Hier mal ein paar Erfahrungen mit dem Intel-P67-Onboard-Raid auf einem Asus-P8P67 DELUXE Rev 3.0 B3-Stepping (Kaufdatum: Mai 2011):
(zunächst OHNE Write-Back-Cache, weil man für WB-Cache eine USV benutzen sollte):
Kopieren unter Win7 x64 von RAID10 auf RAID5 = 5 MB/s
Kopieren innerhalb des RAID5-Volumes = 7 MB/s (das ist USB2-Geschwindigkeit!!!)
Mit WB-Cache wird es etwas schneller, aber hierfür sollte man sich eine USV zulegen:
Kopieren von RAID10 auf RAID5 = 15,3 MB/s
Kopieren innerhalb eines RAID5-Volumes = 17,9 MB/s
Mein 15 Jahre alter Comuter von Aldi (Pentium 4 @ 500 MHz) kopiert innerhalb einer SATA2-Platte, die über einen Promise-Ultra100 TX2 und einen IDE-SATA150-Konverter für 1,99 € aus China angeschlossen ist, mit 23 MB/s (!!!)
Der ASUS-Support will innerhalb eines RAID5-Volumes mit ca. 28 MB/s kopiert haben.
Mein 15 Jahre alter Comuter von Aldi (Pentium 4 @ 500 MHz) kopiert zwischen 2 SATA2-Platten, die über einen Promise-Ultra100 TX2 und je einen IDE-SATA150-Konverter für 1,99 € aus China angeschlossen sind, mit 31 MB/s (!!!)
Schneller wurde es dann nur im RAID10:
Kopieren von RAID5 auf RAID10 = 58,8 MB/s (ohne WB-Cache = 48,5 MB/s)
Kopieren innerhalb des RAID10-Volumes = 63,4 MB/s (ohne WB-Cache = 42,6 MB/s)
"Die Luzi" geht hier aber auch erst auf RAID0 ab, was ca. 99% aller user auf Grund des hohen Total-Datenverlustrisikos NICHT brauchen:
Kopieren von RAID10 auf RAID0 = 51,5 MB/s (ohne WB-Cache)
Kopieren von RAID0 auf RAID10 = 75 MB/s (ohne WB-Cache)
Kopieren innerhalb eines RAID0-Volumes = 103 MB/s (ohne WB-Cache)
Meine Raid-Konfiguration:
4 Platten a 2 TB von Samsung (HD204UI)
RAID10: 1 TB nutzbar, Stripesize 16 kB
RAID5: 3,9 TB nutzbar, Stripesize 128 kB
RAID0: 4,9 TB nutzbar, Stripesize 128 kB
Die kopierten Daten bestanden aus 15 Dateien mit insgesamt 48,3 GB und 15 kleinen Dateien mit je ca. 3 kB, die ich unter Win7 ganz platt kopiert hatte und die Zeit gestoppt, denn so manche Festplatten-Tester hatten mir auch ganz utopische Werte von über 200 MB/s angezeigt, wovon ich in der Realität aber nie etwas hatte.
Die richtige Katasrofe beginnt aber erst mit der "Intel Rapid Storage Technology" deren Initialisierung meiner 4 2TB-Platten und der 2 Volumes geschlagene 64 Stunden brauchte, OHNE auch nur einen merkbaren Effekt auf die Geschwindigkeit zu haben.
Des Weiteren ließ sich keine weitere SATA-Platte an die noch 2 freien SATA-Anschlüsse anschließen, die ebenfalls von der Intel-RST verwaltet werden, ohne dass diese Platte automatisch als Hot-Spare in das Raid-System eingebunden wurde.
Mein Motherboard hat 6 SATA-Anschlüsse, die dann letztendlich von der Intel-RST verwaltet werden (4x SATA300 und 2x SATA600)
Bei meinen Tests liefen alle Platten an den 4 SATA300 Anschlüssen.
Eine Konfiguration innerhalb der Intel-RST, die eine 5. Platte als einfaches Systemlaufwerk freigibt, gibt es laut Auskunft des Intel-Supportes NICHT.
Wozu denn auch,
denn so inkompetenten Systementwicklern ist auch der Begriff BACKUP ein Fremdwort !!!
Laut Auskunft des Intel-Supports ist die Intel-RST auch nicht dafür ausgelegt Wechselrahmen bzw. Backplanes zu verwenden,
sondern man solle doch gefälligst in seinen Rechner krabbeln und sich dort einen freien Anschluss für sein Backup-Laufwerk suchen.
DAS soll nun also DIE Storage-Lösung für meinen neuen Prozessor i7 2600k sein,
der ca. 250 mal so schnell ist, wie mein alter Pentium 4 @ 500 MHz !!!!
Meiner Meinung nach ist das auch KEIN Raid, was da von Intel angepriesen wird, denn z.B. zum RAID5-Konzept gehört es, dass n-1 Platten die Daten PARALLEL aufnehmen und dafür 1 Mal Parity-Daten geschrieben werden.
Demnach könnte das Ganze theoretisch mit (n-1)-facher Geschwindigkeit von Statten gehen.
Von mir aus auch abzüglich von ca. 20% für die Berechnung der Prüfsumme, wofür auf den teuren echten Hardware-RAID-Controllern extra eigene Prozessoren eingesetzt werden.
Bei der Intel-RST dagegen dümpelt mein i7 2600k im Idle-Modus vor sich hin, wärend er ansonsten mit Datenübertragungsraten von vor 15 Jahren ausgebremst wird.
Deshalb ist das, was da von Intel angeboten wird auch KEIN Raid, sondern lediglich ein äußerst lahmer Raid-kompatibler Modus, der dann aber auch wieder zu KEINEM echten Raid-Controller kompatibel ist.
Laut Support von Intel UND Asus dauert es in einem RAID5 aber immer länger,
je mehr Platten in das Raid5-Volume eingebunden sind, weshalb es für mich eben KEIN Raid5 ist,
weil die Geschwindigkeitsvorteile des Raid5-Konzeptes unter den Tisch fallen und dieses Konzept damit sinnlos wird.
Mir ist es unbegreiflich, wie es innerhalb EINER Firma angehen kann, dass die eine Entwicklungsfgruppe so eine performante Spitzentechnologie wie den i7 2600k zustande bringt, während die andere Entwicklungsgruppe sich mit Ergebnissen von vor 15 Jahren zufrieden gibt.
Das Einzige, was an dieser "Intel Rapid Storage Technology" wirklich Rapid war, war der Support, denn der war Rapid away.
FAZIT:
Raid0 braucht keine Sau, weil das Total-Datenverlustrisiko mit der Anzahl der eingesetzten Platten steigt.
Raid1 ist was für Sicherheitsfanatiker, die aber auch nicht ohne Backup auskommen, denn ein Raid1 schützt nun mal nicht vor Viren und persönlicher Dummheit (ungewolltes löschen).
Raid5 ist dermaßen wenig performant, dass es mit einem Prozessor der i-Reihe NICHT nutzbar ist.
Raid10 hat Fehler, denn nach meinen Kopiertests fand die Intel-RST bei der Überprüfung 9 Fehler OHNE WB-Cache und 94 Fehler mit WB-Cache.
(Dafür dauerte die Überprüfung aber auch "nur" 32 Stunden.)
Das ist KEIN Raid und so einen SCHEIß braucht KEINE SAU !!!
Ich habe mich daher mit einem echten Hardware-RAID-Controller für 400,-€ aus der Affäre gezogen,
denn das muss man Intel ja lassen:
So eine High-End-Technologie, wie die Sandy-Bridge mit den 1155-Sockel-Prozessoren,
hat es zu einem so günstigen Preis noch nie gegeben.
(Win7-Leistungsfaktor des Prozessors = 7,6 von möglichen 7,9 und
NUR gemessene 75 Watt Stromverbrauch des Gesamzsystems im Idle-Modus,
NUR gemessene 160 Watt bei Vollast und locker bis auf 3,8 GHz übertacktbar.)
Daher verbuche ich diese 400,-€ eben als Mehrkosten,
die so ein High-End-System nun mal nach sich zieht.
Letztendlich habe ich aber ca. 5 TB schnelle Storage,
die zu diesem Preis schon gar nicht in SSD realisierbar wäre.
Gruß,
BorstiWE