Proshop Widerruf Gebrauchsspuren Abzug

TheDarkness

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Habe einen 9900K bei Proshop vor einer Weile bestellt,

diesen habe ich nun vor ca. 2 Wochen zurückgeschickt um darauf nur 90% vom Kaufpreis angeboten zu bekommen mit der Begründung von starken Gebrauchsspuren, sowie folgenden Bildern.
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Das Paket wurde genau so zurückgeschickt wie es auch zu mir geschickt wurde.
Die Schäden an der Packung selbst kommen vom Transport, diese hatte bei mir nicht einmal einen Krater.
Die Gebrauchsspuren am IHS kommen von einmaligem verbauen, aber dies sollte ja im Rahmen des Widerrufsrechts sein, da man eine CPU schlicht und einfach nicht ohne die Abdrücke überhaupt verbaut bekommt. (Ist ja das selbe wie eine Grafikkarte nicht mehr zurückschicken zu können nach einmaligem verbauen, weil die PCI-E Kontakte davon leichte Kratzer bekommen haben)

Haftet der Käufer oder Verkäufer bei einer Rücksendung wenn diese genau so zurückgeschickt wurde wie angekommen?
Ich würde ja sagen Proshop muss das ganze zur Prüfung bei DHL abgeben, da das Paket versichert versendet wurde oder den Schaden selbst tragen sofern diese sich dazu weigern.

Und können die Abdrücke auf dem IHS als "starke Gebrauchsspuren" für eine Minderung der Rückerstattung hergezogen werden?
 

BlubbsDE

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Und können die Abdrücke auf dem IHS als "starke Gebrauchsspuren" für eine Minderung der Rückerstattung hergezogen werden?

Können sie, ja. Die CPU kann nicht mehr als Neuware verkauft werden. Der Händler darf da etwas vom Kaufpreis abziehen. Das sieht das Gesetz vor, ja. Und das Gesetz sieht auch vor, es soll die Diskrepanz zwischen Versandkauf und Vorortkauf überbrücken. In welchem Laden kannst Du denn eine CPU verbauen und testen? Nirgends.

Vor ein paar Tagen gabs hier schon mal so ein Fall. Der Händler wollte 25% abziehen.

Wenn Du damit nicht einverstanden bist, dann musst Du Dich mit dem Händler einigen. Aber wie gesagt, er hat das Recht dazu.
 
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Meiner Meinung nach: Der Abzug ist gerechtfertigt. Die Kerben auf dem IHS sind eindeutige Gebrauchsspuren, warum sollte man die CPU nicht verbaut bekommen, ohne diese Kerben zu verursachen?
 

TheDarkness

Lt. Commander
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Es gibt Läden in denen man sich mit den dort liegenden Teilen einen PC selbst zusammenbauen kann. Das ist zwar die Ausnahme aber "Nirgends" sicher nicht.

Schon einmal eine Intel CPU des letzten Jahrzehnts verbaut?
Die Halterung verursacht immer diese Kerben. Wie gesagt, das selbe wie mit Grafikkarten die Kratzer auf den PCI-E Stecker bekommen.
 
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Nun, wenn du der Meinung bist iM Recht zu sein, dann schreibe mit dem Händler oder gehe zum Rechtsanwalt. Du hast auf jeden Fall beim Einbau sichtbare Spuren hinterlassen und dafür will der Händler dir jetzt etwas abziehen.
Da du das aber sowieso nicht einsehen wirst und auch nicht willst, mach was immer dir vorschwebt, mir ist echt meine Zeit zu schade für sowas
 

Holt

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bluebox

Lt. Junior Grade
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wenn ich mir die bilder anschaue, muß ich schon sagen, solche kerben habe ich bei sachgemäßer montage bei noch keiner intel cpu gesehen, und ich habe schon sehr viele verbaut. allenthalben sehr leichte kratzer an der oberfläche, die sich in mindestens 95% der fälle mühelos beseitigen ließen, kenne ich.
Die Schäden an der Packung selbst kommen vom Transport, diese hatte bei mir nicht einmal einen Krater.
dann entsprach die verpackung offensichtlich nicht den dhl richtlinien. davon können sehr viele kunden ein lied singen, deren pakete beschädigt wurden.

unter dem strich stimme ich den vorrednern zu, der abzug ist in diesem fall vollkommen gerechtfertigt und die 10% abzug empfinde ich bei dem zustand sogar noch als entgegenkommen. wer kauft denn noch eine cpu dieser preisklasse mit solchen spuren?
 

xmarcel95x

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Ich kann den Händler da gut verstehen weil man es ja nicht mehr als Neuware VK kann aber ich muss auch gleichzeitig anmerken das die Kerben doch keinen Einfluss auf die Funktion der CPU Hat.
Mich würden die Kerben jedenfalls nicht stören da man die ja eh nicht sehen kann. Unabhängig davon was die CPU kostet.
 

Idon

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Ich sehe das nicht so wie der Rest der Kommentatoren (siehe auch den anderen Thread).

Bei sowas bin ich auch immer wieder versucht den Händler zu fragen, warum er die CPU nicht in einen Fertig-PC einbaut, wenn er meint, dass sie im aktuellen Zustand ein Dauer-Widerrufer sein könnte.
 

bluebox

Lt. Junior Grade
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unabhängig von der art des schadens, er ist vorhanden und warum sollte der händler einem anderen, gutgläubigen, kunden die cpu als neu unterjubeln? merkwürdige auffassung.
wenn ich neuware bezahle, möchte ich auch unbeschädigte neuware erhalten.
 

Holt

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Mich würden die Kerben jedenfalls nicht stören da man die ja eh nicht sehen kann. Unabhängig davon was die CPU kostet.
Mich schon, ich würde dann nämlich erstens wissen das die CPU schon mal von jemandem verbaut und vermutlich auf die OC Fähigkeiten getestet (bei einer Boxed CPU die ich neu zum vollen Preis kaufen, will ich ein unbeschädigtes Herstellersiegel) und zumindest der Einbau nicht sehr sachgerecht erfolgt ist, was soll ich dann vom vermutlichen OC Versuch annehmen?
Bei sowas bin ich auch immer wieder versucht den Händler zu fragen, warum er die CPU nicht in einen Fertig-PC einbaut
Und wenn der Händler keine Fertig-PC mit der CPU und keinen Zusammebauservice anbietet? Wenn er das macht und die zurückgeschickten CPUs alle dort verbauen kann, dann hat er keinen Anspruch auf einen Wertersatz, da ihm dann kein Schaden entstanden ist. Aber andernfalls sehe ich diesen Anspruch sehr wohl, aber letztlich entscheidet eben nicht meine Meinung oder die Meinung von jemand anderes hier aus dem Forum, sondern nur die eines Richters, sofern man es soweit treibt das ein solcher darüber zu entscheiden hat.
 

Idon

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@bluebox

Widerrufsrückläufer gelten regelmäßig als Neuware.

@Holt

Genau um diese Schadensminderungspflicht geht es.

Warum sollte der TE einfach so akzeptieren was ihm der Händler vor die Füße wirft? Es ist doch ok nachzufragen und Alternativen zu eruieren.
 

bluebox

Lt. Junior Grade
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beschädigte rückläufer sind allerdings sicher keine neuware mehr. und die kerben sind nun mal schäden, die beim normalen gebrauch bzw. bei ordnungsgemäßer montage nicht entstehen.

und mal ehrlich, da schließe ich mich Holt an, wer es beim einbau schon schafft, solche kerben in den heatspreater zu bastelt, wie ist er sonst, z.b. bei oc versuchen, mit der cpu umgegangen?
 

Holt

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Idon, laut dem OLG Saarbrücken (Az.: 1 U 11/13) kann eine Ware nur als fabrikneu gelten, wenn sie noch nicht benutzt worden ist, durch Lagerung keinen Schaden erlitten hat und nach wie vor in der gleichen Ausführung hergestellt wird. Zwar führt An- und Ausschalten eines elektrischen Gerätes zu Testzwecken nicht automatisch dazu, dass das Produkt zu einer Gebrauchtware wird, aber auch dies kann im Einzelfall dann nur ein Richter entscheiden und da hier Gebrauchsspuren vorhanden sind, vor allem solche die bei einem sachgemäßen Gebrauchen nicht unbedingt entstehen, kann es aber sehr wohl in Richtung Gebrachtware und damit Wertersatz gehen.

Wieso sollte aber der Käufer eines Fertig-PC oder ein Kunde der den Zusammenbauservice nutzt, so eine CPU dann ohne Preisnachlass akzeptieren müssen? Der darf genau wie jeder andere Kunde Neuware erwarten, wenn er für Neuware bezahlt hat. Von daher ist diese Art der Schadensminderung durchaus fragwürdig.
 

BlubbsDE

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Es gibt Läden in denen man sich mit den dort liegenden Teilen einen PC selbst zusammenbauen kann. Das ist zwar die Ausnahme aber "Nirgends" sicher nicht.
Die gibt es ja, aber die nehmen Dir die CPU nicht zurück, wenn Du sie selbst vor Ort in Deinen Rechner eingebaut hast und sie einwandfrei funktioniert. Die sagen Dir dann, warum sollen wir sie zurück nehmen? Das vor Ort selbst zusammen bauen mit evtl. Hilfe von Mitarbeitern ist ein Service. Der nach dem Kauf stand findet.
 

Idon

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@bluebox

Das ist keine Beschädigung. Diese entstehen bei praktisch jeder Montage.

Vermutungen helfen nicht weiter.

@Holt

Deinem Urteil lagen über 20 Jahre alte, in der Praxis vermutlich gefährliche - und damit nicht mehr unbesehen wie neue verwendbare - Radlager zu Grunde. Weiterhin ist das Oberlandesgericht des Saarlandes für mich keine relevante Instanz, es ging um einen UWG-Fall zur Unterlassung etc. Die Parallelen verfangen für mich nicht.

Grundsätzlich zu vielen deiner Kommentare: Wäre alles stets einem Richterentscheid unterworfen, könnte man sich nicht nur diese ganzen Threads sparen, sondern auch unter anderem meinen Beruf. Zum Glück ist dem aber nicht so.

Mit meiner obigen Frage bewaffnet kann man anfangen, dem Händler Verhandlungsmasse abzunehmen.

Ein derart "geschädigter" Käufer kann dann hier ja ebenfalls um Rat fragen. Sicher gibt es dann auch für ihn gute Argumente. Derzeit fragt hier aber nur der TE an.
 
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Holt

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das Oberlandesgericht des Saarlandes für mich keine relevante Instanz
Selbsame Auffassung, selbst Gerichte sind dann relevant und wie erkennt man die irrelevanten? Auf Basis welches Paragraphen darf man deren Urteile denn ignorieren?
Mit meiner obigen Frage bewaffnet kann man anfangen, dem Händler Verhandlungsmasse abzunehmen.
Die mehr als nur fragwürdig ist.

Meine Meinung nach gehört das Widerrufsrecht für standardisierte Bauteile wie CPUs generell in Frage gestellt. Bei Kleidung und Schuhen muss man es haben, diese passen nicht immer und man kann auf Fotos alleine nicht erkennen wie sie wirklich sind und ob sie passen, aber eine CPU wie ein 9900K ist immer gleich und wo einer funktioniert, funktioniert jeder andere 9900K auch, der eine lässt sich nur besser übertakten, aber dies weiß man beim Kauf im Laden vorher auch nicht, es ist eben Glück oder Pech wie gut sich welcher 9900K übertakten lässt. Dies auszuprobieren geht auch über die Möglichkeiten hinaus die ein Käufer im stationären Handel hat und das Widerrufsrecht soll den Online Kunden nur dem Kunden im stationären Handel gleichstellen, nicht aber bevorzugen.
 

Idon

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Die Montage wurde aber durch einen Laien durchgeführt. Wie üblich.

@Hägar Horrible

Das ist natürlich Unsinn, denn ich vertrete die Auffassung, dass es sich nach wie vor um Neuware handelt. Spar dir also deine Unterstellungen.

@Holt

Weil ich beispielsweise nicht der Gerichtsbarkeit des Saarlandes unterliege.

Warum ist es fragwürdig den Händler um Informationen anzufragen?

Warum gehst du nicht auf die vielen Argumente ein, welche das von dir eingebrachte Urteil als unpassend für diesen Vergleich erscheinen lassen?

Ich finde das Widerrufsrecht auch deutlich zu verbraucherfreundlich. So, wie die meiste Rechtsprechung und Gesetzgebung. Das ändert aber nichts daran, dass ich innerhalb dieser Rechtsordnung agieren muss. Wie bereits im letzten Thread dargelegt wird der Onlinekäufer bereits deutlich bevorzugt. Dies auch dank der Rechtsprechung.
 
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