sedot schrieb:
Und was ist mit unvorhersehbaren Reparaturen?
Beste Grüße, das passiert dir mit einem „neuen“ Auto genauso. Ich fahre einen Cupra Leon Hybrid. Nach ca. drei Jahren waren die hinteren Bremsen durch – und zwar komplett. Nicht verschlissen, sondern richtig weggegammelt. Selbstmachen? Keine Chance, ich hab alles versucht. Kleine, freie Werkstätten fassen das Auto nicht an; Begründung: zu hohes Risiko wegen der Hochvolt-Elektrik. Ich komme gerade aus der Werkstatt: 622,21 € hat der Spaß gekostet, und das schon mit 15 % Rabatt auf die Teile. VW sagt dazu nur: Auf Verschleißteile gibt es keine Garantie. Da müsste der Belag schon bei der Fahrzeugabholung auf dem Hof aus der Bremse fallen, damit die auf Kulanz oder Garantie etwas machen.
Ich würde das also nicht so pauschal sagen: Kosten hast du überall. Aber klar, irgendwann wird eine Reparatur einfach nicht mehr wirtschaftlich
Fixy Hartmann schrieb:
Brauche mir das nicht vorzustellen, hatte einen knapp 20 Jahre alten. Nach 10-15 Jahren sollte man 500-1000€ im Jahr für Reparaturen zurücklegen.
Ich habe jahrelang fast alles selbst repariert, was eben möglich war. Beispiel: die Bremsen. Bei meinem alten Vectra (BJ 94) kosteten ATE PowerDiscs inklusive Belägen damals unter 100 €. Mein alter Seat Leon (BJ 16) lag dann schon bei rund 200 €. Und mein Cupra jetzt? Über 600 €. Oder die Beleuchtung vorne: Für den Opel Vectra A habe ich beide Scheinwerfer von Hella neu bei eBay für 60 € geschossen. Beim Seat Leon kosten sie 1.300 € – und der Tausch geht wegen der Steuergeräte nur noch in der Werkstatt. Auch beim Kundendienst: Früher habe ich Öl, alle Filter und Kerzen für etwa 70 € selbst gemacht. Beim alten Seat kostete der Ölservice 300 €, beim Cupra zahle ich jetzt 30 € monatlich als Servicegebühr.
Ja, man muss etwas einplanen, aber gefühlt werden die Serviceintervalle immer kürzer und teurer. Plus: Man kann so gut wie nichts mehr selbst machen. Ich warte nur auf den Moment, in dem man für das Scheibenwischwasser zum Vertragshändler muss.
Fixy Hartmann schrieb:
Was für Ladesäulen denn? AC oder DC? Und selbst das kleinste Kaff hier in der Nähe (keine 8000 Einwohner) hat einen Schnellader am Discounter.
ich wohne hier in einer 50000-Seelen-Gemeinde und die nächste Ladesäule ist trotzdem 20 Minuten Fußmarsch entfernt. Wenn ich mir die öffentlichen Säulen in der Umgebung anschaue, sieht es im ländlichen Raum zum Teil sehr mau aus. Und was machst du, wenn der eine Lader belegt ist?
Fixy Hartmann schrieb:
Du hast einen wichtigen Punkt unterschlagen. Wie weit hat man es bis zur Arbeit? Wenn es nur 10km weg ist, dann kommt man doch fast zwangsläufig an einem Schnellader vorbei.
Aber in meinem Fall: Soll ich jetzt X Minuten oder Stunden früher zur Früh-, Nacht- oder Spätschicht losfahren, nur um mein Auto zu laden? Bei popeligen 3,6 kW Ladeleistung hänge ich gute 3,5 Stunden an der Säule.
Fixy Hartmann schrieb:
Was ist mit den TÜV-Kosten? Wartung? Und Versicherung ist individuell. Steuer zahlen BEV-Halter auch nicht.
Dass BEV-Halter keine Steuer zahlen, stimmt zwar, aber der TÜV unterscheidet nicht, ob die Karre drei oder 20 Jahre alt ist. Die Versicherung würde ich sogar als „gleich bis teurer“ einschätzen. Bei der Steuer bin ich allerdings bei dir – der Umstieg vom 2,0-Liter-Diesel zum 1,4-Liter-Hybrid spart deutlich.
Ich denke, man kann es nicht pauschal sagen. Aber nach 2,5 Jahren Hybrid bin ich der Meinung: Es lohnt sich fast nur, wenn du stressfrei zu Hause oder auf der Arbeit laden kannst. Den Stress an öffentlichen Ladesäulen tue ich mir nur ungern an. Jeder will dir seine Ladekarte verkaufen, und spontan funktioniert dann die einzige freie Säule doch nicht.
Tharan schrieb:
Wenn du irgendwie, und sei es per Schuko, daheim laden kannst,
Sollte man sich auf Dauer verkneifen. Schuko ist nicht für die Dauerbelastung ausgelegt.
Wer sich ein neues Auto leisten kann, sollte auch eine Wallbox mit einplanen.
Aber B2T:
Freut mich, dass der Trend in die Richtung geht. Aber dass wir flächendeckend mit umweltfreundlicher, bezahlbarer Energie E-Autos fahren, da sind wir noch weit, weit weg davon.