MGFirewater schrieb:
Du wiedersprichst dir etwas. Denn es betrifft ja die jüngeren Familienangehörigen. Denen mal eben ein Basis enteignet werden kann.
Das kann so vieles beeinflussen. Wir haben z.B. ein Dreifamilienhaus mit einem unabhängigen Gästezimmer. Das war zu Spitzenzeiten ein Fünfgenerationenhaus, aktuell nur noch vier. Wenn jetzt z.B. ich kurzfristig ins Pflegeheim müsste, weil es zu Hause aus medizinischen Gründen nicht ginge, und das Haus deswegen verkauft werden müsste, stünden also nicht nur meine Frau, sondern auch meine Eltern und drei Söhne (zwei noch bei uns wohnend, einer mit Freundin und Enkeltochter in der dritten Wohnung) vor einem großen Problem.
Das wir dafür in den letzten zehn Jahren meine Großmutter hier im Haus drei Jahre gepflegt haben (schnelle schwere Demenz mit Bettlägerigkeit) und meinen Schwiegervater ein halbes Jahr (Lungenkrebs) dankt uns der Staat in dem Moment auch nicht. Natürlich war das für uns klar, dass wir das machen solange es möglich ist, aber das geht dann auch nur dank der räumlichen Voraussetzungen … Hat dafür der Pflegeversicherung und am Ende dem Steuerzahler aber viel Geld gespart.
MGFirewater schrieb:
In Zukunft sollte man deutlich früher das Thema Überschreibung angehen. Am besten wenn die Eltern deutlich unter 50 sind, wobei dann wird im nächsten Schritt aus rückwirkender Übertragung nicht 10 sondern 15 oder 20 Jahre.
Das Überschreiben geht aber auch nicht immer, denn oft liegt noch eine Hypothek auf dem Haus. Dann muss das Kind schon finanziell so weit sein, dass es eine Weiterfinanzierung zu guten Konditionen erhält.
Schon die zehn Jahre rückwirkend sind eigentlich ein Witz. Das ist ein Zeitraum in dem sich so viel verändern kann, die Lebensumstände aller Betroffenen sich gravierend ändern können und das Kind ggfs. auch schon viel eigenes Geld und eigene Arbeit in das Haus gesteckt hat. Und das ist dann alles auch weg, super Sache.
Die Pflegeversicherung müsste genau wie die Krankenversicherung eine Vollversicherung sein, ggfs. fehlende Mittel dann über den allg. Haushalt nachfinanzieren. Natürlich spart dann auch der Millionär im Zweifel dadurch, aber man belastet nicht noch weiter den Mittelstand. Deutschland hat eine extrem hohe Abgabenquote, gleichzeitig aber im Durchschnitt deutlich geringeres Vermögen.
Wir entwickeln uns leider in die Richtung, dass man den Leuten vermittelt, dass sich Leistung nicht mehr lohnt und Vorsorge nicht mehr lohnt. Denn wenn es hart kommt, bekommt der, der nichts geleistet hat oder nicht vorgesorgt hat dann eben trotzdem alles notwendige. Während das, was man sich aufgebaut hat um es eben auch den Kindern vermachen zu können, damit die es in ihrem Leben vielleicht ein bisschen einfacher haben als man selbst es hatte, weg ist.
Und da wundern Politiker sich, dass die Unzufriedenheit immer größer wird …