine eigene Omas sind schon seit Jahrzehnte tot. Da gab es keinen Kinderunterhalt mehr. Eher einen Elternunterhalt, wenn die Eltern nicht selber zahlen konnten und das Kind zu viel verdient.

Nazrael schrieb:
Ist es gerecht, das Eigenheim für die eigene Pflege aufzehren zu müssen? Nein, natürlich nicht. Dies wird auch zunächst nicht kommen,
Es ist, so allgemein formuliert, schon lange vorhanden. Ggf. noch mit mehr Ausnahmen wie sich das Albert Stegemann erträumt. Auch Schenkungen, die noch keine 10 Jahre her sind, können dafür zurück gefordert werden.

Hier mal die bisher geltenden Gesetze, da man Google ja fast wieder für die Sucher vergessen kann
https://ev-liquidhome.de/ratgeber/selbstgenutzte-immobilie-im-pflegefall/

Aber was ist gerecht daran, auf Allgemeinkosten die Pflege einer Person zu finanzeiren, wenn diese Person selber Vermögen hat?
 
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gymfan schrieb:
Aber was ist gerecht daran, auf Allgemeinkosten die Pflege einer Person zu finanzeiren, wenn diese Person selber Vermögen hat?
Nichts. Wer bei einem langsam auseinanderbrechenden „Sozialpakt“ über Generationen hinweg nach Gerechtigkeit sucht, wird wohl weniger fündig, als jemand, der im aktuellen Weißen Haus nach Sachverstand sucht.

Es wird daher in der nahen und mittleren Zukunft nahezu immer auf die folgende Losung hinauslaufen:

Gerecht ist, wenn der andere zahlt.
 
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Um ganz ehrlich zu sein. Ich habe nie damit gerechnet, dass es ist bei uns schon immer ein reales Szenario, dass am Ende nichts mehr da sein wird, was meine Eltern mir und Geschwister vererben könnten.

Nicht, dass ich das toll finde, aber das ist für mich gefühlte Realität, seit ich vor fast 25 Jahre anfing selbst Geld zu verdienen. Wobei es da mehr um "Glaub ja nicht, dass du jemals nur einen Cent staatliche Rente bekommst" ging, aber im Grunde schlägt das in die selbe Kerne.
 
Ist ein normales kleines Haus, vielleicht 50 Jahre alt, ein Vermögen? Ist so Eigenheim nicht eher eine Grundsicherung. Gerade bei den extrem gestiegenen Mieten. Früher hieß es immer ein abbezahltes Haus hilft den Lebensunterhalt mit einer Rente abzusichern. In Zukunft soll es eher die Querfinanzierung der Pflege sein?

Ich hatte ja heute Nachmittag den Gedanken des altruistischen Suizid ausgesprochen. Was schon ein Tabu in unser Gesellschaft sein sollte.

Jetzt kam meine Frau noch auf den viel niedrächtigen Gedanken. Eine pflegebedürftigen Person die Hilfe durch Erben zu verwehren, "damit es was zu erben gibt" Zehn kleine Jägermeister https://share.google/yt8kTyPgbsFVkIQhB

Oh man...
 
MGFirewater schrieb:
Ist ein normales kleines Haus, vielleicht 50 Jahre alt, ein Vermögen?
Das Häuschen das ein Freund von mir erben wird, wird irgendwo auf 400-500.000€ geschätzt. Und das irgendwo im Nirgendwo auf der Dorfseite abseits der Zivilisation.

Damit kann man schon ein paar Jahre Miete zahlen.
 
naja das Grundstück: 400m² mit Haus + Nebengebäude & Garage meiner Mutter wurde auf ortsübliche 150TSD geschätzt! Sachsen-Anhalt, keine starke Wirtschaft (LK Mansfeld Südharz) und nur noch wenige junge Familien. Nur weil es bis auf die Heizung kernsaniert war, inkl. fast neuer 25 Tsd € Küche war der VK-Preis mit <200k über dem ortsüblichen preis. Klar gibt Regionen wo Abrisshütten aufgrund der Bodenwerte schon 700.000 bringen können, aber das sind die üblichen Trend-Regionen. Ich weiß aus dem Bekanntenkreis (Breisgau, München, Köln, Hamburg) aber in der Mitte von Deutschland (östliches Niedersachen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Osthessen und auch Bereiche im Ruhrgebiet ist das nicht so.

Dafür sind dort die mieten aber auch deutlich höher. Selbstgenutztes Wohneigentum sollte nicht geopfert werden, sonst bricht der Mittelstand in der nächsten Generation komplett weg.
 
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MGFirewater schrieb:
Ist ein normales kleines Haus, vielleicht 50 Jahre alt, ein Vermögen?
Ich werde wohl Ende des Jahres sehen, was die ETW von 1968 meiner Mutter noch wert ist. Aber setze ich nur ganz grob etwas weniger an wie ich auf Basis der neuen Grundsteuer annehmen können, reicht das mind. für 3-4 Jahre Zuzahlung der Heimkosten im 1. Jahr, wenn ich nicht gerade von jemandem ausgehe, der ein (nicht völlig verwahrlostes) Eigenheim besitzt aber von Grundsicherung lebt.

Warum sollten dann die (hier nur angesetzten 150k€) von der Allgemeinheit getragen werden, damit die lachenden Erben das Haus/oder Wohnung erben?

Und genauso: warum soll jemand, der sein Leben lang zur Miete gewohnt und die 150k€ angespart hat, diese aufbrauchen müssen, jemand, der sie in ein Haus gesteckt hat, aber nicht?

Die soziale Absicherung durch das Geld der Allgemeinheit ist dort sinnvoll, wo kein eigenes Vermögen vorhanden ist. Wer dieses Vermögen absichern will (Geld ist ja vorhanden, sonst hätte man kein Vermögen, auch eine Immobilie muss man in Schuss halten), kann man dies seit Jahrzehnten mittels eine Zusatzversicherung zur Aufstockung der Teilkasko PV machen.

MGFirewater schrieb:
In Zukunft soll es eher die Querfinanzierung der Pflege sein?
Bitte lesen: das ist es jetzt schon, außer es fällt in das Schonvermögen, weil ein gesunder Partner dort leben bleibt. Was der CDUler ändern will, weiss ich nicht.

Falls die Aussagen hier stimmen:
https://www.merkur.de/politik/zurue...vermoegen-auch-das-eigenheim-zr-94325846.html

dann halte ich die Absicht, die Bruttolohngrenze für Kinder für den Elternunterhalt abzusenken, für viel relevanter. Kinder mit einem Einkommen leicht über den Durchschnittseinkommen dürfen demnächst zahlen? Eine Absenkung dürfte wohl nicht nur von 100k€ auf 95k€ Brutto geschehen.

Axxid schrieb:
Damit kann man schon ein paar Jahre Miete zahlen.
Es geht aber nicht um Miete, sondern um das Finanzieren der Pflege oder meist insb. Heimkosten (da braucht der Pflegebedürftige Heimbewohner keine sonstige Miete mehr).

6500€ Heimkosten, 1500€ Rente, nochmal etwas soviel an Kostenübernahme der PV (im 1. Jahr des Heimaufenthaltes). Macht also ca. 3500€ zusätzliche Kosten pro Monat (Steuererstattung lasse ich mal weg). Ggf. plus Gesundheitskosten, also nehme ich 4000€ Zusatzkosten. Macht 150k€ für drei Jahre. Höhere Leistung der PV, dafür auch höhere Heimkosten über die Jahre gleichen sich ggf. aus.

Das Problem bleibt aktuell (bzw. die letzten 10++ Jahre, die PV war schon immer nur eine Teilkasko-Versicherung) insb. der noch gesunde Parter, der ggf. bei zu großem Eigenheim aus diesem ausziehen muss, da ihm dieses vermutlich nur zur Hälfte gehört. Laut Finanztip kostet eine Zusatz-PV ca. 60-90€/Monat, wenn man diese nicht erst mit 80 abschließt.

MGFirewater schrieb:
Selbstgenutztes Wohneigentum sollte nicht geopfert werden, sonst bricht der Mittelstand in der nächsten Generation komplett weg.
Dann solltest Du erst einmal den exakten Fall definiern, um den es Dir geht? Pflege zu Hause in einem (für das Schonvermögen) angemessenen Eigenheim? Oder Pflege im Heim, bei dem der Pflegebedürftige keinen Nutzen mehr von der Immobilie hat?

Oben schreibst Du, dass Du 480km entfernt lebst. Ihr habe wohl auch verkauft, also hat die Immobilie Deiner Mutter absolukt garnichts mit Deinem Wohneigentum zu tun.

Ich hätte noch nicht einmal vor gehabt., in die ETW meiner Mutter nach dem Erbe einzuziehen. 2. Stock ohne Aufzug, keine fußläufige Nahversorgung. Da ziehe ich mit Sicherheit nicht mit 60++ hin. Hätte meine Mutter mir (oder meiner Schwester) vom nun anstehenden Erbe etwas "gutes" tun wollen (und nicht "nur" durch die Finanzierung einer grundsoligen Ausbildung), dann hätte sie uns Teile ihres Vermögens vor 20 Jahren schenken müssen.
 
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wuselsurfer schrieb:
wofür der Pflegebedürftige meist 50 Jahre lang gearbeitet und sein ganzes Geld reingesteckt hat als Belohnung an den Staat wegnimmt,
Das ist auch ne sehr an de realität vorbei gezeichnete Übertreibung. Die meisten heute pflegebedürftigen bzw. diejenigen die es bald sein könnten haben eben genau das nicht. Denn es ist die wohlhabendste generation und bereits heute ist klar, dass nachfolgende es nicht schaffen werden dies zu toppen trotzdem der anstehenden Erben. Gründe sind auch, das dieser Wohlstand auf kosten der nachfolgenden Generationen geschaffen wurde indem absehbare und nötige Reformen nicht angegangen wurden. Und nun soll dieses Vermögen erneut geschützt werden zu Lasten der nachfolgenden Generationen?
Wann ist endlich Schluss damit? Hätte man Pflegereformen früher begonnen, mehr vermögen provat zurück gelegt, dann gebe es dieses Problem nicht. Aber nein, man hat es verkonsumiert. Und ja, auch der Kleinrenter hat dies so getan und hat durch seine Wahl auch politisch so verankert, dass Lösungen verschleppt wurden.

Und es noch heute tun. Denn der große Aufschrei kommt bei den Älteren immer nur bei Dingen, die ihr Portemonnaie betreffen. Solange es gegen H4 Bezieher ging, Kinder, Bildung, Infratsruktur für jüngere, Klimaschutz, kam weitgehend keinerlei Wort aus diesen Alterskohorten und das Kreuz wurde weiter fröhlich bei der CDU gemacht.

Ausserdem ist Wohnraum ein knappes gut. Einfamilienhäuser, für familien gebaut, werden durch rentnerpaare oder oft auch nur noch einzelpersonen „blockiert“. Bloss nicht in passenden Wohnraum ziehen obwohl man weder mehr das Haus noch den Garten so in Schuss halten kann, dass die Substanz nicht leidet. Wieviele Häuser sieht man, der bewohnt verfallen weil die Bewohner nicht mehr die Möglichkeit haben es hinreichend zu pflegen. Aber es ust ja das hart erarbeitete Eigenheim, dass darf auf keinen Fall durch etwas sinnhafteres eingetauscht werden.
Und wenn die Kinder zu weit wegwohnen: für einen Arbeitsplatz soll man durch ganz deutschland ziehen, aber für familiäre ubterstützung nicht, wenn man es selber finanziell nicht mehr stemmen kann? Auch so ne Doppelmoral. Zumal jeder in der lage war, private pflegeversicherungen rechtzeitig abzuschliessen und so lücken zu decken. Aber das geld musste ja auch verkonsumiert werden.

Eigentlich ist diese Idee kacke. Bin kein Freund davon. Aber das Problem wurde von den jetzt betroffenen mit geschaffen durch ignoranz und wegsehen. Es können nicht schon wieder andere ausbaden.
 
Der "Mieter in passender Wohnung" zahlt meist deutlich mehr, als der "Rentner im zu großen Woneigentum".

Beispiel:
Für das Geld, was momentan auf mein Hauskonto geht (Laufkosten + Aufbau einer Rückklage für die Instandhaltung), könnte ich auch eine kleine Wohnung mieten und in der dann alleine Wohnen.
DIe Entscheidung, ob ich alleine in ca. 30qm wohne, oder mit einem guten Freund zusammen in knapp unter 90qm, sollte man mMn mir überlassen.

Wer die Grundsicherungsomi vom Eigentum in die Miete zwingt, der schädigt direkt den deutschen Staat, denn da sind die Wohnkosten locker doppelt so hoch ... man sollte mit dem Geld der Allgemeinheit schon etwas sinnvoller umgehen, als es einem Vermieter als quasi leistungsloses Einkommen (Kaltmiete) in den Hals zu werfen.
Naja ... es passt wenigstens gut ins Bild. Auch bei der Sozialstaatsdebatte werden die Wohnkosten (meist über 50% der Bezüge) beflissentlich ignoriert.

Wohnen im Eigentum bedeutet für mich vor allem, ca. 50% niedrigere Wohnkosten ... für meinen Anteil (ca. 400,-) bekäme ich auf dem Mietmarkt aktuell allenfalls ein Wohlklo in einer Stundenten-WG.

Ich werde mein gesamtes Barvermögen im Notfall in dieses Haus stecken ... aber wenn es dann am ende aufgrund einer PV-Reform flöten geht, dann sollte ich es wohl einfach bewohnt verfallen lassen. Ist ja dann am Ende eh weg, also wozu noch Geld drin versenken? Der einzige vernünftige und meinen Tod überdauernde Grund dafür wäre doch, das Haus an eines der Kinder meines Bruders weitergeben zu können.
Nicht für die Pflegeversicherung oder den deutschen Staat oder irgendeinen wildfremden möchte ich dieses Haus erhalten, sondern einzig für meine Familie.
Die wenigsten bauen oder kaufen Wohneigentum, damit das am ende ein paar Jahre Pflegeheim finanziert.

Wieder zeigt die CDU, wie viel Pech sie beim Nachdenken hat. Langfristig würde diese Reform Wohnraum vernichten ... und dabei nicht selten auch die "Lebensleistung" gleich mehrerer Generationen.
 
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DerOlf schrieb:
Der Mieter in passender Wohnung zahlt meist mehr, als der Rentner im zu großen Woneigentum.
Ganz sicher nicht. Vor allem nicht wenn du die kosten einrechnest die durch den Kauf entstanden sind. Aber auch so, sofern man eben die Substanz erhält und nicht abnutzt und verfallen lässt. Eine qualitative gleichwertige kleinere Wohnung ist niemals teurer.
Ausserdem war keine rede zwingend von Miete…
 
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