Pflegereformvorschlag CDU: Heranziehung des Eigenheims

Erkekjetter schrieb:
Ausserdem ist Wohnraum ein knappes gut. Einfamilienhäuser, für familien gebaut, werden durch rentnerpaare oder oft auch nur noch einzelpersonen „blockiert“. Bloss nicht in passenden Wohnraum ziehen obwohl man weder mehr das Haus noch den Garten so in Schuss halten kann
Wohnraum ist in Großstädten ein knappes Gut. Und das ist genau der Ort, an dem es besonders wenig EFH gibt. Dafür gibt es dort besonders viele alte Menschen mit alten Mietsverträgen, die jetzt zwar alleine in 80 qm wohnen, aber bei einem Umzug schlicht nicht weniger zahlen würden und logischerweise nicht umziehen.
 
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Wohnraum ist nicht nur in Grossstädten knapp. Der ist auch im Grossraum drumherum knapp. Siehe münchen, berlin, stuttgart, düsseldürf, hamburg, frankfurt und dem Ruhrgebiet. Selbst in Dresden oder Leipzig merkt man das in Teilen. In diesen Grossräumen konzentrieren sich millionen EFH und Reihenhäuser…
 
Erkekjetter schrieb:
Eigentlich ist diese Idee kacke. Bin kein Freund davon. Aber das Problem wurde von den jetzt betroffenen mit geschaffen durch ignoranz und wegsehen. Es können nicht schon wieder andere ausbaden.
Du wiedersprichst dir etwas. Denn es betrifft ja die jüngeren Familienangehörigen. Denen mal eben ein Basis enteignet werden kann.

Wenn du heute neubaust sind die Kosten ein Vielfaches. 2014 zu bauen war ein Glücksgriff. Niedrige Zinsen moderne Dämmung- und Wärmeschutz-Vorgaben, niedrigerere Lohn- und Materialkosten. Heute, nur 12 Jahre später wäre für mich der Wunsch vom Eigenheim nicht mehr ohne Risiko umsetzbar. Gerade dann wäre es wichtig den jüngeren nicht noch mehr Steine in den Weg zu legen. In Zukunft sollte man deutlich früher das Thema Überschreibung angehen. Am besten wenn die Eltern deutlich unter 50 sind, wobei dann wird im nächsten Schritt aus rückwirkender Übertragung nicht 10 sondern 15 oder 20 Jahre.
Ergänzung ()

DerOlf schrieb:
Wer die Grundsicherungsomi vom Eigentum in die Miete zwingt, der schädigt direkt den deutschen Staat, denn da sind die Wohnkosten locker doppelt so hoch ... man sollte mit dem Geld der Allgemeinheit schon etwas sinnvoller umgehen, als es einem Vermieter als quasi leistungsloses Einkommen (Kaltmiete) in den Hals zu werfen.
Naja wer länger ins heim muss wird nicht mehr relevant für den wohnungs-miet-markt sein, sondern seinen Lebensabend in der Seniorenresidenz verbringen. Die Frage ist nur eben was passiert mit dem Lebenspartner. Muss der dann verkaufen und zu miete leben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Kosten meines Hauses belaufen sich aktuell auf etwa 10k im Jahr (inkl. einer kleinen Summe für Instandhaltungen) ... insgesamt gibts dafür <90qm Wohnraum.
Suche ich in meiner Heimatstadt nach Wohnungen zwischen 40 und 50qm, komme ich auf ähnliche Summen für die Warmmiete.
Mir geht es erstmal nur um die Laufenden Kosten der Wohnung.

Wenn so jemand wie ich am ende seines Arbeitslebens in die Grundsicherung kommt, würden sich meine Wohnkosten verdoppeln, wenn ich das schuldenfrei geerbte Haus verkaufen und wieder zur Miete wohnen müsste.

Stattdessen eine kleinere Eigentumswohnung?
Naja ... die Hütte wurde auf ca. 200k geschätzt (Berechnung vom FA ... also wahrscheinlich zu hoch) ... ich bin mir gerade unsicher, ob man damit aktuell eine seniorengerechte ETW von ca. 40-50qm bekommt.
 
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MGFirewater schrieb:
Hat der Partei-Ausschuss die Idee mal zu Ende gedacht?
Bei der aktuellen Koalition lässt sich die Frage zu einigen Themen stellen, so auch Krankenhausreform – die es hoffentlich nicht durch den Bundesrat schafft und so ziemlich alle Bevölkerungsgruppen trifft.
Ich find gut, dass du dich engagierst und hoffe andere tun es auch.
 
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MGFirewater schrieb:
Du wiedersprichst dir etwas. Denn es betrifft ja die jüngeren Familienangehörigen. Denen mal eben ein Basis enteignet werden kann.

Das kann so vieles beeinflussen. Wir haben z.B. ein Dreifamilienhaus mit einem unabhängigen Gästezimmer. Das war zu Spitzenzeiten ein Fünfgenerationenhaus, aktuell nur noch vier. Wenn jetzt z.B. ich kurzfristig ins Pflegeheim müsste, weil es zu Hause aus medizinischen Gründen nicht ginge, und das Haus deswegen verkauft werden müsste, stünden also nicht nur meine Frau, sondern auch meine Eltern und drei Söhne (zwei noch bei uns wohnend, einer mit Freundin und Enkeltochter in der dritten Wohnung) vor einem großen Problem.
Das wir dafür in den letzten zehn Jahren meine Großmutter hier im Haus drei Jahre gepflegt haben (schnelle schwere Demenz mit Bettlägerigkeit) und meinen Schwiegervater ein halbes Jahr (Lungenkrebs) dankt uns der Staat in dem Moment auch nicht. Natürlich war das für uns klar, dass wir das machen solange es möglich ist, aber das geht dann auch nur dank der räumlichen Voraussetzungen … Hat dafür der Pflegeversicherung und am Ende dem Steuerzahler aber viel Geld gespart.

MGFirewater schrieb:
In Zukunft sollte man deutlich früher das Thema Überschreibung angehen. Am besten wenn die Eltern deutlich unter 50 sind, wobei dann wird im nächsten Schritt aus rückwirkender Übertragung nicht 10 sondern 15 oder 20 Jahre.

Das Überschreiben geht aber auch nicht immer, denn oft liegt noch eine Hypothek auf dem Haus. Dann muss das Kind schon finanziell so weit sein, dass es eine Weiterfinanzierung zu guten Konditionen erhält.

Schon die zehn Jahre rückwirkend sind eigentlich ein Witz. Das ist ein Zeitraum in dem sich so viel verändern kann, die Lebensumstände aller Betroffenen sich gravierend ändern können und das Kind ggfs. auch schon viel eigenes Geld und eigene Arbeit in das Haus gesteckt hat. Und das ist dann alles auch weg, super Sache.

Die Pflegeversicherung müsste genau wie die Krankenversicherung eine Vollversicherung sein, ggfs. fehlende Mittel dann über den allg. Haushalt nachfinanzieren. Natürlich spart dann auch der Millionär im Zweifel dadurch, aber man belastet nicht noch weiter den Mittelstand. Deutschland hat eine extrem hohe Abgabenquote, gleichzeitig aber im Durchschnitt deutlich geringeres Vermögen.

Wir entwickeln uns leider in die Richtung, dass man den Leuten vermittelt, dass sich Leistung nicht mehr lohnt und Vorsorge nicht mehr lohnt. Denn wenn es hart kommt, bekommt der, der nichts geleistet hat oder nicht vorgesorgt hat dann eben trotzdem alles notwendige. Während das, was man sich aufgebaut hat um es eben auch den Kindern vermachen zu können, damit die es in ihrem Leben vielleicht ein bisschen einfacher haben als man selbst es hatte, weg ist.

Und da wundern Politiker sich, dass die Unzufriedenheit immer größer wird …
 
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MGFirewater schrieb:
Du wiedersprichst dir etwas. Denn es betrifft ja die jüngeren Familienangehörigen. Denen mal eben ein Basis enteignet werden kann.
Keineswegs. Für die Erben ist es leistungsloses Vermögen. Und du tust grad so als müsste man es verkaufen und verscherbeln. Die Eltern können auch schlicht für die Pflege vorsorgen. Das ist nämlich genau dieser Luxus, den sich diese Generation geleistet hat. Das nicht zu tun und damit das konsumierbare einkommen „erhöhen“. Schon vor mehreren Jahrzehnten war absehbar, das sowas wie rente und pflege mal problematisch wird aufgrund schwindender Beitragszahler in Relation zu Beziehern. Statt das zu ändern durch früher steigende beiträge oder private vorsorge wurde weggesehen und konsumiert, die Kosten vererbt. Der Generationenvertrag wurde vorsätzlich gebrochen.


Madcat69 schrieb:
dankt uns der Staat in dem Moment auch nicht.
Warum sollte er? Er ist zu keinen Dank verpflichtet! Eigenverantwortung und Eigenvorsorge. Pflege kommt nicht urplötzlich und komplett unerwartet. Das ist kein Unfall und nichts, was unverschuldet eintritt. Insbesondere kinderlose müssten zu mehr auch eigener Vorsorge verpflichtet sein. Das bisschen mehrbeitrag in der pflegeversicherung deckt nicht im geringsten die anstehenden kosten an. Und die 100.000+ die man sich dank der nicht vorhandenen kinder spart können eben nicht einfach verkonsumiert werden.

DerOlf schrieb:
Die Kosten meines Hauses belaufen sich aktuell auf etwa 10k im Jahr (inkl. einer kleinen Summe für Instandhaltungen)
Ja dann hälst du die substanz auch nicht auf stand sondern lebst von dieser substanz. Es kostet erheblich mehr als das ein Haus in schuss zu halten. Und genau das ist das problem. Du hinterlässt dann mangels kindern irgendwan ein wertloses haus weil abgenutzt worum sich am ende auch noch die gesellschaft kümmern muss. Und wenn ich mich recht entsinne, hast du es auch geerbt oder?
DerOlf schrieb:
ob man damit aktuell eine seniorengerechte ETW von ca. 40-50qm bekommt.
Klar, sogar ne fast neuwertige. Halt nicht in bester lage in ner grossstadt. Das kann aber auch nicht der Anspruch sein, wenn man in einer Immobilie wie deiner als gegenstück sieht.

Transferleistungen für Kinder und Familien sollen gekürzt werden, insbesondere für jene, die besonderen Bedarf haben wie Menschen mit Behinderungen, für Bildung ist kein Geld da, die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder wird immer bescheuerter, Infrastruktur zerfällt, in den Sozialversicherung zeichnet sich ein komplette Katastrophe ab, die Geburtenrate bricht ein, aber ja, lasst bloss die Alten, die sich ihren enormen Vermögenszuwachs zu guten Teilen auf Pump finanziert haben ruhig weiter ausnehmen aus jedweder Beteiligung an den von ihnen mitverursachten Problemen. Hauptsache die 4% Rentenerhöhungen geht sauber durch, die wissentlich von den Enkeln ausgebadet werden muss…

Ich befürchte, diese Ignoranz wird wenn erst durch einen enormen sozialgesellschaftlichen knall mit üblen Folgen durchbrochen werden. Wobei ich selbst da Zweifel habe, dass die richtigen ein einsehen finden.

PS: und nu ganz neu, die Bafög Erhöhung die geplant war, kommt sehr wahrscheinlich auch nicht mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Erkekjetter schrieb:
Ja dann hälst du die substanz auch nicht auf stand sondern lebst von dieser substanz. Es kostet erheblich mehr als das ein Haus in schuss zu halten.
Natürlich kann man für 10.000 pro Anno ein Haus in stand halten, wenn man keine 2 linken Hände hat und für jede kleinste Reparatur den Handwerker beauftragt.

Wir werden dieses Jahr das erste Mal voll renovieren und den Garten umbauen auch mit Handwerkern. Und dafür schätze ich die Kosten auf 25tsd + Eigenleistung. Wir hatten also 12Jahre dafür Zeit Geld für Instandhaltung zu Seite zulegen. Macht 2.500 pro Jahr. Und dann hätte man noch 7.500 für so defekte wie ne Umwelzpumpe etc . Da läuft seit letztem Jahr bereits die dritte seit Bezug 🫣

Und dann kann immer immer noch investieren wie in Photovoltaik, Küchenmodernisierung usw.
Ergänzung ()

Erkekjetter schrieb:
Insbesondere kinderlose müssten zu mehr auch eigener Vorsorge verpflichtet sein. Das bisschen mehrbeitrag in der pflegeversicherung deckt nicht im geringsten die anstehenden kosten an. Und die 100.000+ die man sich dank der nicht vorhandenen kinder spart können eben nicht einfach verkonsumiert werden.
Wir sollten hier nicht Kinderlose mit Familie die im Mehrgenerationen-FH wohnen vergleichen. Die Strafzahlung Kindeloser kann gerne erhöht werden. Aber der Entwurf der CDU sieht ja Immobilien Entzug vor. Dem Kinderlosen kann das eigentlich im Lebensabend egal sein. Den Nachfahren aber betrifft es direkt. Siehe @Madcat69
 
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MGFirewater schrieb:
Natürlich kann man für 10.000 pro Anno ein Haus in stand halten,
Das sind seine laufenden kosten. Inkl einer kleinen Summe instandhaltung. Nicht 10k Instandhaltung

Und bei deinen Zahlen vermisse ich Rücklagen für die Erneuerung eines Daches, Aussenputz, Heizung. Oder meinst das muss nicht nach 30-40 jahren auch mal erneuert werden? Das ist mit deinen Summen achlucht nicht abgedeckt.
MGFirewater schrieb:
Aber der Entwurf der CDU sieht ja Immobilien Entzug vor.
Nein. Sieht er nicht. Mein gott, jetzt muss ich noch CDU Pläne verteidigen weil die Leute bicht richtig lesen und verstehen. Die CDU plant, dass im Falle der nicht ausreichend geplanten Pflegevorsorge auch eine Immobilie einbezogen wird bevor dieses leistungsloses Vermögen für erben wird, sprich Kosten nicht vergesellschaftet werden wenn noch vermögen vorhanden ist.
 
Klar die 7.500 per Anno reichen für ein Dach oder Fenster ich gehe davon aus das sowas +25 Jahre hält. Nebenkosten sollten natürlich nicht von den Hausrücklagen querfinaziert werden da hast du recht
 
Ich sehe das für mich ganz nüchtern: Das Haus ist Bestandteil des Vermögens, dass ich im Zweifelsfall für betreutes Wohnen und Pflege verkaufe, davon bin ich sowieso ausgegangen, denn auch bisher ist das schon so.

Mir ist es wichtig, dass meine Kinder nicht für meine Pflege zahlen müssen, und da sie weit weg wohnen, will ich sie auch nicht damit belasten, mich zu versorgen. Meine über 80 Jahre alten Eltern (die auch 300km weg von mir wohnen und noch nicht pflegebedürftig werden) sehen das genauso.

Ich sage meinen Eltern immer: Genießt das Leben solange es noch geht, ich bin nicht drauf angewiesen das ich etwas von Euch erbe.

Erkekjetter schrieb:
Pflege kommt nicht urplötzlich und komplett unerwartet. Das ist kein Unfall und nichts, was unverschuldet eintritt.
Sie kann schon urplötzlich kommen, z.B. Schlaganfall, und auch früher als erwartet. Man kann andererseits auch sterben, ohne jemals Pflegefall zu werden. Die Kostensteigerungen kann man auch schlecht abschätzen.

Ich kenne Familien die sind die Pflegenden schon selber Rentner.
Die demographische Struktur, zusammen mit medizinischen Fortschritt und gesellschaftliche Strukturen (Mehrgenerationenhäuser sind eine Ausnahme) erzeugen einen gewaltige Belastung für die Volkswirtschaft die nur schwer zu managen sind. Von Haushalten mit Duchschnittseinkommen ist das zusätzlich zu den sonstigen Belastungen kaum zu stemmen.

Erkekjetter schrieb:
Und die 100.000+ die man sich dank der nicht vorhandenen kinder spart können eben nicht einfach verkonsumiert werden.
Eigentlich alle „Double Income, no kids“ Paare die ich kenne, bauen trotz großzügigem Lebensstil noch Vermögen auf, in der Regel mehr als Familien mit Kindern. Und Konsum als solches ist auch nicht schlecht, denn er ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Wenn man Schonvermögen senkt, trifft man vermutlich eher die, die sich abgestrampelt haben, und es dann trotzdem am Ende nicht reicht.
 
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Erkekjetter schrieb:
Keineswegs. Für die Erben ist es leistungsloses Vermögen.

Was sie aber oft genug damit erkauft haben, dass sie in ihrer Jugend verzichten mussten, weil das Geld ins Haus ging statt in den nächsten Urlaub.
Das frei verfügbare Einkommen der Eltern war über lange Zeit dadurch gemindert. Die Kinder haben daher durchaus ihren Beitrag dazu geleistet. Und ab einem gewissen Alter vielleicht sogar noch aktiv dabei beigetragen, sei es durch Geld oder Arbeit am Haus.

Erkekjetter schrieb:
Und du tust grad so als müsste man es verkaufen und verscherbeln. Die Eltern können auch schlicht für die Pflege vorsorgen. Das ist nämlich genau dieser Luxus, den sich diese Generation geleistet hat. Das nicht zu tun und damit das konsumierbare einkommen „erhöhen“. Schon vor mehreren Jahrzehnten war absehbar, das sowas wie rente und pflege mal problematisch wird aufgrund schwindender Beitragszahler in Relation zu Beziehern. Statt das zu ändern durch früher steigende beiträge oder private vorsorge wurde weggesehen und konsumiert, die Kosten vererbt. Der Generationenvertrag wurde vorsätzlich gebrochen.

Ja, die Rente - lange Zeit war das eigene Haus doch eben genau dafür, die Vorsorge für die Rentenzeit. Damit man dann ohne Mietzahlung mit dem verbliebenen geringeren Einkommen auskommt.
TomH22 schrieb:
Ich sehe das für mich ganz nüchtern: Das Haus ist Bestandteil des Vermögens, dass ich im Zweifelsfall für betreutes Wohnen und Pflege verkaufe, davon bin ich sowieso ausgegangen, denn auch bisher ist das schon so.

Mir ist es wichtig, dass meine Kinder nicht für meine Pflege zahlen müssen, und da sie weit weg wohnen, will ich sie auch nicht damit belasten, mich zu versorgen. Meine über 80 Jahre alten Eltern (die auch 300km weg von mir wohnen und noch nicht pflegebedürftig werden) sehen das genauso.

Ich sage meinen Eltern immer: Genießt das Leben solange es noch geht, ich bin nicht drauf angewiesen das ich etwas von Euch erbe.


Sie kann schon urplötzlich kommen, z.B. Schlaganfall, und auch früher als erwartet. Man kann andererseits auch sterben, ohne jemals Pflegefall zu werden. Die Kostensteigerungen kann man auch schlecht abschätzen.

Ich kenne Familien die sind die Pflegenden schon selber Rentner.
Die demographische Struktur, zusammen mit medizinischen Fortschritt und gesellschaftliche Strukturen (Mehrgenerationenhäuser sind eine Ausnahme) erzeugen einen gewaltige Belastung für die Volkswirtschaft die nur schwer zu managen sind. Von Haushalten mit Duchschnittseinkommen ist das zusätzlich zu den sonstigen Belastungen kaum zu stemmen.


Eigentlich alle „Double Income, no kids“ Paare die ich kenne, bauen trotz großzügigem Lebensstil noch Vermögen auf, in der Regel mehr als Familien mit Kindern. Und Konsum als solches ist auch nicht schlecht, denn er ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Wenn man Schonvermögen senkt, trifft man vermutlich eher die, die sich abgestrampelt haben, und es dann trotzdem am Ende nicht reicht.


Weggesehen und verkonsumiert - das machen doch genau die, die gar nichts machen und jegliches Einkommen verkonsumieren. Die bekommen aber komischerweise dann alles vom Staat voll bezahlt, während das, was man im Zweifel auch durch und für die Kinder angespart hat, weg ist.

Erkekjetter schrieb:
Warum sollte er? Er ist zu keinen Dank verpflichtet!

Nein, er bestraft Eigenleistung, Eigeninitiative und belohnt das Nichtstun, juhu.


Erkekjetter schrieb:
Eigenverantwortung und Eigenvorsorge. Pflege kommt nicht urplötzlich und komplett unerwartet. Das ist kein Unfall und nichts, was unverschuldet eintritt.

Der Zeitpunkt und der Umfang der Pflege können aber durchaus unerwartet kommen. U.a. deswegen sollte die Pflegeversicherung eben eine Vollkostendeckung bieten, so wie die Krankenversicherung auch. Das darf dann auch Grundversorgung und von mir aus das Vierbettzimmer sein, alles drüber hinaus ist dann privat vorzusorgen. Eben wieder wie bei der Krankenversicherung.

Erkekjetter schrieb:
Insbesondere kinderlose müssten zu mehr auch eigener Vorsorge verpflichtet sein. Das bisschen mehrbeitrag in der pflegeversicherung deckt nicht im geringsten die anstehenden kosten an. Und die 100.000+ die man sich dank der nicht vorhandenen kinder spart können eben nicht einfach verkonsumiert werden.

Da stimme ich Dir ausnahmsweise mal zu. Ohne Kinder kann unser System so gar nicht funktionieren. Wer sich dem entzieht, der muss dann wenigstens finanziell einen Beitrag leisten.
Ergänzung ()

TomH22 schrieb:
Eigentlich alle „Double Income, no kids“ Paare die ich kenne, bauen trotz großzügigem Lebensstil noch Vermögen auf, in der Regel mehr als Familien mit Kindern. Und Konsum als solches ist auch nicht schlecht, denn er ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Ohne Kinder und deren Kosten ist der Vermögensaufbau natürlich wesentlich einfacher.
 
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MGFirewater schrieb:
Klar die 7.500 per Anno reichen für ein Dach oder Fenster ich gehe davon aus das sowas +25 Jahre hält.
Als Mittelwert passt das glaube schon. Ich habe viele Jahre wo ich garnichts in Instandhaltung stecke, und dann wieder welche wo es mehr ist, denn mit 7500 EUR kommt man ja oft nicht weit.

Und natürlich muss man immer Augenmaß behalten. Laut Energie Gutachten könnte ich z.B. meine 3 fach verglasten Fenster von 2012 schon wieder austauschen, weil es heute noch Bessere gibt. Auf 40 Jahre rechnet sich das vielleicht, aber dann wäre ich 99.
 
Erkekjetter schrieb:
Nein. Sieht er nicht.
Indirekt schon. ich versuche es an einem Beispiel:

Der entscheidende Punkt ist aber, dass der Betroffene deshalb sein nicht Haus verkaufen muss, um die Differenz zu zahlen. Das Sozialamt übernimmt die Rolle des Geldgebers. Es zahlt die Differenz an das Heim und holt sich das Geld Jahre später über die Grundschuld vom Erbe zurück. Das Haus ist also blockiert und das Erbe geschmälert, aber ein Zwangsverkauf zu Lebzeiten findet nicht statt.

Aber in Realität läuft das dann so ab:
Wenn auf dem Haus eine Grundschuld des Sozialamtes für Oma Gertruds Pflege liegt, sind die Erben rechtlich nicht gezwungen, diese Hypothek mühsam abzustottern. In der Praxis läuft es fast immer auf einen von drei Wegen hinaus:

Weg A: Der unrentable Pflichtverkauf (Der Regelfall) Da solche Hauser aus den 60igern oft sanierungsbedürftig (Stichwort Heizungsgesetz) ist und gleichzeitig Schulden beim Amt darauf lasten, verkaufen die Enkel das Haus meist direkt im Ist-Zustand. Ein Sanierungsstau mindert den Verkaufspreis drastisch. Vom ohnehin niedrigen Verkaufserlös zieht das Sozialamt das Pflege-Darlehen ab. Den Enkeln bleibt am Ende oft nur ein Bruchteil oder gar nichts mehr von dem "versprochenen Lebensstart".


Weg B: Eigennutzung durch Umschuldung
Wollen die Enkel das Haus unbedingt behalten und selbst darin wohnen, müssen sie zur Bank gehen. Sie müssen einen Kredit aufnehmen, der groß genug ist, um sowohl das Sozialamt auszuzahlen (die Hypothek zu löschen) als auch die Sanierungspflichten des GEG zu bezahlen. Das schaffen junge Familien finanziell nur selten.

-> das Haus ist aufgrund der "Nebenkosten" zur Selbstnutzung nicht mehr finanzierbar.

Weg C: Die Erbausschlagung (Wenn das Haus "wertlos" ist) Sind die Pflegeschulden beim Sozialamt am Ende höher als der tatsächliche Marktwert des alten, maroden Hauses, ist das Erbe überschuldet. In diesem Fall können die Enkel das Erbe innerhalb von sechs Wochen offiziell ausschlagen. Sie bekommen dann zwar keinen Cent, müssen aber auch keinen Cent für die Schulden oder das Heizungsgesetz bezahlen. Das Haus fällt dann an den Staat.

-> Und die Kosten sind trotzdem nicht gedeckt.

B & C werden deutlich wahrscheinlicher.
Nur A der geplante Verkauf durch Erben wird sich nicht verändern
 
Madcat69 schrieb:
Was sie aber oft genug damit erkauft haben, d
Lol. Ja erkauft. Ja die leidenden kinder der hauskäufer. Wer kennt sie nicht. Hingegen Die glücklichen kinder der mieter im plattenbau.
Faszinierend, was abstruse Aussagen immer wieder kommen, wenn es darum geht, Privilegien als „verdient“ darzustellen.

Madcat69 schrieb:
Ja, die Rente - lange Zeit war das eigene Haus doch eben genau dafür, die Vorsorge für die Rentenzeit.
Das war es nie… wer erzählt solche Märchen? Würde ja bedeuten, ein EFH ist im Verhältnis zur Miete wesentlich günstiger.
Madcat69 schrieb:
Nein, er bestraft Eigenleistung, Eigeninitiative und belohnt das Nichtstun, juhu.
Nö, tut er nicht. Das ist halt nurn Strohmann um mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu kaschieren, dass man hier Privilegien gesichert sehen will.


Madcat69 schrieb:
Der Zeitpunkt und der Umfang der Pflege können aber durchaus unerwartet kommen.
Richtig. Aber jeder kann es potentiell werden und ab einem gewissen alter kann man als gesichert von ausgehen. Wir reden hier halt auch nicht von den wenigen Einzelfällen, sondern der „normalen“ Alterspflege.
Ergänzung ()

MGFirewater schrieb:
Aber eben nicht als standard! Sondern worst case. Du stellst es so hin als wäre man das haus stets los wenn die eltern pflegefall werden. Und dem ist schlicht nicht so.
 
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Madcat69 schrieb:
Weggesehen und verkonsumiert - das machen doch genau die, die gar nichts machen und jegliches Einkommen verkonsumieren. Die bekommen aber komischerweise dann alles vom Staat voll bezahlt, während das, was man im Zweifel auch durch und für die Kinder angespart hat, weg ist.
Das ist nun mal das Prinzip eines Staates der Menschenwürde als Verfassungsziel hat. Wenn jemand komplett mittellos ist, egal aus welchem Grund und verschuldensunabhängig, dann hilft der Staat mit dem Notwendigsten.

Aber solange man noch etwas hat, muss man sich erst mal selbst helfen. Die Idee, die Gemeinschaft zahlen zu lassen, um den Kindern was vererben zu können, ist in meinen Augen widersinnig, zumindest bei Barvermögen. Immobilien ist eventuell ein anderes Thema, aber nur wenn die Kinder sie auch wirklich nutzen.
 
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Erkekjetter schrieb:
Das war es nie… wer erzählt solche Märchen? Würde ja bedeuten, ein EFH ist im Verhältnis zur Miete wesentlich günstiger.

Ja ist es weil sich dritte, meist Immobiliengesellschaften wie die deutsche wohnen daran nicht Bereichen können oder müssen um Aktionäre glücklich zu machen. Stichwort Wohn-Riester KfW Darlehen usw. Alles wäre nicht nötig gewesen wenn man das Modell EFH als Rücklage nicht braucht

Die Idee der „Eigenheimrente“ oder des „Eigentums als Altersvorsorge“ wurde politisch maßgeblich mit der Einführung der Riester-Rente (konkret dem Wohn-Riester durch das Eigenheimrentengesetz) im Jahr 2008 unter der Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder und später der großen Koalition (insbesondere durch Bundesarbeitsminister Franz Müntefering) etabliert. Ziel war es, die mietfreie Zeit im Alter als politisches Vorsorgeziel zu fördern.Aktuelle Förderung (Bundesregierung & Ampel-Koalition): Auch in jüngster Zeit wurde das Thema weiter vorangetrieben. Die Bundesregierung (Bauministerium unter Klara Geywitz / SPD und das Finanzministerium unter Christian Lindner / FDP) hat das Altersvorsorgedepot-Gesetz verabschiedet. Dieses Gesetz wertet die private Altersvorsorge auf und stärkt Bausparverträge durch staatliche Zulagen, da der geförderte Bausparprozess direkt für den Hausbau oder die Tilgung genutzt werden kann.
 
@Madcat69 warum richtet sich dein ärger gegen die, die nichts haben? Meinst du die leben wirklich in luxus und das ist ein erstebenswerter lebensstil, selbst wenn es 100% vom staat käme?
Dein ärger sollte sich gegen die richten, die immer reicher werden und kn der regel komplett steuerfrei millionen und milliarden vererben.
Ergänzung ()

MGFirewater schrieb:
Keine nur halbwegs seriöse rechnung qird das belegen können… allein die zinskosten bei kauf sind meist so hoch das sie auf jahrzehnte den gewinnanteil der miete abdecken.

Man kann auch gern kritisieren, dass zu wenig staatlicher wohnungsbau stattfindet und mieter insbesonders gegenüber institutionellen vermietern zu sehr benachteiligt sind. Alles berechtigte Kritik. Aber kein Grund, vermögen auf kosten der Gesellschaft zu schützen.
 
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Deswegen ist ja gerade wichtig, solchen Bestand in der Familie zu halten.
Wenn man vollfinanziert zu 6%, ist klar, dass das heute nicht geht, bei Kosten von weit über 600.000 für was Einfaches und regional teils deutlich mehr (für Grundstück und Baukosten).
Wenn man aber nur 40% der Baukosten finanzieren muss, zu 50% variablem Zins um 1,4% und fest verzinst um 2,0% ist das machbar, sofern man früh (als Kind, die Eltern für einen) begonnen hatte jeden Monat kleinere Beträge anzulegen. Das ist auch der Grund warum ich Glück hatte und nichts anderes ist es, wenn sich innerhalb von 10 Jahren die Rahmenbedingungen so verschlechtern, das sich jüngere Kollegen, die 2025 (nach Corona) bauen wollten es nicht mehr finanzieren können. Und diejenigen, die dann vielleicht noch eine Immobilie in der Familie haben, werden jetzt durch die Pläne wieder einer Möglichkeit beraubt und drängen in den vollen überteuerten Mietmarkt

wenn man den Gedanken weiterspinnt und EFH nicht mehr finanzierbar sind, sei es aufgrund der Hypotheken aus der Pflege (Erbfall) oder den Neubaukosten, müssen die EFH-Preise sich notgedrungen dem Reallohnniveau wieder annähern. Oder es ist wie in Spanien, wo viele Neubauten einfach leer stehen in der Hoffnung es kommen finanzstarke Käufer aus dem Ausland. Nur funktioniert das vielleicht auf Sylt oder München aber nicht in Castrop-Rauxel. Erzwungener Leerstand ist genau das, was unser Wohnungsmarkt "braucht"
 
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wuselsurfer schrieb:
Hast Du schon mal jemanden gepflegt?
Bei hochintensiver Pflege hälst Du das gar nicht aus alleine und Beruf nebenbei geht da auch nur mit ganz großer Belastung des Pflegenden.

Daß man dann das Haus, wofür der Pflegebedürftige meist 50 Jahre lang gearbeitet und sein ganzes Geld reingesteckt hat als Belohnung an den Staat wegnimmt, ist schon eine bodenlose Frechheit.
Jepp, habe schon gepflegt.
Der Staat nimmt einem nichts weg. Nur wer nicht so vorgesorgt hat, dass ihm nichts anderes übrig bleibt unter den entsprechend gesetzl. Rahmenbedingungen, der muss sein Haus veräußern.
Ich stand und stehe mit meinen Eltern vor dem Fall und nach Beratung durch die Notarin und der Sichtung der Pflegeversicherung, war/ist klar,es reicht das elterliche Haus zu behalten.
Meine Eltern konnten beides wuppen. Hausbau und Vorsorge u.a. für den Pflegefall.
Sie haben aber auch beide gut gearbeitet und nicht einer hat sich in die finanzielle Abhängigkeit des anderen ergeben.
 
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