@votum #77 Es geht bei der ganzen Sache nicht darum, dass Amazon keine Preise erhöhen dürfte oder Angebote nicht ändern dürfte. Es geht um die Einhaltung gesetzlicher Regeln, die Einhaltung von Verträgen und natürlich auch ein wenig darum, die Ausnutzung übermäßiger Marktmacht zu verhindern.
Wenn zwei Parteien, egal ob Verbraucher oder Geschäftspartner, einen unbefristeten Abovertrag zu einem gewissen Preis vereinbaren, dann ist grundsätzlich mal die vereinbarte Leistung zu diesem vereinbarten Preis zu erfolgen. Ist eine Partei mit dem Angebot nicht mehr einverstanden, so können die Parteien neu verhandeln und einen neuen (bspw. höheren oder niedrigeren) Preis vereinbaren.
Natürlich will ein Großkonzern mit zig-Millionen Kunden nicht mit jedem individuell verhandeln. Aus diesem Grund sieht der Gesetzgeber aber auch wieder viele Sonderbestimmungen bei Verbraucherverträgen vor.
Und wenn Amazon höhere Preise für Prime verlangen will, dann gibt es eine sehr einfache, rechtlich saubere Lösung:
- dem Kunden einen neuen Vertrag mit höherem Preis anbieten. Wenn er dem zustimmt, ist alles fein. Wenn der Kunde dem nicht zustimmt, dann hat Amazon genau zwei Möglichkeiten: 1. den Vertrag kündigen (dann gibt es keine Lieferung und kein Geld) 2. den Vertrag so weiter laufen lassen wie bisher.
So schwer ist das nicht. Amazon könnte sich in dem Fall problemlos an gültige Gesetze halten. Es war bestimmt eine kalkulierte Entscheidung, das nicht zu tun, weil bei Kündigungen seitens Amazon sicherlich im Schnitt mehr Kunden wegbrechen würden.