Private Internetnutzung am Arbeitsplatz

Mir ist das irgendwie unverständlich. Klar das man vom PC auf der Arbeit nichts illegales machen und keine Pornos gucken darf. Klar auch das die Arbeit nicht darunter leiden darf. Aber wo bitte hat die Firma einen Schaden wenn in der Mittagspause (als Beispiel) oder einer anderen Pause statt dem Bildschirmschoner eine Nachrichtenseite oder ein Forum am Bildschirm erscheint?

Eine Internet Flatrate hat doch wohl jede Firma heutzutage und wenn nicht haben sie eh zuviel Geld.

BTW: Nicht das da Missverständnisse aufkommen, wenn Chef sagt "ist nicht" dann macht man es einfach nicht. So wichtig kann es nicht sein das es nicht bis nach der Arbeit warten kann. Mich würden nur die Gründe für solche generellen Verbote interessieren, weil mir echt keine vernünftigen einfallen.
 
Der gängigste Grund ist eigentlich nach wie vor der, dass die Arbeitgeber befürchten, dass die Angestellten von solchen Aktivitäten abgelenkt werden könnten und die Arbeitsleistung dann darunter leidert. Wie ich mal gelesen habe, wird das zwar von neueren Studien widerlegt, die den Arbeitnehmern eine höhere Arbeitsleitung bescheinigen, wenn die sich zwischendurch mal ein wenig ablenken können, aber bis sowas in den Chefetagen ankommt dauert es meist ein wenig.

Ein weiterer Grund ist immer die potentielle Gefahr, dass dem Firmennetzwerk was zustößt, wenn die Angestellten auf allen möglichen Seiten surfen. Es sind zwar sehr viel mehr Sicherheitsvorkehrungen eingerichtet als auf jedem Privat-PC zuhause, aber selbst Douglas Adams hat schon vor Jahren erkannt:

Douglas Adams schrieb:
Der beliebteste Fehler unter den Leuten, die etwas absolut idiotensicheres konstruieren wollen ist der, daß sie den Erfindungsreichtum von absoluten Idioten unterschätzen.

Und mal ehrlich, ich denke jeder von uns kennt in seinem Umfeld jemanden dem sowas schon mal passiert ist. Eine falsche Seite aufgerufen und schon ist's passiert.

Und dann gibt's natürlich noch das Problem mit den ganzen Netzwerken und dem Drang vieler Leute alles heraus zu posaunen, was denen gerade untergekommen ist. Das könnten dann auch mal Geschäftsgeheimnisse sein, die auf einmal auf der Facebook-Pinwand landen, weil den Leuten in dem Moment nicht bewusst war dass so eine Info geheim sein könnte.

Natürlich könnten die das auch abends nach Feierabend veröffentlichen, aber da ist die Erinnerung schon ein wenig blasser, die Begebenheit schon länger her, also denkt man nicht mehr unbedingt daran.

Ich weiss nicht mehr wo ich das mal gelesen hatte, aber im Moment gibt es nur eine erschreckend kleine Anzahl von Firmen, in denen der Umgang mit diesen Medien in einer Richtlinie fest und verbindlich geregelt ist. Entweder heisst es "Keiner surft!" oder die Firma lässt es einfach zu, so lange die Arbeitsleistung nicht darunter leidet, und nimmt dabei die oben genannten Risiken einfach in Kauf.

Was jetzt richtig ist, hängt wohl sehr stark von der Firma ab und der Branche in der sie sich befindet. Es gibt sicher Branchen, in deinen ein generelles Surfverbot angebracht wäre genau so wie es Firmen gibt bei denen solche Verbote maßlos übertrieben sind.

Im Zweifelsfall immer an das halten, was in der Firma die Regel ist oder aber versuchen einen Dialog zu beginnen und versuchen einige Lockerungen zu vereinbaren.
 
Hm. In Firma XY, bei der ich arbeite, die ich ganz sicher nicht nennen werde, ist klar definiert, wie das Internet zu nutzen ist. Da sind ausdrücklich Datendienste wie Peer to peer und solche Sachen untersagt. Ebenso schädigende Inhalte, usw. Von privater Nutzung steht da nichts drin und unterschrieben habe ich auch nichts.

Mein Chef misst aber mit zweierlei Maß. Die einen dürfen während der Arbeit im ZDF-Livestream Fußball oder Olympiade schauen und der Chef kommt dazu und fragt, wie es gerade steht und andere mault der an, wenn sie 5min vor Feierabend mal eben nach Staus suchen ohne vorher Bescheid zu sagen, was ich extrem lächerlich finde.

Ich kann dir nur raten: Mach nichts, wenn du nicht sicher bist. Hol dir ein Handy mit Internet und wirf da eben einen Blick drauf, wenn dir das so wichtig ist. ;)
 
|MELVIN| schrieb:
Ist mir schon klar. Aber warum sollte sich ein Arbeitgeber wegen so einer Lapalie die Mühe machen, eine Stelle neu zu besetzen und jemanden komplett neu einzuarbeiten?

Weil der nächste Arbeitnehmer vielleicht eher bereit ist, sich an Vorschriften innerhalb der Firma zu halten?
Wenn dich schon das Verbot der Internetnutzung, zu anderen als dienstlichen Zwecken, nicht interessiert, wie sieht es dann mit Verschwiegenheit, Arbeitsmoral, Loyalität, Funktionen als Geheimnisträger oder Kollegialität aus?

Wenn Menschen wegen dem Verzehren von Frikadellen, die ohnehin im Müll gelandet wären, fristlos gekündigt werden, dann wäre die verbotene Nutzung des Internets kein besonders großer Unterschied.

Bei der Bundeswehr gibt es die Zauberwörter "charakterlich ungeeignet", um dir auch für vermeintlich kleine Fehler eine weitere Karriere zu verwehren, egal wie gut deine Leistungen in den Prüfungen waren.

Fazit: Ich würde es nicht darauf ankommen lassen.
 
@daniel_m: vielen Dank.

Da sieht man wieder das man auf die einfachsten Dinge nicht von selbst kommt. Der Grund mit dem Firmennetzwerk und dem unbedarften rausposaunen von vermeintlich geheimen Infos leuchtet mir ein und da hätte ich selbst auch draufkommen können.

Bin ich wohl nicht weil ich bis jetzt noch keinen Virus oder Trojaner auf dem Rechner hatte. Nur ab und zu mal ein paar Würmer und gegen die hilft sowieso nur Virenscanner aktualisieren und Windows update.
 
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